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Love Without Words

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
Legolas OC (Own Character) Thranduil
06.05.2020
13.06.2021
46
71.923
72
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11.06.2021 1.478
 
-Kapitel 45-

Kalt. So eiskalt. Langsam atmete er ein und wieder aus. Eine Wolke seines Atems war zu sehen. Die Eisenketten an seinen Hand- und Fußgelenken waren so schwer, so unglaublich schwer. Sie schnitten ihm ins Fleisch. Krusten rissen auf und frisches Blut quoll hervor, das auf den Boden tropfte. Sein schwarzes Gewand war an einigen Stellen zerrissen und gaben den Blick auf frische und alte Narben frei. Das Licht des Vollmondes schien durch das kleine, und einzige Fenster des Turmes in dem er festgehalten wurde.
Für einen kurzen Augenblick schloss er seine Augen, als er Schritte vernahm. Er öffnete seine Augen wieder und genau in dem Moment wurde die Tür geöffnet. Eine verhüllte Gestalt stand im Türrahmen. Das Licht einer Fackel, die draußen im Gang an der Wand hing, warf einen unheimlichen Schatten in den Raum. Er konnte sein Gesicht nicht erkennen, aber das brauchte er nicht. Er wusste wer es war. Sein Erschaffer. Demjenigen, den er für alle Ewigkeit seine Treue geschworen hatte.
»Ich habe eine Mission für dich«, sprach die Gestalt mit rauer, dunkler Stimme. »Ich will, dass du ein Königreich für mich ausspionierst.«
Mit einem Schnippen der verhüllten Gestalt fielen die schweren Eisenketten von den Hand- und Fußgelenken ab. Langsam erhob er sich und blickte seinen Erschaffer aus seinen dunklen Augen an.
»Wo befindet es sich?«
»In einem Wald. Die Waldelben dort nennen ihn den Düsterwald.«



»Milas? Milas, wacht auf. Milas!«
Der Soldat riss die Augen auf und seine Hand schoss in die Höhe, um sich um die Kehle desjenigen zu legen, der ihn weckte. Ohne darüber nachzudenken zog er sie zu. Diors Augen weiteten sich augenblicklich. Er würgte und versuchte verzweifelt die Hand um seine Kehle weg zu bekommen.  
»Mi…las…«, brachte er panisch hervor.
Doch der Elb schien ihn nicht zu hören. Er konnte keinerlei Emotionen in ihm erkennen. Es schien, als wäre er nur noch eine Puppe. Seine Augen waren trübe, keine Freude, keine Angst lag in ihnen. Nur eine unendliche Leere, die sich niemals füllen würde.
»Milas!«, hörte Dior die Stimme von Kalitos.
Sein Freund rannte zu ihnen.
»Milas, hör auf!«
Doch er hörte nicht.
»Scheiße!«
Kalitos schlug Milas mit dem Knauf eines Dolches gegen den Kopf, wodurch er das Bewusstsein verlor. Hustend hielt sich Dior seine Kehle.
»Was ist… nur in ihn… gefahren!«, brachte Dior keuchend hervor.
»Ich hätte nicht gedacht, dass es bereits so weit fortgeschritten ist. Wir müssen Luria so schnell es geht finden!«







Aamina ging durch die Gänge des Schlosses, in ihren Armen die kleine Meril. Ihre Augen waren geschlossen. Friedlich schlief sie tief und fest. Ganz sanft strich Aamina ihr über die Stirn.
»Du siehst so glücklich aus. Ohne Sorgen, ohne Angst. Ein unbeschriebenes Blatt. Weder gut noch böse. Und ich weiß, dass du eines Tages eine tapfere und starke Elbin werden wirst, genauso wie deine Mutter und dein Vater. Du wirst dem Bösen trotzen und unglaubliche Wunder vollbringen, kleine Meril.«
Eine Träne tropfte auf die Stirn des Babys. Leicht erschrocken fasste sich Aamina an ihre Wange und spürte die Nässe. Sie hatte nicht bemerkt, wie sie angefangen hatte zu weinen. Ihr Blick fiel wieder auf die kleine Meril und ein stummer Schluchzer entfloh ihrer Kehle. In diesem Moment wünschte sie sich, dass sie eine Stimme besaß. Sie wollte es ihr sagen, ihr sagen, was sie ihr in ihren Gedanken gesagt hatte.
»Was macht eine Dienerin mit einem Baby in ihren Armen?«
Aamina schaute auf, als sie die Stimme von Khara hörte. Die Prinzessin stand direkt vor ihr und schaute sie kalt und herablassend an.
»Ich habe dir eine Frage gestellt! Sprich!«, forderte sie Aamina auf, aber dann grinste sie hämisch. »Oh, ich vergaß, du besitzt gar keine Stimme. Mein Fehler… und nun gib mir das Baby.«
Khara streckte ihre Hände aus, doch sofort wich Aamina zurück und hielt die kleine Meril schützend an die Brust. Sie schüttelte den Kopf.
»Was soll das! Gib mir das Kind!«, fauchte die Prinzessin.
Erneut schüttelte Aamina den Kopf. Milas hatte ihr sein Kind anvertraut, sie würde es niemandem übergeben, außer ihm und Luria, wenn sie wieder zurück waren.
»Wie kannst du es wagen meinem Befehl zu verweigern!«, knurrte Khara wütend. »Du bist nur eine Dienerin die nichts zu sagen hat! Du hast keine Erfahrung damit, wie man sich um ein Neugeborenes kümmert! Und nun gib mir das Kind!«
Die Prinzessin ging auf Aamina zu und sie wich immer weiter zurück.







