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Life goes on...

von hezky
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
05.05.2020
28.08.2020
4
6.512
 
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Dieses Kapitel
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30.05.2020 1.881
 
Als Johanna Nachts von ihrer Arbeit kam, versuchte sie vergeblich etwas Schlaf zu finden. Sie musste die ganze Zeit an das denken, was in der Konditorei passiert war. Da sie nicht schlafen konnte, setzte sie sich Nachts auf ihrem Balkon und zündete sich eine Zigarette an und gönnte sich noch ein Kölsch. Sie starrte ins Leere und versuchte sich aus allem ein Reim zu machen, aber natürlich kam sie nicht darauf, was sich da alles abgespielt haben muss. Aber neben dem Puzzle, was sich nicht in ihrem Kopf zusammensetzte, musste sie andauernd an Saskia denken und wie es ihr wohl ging. Sie nahm ein großen Schluck aus der Flasche und hasste sich selber für ihre Zuneigung zu dieser fremden Frau. Seitdem ihr Saskia ständig durch den Kopf ging, konnte sie sich auch auf keine andere Frau einlassen. Während ihrer Arbeit als Mitbesitzerin einer Bar, hätte sie oft genug dazu die Gelegenheit gehabt. Sie kümmerte sich zwar auch um die ganze Arbeit im Hintergrund, aber sie stand auch sehr gerne hinter der Bartheke und liebte den Kontakt zu ihren Gästen. Sie wusste garnichts über Saskia und außerdem war die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch noch auf Frauen stehen würde, war mehr als gering, dass sagte ihr ihr Radar. Permanent versuchte sie sich diese Frau aus dem Kopf zu schlagen, aber es gelang ihr einfach nicht. Sie drückte ihre Zigarette aus und nahm einen letzten Schluck aus der Flasche und ging wieder rein in ihre Wohnung. Dabei fiel ihr Bick auf ihren kleinen Schreibtisch und sie bemerkte, dass ihr Kalender nicht da lag, wo er immer war, wenn sie zuhause war. Sie grübelte kurz und dann fiel es ihr auch wieder ein, sie hatte ihn in der Konditorei liegen lassen, als sie Paco mit Saskia helfen wollte. Sie hoffte natürlich, dass er noch dort war und sie erwischte sich dabei, das ihr Herz einen kleinen Sprung machte, weil sie am Morgen einen Grund hatte um wieder in der Konditorei aufzuschlagen. Im gleichen Moment fragte sie sich natürlich, ob Saskia dann überhaupt schon wieder arbeiten wurde, dass bezweifelte sie etwas, als sie daran dachte wie blass und fertig sie am Nachmittag noch aussah. Aber dann könnte sie wenigstens gleich erfahren wie es ihr geht, ohne das es aufdringlich erscheinen wurde. Mit diesem Gedanken fand sie dann doch noch etwas Schlaf.



Sie schlief länger als sie eigentlich vorhatte. Als sie auf ihr Handy schaute war es bereits nach 10.00Uhr. Nachdem sie sich fertig gemacht und sich noch schnell einen Kaffee gegönnt hatte, machte sie sich auf dem Weg zur Konditorei. Auf dem Weg dorthin, kam sie noch an einem kleinen Blumenladen verbei und kaufte ohne groß darüber nachzudenken ein kleinen Blumenstrauß für Saskia. Das war auch wieder so eine Aktion, die sie bisher für keine andere Frau gemacht hatte. In der Schillerallee angekommen, sah sie den Mann von gestern, wie er gerade in das Gebäude mit der Aufschrift Huber-Bau ging. So wie er sich gab und von seinem Erscheinungsbild her, wirkte er als wäre er der Chef des Unternehmens. Zur Bestätigung kam ihm eine aufgedonnerte Frau hinterhergerannt „Herr Huber, warten sie.“, und verschwand dann mit ins Gebäude.



