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Der Feind in Mir

von Eisflamme
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Hank Anderson RK800-51-59 Connor
03.05.2020
27.12.2020
25
104.699
8
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
29.05.2020 3.320
 
14 Januar 2040
09.00 Uhr
115 Michigan Drive in Detroit…

Ein dumpfes Dröhnen…

System wieder stabiel

Eine angenehme Wärme, etwas Weiches, ein fernes Gemurmmel.

Mühsam zwang er sich die Augen zu öffnen, schwaches Dämmerlicht, offenbar befand er sich in einen Raum, die Umrisse waren verschwommen und doch konnte er leichte Streifen von Sonnenlicht erkennen die durch offenbar halb geschlossene Jalosienen vielen.

Wo…

Erschöpft schloss er erneut die Augen.

Visuelle Einheiten werden optimiert…

Eine Tür viel schwer ins Schloss, ließ ihn aufhorchen, mehre Schritte, offenbar ein Tier und ein Mensch.

„Himmel noch mal Jeffrey verhörst du nur mich so oder jeden der spontan fragt ob er vielleicht mal ein zwei Tage frei haben kann?...Was soll das heißen sonst muss man mich zwingen Urlaub zu nehmen?...Jetzt mach ich das was du willst und jetzt ist das auch schon wieder nicht richtig? Langsam solltest du dich mal entscheiden was du möchtest…Nein ich finde das nicht witzig, ist das jetzt in Orndung oder nicht ich habe nicht den ganzen…“, ein dumper Rumps gefolgt von einem lautem Fluchen, „Sumo!“

Kaum merklich runzelte er seine Stirn. Er kannte die Stimme, er kannte die Namen, doch bevor seine Gedanken sich ordnen konnte flog die Tür zum Raum auf und das nächste was er sah war ein gewaltiger Hundekopf der sich über ihn beugte und kurz darauf eine rieisge nasse Zunge die ihn quer über das Gesicht ging.

„S…Sumo…!“, lautes freudiges Bellen, Jaulen und zu seinem leidtragen wilden Geschlabbere.
„Wo bist…SUMO!“, polterte eine engergische Stimme durch den Raum was bewirkte das der Hund immerhin soweit zurück wich das er wieder halbwegs Luft bekam, „Du sollst nicht jeden immer abschlabern!“

Ein fast schon beleidigtes Bellen und der gewaltige Hühne trottet aus seinem Blickfeld.
Etwas unbeholfen wischte er sich mit einer Hand über das Gesicht, in versuch den klebriegen Sabber los zu werden.

„Hier.“, ein Handtuch wurde ihm gerreicht, damit klappte das Wegwischen deutlich besser als mit der bloßen Hand.
Seine Sicht klärte sich die Konturen des Zimmers wurden deutlicher, er lag in einem großem Bett, ein großer weißer Wandschrank erstreckte sich an der gegenüberliegenden Wand. Er kannte diesen Raum, er war hier schon mal gewese…

Sein Blick wanderte zu seiner Rechten, ein großer brauner Ledersessel auf diesem Saß ein Mann.
Kinnlanges wirres graues Haar, einen Vollbart, das markante Gesicht zu einem grimmigen Ausdruck verzogen und die Arme vor der Brust verschränkt.
„Haben wir nach zwei Tagen endlich mal ausgeschlafen?“

Überraschung machte sich in ihm breit.

„Zw…“, er musste sich räuspern, „Zwei Tage?“

„Plus Minus ein paar Stunden…verdammt noch mal Connor du wärst beinah drauf gegangen!“, polterte der Lt. los, was bewirkte das er kaum merklich zusammen zuckte, „Was hast du dir dabei gedacht Junge? Warum stiefelst du alleine los? Jesus ich hab gedacht du hast ein bisschen mehr Grips.“

Irritation machte sich in ihm breit. Hank war Sauer, das war nicht das erste mal das er dies erlebte, aber dieses Mal war er sauer wegen einer Handlung die ihn gar nicht betroffen hatte. Es war nicht so das Connor einen seiner Befehle missachtet hatte, aber er hatte ihn unbewusst mit reingezogen, das war es sicher, er hätte ihn nicht um Hilfe bitten dürfen.

„Tut mir leid das ich sie mit reingezogen habe Lt.“

Der wütende Ausdruck in Hanks Gesicht wechselte zu einem Verblüfften und dann zu einem noch finsteren.

