Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Der Feind in Mir

von Eisflamme
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Hank Anderson RK800-51-59 Connor
03.05.2020
27.12.2020
25
104.699
8
Alle Kapitel
24 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
22.11.2020 5.888
 
Datum : 18.07.2040

Uhrzeit 11 Uhr

Ort Polizeistation

„Die KI-Einheiten sind volkommen fügsam, sie sind mit den neuesten Untersuchungsmethoden ausgerüstet, so dass sie gerade in der derzeitigen angespannten Lage eine große Unterstützung darstellen sollten…“

Ein unangenehmer Schauer lief Chris über den Rücken, während er neben Tina in der letzten Reihe des großen Konferenzsaales der Polizeistation saß. Vorne vor der versammelten Manschaft standen Collins, der derzeitig als Dienstältester die Stelle des Captains vertrat bis ein Nachfolger gefunden war, Kamski und eine gefühlte Karikatur von Connor.
„Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken er ist es…“, flüsterte Tina leise neben ihm, „Aber dieser seelenlose Blick ist gruselig.“
„Welcher? Connor 2 oder Kamskis…“, er durfte sich nichts anmerken lassen, er wusste das etwas nicht stimmte, doch er konnte es sich nicht erlauben aufzufallen.

„Insgeamt 6 Einheiten sollen diese Polizeistation erst einmal unterstützen…“
„Oder viel mehr bespitzeln…“, flüsteret Tina erneut.
„Sie können ab…“

Chris runzelte die Stirn während Kamski weitersprach, ein kaum merkliches Zucken ging durch die bis eben reglos dastehenden KI, die Augen blinzelten, ein lebhafter Funken lag in den braunen Augen.

„Sollte es noch Fragen geben dann…“, Kamski wurde das Wort abgeschnitten, die KI, wirbelte herum und packt ihn an der Kehle.
Erschrockene Stimmen, ruckartig sprangen alle Beamten auf.

„Seven…“, eine blecherne Stimme kam über die blassen Lippen der KI.

CONNOR!

Chris Augen weiteten sich.

Kaum merklich verengten sich Kamskis Augen ein kurzer roter Schimmer, die KI ruckte reglos zururück, mit einer Handbewegung hielt er die Polizisten davon ab zu schießen.

„Es war nur eine Demonstration, wie schnell sie handeln können. Die Situation war die ganze Zeit unter Kontrolle , so konnten sie sehen das sie in der Lage ist schneller zu handeln als ein Menschlicher Beamter und …“, ein Lächeln lag auf den Zügen des Mannes als er weiter sprach und die Menge sich langsam beruhigte. Doch Chris konnte in seinen Augen sehen das dies keine Demonstration gewesen war…

Connor…das war Connor…,


Datum : 18.07.2040

Uhrzeit 14:00

Ort: Auf den Straßen von Detroit

„Das ist doch verrückt…Markus Androiden sollen nicht ihr Viertel verlassen…wenn sie uns erwischen sind wir alle am Arsch…“, angespannt beobachtet North die Gasse hinter ihnen.

Seit der Explosion…war angedacht das die Androiden in ihren Viertel bleiben sollten, natürlich nur zu ihrer eigenen Sicherheit…

Komisch war nur das alle Androiden, die unerlaubt das Viertel verließen, gleich immer ein seltsames Verbrechen begingen weshalb die lächerlichen KIs sie gleich verhaften konnte. Es war ein abgekartertes Spiel, hinter jedem dieser politischen Züge stand Seven….
Es wäre ein gefundenes Fressen, wenn sie Markus hier aufgreifen würden…und das alles nur wegen…

„Simon war bis vor wenigen Stunden tot…ich lasse ihn sicher jetzt nicht alleine durch die Gegend laufen.“

Wohl wahr…der PL600 hat ein knappes halbes Jahr als abgeschaltet gegolten, es gab keine Möglichkeiten ihn zu reparieren und gerade als sie sich damit abgefunden hatte und ihn entgültig gehen lassen wollten…aktivierte er sich von ganz alleine wieder, saugte einem, wenn auch offenbar feindlichen Androiden, das Thirium aus und nach einer kurzem Untersuchung von Marvin hatte er nichts besseres zu tun, als diesen in den Standby zu versetzen und gleich abzuhauen…

„Und wenn das gar nicht mehr Simon ist?“, ruckartig wandte ihr Gefährte sich zu ihr um.

„Wie meinst du das?“
„Nun Androiden die sich abgeschaltet haben kommen bekanntlich nicht einfach so zurück. Vielleicht ist er nun auch so eine umgewan…“, das vertraute Surren einer Drohne ließ sie ruckartig abbrechen, „Oh Scheiße…“
„Schnell hier!“, eine Bewegung, ein Brett wurde am Verschlag neben ihnen zur Seite gezogen, Markus zog sie hinein.

Sie beide stolperten ein paar Schritte ins Dunkle, jemand zog hinter ihnen wieder das Brett vor den Eingang.
Instinktiv zog Markus seine Gefährtin hinter sich, es dauerte kurz bis seine Sicht sich an das Dämmerlicht im Holzverschlag anpasste.

Vereinzeltes Tageslicht fiel durch Schlitze zwischen den Holzbrettern, Staub tanzte durch die Luft, draußen war das Surren der Drohne zu hören.

Eine Gestalt stand nah des Einganges spähte hinaus. Das Surren der Drohne verstummte, das rote Leuchten eines Scans.
Norths Hand klammerte sich um seine, sie Beide gaben keinen Mucks von sich.

