Der Feind in Mir

von Eisflamme
GeschichteAllgemein / P18
Hank Anderson RK800-51-59 Connor
03.05.2020
12.10.2020
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60.299
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03.05.2020 1.420
 
Kurzes Vorwort: Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen wie sich die Geschichte entwickeln wird. Kurz gesagt ich weiß nicht ob es hier eine Romanze zwischen zwei Männern geben wird oder es bei reiner Freundschaft bleibt. Ich habe vor kurzem das Spiel durchgespielt und schreibe derzeit einfach nur meine Überlegungen auf, soll heißen ich habe keinen 100% festen Plan. Wer aber Probleme mit gleichgeschlechtlichen Beziehung hat sollte besser gar nicht erst anfangen zu lesen, da ich nicht weiß ob es im späteren Verlauf stattfindet und ich keine Lust habe im Fall der Fälle darüber diskutieren zu müssen.
Vielen Dank für eurer Verständnis und nun hoffentlich viel Spaß beim Lesen!
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12 Januar 2040 Samstag..

22:30 Uhr…

Detroit, Hafen…

Regen, starker Platzregen flutete den dunklen Betonboden, formte Pfützen, keine Sterne, kein Mond spiegelten sich in diesen.
Ein eisiger Wind peitschte über den verlassenen Containerhafen, pfeifend und heulend wie ein Urtier jagte er durch die verschachtelten Gänge, Spalten und Ritzen.

Systemfehler…

Das Bild flackerte, die verschwommenen Umrisse der Container, durchbrochen von fehlerhaften Fragmenten, der graue Regenschleier…
Aufstehen…aufstehen…

Knacken, Knirschen.

Bewegungsapparat kritisch…beschädigt…

Seine Beine gaben nach, hart schlug er zurück auf den Beton, ein dumpfes Rauschen…
Eine Pfütze aus blauem Blut…sein System erzitterte…sein ganzer hochentwickelter Körper zitterte…

Weiter…weiter…

4861v schwer beschädigt…

Nur noch ein Stumpf, sein linker Unterarm abgetrennt…Fehlermeldungen über Fehlermeldungen, sein System stand vor dem Zusammenbruch.

Kritischer Schaden…Fehlfunktion breitet sich aus.

Hoch…hoch…

Er versuchte sich auf seinen intakten rechten Arm zu stützen ein dumpfer Laut verließ seine perfekt geformten Lippen…

Was…

Er sackte zurück, bohrend, stechend, brennend…raste die Meldung…durch seinen Arm, weiter hinauf zu seiner Schulter…

Fehlfunktion im System…Fehl…funktion…

Ein wimmerndes Geräusch…diese Meldung…nein…war das Empfinden? Schmerz? Er dürfte keinen Schmerz spüren…

512…1..a…besch….

Der Herzschlag seines biotischen Herzens stieg an, wurde unkontrollierter, ein seltsames Kribbeln jagte durch seinen Körper, durch seinen Speicher…
Panik…es wurde unerträglich, ein System nach dem anderen fiel aus, das Brennen drang durch seine Brust, sein Körper erbebte.

Bitte!

Er wollte sich nicht abschalten , er wollte nicht sterben. Er war noch nicht lange frei…er hatte noch nicht lange gelebt.
Panik und Angst, solche Angst…
Thirium 310 sickerte auf den Boden, mischte sich zum stetig prasselndem Regen…

Er war allein, er war ganz allein…er würde sterben…allein…

So hatten sie also empfunden? So hatten sie…vielleicht hatte er es verdient…
Ruckartig schwoll das fehlerhafte Empfinden an, ein gepeinigter Schrei, es schien ihn von Innen zu zerreißen.