„Mit rengezogen? Connor du wärst gestorben wenn wir dich nicht gefunden hätten, wenn du mir die Nachricht nicht geschickt hättest, wärst du jetzt tot! Geht das in deinen verdammten Schädel rein? Ich hätte dich nicht schnell genug gefunden und…“, ein seltsamer für ihn nicht deutbarer Ausdruck trat in das Gesicht des älteren Mannes, „Mach einfach nicht noch mal so einen allein Gang.“

„Ich wollte sie nicht in Gefahr bringen, niemanden…ich…“, leicht verzog er das gesicht und fasste sich an die Schläfe, ein stechendes Gefüh pulsierte durch seinen Kopf.

„Du hast Schmerzen?“
„Weiß nicht…es ist stechend…“
„Wer auch immer dich angegriffen hat, er hat dir irgendwas gespritzt der Quaksalber meinte das dein Empfinden daher kommen würde. Ich würd dir ja ne Kopfschmerztablette anbieten aber ich weiß nicht ob die bei Androiden wirkt, Aber…“, Hank griff nach einer Glasflasche die neben dem Bett stand, ein leuchtende blaue Flüssigkeit schwabte darin herum, „Du solltest das hier trinken vielleicht geht es dir dann schon besser.“
„Thirium…“, mühsam richtet er sich etwas auf, er wollte die Flasche greifen, doch ein seltsames dumpfes Empfinden strömte durch seine Hand, so das diese die Flasche einfach so durch die Finger gleiten ließ und es nur Hank zu verdanken war das diese nicht zu Boden viel. Das Gefühl breitet sich in seinem Oberkörper aus, zwang ihn sich zurück sinken zu lassen.
„Du bist immer noch ganz schön außergefecht gesetzt was?“, prompt kippte er eine Teil der Flasche in ein großes Glas, „Komm ich helf dir.“
Vorsichtig schob Hank einen Arm unter seinen Nacken, half ihm seinen Kopf zu heben und setzte ihn das Glas an die Lippe, so das er ein paar Schlücke hinuter würgen konnte.

Was war nur los mit ihm? Eine solche Fehlfunktion kannte er von seinem Körper nicht, Angst machte sich in ihm breit, abwesend Blickte er hinauf zu dem schlichten Deckenventilator.

„Hey…hey Junge rede mit mir.“, er spürte die warme Hand die seinen Unterarm drückte.
„Ich…CyberLive hat einen RK900 erschaffen, sie wollten mich zurück holen um die relevanten Erinnerungen zu übertragen und einen Spion zu schaffen, damit sie herausfinden können wie sie die Androiden wieder zu ihren Sklaven machen können…Ich hab das Treffen nicht vergessen, ich wollte nur nicht das du wieder hineingezogen wirst…Ich wusste nicht das sie so viele starke…Einheiten schicken würden…Ich…ich hatte…Angst…ich…“, etwas nasses lief über seine Wangen, „ich wollte nicht sterben…ich…wollte…“

Hatten sie das gleiche gefühlt? Daniel? Ortriz Android…der Techniker? Sie wollte nicht sterben…wegen ihm waren sie…es war seine Schuld…und jetzt hatte er selbst…angst zu sterben?

Die LED an seiner Schläfe färbte sich rot.

„Du wolltest leben. Daran ist nichts verwärfliches Connor, jedes empfindene Wesen möchte am Leben bleiben.“
„Sie wollten auch nicht sterben…aber wegen mir…ich weiß nicht was mit mir auf einmal los ist…“

Nachdenklich betrachtet der erfahrende Cop ihn, stumme Tränen liefen über seine fahlen Wangen, sein Blick haftet ziellos an der Decke, seine unter Lippe erbebbte leicht.  Er erinnerte ihn an die vielen jungen Polizeianwärter, nach dem ersten gebrauch ihrer Schusswaffe gegen Menschen. Für viele war dies ein verstörender und angsteinflößender Moment. Doch den sonst so abgeklärt wirkenden Androiden so zu erleben war mehr als nur überraschend. Wie konnte der einst so künstlichwirkende Android jetzt so menschlich und zerbrechlich wirken?