Ein schmerzvolles stöhnen ließen Kalitos und Dior aufblicken. Milas` Augen flatterten und dann öffnete er sie. Sein Kopf dröhnte und für einen kurzen Moment schloss er die Augen wieder, nur um sie einen Augenblick später wieder zu öffnen. Sein Blick fiel auf seine gefesselten Handgelenke.
»Milas?«, fragte sein Freund vorsichtig.
Der Anführer der königlichen Garde schaute in die Richtung und blickte Kalitos und Dior an.
»Was ist das? Warum hast du mich-…«
Milas stockte, als ihm bewusst wurde, warum.
»Ich habe die Kontrolle verloren.«
»Ja.«
»Habe ich euch verletzt?«, fragte er besorgt.
»Nein, du hast Dior nur einen ziemlichen Schrecken eingejagt. Ich habe dich mit dem Knauf meines Dolches Bewusstlos geschlagen«, antwortete Kalitos.
»Entschuldige, dass wollte ich nicht…«
»Ist schon in Ordnung, Sir«, beruhigte Dior ihn mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen.
»Wie lange war ich bewusstlos?«
»Einige Stunden.«
»Einige Stunden? Nein… Wir müssen Luria suchen gehen.«
»Nun, dass hatten wir auch vor, aber dann bist du dazwischen gekommen«, antwortete Kalitos, der dabei war das Seil um Milas` Handgelenke zu lösen.
»Es tut mir leid.«
Milas stand auf und schaute sich um. Die Sonne war bereits hoch am Himmel.
»Wir müssen weiter.«
»Aber wir wissen nicht wohin dieser Elb Luria verschleppt hat«, antwortete Dior. »Die Spuren wurden verwischt. Wir könnten jetzt einen ganz anderen Weg einschlagen und dabei in eine vollkommen andere Richtung gehen.«
»Nun, dann solltest du jetzt etwas lernen können«, meinte Kalitos und zwinkerte ihm mit einem schiefen Lächeln auf den Lippen zu.
Milas sprang hoch auf einen dicken Ast eines Baumes und lief darauf weiter.
»Wohin geht er?«
»Er sucht nach Spuren die seine Frau zurückgelassen hat«, sagte der ehemalige Soldat. »Zwar mag Luria keine Soldatin sein und auch nicht oft rausgehen, aber sie ist nicht dumm. Sie weiß, dass wir nach ihr suchen werden und-…«
»Kalitos!«, hörten die beiden die Stimme von Milas ein Stück weiter vorn.
»Komm.«
Der Elb sprang auf einen dicken Ast und rannte los. Für einen kurzen Augenblick blieb Dior noch an Ort und Stelle stehen, bevor er ebenfalls auf einen Ast sprang und hinterher lief. Er entdeckte die beiden an einer Stelle stehen, wo die Erde platt gedrückt worden war.
»Hier«, sagte Milas, »Sie war hier.«
»Was macht Euch da so sicher?«, fragte Dior verwirrt.
»Sieh her«, antwortete Kalitos und hockte sich hin, Dior tat es ihm gleich. »Siehst du hier, wie die Erde dort platt ist und tief eingedrückt ist?« Der junge Elb nickte. »Hier hat jemand gelegen.«
»Oder Luria war es, die sich fallen ließ«, sagte Milas. »Schau.«
Er bückte sich, um etwas hervor zu holen, was unter der Erde gelegen hatte. Es war ein Ring. Ein silberner Ring, wo eine Lilie eingearbeitet worden war und in ihr ein weißer Edelstein eingebettet.
»Das ist ihr Ring.«
»Kannst du sie dadurch finden?«, fragte Kalitos hoffnungsvoll.
»Ich denke schon, ich brauche nur einen Moment.«
Milas atmete tief ein und wieder aus, bevor er seine Augen schloss und den Ring an sein Herz hielt.
»Was tut er da?«, fragte Dior neugierig.
»Er sucht nach einer Fährte seiner Frau.«
Dior runzelte die Stirn.
»Kann er das denn?«
»Ja«, antwortete Kalitos mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen. »Er ist immerhin kein normaler Elb. Der dunkle Herrscher brauchte einen Jäger, den besten den es gab, aber Menschen können sich irren, können nur Karten vertrauen, die ihnen den Weg leiten. Und so erschuf er einen Jäger, der sich nicht irren kann… ein Raubtier. Karten können falsch sein, doch Milas irrt sich nie, wenn er einmal die Fährte eines Menschen, Elben oder Zwerges aufgenommen hat. Er wird Luria finden, nur braucht er etwas, was sie zu diesem Zeitpunkt bei sich getragen hat, als sie entführt wurde.«
»Und das weiß Luria alles?«, fragte Dior erstaunt.
»Aber natürlich. Sie ist seine Frau«, sagte der ehemalige Soldat grinsend.
Dior schaute zu Milas, der immer noch die Augen geschlossen hatte. Er schluckte. Er hatte geglaubt alles von diesem Elben zu wissen, ihn in und auswendig zu kennen, doch nun begriff er, wie falsch er lag. Er wusste nichts von ihm… Aber das machte nicht seine Gefühle, die er für ihn empfand zunichte. Dior würde ihn lieben, egal, wie lange er leben würde. Und er wusste, dass er in diesem Leben Milas niemals bekommen würde…
Traurig schaute er zu Boden und schluckte seine Enttäuschung herunter. Genau in diesem Moment öffnete Milas die Augen.
»Ich habe sie. Folgt mir.«
Ohne auf eine Antwort von den beiden zu warten lief er los. Kalitos und Dior folgten ihm.
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