AUFHÖREN! BITTE! Bitte…Hilfe…Hank…



12 Januar 2040 Samstag

12:00 Uhr…

115 Michigan Drive in Detroit…

„Verdammt noch mal Sumo! Du sollst aus dem Napf fressen und nicht aus dem verdammten Sack!“
Ein schuldbewusstes Winseln und der riesige Bernhardiner trabte aus der kleinen Küche, während sein Besitzer laut fluchend dabei war den Inhalt eines 10 Kilo Sackes Trockenfutter aufzusammeln, der auf dem gesamten Fliesenboden verstreut lag.

„Hätte mir einen verdammten Goldfisch kaufen sollen…“, grummelte der grauhaarige Mann vor sich hin, während er das Futter zurück in den geflickten Sack kippte bevor er diesen in der Kammer verstaute.

„Der wäre deutlich pflegeleichter…“, murrte er vor sich hin, während er den Kühlschrank öffnete. Instinktiv griff seine rechte Hand nach dem Fach in dem das Bier sonst immer lagerte.
Doch dieses war seit mehren Wochen bereits leer.

Ein erneutes Fluchen verließ die schmalen Lippen zwischen dem grauen Vollbart,

Sie sollten weniger trinken Lt. das ist nicht gut für sie…

„Seit wann höre ich…verdammt noch mal!“
Energisch wurde der Kühlschrank wieder verschlossen, nachdem er statt dem gewohnten Bier eine einfache Orangenlimonade ihren Weg in seine Hand gefunden hatte.
„Der soll mir noch mal sagen was sich zu tun habe…dann…“

Immer noch grummelnd ließ er sich aufs Sofa fallen. Ein verschlafenes Grunzen zu seiner Rechten erklang und kurz darauf ruhte der gewaltige weiß-braune Hundekopf schnarchend auf seinen Schoß.
„Hmpf…guter Hund.“
Kurz tätschelte er Sumo und öffnete anschließend gekonnt mit einem Feuerzeug seine Limonade.

„Fernseher…“
Auf Kommando aktivierte sich das Gerät und sogleich erklangen die  Mittagsnachrichten, während er seinen ersten Schluck nahm.
„Die Verhandlungen zwischen Androiden und Menschen dauern immer noch an, seit einigen Wochen gibt es jedoch erste Ergebnisse. So entsteht am Rande von Detroit das erste Wohnviertel für Androiden. Zusätzlich soll in den alten Räumlichkeiten der einstigen Uniklinik Sankt Angels ein medizinisches Zentrum entstehen welches sich auf die medizinischen Bedürfnisse von Androiden spezialisiert. Der größte Fortschritt ist, dass es seit kurzem Androiden erlaubt ist einen Beruf aufzunehmen. Dies sollte in vielen Branchen wieder für Erleichterung sorgen. Allerdings müssen mit den Androiden wie mit Menschen Arbeitsverträge abgeschlossen und ein fester Lohn vereinbart werden. Die Verträge dürfen im Verhältnis zu den menschlichen Verträgen nicht niedriger eingestuft sein. Des Weiteren….“

Nachdenklich legte sich seine Stirn in Falten.
„Wohnung, medizinische Versorgung und sogar nen Job…eins muss man diesem Markus lassen, durchsetzungsfähig ist er. Ich frag mich nur…egal.“

Abwesend fuhr er seinem Hund über den Kopf.
Drei Monate…drei Monate in dem er den Jungen nicht mehr gesehen hatte. Aus seiner Sicht war nichts vorgefallen, er war einfach nicht mehr zum Imbissladen gekommen.
Wahrscheinlich hatte er endlich seine Freiheit zu schätzen gelernt und war nun mit seinen Androiden…das versuchte er sich jedenfalls einzureden.

Es war nicht so, dass er nicht versucht hatte rauszufinden wo er war, aber die meisten Androiden trauten Menschen nicht sie würden nie etwas preisgeben das einen der ihren betraf.
So blieb nichts anderes übrig, als einfach weiter zu machen und zu hoffen, dass dem Jungen wirklich nichts passiert war.

