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Sommernächte auf Palawan

von JaliceTo
GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12 / MaleSlash
Berlin / Andrés Der Professor / Sergio Marquina Palermo / Martín Raquel Murillo
04.05.2020
05.07.2020
10
12.667
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04.05.2020 1.158
 
Andrés de Fonollosa hatte keinerlei Zweifel daran, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Er würde seine letzte Behandlung antreten, dafür in eine Spezialklinik im Ausland aufsuchen und seine kleine Tochter für unbestimmte Zeit bei seinem geliebten kleinen Bruder Sergio zu lassen. Er würde das kleine Mädchen ja schlecht mit nehmen können und er vertraute seinem Bruder mit seinem Leben. Vor allem nachdem der Überfall auf die spanische Banknotendruckerei so erfolgreich verlaufen st und es alle - dank einer genauen Einhaltung des Plans und keinen unüberlegten Alleingängen von bestimmten Mitgliedern des Teams, lebend raus geschafft haben.

Was hatte er noch einst zu Moskau gesagt? Wenn wir da zusammen reingehen - dann kommen wir auch zusammen wieder da raus. Und Andrés hatte sein Versprechen gehalten und seine anfänglichen Meinungsverschiedenheiten mit Moskau zur Seite gelegt. Denn auch Moskau war - wie die meisten anderen Mitglieder aus dem Team irgendwo an einem Ort dieser Welt - aus Sicherheitsgründen. Ob er sich seinen Traum wohl erfüllt hatte?

"Wenn du weiterhin Löcher in die Luft starren willst Andrés - nur zu. Dann verpassen wir den Flug und die letzte Behandlung wird sich immer weiter hinaus ziehen", sprach Martín vom Fahrersitz aus und tippte etwas ungeduldig auf das Lenkrad.
"Es ist amüsant wie sehr du dich um unseren Flug sorgst und weniger darum, dass unsere Tochter es gerade geschafft hat, die Kindersicherung ihres Sitzes zu entsperren", erwiderte Andrés und nickte einmal nach hinten zur Rückbank, wo das Kleinkind begeistert das Ergebnis ihrer langen und anstrengenden Versuche betrachtete, diese blöden Gurte auf zu bekommen. Und nach einigen Sekunden wollte das Mädchen einen Versuch unternehmen, aus dem Sitz zu klettern und aufzustehen.

Zum Glück stand der Wagen am Straßenrand und der Motor war ausgeschaltet. Dennoch ein Grund für Martín etwas panisch zur Rückbank zu schauen.
"Das habe ich genau gesehen -Siéntate Hestia", Martín forderte das Mädchen auf, sich wieder in ihren Sitz zu setzen und hob einen Fingern mahnend in die Höhe.
"Hestia offen gemacht - da", erklärte das Kleinkind stolz und deutete auf die Sicherheitsgurte die offen waren.
"Vielleicht erwartet sie einen Keks?", schlug Andrés amüsiert vor und schnallte sich anschließend auch ab. Er konnte es dem Mädchen kaum verübeln, dass sie die Langeweile plagte, denn eigentlich hätte er mit ihr vor zehn Minuten bereits zum Vorplatz vom Haus seines Bruders gehen sollen - um Hestia offiziell in die Obhut seines kleinen Bruders zu übergeben. Die Selbstzweifel, ob er das richtige tat hatten Andrés jedoch davon abgehalten. Und mit der Flugzeug Sache hatte Martín auch Recht - wenn er noch mehr Zeit rauszögern würde um sich nicht von seinem kleinen Mädchen zu trennen - würden sie den Flug verpassen.

Einige Momente später stand das Paar mit Hestia auf dem Vorplatz und Martín bemerkte den besorgten Gesichtsausdruck Andrés.
"Sie wird es gut haben. Es ist ja nicht so, dass Raquel keine Erfahrung mit Kleinkinder hat oder?"
"Es ist nicht Raquel um die ich mir Sorgen machen - es ist mein Bruder. Bei unserem letzen Telefonat hat er erwähnt....das die Dinge seit der Ankunft von Raquels Tochter und ihrer Mutter auf Palawan nicht so laufen, wie er es sich vorgestellt hat. Diese Überraschung wird ihn etwas schocken", erklärte Andrés seine Bedenken.
"Moment - willst du mir damit sagen, dass Raquel Bescheid weis, dein kleiner Bruder aber nicht?", forschte Martín amüsiert nach.
"Sie wollte es ihm gegenüber erwähnen. Ah da vorne kommen die beiden ja", erwiderte Andrés und hob seine freie Hand, mit der er Hestia nicht auf dem Arm festhielt zum Gruß.

