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No Angels in Detroit

von Shikuro
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16
Gavin Reed Hank Anderson OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor Tina Chen
04.05.2020
28.06.2020
14
52.284
3
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Dieses Kapitel
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04.05.2020 3.162
 
Heyaaa, die letzte Zeit bin ich wieder voll im DBH Fieber. Nicht nur mit dem wunderbaren Film über Gavin und Nines (omg war der megahammer) sondern auch mit dem normalen Spiel, was ich erneut durchgespielt habe. Ich liebe Reed900 über alles, aber ich wollte trotzdem mal meine eigene Version von Gavin irgendwie einbringen. Naja genug gequatscht. Ich weiß noch nicht wie lang diese FF sein wird, aber ich versuch die nächsten Tage ein wenig weiter zu schreiben und dann sehen wir mal. Es ist auch die erste FF die ich aus zwei Perspektiven schreiben werde.
Achja und eine letzte Sache. Ich weiß, irgendwo muss auch das Plot außerhalb der Romanze her und ich muss mir irgendwie einen Polizei-Fall ausdenken. Allerdings bin ich kein Krimi-Autor also bitte seht es mir nach, wenn ich davon nicht so viel Ahnung hab oder wenn einiges wenig Sinn macht.

In diesem Sinne. Viel Spaß!


"Morgen, Hank. Connor.", sagte ich mit einem schnellen Lächeln als ich in den Raum reinkam.
Connor sah kurz hoch und lächelte mich an. "Guten Morgen, Agent Smith."
"Morgen, Kleine.", murmelte Hank ohne von seinem Computerbildschirm aufzuschauen. Er nahm einen Schluck Kaffee und kratze sich am Kinn. "Connor, komm mal her und schau dir das an. Was hältst du von diesem Typen hier?"
Connor stand von seinem Platz gegenüber liegend von Hanks auf und stellte sich hinter seinen Partner. "Interessant. Hatte er ein Alibi für die Tatzeit?"

"Ich seh schon, ihr seid beschäftigt.", murmelte ich und gähnte. Ich ging an ihrem Schreibtisch vorbei in die Küche. Es war erst meine dritte Woche. Ab jetzt sollte ich mich endlich  im Außendienst beweisen. Auch wenn ich schon beim FBI gearbeitet hatte, wirklich draußen unterwegs war ich nie viel gewesen, obwohl das immer mein Traum gewesen war. Nach etlichen Formularen und Papierkram konnte ich mich wieder meinen Ermittlungen hingeben. Es war ein tolles Gefühl, wäre da nicht...

"Morgen, Frischling." Eine bekannte Stimme erklang als ich in die Küche trat. Mein vorzeitiger Partner stand mit einem Kaffeebecher in der Hand und begutachtet mich von oben bis unten.
Ich starrte stur nach vorne und ging zur Kaffeemaschine. "Gavin."
"Was denn? Mit dem falschen Fuß aufgestanden oder was soll die miese Fresse?" Gavin grinste und nahm einen Schluck Kaffee.
"Meine Fresse hat eher mit deiner Anwesenheit zutun. Und jetzt nerv mich bitte nicht vorm Kaffee.", sagte ich genervt zurück. Ich hatte die Nacht sowieso nicht viel geschlafen.
Ich öffnete den Schrank und kramte die Kaffeedose heraus, nur um dann festzustellen, dass diese verdammt nochmal leer war.

"Nächstes mal kommst du ein bisschen früher, vielleicht lass ich dir dann was übrig, Frischling." Gavin lachte laut und ging schlurfend mit dem Kaffee aus der Küche.
Ich biss mir auf die Lippe um nicht auszurasten. Mein Gott. Dafür war es definitiv zu früh. Und jetzt hatte ich auch noch keinen Kaffee. Ich lehnte mich an die Kücheninsel und vergrub mein Gesicht in den Händen. Gavin ging mir jetzt schon richtig auf den Geist. Ich hatte auch schon mit Captain Fowler geredet, doch er meinte, dass alle anderen Detectives schon abgelehnt hatten mit Gavin zu arbeiten und er mich doch sehr darum bat, da ich seine letzte Chance war.
Und vor meinen Vorgesetzten machte es auch keinen guten Eindruck wenn ich schon nach 3 Wochen zurück zum FBI ging. Vor allem nicht vor Perkins, dem Arschloch. Dann fand ich mich lieber mit Gavin zurecht, als Perkins einzugestehen, dass ich aufgeben musste.

