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Frust und Leid eines Barden

Kurzbeschreibung
OneshotAllgemein / P12 / Gen
Troubadix
06.05.2020
06.05.2020
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370
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Majestix, ich möchte, dass du mir erlaubst, meine Kunst auszuleben. Ich bin der Einzige, dem du das verwehrst. Alle anderen können ungehindert ihren Geschäften nachgehen, Verleihnix verkauft seine Fische, Automatix hat seine Schmiede, Obelix haut Hinkelsteine, jeder kann das tun, was ihm Freude macht, nur ich nicht. Mir wird verboten, meine Lieder zu singen, meine Instrumente werden mir weggenommen. Ihr wendet sogar Gewalt an, wenn ich euch meine Künste vortragen will, beim Teutates! Ich sage doch auch nichts, wenn sich fast das ganze Dorf prügelt, nur weil sich ein Fischhändler und ein Schmied nicht einig sind, was die Qualität von Fischen betrifft. Was übrigens kein gutes Vorbild für unsere Kleinen ist, aber das muss ich dir ja nicht sagen. Nein, lass mich ausreden, ich bin noch nicht fertig.
Was ist denn an ein bisschen Musik so schlimm? Musik erfreut das Herz, hebt die Laune und trägt zur Unterhaltung bei. Und nur, weil ihr Kunstbanausen meine Musik nicht zu schätzen wisst, bedeutet das doch nicht, dass ihr sie mir gleich verbieten müsst. Ich habe auch Bedürfnisse, verstehst du, Majestix? Weißt du, wie sich das anfühlt, wenn jeder kleinste Versuch, euch eine Freude zu machen, gleich im Ansatz abgeschmettert wird? Ich will nicht immer in den Wald gehen müssen, um in Ruhe komponieren zu können. Ich gehöre zur Gemeinschaft dieses Dorfes, ich habe ein Recht darauf, in meiner Hütte zu komponieren. Und findest du nicht auch, dass eine anakreontische Ode erst dann ihre ganz eigene Wirkung entfaltet, wenn man sie mit der Welt teilt? Wenn ihr mir nur bei ein paar meiner Lieder zugehört hättet, wüsstet ihr, dass ich über das Leben singe, das Leben von Frauen und Männern, über Liebe, Lust und Wein, übers Scheitern und übers Gewinnen. Aber dazu gebt ihr mir ja nie Gelegenheit.
Ich will, dass mein Talent endlich anerkannt wird, ich fordere Gerechtigkeit! Ich will singen dürfen, wann immer mir danach ist, ohne, dass Automatix droht, mir seinen Hammer über den Schädel zu ziehen. Ich will meine Kreativität nicht länger zurückhalten, ich will mich in Tönen und Texten verlieren, wenn meine Muse mich küsst. Ich bin Barde, es ist sozusagen meine Bestimmung, zu singen! Verhilf mir zu meinem Recht, Majestix, du bist doch der Häuptling hier!
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