Es gab eine kurze Begrüßung zwischen den Pärchen und Hestia ließ sich bereitwillig von Raquel auf den Arm nehmen , während Sergio von Martín eine kleine Tasche mit Hestias persönlichen Gegenständen in die Hand gedrückt bekam.
"Es ist schön dich wieder zu sehen Raquel", sagte Andrés und die letzte Begegnung lag einige Monate zurück - da hatte die ehemalige Inspectora ihre Familie noch nicht nach Palawan geholt. Trotzdem hätte eine blinde Person erkennen können - wie sehr die beiden sich zueinander hingezogen fühlen und kaum die Augen vom anderen lassen konnte. Es war schon interessant das sein kleiner Bruder ihm damals vorgehalten hat, er würde den Plan riskieren, weil er Tatjana alles erzählt hatte und eine Frau den Plan gefährden konnte - wo es am Ende doch Sergio gewesen ist, der sich in die leitende Ispectora verliebt hatte. Und diese Liebe war trotz ihrer Höhen und Tiefen so stark gewesen, dass Raquel ihn hatte in Palawan ausfindig machen können.

"Du siehst gut aus Berlin. Wann geht euer Flug?", erwiderte Raquel und bei dem Wort Flug, warf Martín ihm einen ungeduldigen Blick zu.
"Danke. Ich bin froh dass ihr Hestia aufnehmt während unserer Abwesenheit. Wie auch bei den vorherigen Behandlungen gegen meine Krankheit, hat mein geliebter Martín seine ´Drohung´ eingehalten an meiner Seite zu sein - wir müssen zeitnah aufbrechen um rechtzeitig am Flughafen zu sein. Wenn es irgendwelche Probleme geben sollte.....", Andrés wollte das Angebot aufbringen, dass er jederzeit erreichbar sein würde - aber Palermo unterbrach ihn mit einem kurzen, ungeduldigen Satz.

"Bring mich nicht auf die Idee, mein Versprechen zu bereuen - wenn ihr uns nun entschuldigt, es gibt einen Flug den wir bekommen müssen", sagte Palermo und verabschiedete sich von Raquel und Sergio, während er Hestia einmal über das blonde Haar strich und dann zum Wagen ging.
" Hasta la proxima" - mit diesen Worten verabschiedete Andrés sich von seinem Bruder und dessen Freundin. Seiner Tochter hauchte er einen Kuss aufs Haar und stieg einige Sekunden später zu seinem Partner ins Auto.


Hestia winkte ihren Vätern zum Abschied zu. Noch schien sie nicht ganz zu verstehen, dass es nicht einfach ein paar Stunden sein würden, die sie bei ihrem Onkel und dessen Familie verbringen würde - doch diese Erkenntnis würde noch kommen. Die drei warteten noch, bis das Auto fort gefahren waren und gingen dann mit dem kleinen Mädchen ins Haus hinein.


"Ich bin froh, dass er die Behandlung machen lässt. Weist du noch wie stur er am Anfang war und Palermo ihn überzeugen musste, dass es das beste für ihn ist?" - Raquel erinnerte sich daran, dass Berlin es vorerst als schlechten Scherz abgestempelt hatte, das es eine wirksame Behandlungsmethode gegen seine Krankheit gab. Und es war ein Kampf für seine Freunde und die Familie gewesen, ihn davon zu überzeugen dem ganzen eine Chance zu geben. Doch die Ergebnisse konnten sich sehen lassen, denn ihm ging es deutlich besser und seine Lebensfreude war - soweit das unter dem Einfluss von Hestia und Martín überhaupt möglich sein konnte - noch ein kleines bisschen mehr geworden.

"Daran erinnere ich mich noch zu gut. Aber ich bin auch froh, dass mein Bruder nun seine letze Behandlung antritt Raquel", erwiderte der Professor und warf einen leicht skeptischen Seitenblick zu seiner Nichte, die auf dem Arm seiner Freundin das große Anwesen, was der Professor sein Eigentum nennen durfte, es aber liebevoll als ´Haus´ bezeichnete - mit großen Augen bestaunte.
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