Vor der Konditorei atmete sie nochmal tief durch und öffnete die Tür. Sie war enttäuscht als nicht Saskia hinter der Theke stand, sondern Antoine. Sie wollte gerade schon wieder kehrt machen, aber da fiel ihr ein, dass sie ja noch ihren Kalender brauchte. Außerdem wurde sie gerade von Antoine gesichtet und der winkte sie gleich zu sich. „Madam, sie suchen sicherlich ihren Kalender oder?“ „Ja das stimmt und ich wollte nachfragen wie es ihrer Chefin geht, aber da sie nicht da ist, gehe ich von aus, dass es ihr nicht besser geht.“ Leni kam gerade aus der Backstube und mischte sich in das Gespräch ein. „Uns wäre zwar lieber wenn sie sich noch ausruhen wurde, aber heute morgen stand sie pünktlich in der Backstube.“ Leni konnte sich ein Augenrollen nicht verkneifen. „Ach dann ist sie doch da?“, fragte Johanna euphorisch. „Nein, sie war da, aber dann haben wir sie nach Hause geschickt, da sie eh noch die Buchhaltung machen wollte.“ Wieder kehrte die Enttäuschung zurück. „Ah okay, dann bestellen sie ihr bitte gute Besserung. Kann ich dann noch bitte mein Kalender haben.“ „Leider nicht Madam, den hat die Chefin. Sie wollte sich auch nochmal bei Ihnen bedanken und hat ihn mit zu sich genommen. Sie hat gesagt, dass wenn sie vorbeikommen, sollen wir sie gleich zu ihr schicken. Sie wissen doch noch welche Wohnung es ist oder?“ Johanna wurde heiß und kalt, sie wurde Saskia heute also doch noch sehen. Sie nickte Antoine zu. „Sie können gerne gleich hier hinten durchgehen.“ Das ließ sie sich nicht zweimal sagen und schneller als sie schauen konnte, stand sie schon hinter der Theke. Leni hielt sie plötzlich noch am Arm fest. „Vielen Dank, dass sie meiner Tante gestern geholfen haben.“ Johanna lächelte Leni an. „Das ist doch selbstverständlich.“

Johanna ging durch den kleinen Hof und schaute automatisch in die Wohnung von Saskia. Da der Vorhang aufgezogen war und das Fenster leicht offen stand, konnte sie sehen, wie sie am Tisch saß und über irgendwas brütete. Zum Glück mangelte es Johanna nicht an Selbstbewusstsein, ansonsten hätte sie spätestens jetzt einen Rückzieher gemacht. Sie ging um die Ecke und stand vor der Wohnungstür. Als sie gestern hier war, hatte sie keinen Blick auf das Namensschild geworfen. Jetzt sah sie erst was dort stand – Saskia Huber – In ihrem Kopf fing es an zu arbeiten, diesen Namen hatte sie doch heute schon mal irgendwo gelesen. Da fiel es ihr wieder ein, der Mann von gestern und den sie vorhin wiedergesehen hatte, hieß Huber. Johanna kam plötzlich ein Verdacht. Konnte es wirklich sein, dass dieser Anzugsheini der Mann oder Ex-Mann von Saskia war? In irgendeinem Zusammenhang stand er zu Saskia und sie nahm sich vor das rauszubekommen.

