It's Strange - Ein Sherlock-Dr.Strange Crossover

von TooFast
CrossoverRomanze / P12
Dr. John Watson Sherlock Holmes
07.05.2020
07.09.2020
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It’s strange – Ein Sherlock-Dr. Strange Crossover


«Bist du sicher das du nichts willst?»

«Ich brauche mein Blut im Gehirn und nicht in meinen Verdauungsorganen.»

Ein lautes Seufzen war vom Flur zuhören. John tauchte kurz im Türrahmen auf, um Sherlock einen Ich-bin-Arzt,-ich-weiss-das-Blick zuzuwerfen, um dann wieder ins Wohnzimmer zu verschwinden. John suchte dort weiter nach seinem Handy, um beim Chinesen anzurufen, während Sherlock weiter auf den Bildschirm seines Laptops starrte. Die Geräusche aus dem Wohnzimmer verstummten plötzlich.

«Sherlock?»

«Nein, ich weiss nicht, wo dein Handy ist», rief er in Johns Richtung, ohne das Tippen seiner Finger auf den Tasten zu unterbrechen.

«Das mein ich nicht. Da… ist was.»

«Könnte der verloren gegangene Daumen sein.» Der Verwesungsgestank hätte sich schon längst bemerkbar machen müssen. Oder sein Mitbewohner hat ohne sein Einverständnis das Leichenteil entsorgt. Wieder einmal.

«Nein. Nein, es ist… es ist ein… Holy shit, was ist das?» Mit zusammengezogenen Brauen wartet Sherlock, ob da noch was kommt.

«Sherlock? Oh Gott! Sherlock! Vatikanische Ka-AHHHH!!» Der Stuhl flog nach hinten, als Sherlock aufsprang und ins Wohnzimmer rannten, als wäre eine Horde tollwütige Hunde hinter ihm her. Er stürzte direkt auf den etwas verwirrt aussehenden John zu, packte ihn bei den Schultern und sprach auf ihn ein.

«John! Was ist los? Warum schreist du? Wieso hast du unser Codewort für Gefahr benutzt? John!? Rede mit mir!»

Der verwirrte Gesichtsausdruck wechselte zu vollkommen verstört und er löste sich grob aus Sherlocks Umklammerung.

«Geht’s noch? Lassen Sie das.» John richtete sein Jackett. Sein. Jackett. Hatte er heute nicht einer seiner Pullover getragen?

«Und ich bin auch nicht John. Mein Name ist Everett Ross.» Sherlock schwieg. Tatsächlich sah er ein paar optische Unterschiede, die ihm auf den ersten Blick nicht aufgefallen war. Die Haare waren grauer und etwas länger. Denn grauen Anzug hatte er noch nie an John gesehen. Aber davon abgesehen, glichen sie sich wie einem Ei dem anderen. Die Gesichtszüge, die blauen Augen, die Statur, ja sogar der nervöse Tick, die Hände zu Fäusten zu ballen, alles war da. Während Sherlock noch überlegte, ob John einen geheimen Zwillingsbruder hat, musterte ihn auch sein Gegenüber. Mit hochgezogenen Augenbrauen bestaunte Everett die Ähnlichkeit zwischen diesem Fremden und dem Mann, der er erst vor wenigen Sekunden verlassen hat.

«Sherlock Holmes, Consulting Detektiv», sagte der Sherlock langsam und richtete seinen Fokus auf die chaotische Wohnung.

Wenn das nicht Watson ist, dachte Sherlock, wo ist den der echte John? Jedoch riss ihn eine sehr merkwürdige Frage aus seinen Gedanken und lenkte seine Aufmerksamkeit wieder auf den Gast.

«Sind wir hier in New York?» Man könnte meinen, diese Frage war als Witz gemeint, doch nicht-John stellte sie mit so viel Ernsthaftigkeit das Sherlock sich das Lachen verkniff.

«New York? Nein, mein lieber Freund, da sind Sie auf dem falschen Breitengrad gelandet. Das ist hier», er machte eine ausladende Armbewegung, «Das ist London.» Entgegen seiner Erwartung sah Mr. Ross nicht sehr überrascht aus. Er nahm es mit einem gequälten Seufzer hin.

«Sind Sie ein Klient?» Jetzt war Sherlock mit der Fragerei dran.

«Klient? Bei was? Einem Amateur Privatdetektiv?» Charmant lächelte Sherlock. Irgendwie erinnerte ihn diese Unterhaltung an den Wortwechsel, den er damals mit John im Taxi geführt hatte.

«Consulting Detektive. Der weltweit Einzig, übrigens. Und natürlich würde ein CIA Agent und ehemaliges Mitglied bei der United States Air Force keinen Amateur aufsuchen.» Der Pilot staunte nicht schlecht, als seine Tarnung so schnell aufgeflogen war.

«Wie wussten Sie… Wie?» Der ehrlich erstaunte Blick liess Sherlock den ironischen Ton von vorhin vergessen. Wenigstes hatte er jetzt eine Antwort, wieso ihn dieser Mann so sehr an seinen John erinnerte. Beide strahlen etwas Militärisches aus und lassen unbewusst den furchtlosen Soldaten raushängen. Trotzdem wünschte er sich den richtigen John wieder zu sich zurück. Fakt war, das sein Mittbewohner spurlos aus dem Wohnzimmer verschwunden war. Wo steckt John?