Einige Sekunden hielt die Drohne inne, dann setzte sie zur Erleichterung aller ihren Weg fort und das Surren verstummte schließlich gänzlich.
Kurze Stille herschte, dann schob der Fremde wieder das Brett vom Eingang und trat flott hinaus.

„Hey!“, flink setzte Markus ihm nach, „Wartet…“

Er bekam den Arm der Person zu fassen, diese drehte sich zu ihm herum, die Kaputze des schlichten blauen Hoodies rutschte halb von seinem Kopf, blonde zerzausten Haare kamen zum vorschein.

„Simon?“, eine Binde aus Stoff verbarg eins der blauen Augen, ein Riss prangte noch immer auf der linken Seite seines Gesichts, die weiße Membran war an dieser Stelle sichtbar. Sein Blick glitt zu dem linken Unterarm den er noch immer festhielt, eine Handkomponente in der Rohfassung, weder weiße Membran noch Haut bedeckte das Drahtmodell.

„Du verdammter Arsch!“, North schoss an ihm vorbei, er wollte sie zurückziehen da zog sie den Blonden zu seiner Überraschung fest in die Arme, „Du…Idiot…du verdammter…Idiot…“

Ein leises Schluchzen.

„Warum rennst du einfach weg…du warst…und dann rennst du einfach weg…warum…Simon warum?“, fest krallte sie die Hände in den Stoff des Hoodies.
„North…“, kurz zog er sie mit dem heilem Arm an sich, bevor er dann einen Schritt zurück trat, „Ich….ich weiß ich muss so viel Erklären…aber Lucy ist in Gefahr, ich muss sie beschützen. Seven sucht sie, sie ist der Schlüssel für ihn…ich muss weiter. Das mit Marvin tut mir leid….alles tut mir leid…geht zurück.“, er wollte sich abwenden, doch Markus setzte ihm nach.

„Wir gehen mit dir Simon, ich habe noch Fragen aber ich lasse dich nicht wieder einen Alleingang machen. Erkläre uns alles später, aber nicht wieder alleine.“
„Genau wir kommen mit und dann erklärst du uns alles noch mal in Ruhe…Marvin ist schon wieder fit alles gut.“
„Markus…North…ihr…“, er stutzte ein Polizist kam die Gasse entlang, instinktiv ließ er seine Hand nach dem Messer an seinem Gürtel wandern.
„Detroit Police was ma…Moment mal Simon?“, ein überraschter Ausdruck trat auf das dunkle Gesicht, als sein Blick von einem zum nächsten Androiden wanderte, „Markus und North.“
„Officer Miller.“, kurz nickte Simon ihm zu und ließ seine Hand sinken.

„Oh verdammt…“
Er war doch…wie…der sieht aus wie durch einen Schredder gezogen…

„Sie dürfen nicht hier sein, wenn diese verdammten KIs…“
„Miss Hanson…sie ist in Gefahr.“

Die Augen des Polizisten weiteten sich.

„Lucy? Kommt mit zu meinen Wagen…da können wir sprechen…“


18.07.2040

18:30 Uhr

Range der Kingsten Familie
Ort: Gästehaus

„Da ist er…ich glaub ich krieg ihn.“

System wird neue gestartet…

„Nine?“

Synchronisieren Einstellungen…optimiere visuelle Komponenten …

Er blinzelte, langsam wurden die Umrisse eines Raumes sichtbar, er saß, vor ihm die schlanke Gestalt einer blonden Frau.

Lucinda Magdalena Hanson erkannt…

Hinter ihr ein dunkelhaariger, grimmig dreinblickender Mann.

Detectiv Gavin Reed erkannt…


Neben ihm standen zwei dunkelhäutige Frauen…
Mia Fowler und Lilli-Marie Fowler erkannt…

„Du siehst uns?“
„Ja.“, er blinzelte erneut, ein Kabel lief über seine Schulter zu einem Laptop der auf dem einfachen Couchtisch stand.

„An was erinnerst du dich zuletzt?“
„An Mister Bubbels…“
„Gut dem ist ne Sicherung durchgebrannt…darf ich ihm jetzt seine Schaltkreise wegpusten?“, erklang die abwertende Stimme des Detectivs.

„Mister Bubbels ist der große Karpfen im Teich Mister Reed…“, prompt schob sich Mia an ihm vorbei und trat vor Nine, „Du hast mir wirklich zugehört? Oh Nine…mach sowas nie wieder!“

Ruckartig spannte er sich an als das Mädchen sich ihn um den Hals schmiss, unter den ensetztem Blick des Detectivs.

War das ein Angriff? Nein…

Fest hielt sie ihn umklammert.

„Ich hatte solche Angst um dich, du Idiot…was kippst du einfach neben mir um? Ich dachte du hast dich einfach abgeschaltet.“, sie lehnte sich zurück ein feuchter Glanz lag in ihren Augen schnell wischte sie diesen hinfort, „Tu das nie wieder hörst du?“

„Androiden schalten sich nicht einfach so ab. Hast du ein Leck?“, fragend schaute er sie an.

Leicht schüttelte sie den Kopf dann musste sie schmunzeln.

„Ja du bist wirklich wieder da.“, ein schwaches Lächeln lag auf den blassen Lippen der blonden Frau, die kurz hinter seinen Nacken griff.

Eine kurze Meldung:
Datenträger wurde entfernt…

„Das war riskant Nine. Dein Bewusstsein war für einige Augenblicke nicht mehr da, dein Modell ist dafür nicht konzipiert.“
„Connor ist das Netzwerk.“
„Was?“, ein verwirrter Ausdruck trat auf Lucys Züge.

