Lifesaver in love

von Herzbeben
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
OC (Own Character) Samu Haber
03.05.2020
30.06.2020
31
46.120
3
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30.06.2020 1.119
 
Auf Krücken und mit einer Schiene am Fuß verließ ich das Krankenhaus wieder. Ich hatte mir den Knöchel verstaucht. Meine Mutter holte das Auto, während Suvi und ich vor dem Krankenhaus warteten. Ich zündete mir eine Zigarette an, schon der erste Zug beruhigte mich etwas.
‚Deine Mutter kommt sicher gleich. Du solltest das nicht tun.‘, Suvi legte mir sanft ihre Hand auf den Unterarm.
‚Mir egal, ich brauch das jetzt.‘
Sanft lächelte sie und fuhr mir durchs Haar, streichelte meinen Nacken, was ich sehr genoss.
‚Hoffentlich passiert dir bald mal was positives.‘
‚Erst gestern ist mir was positives passiert.‘
‚Ach ja?‘, fragend zog sie eine Augenbraue hoch und ich gab ihr einen Kuss.
‚Du Baby. Was will ich mehr?‘
‚Blödmann.‘, sagte sie lachend und nahm mir die Zigarette aus der Hand. Meine Mutter fuhr vor und sah Suvi an, die immer noch die Zigarette in der Hand hielt. Sofort wurde Suvi bewusst, warum meine Mutter sie so ansah, schmiss die Zigarette weg und zeigte mit dem Finger auf mich. Sofort fing ich herzhaft an zu lachen.
‚Ist das dein Ernst?‘
‚Ich hab nichts verbrochen.‘, grinste sie frech und hielt mir die Beifahrertür auf.
Als wir beide im Auto saßen legte meine Mutter auch schon direkt los.
‚Die Dinger sind ungesund und sicher nicht gut für deine Stimme. Mach weiter so und deine Karriere als Musiker steht mal auf der Kippe.‘
‚Welche Karriere?‘, ich sah mich grinsend im Auto um, Suvi lachte hinter mir. Dafür kassierte ich von meiner Mutter einen leichten Schlag an den Hinterkopf.
‚Warum?‘, immer noch grinsend rieb ich mir den Hinterkopf.
‚Weil ich möchte, dass du auf dich aufpasst. Du hast ein Ziel, schon so viele Jahre..‘
‚Ja und bis jetzt ist nichts passiert. Vielleicht passiert ja nie was.‘
‚Hast du einen Plan B?‘, meine Mutter sah mich eindringlich an.
‚Ja. Aber darüber möchte ich nicht hier reden und schon gar nicht unter sechs Augen.‘, ich spürte Suvis Blick hinter mir.
‚Gut. Dann eben später.‘, meine Mutter fuhr in Richtung zu Hause.
‚Was für einen Plan B?‘, wollte Suvi jetzt wissen. Ich atmete tief durch.
‚Wenn das mit der Musik nichts wird.‘
‚Warum sollte es denn nichts werden? Ihr seid großartig. Euch muss nur der richtige hören. Samu, das weiß ich.‘

Nach einer guten halben Stunde Fahrt und endlosem Schweigen, kamen wir zu Hause an. Suvi half mir aus dem Auto und mit leichten Anlaufschwierigkeiten schaffte ich es raus.
‚Was ist dir denn passiert?‘
Ich sah nach oben und sah Fynn grinsend am Fenster meiner Schwester stehen.
‚Frag nicht so blöd, wenn du es schon weißt.‘, rief ich zu ihm rauf.
‚Wusste gar nicht, dass im Bett sowas passieren kann.‘, er verschwand vom Fenster, aber sein Lachen hörte ich. Ich stand jetzt vor der Treppe, die zur Haustür raufführte. Für einen kurzen Moment überlegte ich, wie ich es schaffen sollte, da rauf zu kommen.
‚Nimmst du mal bitte.‘, ich drückte Suvi die Krücken in die Hand und hüpfte dann auf einem Bein die Treppe rauf.
‚Die Idee finde ich nicht sonderlich gut. Du könntest das Gleichgewicht verlieren und fallen. Nimm doch wieder die Krücken.‘
Ich warf einen Blick über meine Schulter zu ihr, sah dann die Treppe rauf und entschied, dass Suvi recht hatte. Nach ein paar Minuten saß ich endlich auf dem Sofa, der verletzte Fuß lag auf dem Wohnzimmertisch.
‚Samu, es tut mir leid. Das war sicher nie meine Absicht.‘, ich sah zu Santtu rauf, der am anderen Ende des Sofas stand und ich sah ihm an, dass es ihm wirklich leid tat.
‚Schon gut Kurzer. Ich hab die Leiter aus freien Stücken benutz.‘
‚Trotzdem. Ich übernehme alle deine Aufgaben im Haus.‘
‚Ohne zu verhandeln?‘, ich zog eine Augenbraue hoch und bemerkte seinen kurzen Blick zu meiner Mutter.
‚Verstehe, die Chefin hat es befohlen.‘
Er nickte und ich zwinkerte ihm zu.
‚Ist er gebrochen? Kann ich was drauf schreiben?‘, Sanna tauchte mit einem Edding ganz aufgeregt neben mir auf.
‚Spinnst du?! Ich hatte Glück. Bloß verstaucht.‘
‚na da bist du wohl nicht tief genug gefallen. Schade.‘, schon prusteten meine beiden Geschwister los. Selbst meine Mutter grinste. Ich schüttelte bloß den Kopf.