„Du hast ein Gewissen Connor und als Cop ist das manchmal nicht einfach mit diesem zu leben. Gibt ein paar Fälle in denen ich mich frage ob die Entscheidung richtig war, ob es nicht hätte anders gehen können, aber mache Situationen lassen nicht zu das man lange überlegt. Ich musste mich entscheiden und das habe ich, manchmal hat man keine Wahl im Leben.“
„Wie…wie können sie damit leben?“
„Hm…Menschen wachsen damit auf, sie entwickeln es nicht erst wenn sie erwachsen sind. Du lernst noch damit umzugehen.“
„Das hoffe ich…Hank?“
„Hm?“
„Warum bin ich hier? Ich…ich erinnere mich das sie mich am Hafen gestellt haben, ich weiß das ich zwei…da war ein dritter…er hat sich zurück gezogen nach dem…“
„Nach dem was?“

Abwesend wanderte der Blick der braunen Augen zu seinem rechten unterarm.

„Er hat mich mit irgendwas am Arm erwischt…“, ein nachdenklicher Ausdruck huschte über die jungen Zügen, „Ich war stark beschädigt, ich…ich erinnere mich nur noch an dies seltsame Gefühl…irgendwie brennend…es war unerträglich…“
„Schmerzen, du hattest schmerzen.“
„Hank…Androiden fühlen keinen körperlichen schmerz.“
„Laut dem Quaksalber wurde deinem Blut irgendeine Substanz zugeführt, sie konnten dir nur neues Blut zufügen, meinten aber dein System würde es von selbst mit etwas Zeit reinigen…Blutwächse mal anders würde ich sagen.“
„Quak…?“
„Was weiß ich Arzt? Techniker? Wie auch immer ihr das nennt? Schienen Bekannte von eurem Markus zu sein.“
„Markus? Ich muss mit ihm…“, er wollte sich aufrichten doch, er wurde zurück gehalten.
„Du muss erst mal wieder fit werden.“
„Ich bin eine Maschine ich brauche ke..“
„Das hab ich gesehen! Du bleibst liegen! Ich habe keine Lust dich schon wieder halb sterben zu sehen!“
„Hank ich verstehe das du sauer bist aber…“
„Komm mir nicht so Connor…du wärst beinah vor meinen Augen hops gegangen. Wir reden hier nicht von einer kleinen Fehlfunktion sondern vom krepieren!“  

Hank war sauer, dies konnte er deutlich an seinem stechenden Blick, der merklich dunkleren Gesichtsfarbe und den zu einer grimmigen Linie verzogen Lippen erkennen.

„Aber Hank ich muss wirklich mit ihm…“
„Bitte dann viel Erfolg Connor. Ich schleife deinen verfluchten Arsch da nicht wieder raus!“, wie von einer Biene gestochen sprang der Cop auf, stapfte wutentbrannt zur Tür, „Sieh ruhig zu, wie weit du allein kommst!“

Alleine? Ja es wäre das Beste…wenn er keinen mit reinziehen würde…ja es wäre wirklich das Beste, schweigend sah er dem Mann der, der erste Freund in seinem Leben geworden war nach.

Ein dumpfer Rumms, die Tür knallte ins Schloss.

Er durfte ihn nicht mit reinziehen, er musste zu Markus, ihm erzählen was er wusste und dann, dann würde er weiter sehen.

Mühsam richtet er sich im Bett auf, schob die Beine über die Bettkannte.

Er wollte ihn nicht verletzen aber…

Langsam richtet er sich auf, er musste das alleine tun, er musste…

Seine Sicht begann zu schwanken, er blinzelte…

Kritischer Energieverlust…


„Diese verfluchte Idiot!“, wutentbrannt griff er nach seiner Jacke, wühlte kurz nach den Haustürschlüsseln auf der kleinen Ablage, öffnete die Haustür, „Soll er doch allein in sein Unglück rennen. Juckt mich überhaupt nicht…Komm Sumo wir ge…“
Ein dumpfer Aufprall aus dem Schlafzimmer unterbrach ihn, ruckartig fielen die Haustürschlüssel und Jacke zu Boden.
Ein verwirrter Sumo schaute seinem Herrchen nach wie dieser ruckartig zurück ins Schlafzimmer sprintete.
„Connor!“, der junge Android lag noch nicht mal einen Schritt vom Bett entfernt auf dem Boden, hastig eilte er zu ihn, drehte ihn zurück auf den Rücken.
Leicht flackerten seine Augen.
„Lt.?“
„Ja bist wirklich weit gekommen ohne mich…noch nicht mal einen Schritt vom Bett entfernt. Aber lass mich raten Maschinen fallen nicht um?“, knurrte er ungehalten, bevor er ihn zackig zurück ins Bett verfrachtete.
„Ich…ich hatte plötzlich keine Energie mehr. Tut mir leid das ich ihnen solche Umstände mache…“
„Umstände pah…“, sein Blick ruhte auf den braunen Augen mit diesem unschuldigen Dackelblick, „Das passiert wenn man sich übernimmt. Ob du willst oder nicht du musst dich ausruhen und…“
„Ich befürchte das alleine wird nicht reichen.“