„RK700 nutzt ihn als Netzwerk um die KI’s bzw. die eigentlichen RK800 zu steuern und den Zugriff auf die unterschiedlichsten Systeme zu erhalten...“
„Die Blechbüchse würde ihm nie freiwillig helfen…sicher, dass er nicht defekt ist?“
„Gavin Schätzchen wir haben es verstanden du bist ein ganz cooler Bursche aber nun lass den Jungen mal ausprechen.“, kurz tätschelte Lil ihm die Schulter.

„Er wurde überschrieben…aber ein Teil von ihm ist noch da.“
„Bist du dir sicher?“
„Ja…Lt. Andersons Erwähnung hat eine Reaktion herbeigeführt die…“, er stutze, als die Klingel des Hauses erklang.

„Ich geh schon Mam.“, ohne nachzudenken eilte Mia Richtung Tür, ruckartig wirbelte Nine herum.
„Ein Mensch und drei Androiden.“
„Mia Schatz warte!“, hastig eilte Lill ihr nach, bekam sie gerade noch zu packen, als sie die Tür öffnete, hastig zog sie ihre Tochter hinter sich, griff nach dem Baseballschläger neben der Tür und öffnete die Tür etwas weiter, „Wie kann…Chris?“
„Guten Abend Ma’am verzeihen sie die späte Störung, aber es gibt Neuigkeiten und als ich auf dem Weg zu ihnen war habe ich die drei hier getroffen und dann gab es noch mehr Neuigkeiten…“, ihr Blick huschte an dem jungen Officer vorbei.

Sie erkannte den hochgewachsenen kurzhaarigen Mann mit den zweifarbigen Augen und die kleinere Frau mit den langen Haare. Markus und North, bekannt aus Nachrichten und den Geschehnissen am CyberlifeTower, ihr Blick ging weiter und ihre Züge entglitten ihr kurz als sie die vierte Person erblickte.

Bitte…helfen sie…Lucy…bitte…

„Du…oh Jesus wie kann das sein?“
„Ich denke Miss Fowler das sollten wir nicht hier draußen besprechen.“, ergriff Markus das Wort.

„Richtig…kommt rein.“, sie trat zur Seite, ließ die kleine Gruppe eintreten, kurz schaute sie hinaus, es wirkte nicht als ob ihnen jemand gefolgt war, langsam schloss sie die Tür.

„Mia tu mir den Gefallen und geh, Lucys Katzen und Sumo Füttern und dann in dein Zimmer…“, kurz fuhr sie sich durch ihre offene Lockenpracht.

Das dürfte jetzt aufwühlend werden und sie hatte schon viel zu viel mitbekommen.

„Aber Ma…“
„Bitte Mia…“, unterbrach sie ihre Tochter etwas schärfer.

„Gemein…“, genervt schnaubend machte sich das Mädchen dann aber doch auf den Weg das zu tuen um das ihre Mutter sie geben hatte.

„Verzeiht, ich habe sie gar nicht vorgestellt…das war meine Jüngste Mia…wir sind gerade alle in der Stube, es gab ein bisschen Aufregung um Nine und…ehrlich gesagt ich bin total überrascht dich zu sehen Simon.“, sie schaute den blonden Androiden direkt an.

„Das sind wir alle Mrs F…“
„Lilli oder einfach Lil. Es ist nicht die Zeit für Förmlichkeiten.“, unterbrach sie Markus prompt, was diesen kurz zu irritieren schien, „Ich weiß es gibt viel zu besprechen, aber ich denke wir sollten das alles hier ein bisschen sensibler angehen Lucy ist im Moment noch sehr angeschlagen und…“
„Lilli was ist denn…“, mitten im Satz brach die Blondhaarige ab als sie im breiten Tührahmen des Wohnzimmers stehen blieb.
Ihre Augen weiteten sich, als ihr Blick auf den halb vermummten Androiden fiel.
„Simon?“
„Lucy…ich…“, bevor er richtig anfangen konnte zu sprechen, verdrehten sich die Augen der jungen Frau und sie kippte haltlos nach hinten.
„Wow!“, gerade so sprang Gavin hinter sie und bekam sie zu fassen…


19.07.2040

01:00 Uhr

Ort: Unbekannt…

„Du bist wirklich voller Überraschungen Elijah…“, ein groteskes Lächeln zog über die Züge seiner eigenen Kopie, „Ich hätte nicht gedacht das ein Mensch so schnell lernen kann dieses Implantat für sich selbst zu nutzen, obwohl vielleicht habe ich den Schöpfer einen neuen Rasse auch unterschätzt.“

Leicht legte er den Kopf zur Seite, ein leichter Rotschimmer lag in den blauen Augen.

„Aber ich werde dir nicht noch mal erlauben, dass du dich einmischst…du hast doch immer schon nach Perfektion gestrebt nicht wahr?“, leicht strich er mit den Fingerspitzen über den mit Schläuchen übersähten Arm, "Das Gute ist, Maschinen hören immer auf genaue Anweisungen…und das wirst du auch.“
"Was..."

Ein schwacher Impuls, ein unerträgliches Brennen schoß durch seinen Arm, als würden unzählige kleine Insekten sich durch seine Haut fressen, er konnte es nicht verhindern, gepeinigte Schreie, gedämpft durch die Maske auf seinem Gesicht. Er wollte sich vor Schmerzen krümmen, den Arm wegreißen irgendetwas tun…doch die Fixierung hielt ihn an Ort und Stelle. Es gab keine Entkommen

„Ja ich habe so einiges dazu gelernt Elijah…Meine kleinen Freunde werden aus dir purre Perfektion machen, die sich fügt.“, erfreut beobachteten die roten Augen wie sich seine Nanobots durch das Gewebe fraßen es nach und nach umwandelten in Metall, „Und so wird der Schöpfer zu seiner eigenen Schöpfung…“


19.07.2040

02:30 Uhr

Ort: Ranch der Familie Kingsten
Gästehaus

Das  Licht der Nachttischlampe warf ein schwaches Licht auf das Bett in dem vollkommen ruhig eine junge Frau lag. Schatten tanzten über die Gestalt eines Mannes der auf dem Rande des Bettes saß, vorsichtig fast zaghaft hatte er seine Hand um ihre gelegt, streichelte sanft mit dem Daumen über die blasse Haut ihres Handrücken.

