Fight for your life

von Eol
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
Elrond Gandalf Legolas Lindir Thranduil
06.05.2020
10.10.2020
21
35.102
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06.05.2020 1.432
 
Hallo,
da irgendwie kaum noch Interesse an meiner aktuellen Geschichte „In Ewigkeit“ besteht, hab ich mal was Neues angefangen. Es wird vorerst nichts Fluffiges. Hoffe nur, ich schieße nicht übers Ziel hinaus.

————

Die Kälte war ihm mittlerweile bis in die Knochen gekrochen. Er fror so fürchterlich, dass er es kaum noch ertrug.
Dazu kam die Dunkelheit, die ihn umgab.
Sie hatten ihm die Augen verbunden, als sie ihn abgeholt hatten. Sie hatten ihn aus dem Haus in ein Auto gezerrt, ein Transporter, wie er mitbekommen hatte.
Es war Tag gewesen, als sie ihn und seinen Freund geholt hatten. Dann waren sie gefahren. Stundenlang. Ohne Pause.
Sein Flehen, sie mögen anhalten, weil er austreten musste, hatten sie nur mit einem hämischen Lachen beantwortet.
„Tut dir keinen Zwang an.“, hatte einer der Männer, die ihn und seinen Freund während der Fahrt bewachten, gesagt.
Er hatte sich gesträubt, doch schließlich hatte er es nicht mehr ausgehalten.
Die Scham, sich eingenässt zu haben, war schrecklich. Doch sein Freund hatte ihn beruhigt, hatte ihm gesagt, dass es ihm genauso ergangen war und es half. Es half ihm, das laute, gackernde Lachen der fremden Männer zu ignorieren.
Seine nasse Hose klebte an seinen Beinen, ließ es noch kälter erscheinen, während er scheinbar durch einen langen Gang getrieben wurde. Ihre Schritte hallten von den Wänden wieder. Ein modriger Geruch hatte sich in ihren Nasen festgesetzt.
Sein Freund war neben ihm, sie hielten sich an den Händen, klammerten sich förmlich aneinander.
„Schneller!“, schnauzte ein Mann, dessen Stimme er bisher noch nicht kannte. Dass er diese Stimme von nun an öfter hören würde, ahnte er noch nicht.
Sein Freund stolperte und ließ ihn los.
„Mel!“, schrie er und wollte stehen bleiben, doch er wurde unbarmherzig vorangetrieben.
„Weiter!“
„Nein! Bitte…Mel…“, flehte er, doch niemand reagierte.
Erst als er die eiskalte Hand seines Freund wieder spürte, beruhigte er sich etwas. Ihre Finger waren fast steif vor Kälte und es tat weh, als sie sie miteinander verschränkten. Doch dieses Gefühl, dass sie einander hatten, war wertvoller als alles andere. Sie waren nicht allein.