"Alles klar, Agent Smith?" Eine freundliche Stimme erklang. Connor kam rein und hob die Augenbraue. "Ich habe Detective Reed lachend rausgehen sehen und weiß aus eigener Erfahrung, dass er manchmal nicht einfach sein kann."
Ich lächelte ihn an. "Ja, alles gut, Connor. Er hat nur den letzten Kaffee weggeschnappt. Ich werd' eben was holen gehen. Draußen ist ja gleich der Supermarkt."
Grade wollte ich an Connor vorbei gehen, doch dann sagte er: "Warten Sie, wenn ich mich nicht irre hat Hank hier irgendwo noch einen kleinen Geheim-Vorrat, wie er es immer nennt. Genau aufgrund von Leuten wie Gavin versteckt er dies. Ich denke, er wird nichts dagegen haben, wenn ich Ihnen einen davon abgebe."
Mein Gesicht funkelte. "Wirklich? Das wäre toll. Und du brauchst mich echt nicht zu Siezen, Connor. Nenn mich Liz." Ich stubste ihm mit der Faust an der Schulter an.
Er beobachtete die Geste und lächelte dann. "Alles klar, Liz. Ich werde eben den Kaffee holen."

Nach einigen Minuten hatte ich dann auch endlich meinen frisch gebrühten und wohlverdienten Kaffee. Ich unterhielt mich mit Connor als ich aus der Küche kam und winkte ihm zu kurz bevor ich mich auf den Weg zu meinem Schreibtisch machte.
Ich konnte jetzt schon Gavins Blick auf mir spüren, als ich mich auf den Stuhl vor meinem Schreibtisch setzte.


Gavin

Ich beobachtete wie die Kleine mit Connor aus der Küche kam. Scheiß Androids. Scheiß Menschen. Alles scheiße. Ich hatte genau so wenig Lust mit jemanden zu arbeiten, wie bald einen von diesen Androids als Unterstützung zu bekommen. Konnte mich Fowler nicht einfach mal in Ruhe lassen?
Die kleine Agentin ging zu ihrem Schreibtisch ohne mich eines Blickes zu würdigen. Sie hatte Kaffee in der Hand. Wahrscheinlich von Hanks Schoßhund bekommen.

"Jetzt haste ja doch Mitleids-Kaffee von Hank's Blechbüchse bekommen. Gratuliere."
Sie nahm einen Schluck. Ich konnte sehen, wie sie mit den Augen rollte und kurz mit sich debattierte, ob sie antworten sollte oder nicht.
Sie hatte gegenüber von mir ihren eigenen Schreibtisch bekommen und startete den Computer. Auch wenn ich ihr gegenüber saß, starrte sie nur auf ihren PC-Bildschirm. Schlecht sah sie ja nicht aus. Ihre schulterlangen braunen Locken waren ja ganz nett anzusehen. Sie hatte blaue Augen und eine Angewohnheit auf ihren Lippen rumzukauen, wenn sie etwas wichtiges in ihren E-Mails las. Aber trotzdem. Alleine zu arbeiten war einfach viel angenehmer.

Ich würde sie schon kleinkriegen. Dann würde sie zu Fowler gehen und zurück zu ihren FBI Idioten gehen und ich konnte endlich wieder alleine arbeiten.
Als sie immer noch nicht antwortete, zuckte ich mit den Schultern und konzentrierte mich auf meinen Papierkram. Wie ich diesen Scheiß an dem Job hasste. Warum konnte man nicht einfach jemanden extra dafür einstellen?

Grade als ich die zweite Seite anfangen wollte zu lesen, ertönte eine mir zu bekannte Stimme.
"Reed, Smith. In mein Büro, jetzt!"
Ich hob meinen Kopf und sah wie Fowler außerhalb seines Glaskasten an der Treppe stand. Er sah noch weniger begeistert aus als sonst. Na super.
Genervt stand ich auf und wartete, dass die Kleine auch aufstand. Sie sah etwas unsicher aus. Natürlich. War wahrscheinliche ihre erste Moralpredigt von Fowler. Konnte lustig werden.

Ich schlenderte am Tisch von Hank und seiner Blechbüchse vorbei. Hank schaute mich grinsend an. "Schau nicht so wohlwollend, alter Mann.", gab ich zurück und funkelte dann Connor an. "Und du konzentrier dich auf deine Arbeit, Blechbüchse."
Hank konnte sich trotzdem ein Grinsen nicht verkneifen und Connor beobachtete einfach nur wie ich hinter der Agentin her schlurfte. Klar, nach der Revolution hatte sich einiges verändert. Connor war nun zu Hanks festen Partner degradiert worden, wie ich gerne sagte. Die scheiß Androiden waren ja jetzt menschlich. Pfh.


