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Jaque Mate - Lass die Maske fallen

KurzgeschichteDrama, Krimi / P16 / Gen
Alicia Sierra Der Professor / Sergio Marquina
03.05.2020
06.05.2020
2
3.957
2
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
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03.05.2020 1.754
 
Hallo ihr Lieben,

wie viele von euch sicherlich auch, habe ich schon die vierte Staffel dieser gigantischen Serie fertigeschaut und kann die fünfte Staffel kaum erwarten. Hier habe ich mal eine Kurzgeschichte (aus 2 Kapiteln bestehend) geschrieben, wie es weitergehen könnte.

Anmerkung: Es können fehlerhafte Informationen auftreten, für die ich mich entschuldige. Aber ich kenne die Serie auch nicht in- und auswendig.
Dies ist außerdem nur meine grobe Vorstellung davon, wie es weitergehen könnte. Diese Kurzgeschichte wird auch nur um die Situation zwischen dem Professor und Alicia Sierra gehen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und würde mich sehr über Rückmeldungen freuen :)

Liebe Grüße
RedQueen



~~~♕~~~


Teil I:

Der Professor konnte sein Glück kaum fassen. Immer wieder hörte er die Worte seiner Bande und Freunde in seinem Ohr „Für Nairobi“. Es war ihr Krieg, den sie nun begonnen hatten und für Nairobi zu Ende bringen würden.
Plötzlich vernahm er das Geräusch von klickendem Metall. Er drehte sich in Windeseile um und noch bevor er sich sicher sein konnte, wer sich da Zutritt zu seinem Versteck verschafft hatte, wurde sein Fluchtinstinkt aktiviert und er sprang auf.
Doch er konnte sich mit keinen zwei Schritten in Bewegung setzen, da wurde auch schon der erste Schuss auf ihn gefeuert, der nur haarscharf daneben ging.

„Keine Bewegung“,

der Professor konnte diese Worte nur kaum verstehen, da sein Herz ihm so wild gegen die Brust klopfte, dass er nichts anderes mehr hören konnte.
Er ging in seinem Kopf alle Möglichkeiten durch, wie ihm dieser Fehler hatte passieren können während er sich langsam umdrehte und direkt in das triumphierende Gesicht der ehemaligen Ermittlerin der Polizei blickte.
Alicia Sierra zielte mit ihrer Waffe auf den Professor und kam mit langsam und zögerlichen Schritten auf ihn zu. Der Professor hatte sie bisher nur im Fernsehen gesehen und musste sich eingestehen, dass sie kleiner war, als er anfangs gedacht hatte. Nur ihr Bauch sah genauso aus, wie das Fernsehen ihn zur Schau gestellt hatte.

„Schachmatt, dreckiger Bastard“, sagte sie mit einem siegessicheren Grinsen auf ihrem Gesicht.

Der Professor atmete tief ein und dachte immer noch angestrengt darüber nach, warum er so unaufmerksam gewesen war.
Vielleicht hatte die Rettung von Lissabon seine Aufmerksamkeit zu sehr beansprucht.
Doch nun spielte es auch keine Rolle mehr, wie das passiert war, schließlich musste er nun einen Weg finden, am Leben zu bleiben und sich aus den Fängen der kalten und hinterhältigen Inspectora zu befreien.


*******


„Inspectora Sierra, ich hatte Sie hier nicht erwartet“, sagte der Professor mit einem freundlich aufgesetzten Lächeln.

Er sah sich um, als suchte er etwas und machte dabei ein paar hilflose Bewegungen mit den Armen.

„Hätte ich von Ihrem Besuch erfahren, hätte ich Kaffee aufgesetzt und etwas aufgeräumt“,

„Sparen Sie sich Ihren Sarkasmus“, giftete Sierra zurück, „Wir wissen beide, dass ich nicht zum Kaffeetrinken hier bin“

Der Professor stimmte ihr in Gedanken zu. Jedoch musste er in dieser Situation einen kühlen Kopf bewahren und dafür sorgen, dass ihr Finger am Abzug nicht zufälligerweise abrutschte.
Er erinnerte sich wieder an die Pressekonferenz und daran, dass die Inspectora selbst eine Verräterin auf der Flucht war. Ihr saß die ganze Polizei Madrids im Nacken und sie war sicher nicht in sein Versteck gekommen, um ihn umzubringen. Was wollte sie also dann von ihm?