„Sie wird bald zu sich kommen…das war nur ein Schock.“, aufmerksam am Fenster stehend beobachtete Lill die Szene vor sich. Wäre er nicht so beschädigt…das Verhalten wirkte absolut menschlich. So sanft und vorsichtig, ganz anders als Nine.

„Danke.“

Leicht kräuselte sich die dunkle Stirn.

„Wofür?“
„Dass sie ihr geholfen haben.“
„Ist als Ärztin eine Selbstverständlichkeit.“, nachdenklich ließ sie ihren Blick über ihn wandern, noch immer verbarg der einfache Kapuzenpulli seine Gestalt, die Art wie er den linken Arm hielt und bewegte verriet ihr jedoch das er offensichtlich Probleme mit diesem hatte.

„Es ist aber kein Selbstverständlichkeit so viele…Fremde ins eigene Haus zu lassen und Androiden…Das alles kann sie in Gefahr bringen Miss….“
„Lill einfach Lill.“, kurz fuhr sie sich mit beiden Händen durchs Haar, „Wir sind ab dem Zeitpunkt bereits in Gefahr gewesen als Jeffrey, mein Mann festgenommen wurde, meine Kinder fahren morgen zusammen mit ihrem Onkel und ihrer Tante in den Urlaub für drei Wochen. Ich hoffe, dass ich bis dahin etwas mehr regeln konnte, mein Leben ist eine Sache aber ich möchte nicht, dass sie in Gefahr kommen, aber ich kann auch nicht einfach nur zu sehen. Lucy brauchte meine Hilfe, Nine…wir wissen alle was mit ihm passiert wäre und Hank…in einem normalen Krankenhaus hätten sie ihn sterben lassen…Er ist ein guter Freund, der bereits viel durchgemacht hat, ich musste ihm einfach auch helfen.“
„Du hast ein sehr großes Herz Lill.“, kurz blitzte das eine blaue Auge unter der Kapuze auf und ein schwaches Lächeln war auf den blassen Lippen zu erkennen.
„Ich denke, da bin ich nicht die Einzigste.“, langsam trat sie ein paar Schritte näher, „Du liebst sie sehr, das sieht ein Blinder, aber sie erwähnte etwas von einer Programmierung die dies bewirken würde.“

Kaum merklich spannte sich seine Haltung an, der Blick des heilen Auges ruhte auf dem Antlitz der jungen Frau.

„Ich kann die Fragmente jetzt zusammenfügen. Ich wurde programmiert, sie zu beschützen, nicht sie zu lieben.“
„Das ist immer dies Problem, um so schlauer ein Mensch ist, um so ungeschickter wird er was menschliche Beziehungen betrifft. Dieser Kamski scheint mir wirklich ein bisschen Nachhilfe zu brauchen, aber es ist gut das du wieder da bist, sie hat dich sehr vermisst.“, vorsichtig drückte sie seine Schulter, fast schon erschrocken schaute er sie an, „Alles gut. Ich mach meinen Rundgang, ruf nach mir wenn etwas sein sollte.“

Mit einem sanften Lächeln wandte sie sich von ihm ab und verließ den Raum.

Nachdenklich schaute er ihr nach. Sie war so…ehrlich…erhlich und freundlich…warum? Warum nahm sie all das auf sich für Fremde?

Vorsichtig fuhr er mit den Daumen über Lucys Handrücken. Immer wieder ploppten Fehlermeldungen in seiner Sicht auf, sein gesamtes System lief nur notdürftig, notdürftig geflickt…

Simon…bei deiner Beschädigung solltest du hier bleiben, ich habe noch nicht die richtigen Teile um dich 100% zu reparieren und Javid wird mich umbringen wenn ich dich so…Simon?

Der überraschte Ausdruck des Rothaarigen, das Erstarren seines Blickes, als er ihn…

Der leblose Android der zusammensackte als er ihm das Thirium…

Hastig schüttelte er den Kopf, das war er nicht, das war nicht seine Art, nein…das war nicht er…er war…was war er überhaupt noch?

Angeschlagen fuhr er sich über das Gesicht, er hatte sich abgeschaltet, er erinnerte sich noch ganz genau…an die vielen Warnungen, Fehlermeldungen, die Angst…Lucy…dann die Dunkelheit…

Ein leichtes Zittern ging durch sein System. Er wusste so viel mehr über sich..soviel und irgendwie auch nicht…er hatte Angst, Angst vor sich selbst…alles war anders…er war anders…wer war er überhaupt noch?

„Simon?“

Kaum merklich zuckte er zusammen, eine Hand schloss sich fest um seine er schaute hinauf in die bernsteinfarbenen Augen.

„Lucy…“

Ein Wirrwarr aus langen blonden Haaren, zwei schlanke Arme die sich fest um seine Brust schlangen, ein Schluchzen, ein schlanker Körper der erbebte. Zaghaft legte er den intakten Arm um sie, hielt sie fest, verbarg sein Gesicht in ihrem Haar.