Lizzy

Ich hatte echt ein wenig die Hosen voll. Warum sah Fowler so wütend aus? Ich hatte nichts falsch gemacht. Wenn, dann war es sowie Gavins Schuld. Was anderes konnte mir niemand sagen.
Im Büro angekommen, schloss ich die Tür hinter Gavin und stellte mich dann neben ihn. Seine Brust war ausgestreckt und sein Mund zu einer graden Linie gezogen. Ich denke, er wollte zeigen, dass er sich nicht einfach einschüchtern lies. Selbst vom Captain nicht.

"Was gibt's Captain?", fragte Gavin und verschränkte die Arme vor der Brust.
Fowler knetete sich seinen Nasenrücken. Seine Stirn war in Falten gelegt. "Das ist schon der 4. Anruf heute den ich vom FBI bekomme." Er sah hoch und mich gradewegs an. "Ich weiß, du arbeitest für sie, also entschuldige meine Ausdrucksweise jetzt. Aber diese Arschlöcher gehen mir gewaltig auf den Geist."

Gavin zog eine Augenbraue hoch und ich musste unwillkürlich grinsen. Naja, wo er Recht hatte, hatte er recht.
"Also hört zu. Im Moment werden die Zuständigkeiten verändert. Android-Verbrechen werden immer mehr. Das FBI schafft es Zahlenmäßig nicht dahinter zu steigen. Mir werden hier Fälle aufgebrummt, von denen sich einer schlimmer anhört als der andere. Aber verdammt nochmal, seit Markus müssen wir uns um so etwas kümmern. Androids sind nun mal ein Teil der Society. Sie haben Recht. Und überfallen und dann auseinander genommen zu werden, ist illegal." Fowler sah erst mich und dann Gavin für lange zeit an. "Ich weiß, nicht jeder findet das super, aber wir müssen uns an die Vorgaben halten. Und Connor und Hank schaffen das nicht alles alleine."
Gavins Augen weiteten sich. Ich musste unwillkürlich etwas schmunzeln.

Fowler kramte eine Akte aus der Schublade neben ihn und warf sie auf den Tisch. "Agent Smith, Detective Reed. Euer erster Android-Mord. Viel Spaß damit."
Fowler und ich warteten beide gespannt auf eine Reaktion von Gavin. Der schien einen Moment zu überlegen. Dann fuhr er sich durch seine braunen Haare und und biss die Zähne aufeinander. Grummelig ergriff er die Akte und murmelte: "Scheiß Androids."
Auf der Stelle drehte er sich um und war aus dem Büro verschwunden. Ich nickte Fowler zu und wollte ihm grade hinterher gehen, doch dann meldete sich Fowler nochmal.

"Agent Smith. Auf ein Wort noch kurz bitte."
Ich blieb angewurzelt stehen und drehte mich angespannt um. Als ich aber Fowler Blick sah, entspannte ich mich ein wenig. "Ich weiß, es ist hart mit Gavin zu arbeiten. Er ist, wie viele hier sagen, ein unausstehbares Arschloch. Aber ich bin ehrlich zu Ihnen. Ich war es damals, der ihn überredet hat hier zu arbeiten und hab es bis auf ein oder zweimal auch nicht bereut. Er ist ein sehr guter Cop und mag zwar etwas eigen sein, aber ich denke, er kann auch anders. Und außerdem machen Sie sich extrem gut als sein Partner."

"Bei allem Respekt, Captain, ich war noch gar nicht mit ihm draußen. Bis jetzt nur am Schreibtisch."
"Und das ist mehr als die meisten anderen hier geschafft haben." Fowler lächelte mich hoffnungsvoll an. "Ich wünsche Ihnen trotz allem viel Erfolg bei dem Fall und einen schönen ersten Außendienst. Lassen Sie sich von einem alten Hasen wie Gavin alles zeigen."
Ich nickte. Fowler war echt nett. Und er gab mir etwas Hoffnung, dass es doch nicht so schlimm mit Gavin werden würde.
Ich verließ gedankenverloren das Büro.

Als ich mich grade auf den Weg zu meinem Schreibtisch machen wollte, spürte ich einen Windzug an mir vorbei huschen und dann wurde meine Jacke auf meinen Kopf geworfen. "Wir müssen los. Zieh dir deine Sachen an. Es ist kalt draußen." Das stimmte. Es war Ende November draußen.
Ich zog meine Jacke von meinem Kopf und starrte Gavin an. Dieser verschränkte die Arme und tippe ungeduldig mit den Fuß auf den Boden. "Wirds heut noch was? Wir müssen zum Tatort."
Ich spürte wie meine Wangen rot wurden und zog schnell meine Jacke an. Mein erster offizieller Tatort! Serotonin flutete mich und ich konnte nicht anders als zu Grinsen.