Eine große Tür wurde geöffnet. Metall. Sie quietschte laut.
„Vorwärts!“
Jemand stieß ihn an und er stolperte über eine metallene Türschwelle.
Und dann wurde es warm. Und es roch auf einmal nicht mehr so modrig wie in diesem Gang.
Stattdessen lag der Geruch von vielen verschiedenen Parfums in der Luft, schwer und drückend, so dass er kaum Luft bekam. Dazu mischte sich der Geruch von Alkohol und Zigarren.
Er traute sich nicht, etwas zu sagen, ließ sich stattdessen weitertreiben, bis man ihm befahl stehenzubleiben.
Sein Freund war neben ihm, ihre Hände hielten einander fest.
Minutenlang stand er einfach da, wusste nicht, was um ihn herum passierte.
Musik dröhnte aus Lautsprechern, die scheinbar überall in dem warmen Raum verteilt waren.
Mit einem Mal spürte er etwas kühles an seiner Wange und ein beinahe betörender Duft stieg ihm in die Nase. Er öffnete den Mund, doch sofort legte ihm jemand eine Hand darauf.
„Ihr sprecht nur, wenn es euch erlaubt wird.“, sagte diese Stimme wieder, die er schon in dem Gang gehört hatte.
Er nickte.
Wieder geschah minutenlang nichts, dann griff plötzlich jemand in seine Haare und zog seinen Kopf zurück.
Ein erstickter Schrei drang aus seiner Kehle, der jedoch sofort verstummte, als ihm etwas um den Hals gelegt wurde. Ein breites Halsband aus dickem Leder.
Verzweifelt klammerte er sich an seinen Freund. Hoffte er etwa auf Hilfe?
Er spürte, dass auch mit seinem Freund etwas geschah, fühlte die Bewegungen.
Und dann war es vorbei.
Seine Haare wurden losgelassen und er keuchte erleichtert auf.
„Wascht sie und kleidet sie an. Dann gebt ihnen etwas zu essen.“
Diese Stimme!
Es war nicht die aus dem Gang und sie gehörte nicht zu den Wachen in dem Transporter. Sie klang…anders. Hatten er in den anderen Stimmen Emotionen erkennen können, so war diese eiskalt, gnadenlos. Jedes einzelne Worte bohrte sich wie Eis in seine Haut und ließ ihn erschaudern.
Er hielt den Atem an, traute sich nicht, auch nur einen Laut von sich zu geben. Jeder seiner Atemzüge schien so laut wie ein startender Jet zu sein.
Ein dumpfer Schlag gegen seinen Rücken ließ ihn beinahe das Gleichgewicht verlieren. Er stolperte nach vorn, hielt dabei seinen Freund so fest es ging und riss ihn mit sich.
Er war immer der stärkere von ihnen gewesen und auch jetzt lag die Last, seinen Freund beschützen zu müssen, schwer auf ihm. Doch er macht ihm keine Vorwürfe, ertrug diese Last einfach.
Wieder wurden sie ihn einen Gang getrieben, doch dieser war bei weitem nicht so lang wie der erste, wenn auch genauso kalt.
Er sehnte sich zurück nach dem warmen Raum mit allen den Gerüchen. Doch sein Wunsch war nicht von Belang.
Nach ein paar Minuten blieben sie stehen und endlich, nach so vielen Stunden, nahm man ihnen die Augenbinden ab.
Ihre Augen brauchten etwas Zeit, um sich an das schummrige Licht zu gewöhnen.
„Vorwärts!“
Er wollte sich umdrehen, doch ein Tritt in seine rechte Kniekehle ließ ihn zu Boden gehen.
Dieses Mal war er es, der seinen Freund losließ.
Er war erschöpft von der langen Fahrt, von der Kälte, dem Hunger, der seit Tagen an ihm nagte und so leistete er keinen Widerstand, als er gepackt und wieder auf die Füße gezerrt wurde.
Ein groß gewachsener Mann mit langen, dunklen Haaren schob eine breite Tür aus Eisen auf.
„Rein da und ausziehen!“, befahl er.
Er traute sich nicht zu widersprechen, übertrat die Türschwelle und sah sich um.
Sein Freund stand neben ihm, duckte sich, machte sich klein.
Sie standen in einem etwas 15 Quadratmeter großen Raum, der vollkommen mit grauen Steinfliesen ausgekleidet war.
An der gegenüberliegenden Wand waren vier Duschköpfe angebracht.
„Ausziehen!“, befahl der Mann mit den langen, dunklen Haaren noch einmal.
Langsam hob er die Arme und begann, sein Hemd aus rot karierten Flanell zu öffnen. Als er den obersten Knopf öffnete, ertastete er das Halsband, das man ihm umgelegt hatte. Sollte er es auch ablegen?
Sein Freund war dem Befehl schneller gefolgt und stand nun vollkommen nackt neben ihm, das Halsband hatte er nicht angerührt.
Schnell folgte er ihm, wollte den Mann, der sie bewachte, nicht wütend machen. Sein Instinkt riet ihm dazu.
„Wascht euch!“, befahl der Mann nun und mit unsicheren Schritten gingen sie zu den Duschköpfen.
Das Wasser, das nun auf sie herab prasselte, war, entgegen ihrer Erwartungen, nicht kalt, sondern angenehm warm.
Minutenlang standen sie regungslos unter dem warmen Wasser, spürten, wie ihre steif gefrorenen Glieder langsam wieder erwärmt wurden.
Der Mann hatte ihnen ein Duschgel, das nach Erdbeeren roch, und ein Shampoo gegeben.
Nach etwas 15 Minuten befahl der Mann ihnen, sich abzutrocknen und ihm dann zu folgen.
Von dem Duschraum aus folgten sie ihm noch etwas 30 Meter den Gang entlang und betraten schließlich einen großen, angenehm geheizten Raum.
Der Raum war riesig, die Wände waren mit roten und goldfarbenen Stoffen verkleidet, es gab einen großen, runden Tisch, an dem vier Stühle standen und ein breites Himmelbett, das genau in der Mitte des Raums stand.
Auf dem Tisch stand etwas zu essen. Gebratenes Hühnchen, ein paar wirklich große Burger, Salat. Dazu gab es Cola, Wasser und Wein.
Der Mann mit den langen, dunklen Haaren rümpfte die Nase, dann drehte er sich um und verließ den Raum. Er schloss die Tür und schob einen Riegel davor, so dass die Tür von innen nicht geöffnet werden konnte.
Die beiden Jungs sahen sich an. Sie hatten Angst, wussten sie doch nicht, wo sie waren und was nun mit ihnen geschah. Doch sie hatten keine andere Wahl als abzuwarten. Sie waren eingeschlossen, es gab kein Entrinnen.
Auf dem Bett fanden sie ein paar Anziehsachen.
Unterhosen, Socken und für jeden von ihnen ein weißes Hemd.
Nachdem sie sich angezogen hatten, machten sie sich über das Essen her. Es war köstlich und so blieb am Ende nicht viel übrig. Nur den Wein rührten sie nicht an.
In einer Wand des Raums hatten sie eine Tür, die ebenfalls mit dem roten Stoff verkleidet war, entdeckt. Dahinter lag ein kleiner Raum mit einem Waschbecken und einer Toilette. Es gab zwei kleine Handtücher, Zahnbürsten und eine bleichende Zahncreme.
Als sie fertig waren mit essen, legten sie sich in das Bett. Sie waren erschöpft von der Tortur, die sie hatten erdulden müssen, von den Schlägen, den Tritten und der Kälte, und so dauerte es nicht lange, bis sie beide Arm in Arm einschliefen.
Sie schliefen so fest, dass sie nicht mitbekamen, dass irgendwann jemand den Raum betreten hatte. Dieser Jemand saß nun auf einem der Stühle und beobachtete sie mit kalten, emotionslosen Augen.

-     Tbc –
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