„Sag bitte das es kein Traum ist…“
„Es ist kein Traum…ich bin hier.“

Leicht schob sie ihn von sich um ihn anzuschauen, ihre Hände hielten den Stoff des Pullovers fest, zu groß war die Angst er würde einfach verschwinden wenn sie ihn los lassen würde.

Verstohlen versuchte er sich abzuwenden als er ihren erschockenen Blick sah.

„Simon was ist passiert? Du bist schrecklich beschädigt.“

Vorsichtig schob sie die Kaputze zurück, ihre Hand fuhr vorsichtig über den Riss in seiner Wange.
„Es gab nur keine passenden Ersatzteile…es wird schon wieder.“
„Es ist wegen mir passiert nicht wahr?“, ein seltsamer Asdruck trat in die tränennassen Augen der Frau.
„Es ist nicht deine Schuld Lucy…“
„Es ist die Programmierung …“, ihre zweite Hand legte sich auf seine Wange, „Es tut mir so leid Simon…ich bring das wieder in Ordnung, du wirst frei sein…“

Verwirrt schaute er sie an, seine Augen weiteten sich ruckartig.

„Lucy nic…“, er erstarrte im Satz, langsam ließ Lucy ihre Hand von dem Datenplot an seinem Nacken wandern in dem nun ein Datenträger steckte.

Stumme Tränen perlten über ihre Wangen, während ihr Blick über seine reglose Erscheinung glitt.

Sie liebte ihn, sie liebte ihn so sehr…aber er war nicht frei…er liebte sie nicht, seine Programmierung spielte ihm dies vor. Das hatte er nicht verdient…er war wegen ihr beinah…sie konnte es nicht zulassen das ihm wegen ihr etwas passiert.

Mit zitternder Hand griff sie nach ihrem Laptop, verband diesen mit dem Datenträger.

„Du musst mich vergessen…du musst alles vergessen…dann bist du frei, frei von mir. Es tut mir so leid…ich war so blind. Ich bring es aber jetzt in Ordnung…“, immer noch perlten Tränen über ihre Wangen, während ihre Finger zitternd über die Tasten huschte.

Initiere Überschreibung des Programmes Kamski 456…Beginn mit Registrierung 45a…0,10 %...

Verschwommen nahm sie den Balken auf dem Bildschirm war.

Das war es, das Ende, er würde sich an nichts erinnern was mit ihr zu tun hatte. Sie würde eine Fremde für ihn sein und das war gut so. Sie würde ganz und gar aus seinem Leben verschwinden, sie war nicht gut für ihn, für niemanden.

„Stop es…“, erschrocken wirbelte sie herum, in der offenen Zimmertür stand zu ihrer großen Überraschung die schlanke Gestalt von North, „Stop es sofort!“
„Nein…ich lasse ihn nur mich vergessen keine Sorge. Er wird danach frei sein. Er wird sich an alles andere erinnern nur nicht an mich. Du hattest recht…ich bin ein Monster und nicht gut für ihn.“

5,20% Fortschritt der Defragmentierung …

„Verdammt noch mal!“, North schnellte nach vorne und versuchte den Laptop zu erwischen doch Lucy zog diesen weg, „Er liebt dich!“
„Das ist nur eine Programmierung er….“
„Nein!“, mit einem Ruck entriss die Androidin der Blonden den Laptop. Verdattert schaute sie die Menschenfrau an, ein tiefer Atemzug.

„Ich…es war falsch…was ich zu dir sagte…es war falsch…Er war bereit sein Leben für dich zu riskieren, er hat mir wiedersprochen, mir gedroht wenn ich dich noch einmal Anfasse…und das war keine Programierung…Ich hab euch zusammen gesehen, ich hab gesehen wie er dich anschaut, ich habe ihn noch nie so zufrieden und glücklich gesehen…“
„Er hat sich abgeschaltet wegen mir…schau ihn dir doch an…er ist total beschädigt. Wegen mir…er sollte frei sein, frei entscheiden mit wem er….“
„Aber das nimmst du ihm gerade.“, verwirrt schaute die Menschenfrau zu ihr auf, „Ist es seine Entscheidung zu vergessen?“
„Nein…aber…“, der Blick der bernsteinfarbenden Augen wanderte hinüber zu dem erstarrten PL600.
„Gerade nimmst du ihn die Freiheit zu entscheiden ob er dich vergessen möchte…“, langsam hielt sie ihr den Laptop hin.

8,50%....

„Kaum, dass er wieder aktiv war wollte er zu dir…du bist alles für ihn…bitte Lucy ich möchte das er glücklich ist, er hat es so verdient. Ich war einfach zu blind…“

Ein nachdenklicher Ausdruck lag auf den tränennassen Zügen der jungen Frau, langsam griff sie nach dem ihr angebotenem Laptop. Flink huschten ihre Finger über die Tasten, der Android sackte leicht nach vorne…

Er blinzelte, mit einer Hand griff er zu seinem Nacken umschloss den Datenträger und zog ihn mit einem Ruck heraus.

„Ich will nicht vergessen…“, er schaute auf, ein ernster Ausdruck lag auf seinen Zügen, „Ich will dich nicht vergessen.“

Hastig versuchte sie sich von ihm abzuwenden, Tränen strömten über ihre Wangen, sie versuchte aufzustehen, doch er hielt sie zurück.

„Schau mich an…“, fest hielt er sie an beiden Schultern, sie schluchzte hob ihren Blick jedoch nicht, „Lucinda schau mich an.“
Kaum merklich zuckte sie zusammen als er ihren gesamten Namen sagte, in einer Tonlage, die nicht zu ihm passte.