Ein schweres Seufzen, er hätte nie gedacht das er sich mal ernsthaft um einen An…
Ein schriller Ton unterbrach seine düster werdenden Gedanken.
„Wer zum Geier ist denn das jetzt?“, etwas unsanft schob er den immer noch schlafenden Sumo von seinem Schoß, „Toller Wachhund…“
Er bekam nicht wirklich oft Besuch, wahrscheinlich hatte er sein Handy wieder aus Versehen auf lautlos gestellt und nun stand einer seiner Kollegen vor seiner Tür um ihn zu einem Einsatz zu holen.

Erneut ging die Klingel.

„Verdammt nochmal ich bin ja schon…“, schwungvoll riss er die Tür auf, „da, du Vollidio…oh.“
Ein Überraschter Ausdruck huschte über die kantigen Züge des Mannes als er in das Antlitz des Besuchers blickte.
„Lt. Anderson? Es geht um Connor, wir brauchen ihre Hilfe.“
Es gab keinen Zweifel, die große drahtige Gestalt, die kurzen dunklen Haare und die zweifarbigen Augen, dieses Gesicht ging täglich durch die Medien: Markus.

Hinter ihm standen zwei weitere Androiden, die er ebenfalls schon in den Medien gesehen hatte. Eine junge brünette Frau und ein blondhaariger Mann.
Jede andere Person hätte die Gelegenheit wahrscheinlich für 500 mega spannende Fragen genutzt, hätte vor sich hin gestammelt wie ein Fan oder hysterisch los gebölkt.
Für ihn hatte dies jedoch alles kein Relevanz, nicht nach dem ersten Satz von Markus.
„Was ist mit ihm?“
„Er ist verschwunden, bei dem letzten Kontakt den wir hatten sagte er mir er müsse verschwinden, ansonsten wären wir alle in Gefahr.“, tief und eindringlich klang Markus Stimme während er ihn genau in die Augen schaute.
„Was…warum habt ihr ihn nicht aufgehalten? Wieso in Gefahr?“
„Ich habe es versucht, aber er hat mich kurzfristig in den Standby versetzt.“
„Kurzfristig du warst drei Stunden im Standby…“, wiedersprach die weibliche Androidin deutlich gereizt.
„North, hätte Connor wirklich versucht Markus ernsthaft auszuschalten, dann hätte er dies auch getan. Er wollte offenbar nur schnell weg. Das war vor vier Wochen. Wir haben seit dem versucht ihn zu lokalisieren, aber wir vermuten er hat seine Spuren verschleiert.“, meldete sich nun auch der blondhaarige Mann zu Worte.

„Seit vier…Oh Jesus warum seid ihr nicht sofort zur Polizei gegangen und habt eine Vermisstenanzeige aufgegeben?“
Diese Dummkopf…was hat er vor?

Kaum merklich formte er seine Hände zu Fäusten.
„Es gibt leider derzeit noch ein paar Punkte die diese Entscheidung für uns nicht hergegeben haben. Doch wie Simon sagte wir können ihn nicht aufspüren, deshalb sind wir hier. Wir brauchen ihre Hilfe, sie kennen Connor am besten, haben mit ihm zusammen gearbeitet. Helfen sie uns ihn zu finden, eine Gefahr für ihn kann eine Gefahr für unser ganzes Volk sein.“

Er musste nicht lange überlegen.

„Wo habt ihr ihn zuletzt gesehen?“
„Ich zeig es ihnen.“

Schnell griff er sich noch seine Jacke schnappte sich sein Autoschlüssel und zog die Tür hinter sich ins Schloss.
„Wir nehmen mein Auto ich mag diesen neumodischen Flitzer nicht…“, ohne eine Antwort abzuwarten war er an der Gruppe vorbei zu seinem Auto geeilt.
„Das…fährt noch?“, fragend tauschte North Blicke mit ihren zwei Begleitern aus.