‚So Suvi, es wird Zeit. Wir müssen los.‘
Meine Mutter eilte in den Flur und ich hörte die Autoschlüssel klappern.
‚Ich komme sofort Eve.‘, rief Suvi ihr zu.
‚Tut mir leid. Eigentlich war das meine Aufgabe.‘, ich strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht und lächelte.
‚Schon gut. Ein anderes Mal. Ich komme morgen nach der Schule mit Sanna her, dann kümmere ich mich um dich.‘
‚Süße, ich bin kein Pflegefall.‘
‚Das weiß ich. Aber mein Freund.‘
Suvi küsste mich zum Abschied und war dann raus zu meiner Mutter, die schon gehupt hatte. Bis meine Mutter wieder hier war und ich wusste, sie wollte über Plan B reden, vertrieb ich mir die Zeit mit zocken.
‚Kann ich mitspielen?‘, setzte Santtu sich neben mich und hatte den zweiten Controller schon in der Hand.
‚Klar doch. Und jetzt schau nicht wie so ein kleiner schuldbewusster Welpe. Mir gehts gut. Und ich bringe dich erst später um, wenn ich weiß, wie man es mir nicht nachweisen kann.‘
‚Haha..du Arsch!‘
‚Ich hab dich auch lieb Kurzer.‘, ich zwinkerte ihm zu und wir spielten dann was FIFA.

‚Wo sind die beiden?‘, kommt meine Mutter rein und schaut sich nach meinen Geschwistern um.
‚Sind schon oben.‘, ich machte den Fernseher aus und wartete ab, was nicht lange auf sich warten ließ.
‚Plan B also..‘, sie setzt sich neben mich und schaut mich erwartungsvoll an. Ich atmete tief durch und sagte dann..
‚Ich werd zum Militär gehen, mich verpflichten.‘, ich sah meine Mutter an, ihr war die Farbe aus dem Gesicht gewichen.
‚Das ist einer deiner schlechten Scherze.‘
‚Nein, diesmal meine ich es ernst. Ich kann mir nichts anderes als Musik vorstellen. Und mal ehrlich, siehst du mich in einer Uni sitzen? Du sagst selber, dass ich manchmal eine strenge Hand hätte vertragen können und wo lerne ich Gehorsam und Disziplin besser, als dort. Ich habe mir das wirklich gut überlegt.‘
‚Du solltest es dir ein zweites Mal überlegen. Du könntest doch auch eine Ausbildung machen, hier in der Stadt.‘
‚Und mich jeden Tag damit quälen? Mama, bitte..das wäre mehr als schrecklich. Zwei Jahre Militär und vielleicht läuft es dann endlich mit der Musik. Sonst werde ich Berufssoldat.‘, jetzt grinste ich sie doch was an. Ich hatte meine Mutter noch niemals in meinem Leben so sprachlos erlebt. Sie drückte meine Hand, sah mich mit einem speziellen Blick an und stand dann auf. Vermutlich würde sie morgen, oder in ein paar Tage nochmal mit mir drüber reden, wenn sie nachgedacht hatte, wie sie es mir ausreden könnte. Aber da gab es nichts zum ausreden, mein Entschluss stand fest.
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