Gavin musterte mich einen Moment und ich glaubte seinen Mundwinkel etwas nach oben zucken zu sehen.
Ich folgte Gavin raus in Richtung Auto. Es war sein privat Auto. Ein älteres Modell. Ich glaube, es war ein alter Mercedes aus dem Jahr 2012.
"Steig ein und mach nichts dreckig. Wir müssen in die Fifth Avenue, 139K. Ein Mensch soll von einem Androiden angegriffen worden sein."
"Ich dachte wir machen nur Androiden-Morde und Connor und Hank übernehmen menschliche Todesopfer?"
Gavin schnaubte. "Hab mit dem Alten und seiner Blechbüchse einen Fall getauscht. Werd Fowler später davon in Kenntnis setzen. Sei froh, dass wir überhaupt rauskommen."
Mir war es egal, was genau da passierte, hauptsache irgendwas passierte. Ich konnte es kaum erwarten.


Gavin

Die Kleine schien wirklich aufgeregt zu sein. Ich hatte grade gemerkt, wie ihre Wangen sich erröteten und ihre Augen zu funkeln begannen. Ich denke, ich hatte mal überhört wie sie zu Hank gesagt hatte, dass sie noch nie an einem frischen Tatort gewesen war. Kommt davon, wenn man nur Büro-Arbeit machte.

Ich beobachtete sie aus meinen Augenwinkel. Sie starrte gespannt auf die Straße, ihre Finger krallten sich in ihren schwarzen Jeansstoff. Und ich meinte, zu erkennen, dass sie Zitterte. Vielleicht war es aus Aufregung oder aus Kälte? Wer wusste schon ob diese komischen Frauen-Jacken überhaupt warm hielten? Ich beugte mich nach vorne um erst mit dem Radio zu spielen und dann unauffällig die Heizung aufzudrehen. Doch sie schien es gar nicht zu merken. Sie war zu fokussiert auf die Straße vor uns.
"Was ist genau passiert?", fragte sie auf einmal und drehte ihren Kopf zu mir. Ich sah wieder nach vorne und lies die Akte von grade revue passieren.

"Gestern nach gegen 01:22 ging ein Anruf bei uns ein. Jemand aus dem Nachbarhaus hörte dumpfe Schreie und Gestöhne. Erst dachte der Nachbar wohl, dass sich seine Nachbarn vergnügen würden, allerdings rief er dann doch die Polizei, als er mehrmals Sachen hörte die zerstört oder umgeschmissen wurden. Stellt sich heraus, dass das Opfer von jemandem umgebracht worden ist. Der Nachbar ist sich sicher, jemanden aus dem Haus laufen sehen. Jemandem der auf die Beschreibung eines AK300 Modell passt."
"Alles klar.", sagte sie nur und schaute wieder nach vorne. Sie biss sich auf die Lippe. Wahrscheinlich dachte sie nach.

Ich hatte schon so viele Tatorte in meinem Leben gesehen, für mich war es nichts mehr aufregendes. Zu sehen, wie jeden Tag Menschen andere Menschen töteten war nichts aufregendes mehr. Aber jetzt kamen auch noch Androids dazu. Das war selbst für mich Neuland.
Den Rest der Fahrt schweigen wir und hörten dem Radio zu. Es wurde von Markus und seiner neuen Organisation Jericho berichtet.


Lizzy

Ich war total aufgeregt. Ich konnte es kaum erwarten, wirklich bei einem richtigen Fall zu ermitteln. Als wir ankamen, stieß ich die Tür auf und wartete nicht einmal mehr auf Gavin.
Wir befanden uns in einem leider ziemlich heruntergekommenden Viertel von Detroit. Das Haus hatte auch schon bessere Tage gesehen.
Vor Ort hatten sich schon eine Menschentraube angesammelt. Sogar einige Androiden standen ebenfalls dort.
"Jetzt warte mal, Kleine.", hörte ich Gavin sagen als er mich eingeholt hatte.
Ich blieb trotzig stehen. "Was, Gavin?"

