The Iron Force

von Ellesmera
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P12
Finn Kylo Ren Poe Dameron Rey
05.05.2020
30.06.2020
35
40.278
12
Alle Kapitel
283 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
30.06.2020 1.019
 
35. Kapitel
D´Qar


Er betrat den letzten Raum am Ende des Ganges. Das Licht der untergehenden Zwillingssonnen leuchtete schwach und Ben wusste, wenn er sich nicht beeilte, dass dieser Sonnenuntergang sein letzter ist. Der Raum war im Gegensatz zu den anderen noch recht gut erhalten. Einzelne Platten hatten sich von den Wänden gelöst und hingen in den Raum hinein. Das Licht war zu Boden gestürzt, die LED-Lampen ein einziger Scherbenhaufen am Boden. Tische und Stühle waren umgestürzt und auch die Kommode lag quer im Raum. Ben kannte diesen Raum. Ihm kamen die Anordnungen der Fenster, die Reihenfolge der Nieten in den Bodenplatten mehr als bekannt vor. Hatte er hier nicht seine erste Nacht verbracht? Oder irrte er sich? War er so voll mit den Schmerzmitteln gewesen, dass sie seinen Verstand so arg benebelt hatten?
Sein Blick glitt konzentriert durch den Raum. Er war dehydriert, war verletzt und verdankte es in diesem Moment einzig und allein dem Adrenalin, das durch seinen Körper pumpte. Und er wusste nicht, woher er die Konzentration nahm, vielleicht war es aber auch nicht wichtig. Seine Augen blieben an dem Arm hängen, der hinter dem Bett hervorlugte. Unschuldig, als würde er dahin gehören. Ben stolperte nach vorne, sein Herz raste und stieß mit einem Knurren das Bett zur Seite. Die Macht katapultierte es einige Meter weiter und ließ es mit einem sanften Poltern auf den Boden sinken.
Ben hatte nur Augen für Rey. Ihr Gesicht ruhte auf den Schultern, ihre Augen waren geschlossen. Sie schien keine Verletzungen zu haben, zumindest keine sichtbaren und Ben atmete erleichtert auf. Seufzend nahm er sie in seine Arme und klopfte ihr leicht gegen die Wange. Blitzartig tauchte eine Szene vor nicht allzu langer Zeit auf. Exegol. Rey – tot – in seinen Armen. Ihre blasse Haut ein starker Kontrast zu der dunklen Umgebung. Seine Macht, die sie heilte. Fetzen der Erinnerung durchfluteten ihn.
Doch das Déjà-Vu war beendet, ehe Ben länger daran festhalten konnte. Sanft hob er die bewusstlose Rey in seine Arme. Er hatte jetzt keine Zeit, sie zu heilen. Er musste aus dem Stützpunkt raus, bevor er zusammenbrach. Mit einem Stöhnen kam er auf die Beine und war erleichtert, als er Reys schwachen, aber stetigen Puls spürte. Dann begann er zu sprinten, als ein gefährliches Beben durch die Basis lief. Die Konstruktion zitterte und Ben musste kurz Halt machen, sich an der Wand abstützen. Rey regte sich kein bisschen in seinen Armen und doch war das Summen ihrer Macht ein Beweis dafür, dass sie noch am Leben war. Und dann brach mit einem Mal der Boden unter seinen Füßen weg. Ben hatte keine Zeit zu reagieren, da zog ihn die Schwerkraft in die Tiefe. Rey verlor er aus den Armen, als er mit dem Schutt des Bebens runtergerissen wurde. Er schrammte über Metall, sein Kopf schlug gegen die Wände und Ben konzentrierte sich ganz darauf, Reys Hand nicht loszulassen. Die Basis brach wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Ben wurde durch die Luft gewirbelt, stieß überall an und er dachte schon, sein Fall ende nie, als er mit einem harten Knall auf den Boden aufkam. Tonnen von Schutt ihn begruben und die Luft vollends aus seinen Lungen gepresst wurde. Reys Hand immer noch fest umklammert, versuchte er mit der anderen Hand seinen und ihren Kopf zu schützen. Er war einem Erdrutsch oder einer Lawine gleich einfach mit dem Geröll des zusammenstürzenden Gebäudes mitgerutscht, als wöge er nichts. Als wäre er nur ein winziger Gegenstand, der nichts gegen die Macht des Gebäudes ausrichten konnte. Und dann lag er da.
Begraben von Holz und Metall, Balken und Türen, Staub kratzte in seinen Augen und in seiner Kehle und er hatte Schwierigkeiten zu atmen. Seinen restlichen Körper spürte er nicht mehr. Er konnte nur noch keuchen, Reys Hand umklammern und realisieren, was in den letzten Sekunden passiert war.
Er hatte wohl für kurze Zeit das Bewusstsein verloren, als laute Stimmen ihn weckten.
„Sie sind hier.“, war das erste, was er wahrnahm. Es war Poes Stimme, die er registrierte, als er sich über ihn beugte. Ben versuchte sich zu bewegen – doch bemerkte er, dass er noch immer unter dem Schutt begraben lag. Seinen Arm einen Millimeter bewegend, gab er Poe ein Zeichen. „Geh zurück“, krächzte er, als er wahrnahm, dass Poe ansetzte, eine Frage zu stellen. Poe ahnte wohl, was er vorhatte, denn mit einem starren Befehl traten die anderen zurück.
Ben atmete tief ein, unterdrückte ein böses Husten und streckte seine Sinne nach der Macht aus. Überraschte Rufe drangen an sein Ohr, als die Trümmerteile sich hoben und gegen Raum und Zeit in der Luft schwebten. Anscheinend war das Einsatz genug, denn Finn eilte heran und nahm mit Hilfe von Jannah Reys zärtlichen Körper und zog ihn unter dem Geröll hervor. Ben rappelte sich auf und Poe ergriff seinen Arm, um ihm zu helfen. Knurrend schlug er ihn weg. „Mir geht es gut.“, brummte er.
Poe zog eine Augenbraue hoch. „Verschwende deine Kraft nicht, um den Helden zu spielen. Sorg lieber dafür, dass der Schutt nicht auf uns herabfällt.“
Als Ben darauf nichts erwiderte, ließ Poe seinen Arm los. „Dann komm“, seufzte er. Immer noch wortlos folgte er Poe, Finn, Jannah und Rey. Finn hatte Rey in seine Arme genommen und während Ben zu ihnen aufholte, musste er das fiese Stechen in seinem Inneren ignorieren. Schlicht gesagt, Finn mit Rey zu sehen, gefiel ihm nicht. Ganz und gar nicht. Er beachtete Finn nicht, als er eine Hand auf Reys Arm legte. Finn warf ihm einen bösen Seitenblick zu, den Ben leider nicht ausblenden konnte. „Kannst du nicht warten, bis wir da sind? Dann kannst sie heilen.“ Schnippisch ging er einen Schritt schneller. Ben seufzte. Er hatte keine Kraft mehr für irgendwelche sinnlosen Diskussionen. Auch, wenn Finn mit Rey zu sehen, seine Eifersucht beförderte, hatte er recht. Wenn er Rey heilen wollte, brauchte er selbst Kraft. Und die hatte er momentan nicht.
Sie erreichten das Raumschiff und Ben hatte keine Zeit, nochmal zurückzublicken, als es schon abhob und in die Galaxie steuerte. Und tief in seinem Inneren wusste Ben Solo, dass das letzte Mal gewesen ist, dass er auf D´Qar war.
Review schreiben