Sierra war ihm nun so nahegekommen, dass das Ende der Pistole schon fast seine Brust berührte. Er musste schlucken, denn schließlich mochte er es genauso wenig wie jeder andere Mensch, von einer Waffe bedroht zu werden.
Ihm fiel auf, dass die Inspectora schwer atmete und auf nicht so sicheren Beinen stand wie noch im Fernsehen.

„Möchten Sie sich vielleicht setzen?“, fragte er Professor.

Er zeigte genau der Person seine empathische und fürsorgliche Seite, die es eigentlich am wenigsten verdient hatte. Natürlich war Nairobi nicht durch sie gestorben, doch sie hatte einen wesentlichen Beitrag zu ihrem Tod geleistet, indem sie sie in eine Falle gelockt und tödlich verwundet hatte.
Die hochschwangere Inspectora sah den Professor für einen Moment verwundert an, entschied sich dann jedoch dazu, ihren Stolz zu bewahren und sagte:

„Ihre Freundlichkeit ist das letzte, was ich im Moment gebrauchen kann“,

Obwohl sie mit einer starken Stimme sprach, konnte der Professor die Unsicherheit in ihren Augen erkennen.
Sie hatte Angst, wusste nicht weiter und war besorgt. Um sich und ihr Kind. Der Professor konnte es ihr nicht übelnehmen, schließlich hatte sie alles verloren.

„Warum haben Sie mich denn dann gesucht, wenn es nicht meine Freundlichkeit war, die Sie zu mir gelockt hat?“, fragte der Professor mit einem provokanten Unterton.

Er wusste, dass er Zeit gewinnen musste, bis er eine Lösung für dieses Missgeschick gefunden hatte.
Schließlich musste er bald wieder Kontakt zu seinen Leuten aufnehmen und ihnen neue Anweisungen geben. Auch wenn Sierra nun nicht mehr im Zelt war und dort die Fäden zog, so hatten sie auch ohne sie genug andere Probleme, um die sie sich kümmern mussten.
Der Coronel würde nach dem Verrat seiner Kollegin sicher skrupelloser und kaltblütiger vorgehen als zuvor. Obwohl das eigentlich immer Sierras Aufgabe gewesen war.

„Können Sie sich das denn nicht denken?“, fragte Sierra belustigt.

Der Professor zuckte mit den Achseln, als wollte er die Antwort aus ihrem Mund hören. Die Inspectora seufzte angestrengt.

„Ich will, dass Sie und ihre verdammten Kriminellen aufgeben und aus Madrid verschwinden“, meinte sie endlich.

Der Professor hob eine Augenbraue. Er wusste, dass es das Ziel der Inspectora war, die Bande aus der Bank zu bekommen oder sie zum Aufgeben zu bringen, doch er hatte eigentlich damit gerechnet, dass sie Geld von ihm verlangte.
Schließlich waren sie gerade dabei das Gold der spanischen Zentralbank einzuschmelzen und besaßen auch noch das Geld von dem ersten Überfall.
Und Sierra war gerade auf der Flucht, warum passte ihr Wunsch also nicht zu ihrer aktuellen Situation?
Der Professor beschloss, sie danach zu fragen. Doch ihm selbst wurde es langsam etwas ungemütlich und ihm erschien dieses ganze Bild, von der hochschwangeren Inspectora, die eine Waffe auf den Professor richtete, ziemlich unangenehm.
Er wollte sich aber auch nicht setzen, da er für jede ihrer Handlungen bereit sein musste. Er wusste besser als jeder andere, dass sie vor nichts zurückschreckte und zu allem bereit war.

„Warum hassen Sie mich und meine Leute so sehr? Wir sind nicht dafür verantwortlich, dass Sie auf der Flucht sind“, sagte der Professor.

Er lehnte sich an einen der Stühle, die noch immer von dem Unterricht dastanden. Sierra verfolgte jede seiner Bewegungen mit wachsamen Augen, als befürchtete sie ihre Beute könnte sich im nächsten Moment in Luft auflösen.

„Darüber lässt sich streiten“, erwiderte sie.

Der Professor sah sie erneut verwundert an.

„Wir haben Sie nicht darum gebeten, Rio zu foltern“, sagte er.

Sierra holte tief Luft, als wollte sie etwas erwidern, wusste jedoch nicht, was dies sein sollte.