"Willst du einfach wie ein blinder Hund darein maschieren? Schon mal drüber nachgedacht, was dich da erwartet? Der Autopsy-Bericht liegt noch nicht vor - das heißt, es wird noch niemand aufgeräumt haben."
Ich sah ihn verwirrt an. Glaubte er, ich sei dumm? "Danke für deine Anteilnahme an meiner psychischen Gesundheit, Detective Reed, aber ich kann auch selbst nachdenken und jetzt lass mich durch."
Ich ging um ihn herum und verdrehte die Augen. Als würde ich eine Leiche nicht handeln können.
Auf der Veranda begrüßte uns Officer Chris und erteilte uns ein Briefing. "Aber Leute, seid vorsichtig. Es ist echt nicht freundlich, was da drin passiert ist." Chris sah erst mich und dann Gavin bedeutsam an.
Mich packte die Ungeduld. Ich wollte jetzt da rein.

Noch bevor Gavin irgendwas sagen konnte, schlüpfte ich an ihn und Chris vorbei ins Haus. Mir schlug ein ekliger Blut-Geruch entgegen. Es war zwar nur einige Stunden alt, aber man konnte es trotzdem riechen.
Die Wohnung war verwüstet und es befanden sich überall Polizisten und Leute der Spurensicherung im Haus.
Ich ging um sie herum in die Richtung wo sich am meisten Polizisten befanden. Es war das Schlafzimmer. Wohnzimmer und Küche waren verwüstet und es lagen überall Splitter auf dem Boden.
Als die Polizisten mich und Gavin sahen, machten diese Platz. Zum Vorschein kam ein noch schlimmer zugerichtetes Schlafzimmer, als die Zimmer davor.

Das Bett war unordentlich, die Lampen waren auf dem Boden zerplatzt und inmitten der Scherben lag ein Mann. Ich konnte erst nichts wirklich erkennen, da er in einer schwierigen Position lag und musste näher treten. Der Geruch wurde stärker und mir wurde flau im Magen. Doch meine Neugier wurde stärker.
Als ich einen besseren Blick auf die Leiche erhaschen konnte, riss ich meine Augen auf. Die Arme lagen in einem unnatürlichen Winkel und seine Beine waren ausgestreckt. Ich suchte nach Verletzungen im Torso, konnte aber nichts finden. Erst jetzt bemerkte ich etwas verstörendes. Die Leiche hatte keinen Kopf mehr.

Es wurde deutlicher, je näher ich trat. Man konnte einige Haarbüschel neben den Schultern erkennen. Eine riesige Pfütze an Blut kam aus dem Hals raus. Noch verstörender wurde es, als ich merkte, dass dieser dunkle Haufen der Kopf des Mannes war. Er war pure Matsche. Man konnte noch ein Auge erkennen, was  nahe der rechten Schulter lag.

Der Kopf war komplett zertrümmert. Einzig und allein ein matschiger, blutiger Haufen war noch zu sehen.
Gemischt mit dem Geruch, drehte sich mein Magen nun vollkommen um.
Ich drehte mich um, stieß ausversehen gegen Gavin und rannte aus dem Zimmer in den Hintergarten raus, wo ich mir die Seele aus dem Leib kotzte.
Ich dachte an das einzige Auge, was noch in Takt war und Zentimeter von dem Platz lag, wo es eigentlich im Kopf sein sollte.

Dann dachte ich an mein Frühstück. Brot mit Marmelade. Rot.
Ich übergab mich weiter und versuchte meine Haare aus dem Gesicht zu halten und meine Kleidung nicht zu treffen.
Nach ein paar Minuten hatte ich mich wieder gefangen. Wie konnte jemand so etwas furchtbares tun?
"Ich hab dich gewarnt, Kleine.", ertönte eine ruhige, aber belustigte Stimme. "Sowas ist kein Zuckerschlecken. Wortwörtlich."
Gavin stand mit verschränkten Armen und zusammen gezogenen Augenbrauen hinter mir. Er lehnte an der Tür, die zum Garten rausführte.
"Nicht jetzt, Gavin.", murmelte ich und stand aus meiner Hocke auf. Ich strich mir über den Mund. Gott, war mir hundeelend.

"Nächstes mal, hörst du erst auf mich bevor du wie ein bescheuerter Köter reinrennst. Und jetzt wisch dir den Sabber vom Mund." Als ich aufstand merkte ich, wie Gavin mir ein Taschentuch hinhielt. Ich nahm es schweigend an und machte meinen Mund sauber.
Ich band mir meine Haare in einen lockeren Dutt und nickte. Auch wenn ich es nicht zugebeben wollte, er hatte recht gehabt.
Ich ging wieder ins Haus rein. Gavin folgte mir und tippte mir auf die Schulter bevor ich wieder in den Raum gehen konnte. "Hier, sonst stinkst du."
Er hielt mit ein Pfefferminz-Bonbon hin und schaute mir noch nicht mal in die Augen. "Danke.", sagte ich.
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