Ruckartig wirbelte Hank herum, seine Augen verfinsterten sich, als er neben Markus niemand anderen als die fein herausgeputzte Gestalt von Elijah Kamski entdeckte.

„Hat irgendjemand ihnen erlaubt einfach so mein Haus zu betreten?“, schnauzte er ungehalten.
„Genau genommen stand die Tür offen und ihr…Wachhund schläft auf dem Sofa.“, ein belustigter Ausdruck huschte über das Gesicht des wieder eingesetzten CEOs von CyberLife, „Es ist lange her Connor, wie ich sehe hast du dich für eine Seite entschieden.“
„Wüsste nicht was sie das angeht Kamski.“, beschützend trat der Lt. vor das Bett.
„Und offenbar hast du wohl gefallen an diesem Prachtexemplar von Mensch gewonnen…ich bin nicht hier um ihm etwas zu tun.“
„Ach ja? CyberLife hat überhaupt erst dafür gesorgt, dass er in diesen Zustand ist…“
„Lt. Anderson es gibt neue Informationen sie sollten Kamski reden lassen.“, mischte sich Markus ins Geschehen ein, bevor er sich an Connor wandte, „Es tut gut dich aktiv zu sehen Freund.“
„Markus es waren Androiden von CyberLife sie…“
„Tut mir leid das ich dich unterbrechen muss Connor. Ja es waren unsere Androiden aber…sie wurden uns entwendet? Sind selbst abgehauen? Wir wissen es nicht genau.“, viel der Pferdeschwanzträger ihn ins Wort.
„Was? Jetzt hüpfen ihn ihre Püppchen schon vom Fließband?“
„Für das erschaffen von Androiden sind keine Fließbänder nötig Lt…wahrlich ich weiß nicht was du an seiner Gesellschaft findest Connor.“
„Wie war das?!“

Hastig trat Markus zwischen Hank und Kamski.

„Vielleicht sollten wir uns einmal über die Erkenntnisse unterhalten…“
„Die Androiden die CyberLife…verlassen haben, waren inaktive Einheiten, körperlich fertig aber noch nie aktiviert. Die Wahrscheinlichkeit das sie sich selbst eingeschaltet haben ist unwahrscheinlich, noch dazu war keinem ihr Aufenthaltsort bekannt. Zusätzlich verschwand mit ihnen ein Prototyp, der noch vor meiner Rückkehr erschaffen wurde…“
„RK900…“, Connors Stimme klang schwach und gebrochen, eine Tastsache die bewirkte das Hank sich ihm zuwandte.

„Das ist doch nicht normal Junge du siehst fertig aus.“, aus einem Instinkt heraus legte er ihm eine Hand auf die Stirn, „Jesus Connor du glühst ja.“
„Interessant. Dürfte ich einmal?“, prompt schob sich der CEO an ihm vorbei, „Dein Programm wurde verändert Connor.“

Kurz kramte er nach einem kleinen Gerät in seiner Tasche das die Ähnlichkeit mit einem klassischen Handy aufwies.

„Wag es nic…“
„Lt. Anderson Kamski weiß am besten über Connors Systeme Bescheid vielleicht kann er ihm helfen.“
„Helfen natürlich, das haben wir ja damals gesehen, ihr seid für ihn nichts anders als Spielzeug…“
„Lt. Anderson wir können gerne weiter über meine Methoden reden aber in der Zeit wird ihr „Partner“ sich wahrscheinlich selbst abschalten.“
„Was?!“, ruckartig drehte sich Hank zu dem im Bett liegenden Mann um, der mittlerweile seine Augen geschlossen hatte, rot leuchtete die LED auf, „Connor?“
„Darf ich jetzt endlich mal?“, etwas ungehalten schob Kamski Hank wieder beiseite und legte das Gerät an Connors Schläfe an, ein leises schrilles Piepen, „Hm…“
„Was hm?!“
„Jeder Android erhält bei seiner Erschaffung eine Energiezelle, diese kann über tausende von Jahren laufen, weshalb es nicht nötig ist das auf andere Art und Weise Energie aufgeladen oder zugeführt werden muss….“
„Kurzfassung…“

Leicht beleidigt kräuselten sich die schmalen Lippen des Erschaffers.