Der Professor schloss für einen kurzen Moment die Augen und drückte seine Brille mit einem Finger wieder fester auf die Nase. Er hatte keine Ahnung, wohin dieses Gespräch führen würde, doch er musste für alles bereit sein. Ob Marseille schon so bald wieder zurücksein konnte? Er musste weiterhin Zeit gewinnen, um diese Option vielleicht wahr werden zu lassen.  

„Erzählen Sie, Inspectora! Was haben Sie vor, nachdem Sie hier wieder raus sind?“, fragte er.

Er verschränkte die Arme vor der Brust und sah zu, wie Sierra leicht ins Wanken geriet. Würde er nichts unternehmen, würde sie ihm hier noch vor die Füße fallen.
Konnte es denn sein, dass der Zeitpunkt der Geburt schon da war und sie sich in den nächsten Minuten vor Schmerzen auf dem Boden winden würde?

„Bitte setzen Sie sich“, bat der Professor mit einer wohlwollenden Stimme, „Sie tun sich hier keinen Gefallen“

Sierra gab einen belustigten Laut von sich und ließ endlich den Arm mit der Waffe sinken, als wäre diese Position ihr zu anstrengend gewesen. Der Professor atmete erleichtert auf, als sie mit der Pistole zum Boden zielte.

„Tun Sie nicht so, als würden Sie sich um mich sorgen“, rief Sierra etwas verärgert und ungeduldig.

Der Professor blieb ruhig und erwiderte: „Das tue ich auch nicht“

Sierra schien über diese Aussage etwas enttäuscht zu sein, was der Professor sofort bemerkte.
Seit sie in seinem Versteck eingedrungen war, beobachtete er ihre Mimik und ihre Gestik bis ins kleinste Detail, um herauszufinden, wie er sie schlagen konnte.
Wie jeder andere Mensch musste sie eine Schwachstelle haben, die sie zwang, ihre Maske fallen zu lassen.
Es entstand eine Stille, in der niemand wusste, was er sagen sollte.
Sogar der Professor wusste nicht, ob er sie weiter provozieren oder einfach nur warten sollte, bis sie erklärte, was sie wirklich wollte. Denn er hatte das Gefühl, dass sie ihm noch lange nicht alles erzählt hatte, was ihre Beweggründe betraf.

Die Stille wurde von dem Klingeln seines roten Telefons unterbrochen.
Sowohl der Professor als auch Sierra schreckten zusammen und nach einem kurzen gewechselten Blick eilte der Professor zurück zum Schreibtisch. Obwohl Sierra erneut die Waffe gegen ihn richtete, hatte er keine Angst, dass sie ihn erschießen würde.
Sie war nicht hier, um ihn umzubringen, dessen war er sich absolut sicher.
Bevor der Professor den Telefonhörer ergriff, sah er noch einmal zu Sierra. Diese kam erneut näher und schüttelte den Kopf.

„Denken Sie nicht einmal daran“, warnte sie ihn.

Der Professor seufzte. Dann nahm er schließlich den Hörer in die Hand und hielt ihn sich ans Ohr. Sierra machte große Augen, als würde sie nicht glauben, was sie da gerade gesehen hatte. Doch sie unternahm nichts dagegen und ließ den Professor in den Hörer sprechen.

„Sergio?“, flüsterte Lissabon am Ende der Leitung.

Der Professor atmete tief aus und spürte wie sich heiße Tränen in seinen Augen bildeten. Er konnte es immer noch nicht glauben, dass Lissabon nun in Sicherheit war. Er brauchte einen Augenblick, um sich zu sammeln und ihr zu antworten.

„Lissabon“, sagte er wissend, dass Sierra diesen Decknamen nicht kannte.

Wie aufs Stichwort hob diese fragend die Schultern, als der Professor ihr einen erneuten Blick zuwarf.

„Geht es dir gut?“, fragte Lissabon.

Der Professor konnte seinen Blick nicht von der Waffe nehmen, die Sierra auf ihn richtete und antwortete zögerlich: „J-Ja, mir geht es gut“

Er wandte sich nur für einen kurzen Moment von der Inspectora ab und bereute es sofort.
Sierra war schneller als er gucken konnte an seine Seite getreten und hatte ihm den Hörer aus der Hand gerissen. Die Waffe zielte sie nun gegen seine Stirn und der Professor musste heftig schlucken.
Sierra würde erfahren, dass Lissabon Raquel war und dass sie sie befreit hatten, wobei er davon ausgegangen war, diese Information noch zu seinem Vorteil zu nutzen.


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