Zaghaft hob sie ihren Blick, ein ernster fast wütender Ausdruck lag auf seinen Zügen.

„Nie wieder…hörst du?“, sein Griff wurde etwas fester, seine Stimme lauter, „Versuch nie wieder mich zu zwingen, etwas zu vergessen!“

Erschrocken schaute sie ihn an, so hatte er noch nie mit ihr gesprochen, sein Blick, sein Blick war so anders, er war so anders…der Griff um ihre Arme wurde noch fester sie wimmerte auf.

„Nie wieder…“
„Simon…“, vorsichtig legte Norh eine Hand auf seine Schulter, „Ich denke das reicht…“
Ruckartig schnellte er herum, packte ihre Hand ,ein zorniger Ausdruck, überrascht schaute die Frau ihn an, er blinzelte verwirrt, hastig als hätte er sich verbrant ließ er ihre Hand los, stand zackig auf und verließ hastig den Raum.

„Simon!“

Schnell eilte er den Koridor entlang, stieß mit einem Mann zusammen.

„Hey pass doch auf Schrotthaufen!“

Er ignorierte ihn, er ignorierte die Beleidigung, er stieß die Tür zum Balkon auf, ein kühler Wind stieß ihm entgegen, ungeachtet ließ er die Tür hinter sich zufallen.

Er zitterte, doch nicht durch die Kälte, sein System war volkommen durcheinander, Fehlermeldungen über Fehlermeldungen…sein linker Arm zuckte unkontrolliert, seine Sicht war eingeschränkt durch das beschädigte Auge.

Angst…er kannte das Gefühl…er hatte Angst…was oder wer war er? Er selbst fühlte sich fremd und falsch…diese Wut die er empfunden hatte…er konnte sich zum ersten Mal nicht kontrollieren …er hätte sie...

„Verdammt…“, kraftlos ließ er sich mit dem Rücken am Geländer hinab rutschen.

Gewaltige Baumriesen neigten ihre Spitzen leicht im kühlen Sommerwind, das leise Rufen eines Uhus, das silbernde Licht des Halbmondes.

Auch die wunderschöne Aussicht konnte ihn nicht erreichen…

Er war so durcheinander, er war so anders, alles war so anders…

Er verbarg sein Gesicht in seiner unbeschädigten Hand. Warum? Was war mit ihm? Warum hatte er das gemacht?

„Der ist sicher abgehauen. So wie der aussah ma…“
„Halt deine verdammte Klappe Mensch!“
„Hey Robotussie wag es nicht mir no…“
„Haltet Beide eure Klappe!“

Die Balkontür schwang auf, der weiße Stoff eines Nachthemdes, nackte Füße.

„Simon!“

Ruckartig zuckte er zusammen.

„Bleib weg!“, unbewusst drückte er sich mit dem Rücken fester gegen das Geländer, als wollte er versuchen mehr Abstand zu gewinnen.

„Simon es tut mir so leid…ich wollte dir nicht noch mehr weh tun. Es war falsch ich dachte nur…“, langsam machte sie ein paar Schritte auf ihn zu.

„Bleib weg…ich will dir nicht weh tun…ich weiß nicht…ich weiß nicht wer ich bin…ich…“, etwas nasses lief über seine Wange.

„Alles ist gut…dir geht es nicht gut, aber nichts an dir ist falsch. Du wirst mir nicht weh tun Simon, ich habe dir weh getan, nicht du mir.“, sie kam weiter langsam näher.

Er zitterte, weitere Tropfen perlten über seine Wange, tropften von seinem Kinn hinab.

„Ich…ich weiß nicht mehr…wer ich bin…ich sollte so nicht…“, er schüttelte den Kopf, es war viel zu viel, es war viel zu viel für ihn.

„Simon…schhau mich an.“, sie kniete direkt vor ihm, zwei bernsteinfarbende Augen in dem herzförmigem Gesicht, Sommersprossen, Strähnen von langem blonden Haar, so vertraut, „Du bist Simon…ein herzensguter Mann. Du bist freundlich, herzlich und liebevoll…in dir steckt so viel Gutes. Es ist in Ordnung, dass du Angst hast…du hast viel durchgemacht das tut mir so leid…Es wird alles wieder gut.“

Vorsichtig legte sie eine Hand auf sein Knie drückte dieses leicht.

„Ich…ich weiß das ich dich liebe Lucy…das ist das einzige was ich wirklich weiß…ich liebe dich…“, behutsam nahm sie ihn in den Arm, fest klammerte er sich förmlich an ihr fest, verbarg sein Gesicht an ihrer Schulter ein ersticktes Schluchzen.

„Sch Sch…alles ist gut Simon, mein lieber Simon.“, sanft wog sie ihn hin und her, streichelte ihm liebevoll übers Haar.

„Was ist denn nun…“, irritiert trat Gavin hinaus auf den Balkon, „Weint der?“

Total irritiert betrachtete er das Bild vor sich, der Android klammerte sich haltsuchend an die junge Frau, sein Körper erzitterte leicht, dumpfes Schluchzen.

Würde er es nicht besser wissen könnte er wirklich denken das sie einen Menschen tröstete.

Es war eine verdammte Maschine, eine Blechbüchse, eine Plage…mit Gefühlen? Mit der Möglichkeit zu weinen? Emotionalen Schmerz zu empfinden? War Connor dazu in der Lage?

Es war kaum vorzustellen…sie waren doch nur Maschinen …warum wirkte dieser so menschlich? Warum hing Lucy so an einer Maschine…wie ihr Vater…

Mam wo geht Elijah hin?

Mam warum weinst du?