Jetzt atmete sie noch einmal tief ein und dann drückte sie die Klingel. Sie hörte wie auf der anderen Seite der Tür ein Stühl verrückt wurde und wie Schritte immer näher kamen. Sie schaute nochmal an sich herunter als die Tür aufging. Johanna schaute auf und lächelte Saskia an. „Hi.“, mehr brachte sie nicht heraus. Saskia reichte ihr die Hand. „Hi sie müssen die nette Dame sein, die meinem Bruder gestern zur Hilfe gekommen ist. Kommen sie doch bitte rein.“ Saskia trat zur Seite und ließ Johanna in ihre Wohnung. Während sie die Wohnung betrat, ging Saskia zum Kühlschrank. „Wollen sie ein Wasser haben oder vielleicht ein Kaffee?“ „Also gegen einen Kaffee hätte ich nichts einzuwenden.“ Johanne hing ihre schlaflose Nacht noch in den Knochen und sie wäre extrem dankbar für einen Kaffee. „Ich habe vorhin einen frischen aufgesetzt, brauchen sie Milch oder Zucker?“ Johanna stand noch ein wenig verloren im Zimmer rum. „Schwarz reicht mir vollkommen.“ Saskia nahm eine Tasse und goss den Kaffee ein. „Setzen sie sich doch bitte. Entschuldigen sie das Chaos auf dem Tisch, aber ich hocke gerade über der Buchhaltung.“ Ehe sie sich setzte, fiel ihr wieder ein das sie ja noch Blumen für Saskia hatte. Saskia war überrascht als Johanna ihr den Strauß entgegenhielt. „Womit habe ich das verdient?“, fragte sie total verdutzt. „Blumen helfen beim Gesundwerden und gestern ging es ihnen wirklich nicht gut. Ich möchte doch das es der Chefin meiner Liebligskonditorei wieder besser geht.“ Johanna war selber etwas verwundert, dass sie plötzlich im Flirtmodus war. Saskia nahm die Blumen an sich und roch dran. „Vielen lieben Dank, dass ist wirklich süß von Ihnen. Übrigens ich bin Saskia.“ Sie reichte Johanna nochmal die Hand. „Sehr gerne, ich bin Johanna.“ Saskia löste ihre Hand aus Johannas und ging wieder hinter die Küche und holte eine Vase raus. „Ich sollte ihnen Blumen schenken als Danke schön.“, lächelte Saskia sie an. Sie stellte die Blumen auf den Tisch und lief zum Couchtisch um etwas zu holen, in der Zwischenzeit hatte es sich Johanna am Esstisch bequem gemacht. Saskia kam zum Tisch zurück und hielt Johanna ihren Kalender entgegen, auf dem noch zusätzlich ein Umschlag lag. „Das ist für sie, ihren Kalender haben sie sicherlich schon vermisst.“ Johanna öffnete den Umschlag und schaute Saskia überrascht an. „Das is wirklich nicht nötig.“ Sie holte eine Karte raus, auf der Danke stand und einem Gutschein für soviel Kaffee wie sie trinken kann. „Ich möchte das sie, ich meine Du ihn annimmst. Antoine mein Angestellter hat mir gesagt das du regelmäßig bei uns zu Besuch bist um ein Kaffee zu trinken und ich dachte mir das du dich darüber freuen würdest.“ Sie reichte Johanna die Tasse mit heißen Kaffee und setzte sich neben sie. „Vielen lieben Dank, aber wie gesagt das wäre nicht nötig gewesen. Wie geht es dir eigentlich?“ Saskia nahm auch einen Schluck von ihrem Kaffee. „Schon besser. Es ist mir wirklich unangenehm das mir das passiert ist.“ „Das muss es nicht sein. Darf ich fragen was los war?“ Saskia wich Johannas Blick aus und starrte ins Leere. „Ach das ist eine längere Geschichte.“ Johanna spürte das sie nicht drüber redem wollte und es lag ihr fern sie zu drängen, immerhin waren sie zwei Fremde , auch wenn sie gerade an einem Tisch saßen und Kaffee tranken. Johanna spürte das es Saskia unangenehm war und versuchte schnell das Thema zu wechseln. Sie zeigte auf diverse Ausdrucke die auf dem Tisch lagen. „Hast du vor, die Konditorei umzugestalten?“ Saskia nahm die Zettel hoch und nickte. „Ja, irgendwie braucht der Laden eine neue Aufmachung, ich hatte es schon eine ganze Zeit geplant, aber dann bin ich nicht dazu gekommen und jetzt möchte ich es in Angriff nehmen. Ich bin mir aber noch nicht ganz sicher wie es werden soll.“ Johanna war so frei und nahm ihr die Blätter aus der Hand. „Ich finde die Preise ziemlich überzogen. Ich kenn mich da ein wenig aus. Du musst wissen, dass ich Mitinhaberin einer Bar bin und ich wegen einer guten Einrichtung auch ewig unterwegs war.“ Saskia horchte auf. „Wenn du magst kann ich dir ein paar Läden zeigen in denen du für weniger Geld, schönere Möbel bekommst.“ Saskia lächelte, dann klingelte ihr Handy, noch bevor sie antworten konnte. „Hi Leni, was gibt es?“....Saskia hörte ihrer Nichte zu, dann sagte sie nur das sie gleich in der Konditorei sei und legte auf. „Ich muss zurück in die Konditorei, eine Kundin möchte jetzt mit mir wegen ihrer Hochzeitstorte reden.“ Johanna trank den letzten Schluck Kaffee aus ihrer Tasse und stand auf. „Kein Problem, ich muss dann auch mal langsam arbeiten gehen.“ Saskia schlüpfte fix in ihre Schuhe. Johanna erwischte sich dabei wie sie sie dabei beobachtete. Sie fragte sich wie Saskia es den halben Tag in diesen hohen Schuhen aushalten konnte, sie sah zwar oft das sie auch Sneaker in der Konditorei trug, aber oft genug trug sie auch ihre Absatzschuh. Aber sie trug sie so souverän zu ihrem leichten Rockabella Outfits und Johanna liebte es. Saskia griff sich ihren Schlüssel und öffnete die Tür. „Sorry das ich unser Gespräch so schnell beenden muss. Aber dein Angebot mit den Möbelläden würde ich gerne annehmen. Du weißt ja wo ich arbeite, am besten kommst du die Tage vorbei und wir machen ein Date aus.“ Sie dankte Johanna nochmal für ihre gestrige Hilfe und verabschiedete sich von ihr. Ein Date klingt gut, dachte Johanna und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht....
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