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Die Sache mit den Geburtstagsüberraschungen

KurzgeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Ingo "Easy" Winter Paco Weigel Richard "Ringo" Beckmann Tobias Lassner
06.05.2020
03.06.2020
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06.05.2020 677
 
Willkommen zu dieser kleinen Fingerübung!

DIe ist gleichzeitig auch mein bescheidenes Geburtstagsgeschenk für die liebe Persephone.
Love you, girl! Happy Birthday!
Dir und natürlich auch euch allen anderen wünsche ich viel Spaß auf eurer Reise in die Vergangenheit.
eure parva



„Wusstest du, dass alle 60 Sekunden in deutschen Büros fast 180.000 Euro allein durchs Quasseln verdient werden? Und meistens wird einem dabei nicht mal zugehört.“
Überrascht zuckte Easy zusammen und sah Tobias aus großen Augen an. „Na, endlich habe ich deine ungeteilte Aufmerksamkeit“, grinste dieser und biss zufrieden in sein Sandwich. Ein Klecks Mayonnaise tropfte unbemerkt auf sein blütenweißes Hemd.
„Mit dir als Gesprächspartner könnt‘ ich mich auch mit dem Putz an der Wand unterhalten. Das käme irgendwie aufs Gleiche hinaus.“ Immer noch kauend, wischte er sich über den Mund. „Und an meinen Kanzleianekdoten kann’s nicht liegen. Die sind famos.“
Zerknirscht senkte Easy den Blick. „’schuldige“, mit dem Daumennagel ritzte er feine Kerben in die Tischplatte. „Ich war ... in Gedanken.“
„Ach, wirklich“, schmunzelnd griff Tobias nach seiner Tasse. Während er den letzten Schluck Kaffee hinunterstürzte, verdrehte Easy die Augen. „Sehr witzig.“
Seufzend schob Tobias seinen Stuhl zurück. „Du machst es einem aber auch nicht leicht“, er sah Easy aus aufmerksamen Augen an. Dieser erwiderte seinen Blick, kaute verlegen auf seiner Unterlippe herum.
„Worüber zerbrichst du dir dein hübsches Köpfchen, hm?“
Easy stützte das Kinn auf die Hände. „Ich weiß nicht, was ich Ringo zum Geburtstag schenken soll“, gestand er und blies resigniert die Wangen auf.
Verdutzt hob Tobias die Augenbrauen (und sah seinem Bruder damit ähnlicher, als ihm lieb gewesen wäre). „Du weißt nicht, was du Ringo zum Geburtstag schenken sollst?“, wiederholte er. Easy schüttelte den Kopf.
„Wie, kein Dinner in the Dark, kein Schnabulieren auf den Märkten von St. Tropez ... kein Sonnenuntergang über den Dächern von Hyères?“ Tobias riss die Augen auf. „Ich bin enttäuscht.“
„Nicht nur du“, murmelte Easy fast kleinlaut.
Sein Gegenüber presste die Kiefer aufeinander, doch beim Anblick von Easys bestürzter Miene prustete er los. „Dein Gesicht!“, japste er. Er kraulte Stinker, der bettelnd an seinem Bein hochsprang, hinter den Ohren. „Schau dir diesen Trauerkloß an, alter Junge!“
„Spottet ihr nur“, seufzend stand Easy auf und tapste zur Küchenzeile, um seine leere Müslischale in die Spüle zu stellen. „Es sind noch genau zehn Tage, und mir fällt einfach nichts ein.“
Tobias stutzte. „Die letzten Jahre hattest du doch auch keine Schwierigkeiten damit.“
Easy schnaubte, drehte sich um. „Ich kann ja wohl schlecht hingehen, und ihm strahlend eine von uns beiden unterschriebene Grußkarte, zusammen mit einer Flasche Wein in die Hand drücken.“
Sein bester Freund zuckte mit den Schultern. „Warum nicht, eine Sorge weniger.“
„Tobias!“
„Schon gut, schon gut“, abwehrend hob er die Hände. „Herzlich willkommen bei: Verstehen Sie Spaß.
Missmutig verschränkte Easy die Arme. „Das Vergnügen ist nicht meinerseits.“  
Unbehagliches Schweigen folgte seinen Worten. Tobias strich nachdenklich über Stinkers Fell.
„Ich dachte nicht, dass es dir so schwerfallen würde, etwas Passendes für ihn zu finden“, lenkte er schließlich ein. Sanft schob er Stinkers Kopf von seinem Schoß, stand auf und klopfte notdürftig das Hundehaar von seiner Hose.
Easy sah ihn traurig an. „Ich will einfach, dass es perfekt wird. Es ist sein erster Geburtstag mit ...“, er zögerte. Jetzt, da ihm herausgerutscht war, worüber er sich den Kopf zerbrach, kam er sich irgendwie albern vor.
Tobias aber trat auf Easy zu und legte ihm freundschaftlich eine Hand auf die Schulter. „Du willst ihm was Besonderes schenken, weil ihr jetzt ein Paar seid.“
Easy atmete geräuschvoll auf – und bejahte leise.
„Das ist normal“, antwortete Tobias aufmunternd.
„Aber –“
„Bleib locker“, lächelnd stieß Tobias ihm in die Seite. „Das ist alles, was ich dir sagen wollte. Du könntest dir Geschenkband um den Bauch binden, und der Spinner wäre immer noch glücklich.“
Easy ließ den Kopf hängen, nickte aber.
„Also –“, mittlerweile stand sein Mitbewohner in der offenen Wohnungstür, und klimperte mit dem Schlüsselbund in der Hand. „– übertreib’s einfach nicht. Dann passt das schon. Bis später.“
Damit ließ er Easy allein. Zwar noch immer ohne Idee, aber mit ein bisschen mehr Mut.

tbc
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