„Connors System verbraucht rund 50 % Prozent mehr Energie als üblich, das heißt die Zelle funktioniert zwar aber sein System braucht mehr als sie auf einmal abgeben kann. Dies führt auf lange Sicht dazu, dass er sich abschalten wird.“

„Heißt er stirbt?!“, ein eisiger Schauer lief dem erfahrenen Polizisten über den Rücken. Das durfte doch nicht wahr sein? Sie hatten ihn doch gerade erst…nein das durfte nicht sein…er konnte nicht noch mal…

Leicht ballten sich seine Hände.

Das Leuchten der LED wurde schwächer, das Heben und Senken der Brust immer schwächer.

„Wenn ich jetzt nicht handeln darf ja.“
„Soll heißen?“, misstrauen lag im Blick des älteren Mannes.
„Ich muss auf seine Programmierung zugreifen und…“
„Nie im Leben das ist doch eine Falle!“
„Lt. bei allem Respekt aber was für eine Wahl haben wir?“, meldete sich Markus wieder zu Worte, „Ich war auch skeptisch bei der ersten Unterhaltung mit Kamski aber an seiner Geschichte gibt es keine Unstimmigkeiten noch dazu welche Alternative haben wir?“

14 Januar 2040

Kamskis privat Anwesen

20:00 Uhr

„Verflucht nochmal warum dauert das so lange?“, wie ein eingesperrtes Tier ging er immer wieder den sterilen weißen Flur auf und ab.
Und warum sah dieser verdammte Flur aus wie einer im Krankenhaus? Selbst der Geruch…wie er es hasste, wieder warten, wieder…
Trotzig schüttelte er den Kopf, nein er wollte sich nicht erinnern.

„Sie sollten sich vielleicht einfach setzen Lt. Anderson.“, riss Markus Stimme ihn zurück.
„Setzen Pah…“, er wandte sich zu dem hochgewachsenen Mann um, der vollkommen ruhig auf einem der zwei Designerstühle saß, „Warum…warum vertraut ihr ihm überhaupt? Warum seit ihr zu ihm gegangen?“
„Bin ich nicht, er kam zu uns.“, die Ruhe, diese tiefe Ruhe in der Stimme, wie konnte er nur so ruhig sein?
„Aha vielleicht etwas mehr Infos? Oder muss man euch alles aus der Nase ziehen?“
„Kurz vor Connors Abtauchen sind vereinzelt Androiden verschwunden, natürlich ist es ihnen freigestellt zu gehen wohin sie möchten ohne sich abzumelden, aber es waren immer einzelne Einheiten, die Partner, Freunde ohne etwas zu sagen zurück ließen. Dann vor ein paar Tagen kam Kamski zu mir, berichtete von dem Verschwinden aus CyberLife und seiner Befürchtung das jemand Jagd auf uns machen würde, inwieweit ich ihn trauen kann weiß ich nicht aber mir zu sagen das ein hochentwickelter Prototyp verschwunden ist, hätte ihm keinerlei Vorteile gebracht wenn er dahinter stecken würde.“

„In der Sache sollte ermittelt werden. Mag sein, dass ihr Menschen nicht traut aber die Polizei könnte euch helfen.“
„Darüber wollte ich mit Connor sprechen. Wenn sie mit ihm zusammen die Vermisstenfälle untersuchen würden, würde es sicher für wenig Unruhe unter meinen Leuten sorgen. Ich habe mit Detroits Bürgermeister bereits über die Möglichkeit gesprochen, Androiden bei der Polizei einzustellen.“, lag da Tatsächlich ein leichtes Schmunzeln auf den Lippen des jungen Androiden.

„Aha…na das wird Jeffrey sicher freuen.“, leicht räusperte sich Hank, „Wäre immerhin nicht das erste Mal, dass ich Fälle mit Androiden als Opfer bearbeite. Eins sollte aber klar sein; Connor soll selbst entscheiden ob er zur Polizei zurückkehren möchte oder nicht.“
„Natürlich Lt. ich würde ihn nie zu etwas zwingen.“
Leicht legte Markus den Kopf schief und schaute zu Hank auf.
„Faszinierender Weise hatte Connor wirklich recht, sie fluchen ziemlich viel aber  eigentlich sind sie nett.“

Verdutzt schaute der Mensch ihn an.

„Was? Moment mal Connor hat über mich erzählt? Was denn bitte?“
Markus setzte zu einer Antwort an, wurde aber durch das Aufschieben der Labortür unterbrochen. Ein höchst zufrieden dreinblickender Kamski trat heraus.
„Wirklich faszinierend. Es ist fast schon paradox, aber eben so genial. Ihr sehnt euch nach Lebendigkeit und dann so eine einfache Lösung.“
„Weniger schwafeln jetzt sagen sie schon was ist mit Connor?“, unterbrach Hank genervt das angeberische Palaver des CEO.

Ein missbilligender Blick trat auf das schmale akkurat gepflegte Gesicht.

„Zum Ersten ich konnte sein System stabilisieren. Ich habe ihm zusätzlich zu seiner Energiezelle eine Nanozelle eingepflanzt, diese wird durch regelmäßige Energiezufuhr aufgeladen und entlastet so die eigentliche Energiezelle.“
„Energiezufuhr?“, skeptisch stand Markus auf.
„Energie wird erzeugt in dem sein System etwas verbrennt, keine Sorge dabei bleiben keine Rückstande zurück, das heißt menschliche Gänge sind weiterhin nicht nötig.“
„Jesus Christus jetzt hören sie doch mal auf zu schwafeln und reden sie Klartext. Was wird verbrannt?“
„Nahrung, schlichte einfache menschliche Nahrung, Thirium wäre natürlich auch möglich und deutlich schneller aber da man dies nicht immer unbedingt zu Hand hat.“
„Soll heißen Connor muss essen damit er… rundläuft?“, skeptisch betrachtet der Lt. den CEO.
„Auf ihre Art formuliert, aber ja, jedenfalls so lange bis ich eine bessere Lösung gefunden habe. Die Nanobots in seinem Blut haben einige Änderungen herbeigeführt und bei diesem kurzem Ein…“
„Nanowas?“
„Nanobots, winzige mechanische Roboter die programmiert werden können. Zum Beispiel werden sie in der Medizin benutzt bei schweren Eingriffen.“
„Aber wozu wurden sie bei Connor eingesetzt?“, schalte sich Markus wieder in die Diskussion ein.
„Definitiv um Änderungen an seinem Programm und seiner Konstruktion herbeizuführen, um zu sagen um welche genau es sich handelt muss ich genauere Tests und Auswertungen durchführen. Dafür muss sein System sich aber erst wieder stabilisieren, es wäre also sinnig wenn er hier bleiben wür…“

„Vergessen sie es! Der Junge kommt schön wieder mit zu mir er ist doch kein Versuchskaninchen!“, polterte Hank zugleich wieder los.
„Aber die Änderungen könnten drastische Folgen haben noch dazu könnten wir so vielleicht herausfinden wer hinter dem Angriff auf Connor steckt sowie wer hinter dem verschwinden der Androiden steckt? Wenn ich nur ein paar Diagnosepro..“
„Er ist keine verdammte Maschine! Er hat Angst , er ist angeschlagen er braucht eine verdammte Pause!“
Vollkommen verdattert schaute der Pferdeschwanzträger ihn an.

„Sie…sie wagen es so mit mir zu reden? Sie ein dem Alkohol verfallener Cop wagen es, so mit mir zu reden?!“, Zorn flackerte in den schmalen Augen auf.
„Sie verfic…“
„Ich denke es ist das Beste wir beruhigen uns erst einmal!“, bevor Hank überhaupt nach vorne setzen konnte hatte sich Markus zwischen sie gestellt, „Es wird das beste sein wenn Connor erst mal von vertrauten Gesichtern umgeben ist…ich bin sicher es wird die Möglichkeit geben das er zu Untersuchungen seiner Veränderungen hier her zurück kehrt für ein paar Stunden…“
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