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Rittersporn One-Shots

GeschichteFantasy / P16 / MaleSlash
Geralt von Riva Rittersporn
06.05.2020
06.05.2020
2
1.090
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06.05.2020 581
 
[One-Shot zur Serie, S01E04 Bankette, Bastarde und Begräbnisse – Rittersporn x Geralt – P16 wegen möglicher Gewalt / keine expliziten Sexszenen]

Während er das Badewasser abließ und Geralt dabei beobachtete, wie er sich mit den für ihn ausgesuchten Sachen mürrisch ankleidete, verharrte der Barde stumm in seinen Gedanken. Er fragte sich, ob der Hexer überhaupt irgendetwas verstanden hatte. Für ihn selbst waren seine Worte deutlich gewesen, wenn auch nicht zu offensichtlich. Natürlich um das Gesicht zu wahren. Nun aber wusste er nicht, ob Geralt ihn nicht verstand oder einfach nicht verstehen wollte.

Das Gespräch war recht einseitig verlaufen. Wie gewöhnlich kam dem Hexer nicht viel mehr als ein „Hmm“ und ein paar subtile Beleidigungen über die Lippen. Das störte ihn sonst eher weniger, aber dieses Mal war es anders. Er hatte gehofft sich auf irgendeine Weise Geralt öffnen zu können, hatte die leise Hoffnung gehegt, dass nicht nur er die Nähe dieser Freundschaft genoss. Rittersporn schüttelte nicht unbemerkt den Kopf, als er sich selbst für diesen unrealistischen Gedanken rügte.

Der Hexer vernahm das Kopfschütteln aus den Augenwinkeln und musterte daraufhin den Barden eingängig. „Worüber sinnierst du nun schon wieder?“ knurrte er. Rittersporn fühlte sich sichtlich ertappt, denn er errötete. Mit großen Gesten schwadronierte er über das Erstbeste was ihm auf die Schnelle einfiel. „Ich überlege mir welche Klänge ich heute Abend auf der Laute anschlagen werde. Die Löwin von Cintra ist nicht leicht zu beeindrucken. Und ich würde ungern als Löwenfutter herhalten müssen, weil ich mir nicht ausreichend Gedanken über mein Spiel gemacht habe.“ Geralt nickte, glaubte ihm aber kein Wort. „Oder vielleicht überlegst du auch nur welche der Gräfinnen nicht ganz so sportliche und einflussreiche Männer haben, damit du in Zukunft meine Dienste auf solchen Veranstaltungen nicht mehr brauchst.“ stellte er mehr fest, als danach zu fragen. Rittersporns Augen leuchteten auf, er zwang sich zu einem Grinsen, froh darüber, dass Geralt keinen Verdacht schöpfte und tat so, als habe der Hexer ins Schwarze getroffen. Es war ihm weiterhin daran gelegen das Gesicht zu wahren. Einmal mehr seit Geralt ihr Gespräch scheinbar auf eine andere Art verstanden hatte, als er selbst.

„Kannst du nicht einmal das Badewasser auslassen, ohne an die Damenwelt und ihre Eroberung zu denken?“ Geralt knöpfte die Jacke zu, legte sich als Letztes noch sein Haarband an und fühlte sich so ausstraffiert alles andere als wohl. „Jeder hat eben so seine Laster. An was sollte ich sonst denken, verrätst du mir das?“ Rittersporn fuchtelte Geralts Kragen zurecht und tat so als würde er sich nicht groß um seine Meinung scheren. Der Hexer hielt ihn für einfältig und wenn er den Hinweis nicht verstanden hatte (oder eben nicht verstehen wollte), dann konnte es auch ruhig dabei bleiben. Es machte die Situation wahrscheinlich erträglicher für ihn. Geralt nahm seine Hand von seinem Kragen, sichtlich genervt von Rittersporns Fürsorglichkeit. Die Berührung ließ des Barden Herz einen kurzen Moment hüpfen, gleich wieder erstickt von der Realität. „Mir ist es eigentlich so ziemlich egal, woran du denkst. Ich werde dir den Gefallen heute Abend tun und dann ziehe ich meiner Wege, sobald meine Kleidung trocken ist.“ Rittersporn drehte sich zum Spiegel, an seinem eigenen Kragen zupfend und versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass er sich innerlich beruhigen musste. „Lass uns gehen, Freund.“ entgegnete er, nachdem er sich zusammen genommen hatte.

„Lass uns gehen.“ nickte Geralt, der durchaus ahnte was in Rittersporn vorging. „Und nenn mich nicht Freund.“ sagte er zu einem Freund, der ihm mehr ans Herz wuchs als er zugeben wollte.
 
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