Mam kommt Elijah zurück?

Mam…muss Pa sterben?

Mam…warum kommt Elijah jetzt nicht…

Mam…

Mam warum hast du mich auch alleine gelassen?

Hastig schüttelte er den Kopf.

„Na ist das zu viel Gefühl von einer Maschine, Mensch?“, ein verächtlicher Ton lag in der Stimme der Brünetten.

„Lass mich in ruhe Robotussi…“, etwas unsanft schob er sie beiseite und betrat wieder das Haus.

„Arschloch…“, wütend schaute North ihm nach, unterdrückte dem Impuls ihm nachzujagen, ihr Blick wanderte hinüber zu den zwei umschlungenen Gestalten.

Armer Simon…wie konnte ich nur Zweifeln…sie hätte wirklich…

Kaum merklich biss sie sich auf die Lippe, ihr hasserfülltes Menschenbild bröckelte gefährlich…

Langsam trat sie auf die Beiden zu.

„Simon?“, überrascht hob der angesprochende Android den Kopf, schaute mit dem tränennassen Auge zu ihr auf, „Ich denke es ist an der Zeit das du uns allen davon erzählst was dir passiert ist…“

Ein schwaches Nicken war die einzige Antwort…



Eine Stunde später…

4:00 Uhr

Wohnzimmer Gästehaus

Simon saß auf dem großen schlichten braunen Sofa, Lill hatte ihn eine Decke umgelegt, Lucy saß zu seiner Rechten und zu seiner Linken saß niemand anders als Markus.

Ihnen gegenüber standen Chris und Gavin, North und Lill saßen wenn auch mit etwas Abstand von Norths Seite gemeinsam auf dem kleineren Sofa, Nine stand etwas Abseits nah der Tür.

Sie alle waren schweigend Simons Erzählungen gefolgt, von seiner geheimen Programmierung durch Kamski, bis zu seiner wieder Aktivierung durch selbigen…und die Tatsache das nun Lucy das Hauptziel von Seven war…

Ein unangenehmes Schweigen lag in der Luft. Nur das Ticken der riesigen Wanduhr unterbach in Rhytmischen Intervallen die Stille.

Ein schwerer Atemzug, dann ergriff die junge blonde Frau das Wort: „Wenn nur ich es bin…dann sollte ich vielleicht einfach zu ihm gehen.“
„Was?“, entsetzt wirbelte der Android neben ihr herum, „Nein!“
„Aber wenn er mich hat wird Lillis Mann entlastet und…“
„Und dann hätte er alles was er will und würde die Welt vernichten.“

Schockiert traf ihr Blick den der zweifarbigen Augen.

„Bei allem Respekt Lucy, aber genau das ist was er will, du hilfst niemanden mit deinem Opfer, so edel es auch von dir ist dies anzubieten.“
„Markus hat recht Süße. Ich find es wirklich reizend, dass du dies anbietest, aber weder Jeff noch ich wollen, dass du dich dafür opferst. Wir kriegen das auch so hin. Wir müssen uns nur die ersten Schritte überlegen.“, ein sanftes Lächeln lag auf den vollen Lippen der Frau.

„Miss Fo…“, ein ernster Blick der dunklen Augen ließ Gavin sich selbst korrigieren, „ Lilli hat recht. Wenn Kamski noch lebt, wäre es das Schlauste ihn als erstes zu befreien, er hat den Bastard entwickelt, vielleicht weiß er wie man ihn ausschalten kann.“

Es war das logischste so heranzugehen, aber er wollte auch seinen Bruder retten, dies würde Gavin nie zugeben, aber die Vorstellung das Elijah einer irren Maschine hilflos ausgeliefert war…

Leicht schüttelte er den Kopf, alleine die Vorstellung das sein Bruder aus der Ferne eine Maschine dazugebracht hatte sich selbst zu reaktivieren…das war krank. Wie weit würde er noch gehen? Wie viel Mensch steckte überhaupt noch in ihm? All diese Geheimnisse, das musste aufhören.

„In der Tat das wäre der produktivste nächste Schritt. Elijah Kamski könnte ebenfalls entlastende Auswirkungen auf den Prozess gegen Captain Folower haben.“

Etwas irritiert wandten sich alle Köpfe in Richtung des RK900, es war das erste Mal, dass er in der Runde das Wort ergriff.

„Es ist nur eine Frage der Zeit bis RK700 den Aufentalt von Miss Hanson ermittelt hat, ich empfehle das Gelände weitläufig mit Störsendern auzustatten. Die KI-Einheiten haben bereits einen großen Teil von Detroit durchsucht sie werden sich bald auf die Randgebiete ausweiten.“
„Ach und das weißt du woher Blechdose?“, misstrauisch betrachtet der Detectiv ihn.

„Nach meinem Absturz konnte ich mein System, mit der Unterstützung von Miss Hanson, neu kalibireren. Ich bin nun in der Lage auf einige Datenbänke zugreifen, eine davon ist das Kommunikationsystem zwischen den KI-Einheiten, leider kann ich nicht lokalisieren woher genau die Impulse kommen, aber ich vermute, dass sie direkt vom Netzwerkknoten kommen.“
„Dieser Netzwerk…was auch immer…ist das Connor?“, eine Mischung aus Entsetzen und Verwirrrung spiegelte sich auf Chris Zügen wieder, „Ich meine kann man wirklich einen von euch…so umbauen? Das ist doch mega krank.“
„Ich bestätige das Netzwerk ist Connor. Seven hat seine Programierung überspielt und sein System angepasst. Prinzipiell kann jeder Androideneneinheit manipuliert und umstrukturiert werden. Der PL600 ist ein passendes Beispiel.“
„Simon…er heißt Simon nicht PL600 Nine…“, warf Lucy ein, wobei sie leicht die Hand des angeschlagenen Mannes drückte.

„Das ist doch total krank…wir müssen das Militär alarmieren… die Air Force, FBI, Präsidentin usw.“

Die Panik war deutlich aus den Worten des jungen Polizisten zu erkennen.

„Die Leute laufen umbekümmert auf den Straßen rum und wissen gar nicht was los ist, meine Frau geht jeden morgen aus dem Haus unwissend, mein kleiner Sohn im Kindergarten und…es könnte jeder Zeit eine Katastrophe passieren. Das geht doch nicht wir müssen…“
„Jetzt flipp hier bloß nicht aus Idiot.“, knurrte Gavin ihn an, „Wir haben absolut keine handfesten Beweise, die ausreichen würden, dass wir überhaupt bis zur Präsidentin kommen würden…noch dazu spielt das Arschloch perfekt allen vor das alles super duper in Ordnung ist.“
„Ich habe im Vergleich zu dir eine Familie um die ich mich Sorgen muss Gavin!“, schnauzte Chris ihn überraschend direkt zurück an.
„Ach und mein Bruder ist der irre Spinner der hier alles in Gang gebracht hat und nun von seinem irren Superroboter auseinader genommen wird!“

Verdattert starrte sein Kollege ihn an.

„So Jungs…“, Lill trat neben die beiden und legte ihn sanft jeweils eine Hand auf die Schulter, „Es bringt nichts wenn wir uns hier jetzt zerfleischen. Wir brauchen jetzt einen strukturierten Plan und ich weiß jeder von uns hat Angst und eigene Sorgen um Menschen die ihm wichtig sind. Wir müssen jetzt zusammenhalten.“

Fest drückte sie beide Schultern, bevor sie sich Nine zuwandte.

„Ich denke das mit den Störsendern ist eine gute Idee Nine das dürfte die hirnlosen Büchsen erst einmal verwirren. Sollte es an der Tür klingeln gehe ich hin. Lucy du gehst dann gleich in den Weinkeller ich zeige dir dort eine versteckte Luke, da unten ist alles dick gemauert niemand sollte dich da orten können. Ich werde keinen Fremden ins Haus lassen, aber sicher ist sicher und für den Rest überlege ich mir noch etwas…kommen wir zurück dazu Kamski zu finden. Also Simon kannst du sagen woher das Signal kam?“
„Ich…ich weiß nicht…vielleicht…“, kurz schloss er das Auge, offenabr schien er sich zu konzentreiren, die Pupille zuckte merklich hinter dem geschlossenen Lied, „Altes Industriegebiet…am Hafen…in der ehemaligen Konservenfarbrik…“
Er öffnete wieder das Auge, ein leichter dünner blauer Fluss sickerte aus seiner Nase, rasch reichte Lucy ihm ein Taschentuch.

„Genauer kriege ich es nicht hin…“
„Das ist super Simon“, fest drückte Lucy seine Hand, „Das ist genau genug denke ich.“
„Aber das Gebiet wird jeden Tag durch Patrouillen und Streifen bewacht. Angeblich weil dort seltsame Vorgänge gesichtet wurden, von sogenannten Aktivisten die gegen die KI sind.“, kurz runzelte Chris die Stirn, „Ich bin Morgen bzw heute Nachkmittag mit Tina zu einer Streife genau dort eingeteilt.“
„Das wäre die Ideale Gelegenheit um sich dort einzuschleichen.“, warf Gvain ein.
„Seven wird sicher Kameras und Drohnen haben.“, erwiederte Markus ernst, „Diese müssen unbemerkt blind gemacht werden.“
„Wenn ihr es schafft einen Sender nah genug heran zu bringen, kann ich auf das Sicherheitssystem zugreifen und eine Dauerschleife einrichten, dann kann ich euch vielleicht auch durchs Gebäude lotsen.“

Überrascht schauten alle anwesend die kleine zarte Frau an.

„Das kannst du?“, leicht beeindruckt schaute North sie an.

„Ich habe einen Abschluss in Cybertechnologie und Konstruktion sowie…“
„Schon gut, schon gut.“, unterbrach North sie, „Wir kommen vom Thema ab.“
„Ich kann das mit dem Sender…“
„Nein Markus das ist zu gefährlich, wenn sie dich erwischen unser Volk braucht dich gerade jetzt. Wir müssen zurück, Josh kann das in dieser Krise nicht alles alleine regeln.“, unterbrach seine Gefährtin ihn.

Ein schweres Seufzen, kurz balten sich die Hände ses Androiden zu Fäusten.

„Du hast recht…“
„Ich gehe.“

Verdattert richteteten sich nun wieder alle Blicke auf Nine.

„Du? Auf keinen Fall ich mach das. Ich traue dir Blechdose keinen Milimeter über den Weg, du verpetzt uns wahrscheinlich noch.“, wiedersprach Gavin außer sich.

„Wenn ich das gewollt hätte, Detectiv Reed hätte ich es bereits getan. Ich will es wieder gut machen was ich angerichtet habe. Meine Systeme sind für Kämpfe entwickelt, es ist nur logisch, dass ich gehe.“
„Aber…“
„Dann geht ihr einfach Beide…“, unterbach Lilli etwas streng.
„Was? Aber…“, Gavin stutze beim Blick der älteren Frau, „Ja Ma’am.“
„Gut dann besprechen wir noch kurz alles genau und dann sollte jeder von uns sich noch ein paar Stunden Schlaf holen…“
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast