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Gonzo Dackelmops, Sami und die Flaschenpost. Oder: Gespräche mit einem Hund über Gott und die Welt. Und über Frauen.

von Catweazle
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character) Sami Osala
03.05.2020
14.06.2021
32
71.987
20
Alle Kapitel
291 Reviews
Dieses Kapitel
9 Reviews
 
11.04.2021 2.297
 
Hi,

zuerst mein Dankeschön an: Miwi, JayJillsKleineWelt. Krokodil30, Nightangel2103, Schattenleser/SunriseAve66, Rakker, Palomita, Sternchen1208 und Bella-2017 für die bezaubernden Reviews. ❤

Nun wird es ernst ...
Anhand der Kapitel Überschrift merkt ihr schon, dass es romantisch wird.
Oder doch nicht?
Aber lest selbst ...

Auch heute gute Unterhaltung.  :)
Liebe Grüße
Cat
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Kapitel 30:       Ich habe mein Herz an dich verloren


Nachdem Sami Gonzo seinen Plan verraten hatte gab es am Strand noch eine Runde Stöckchen werfen, beziehungsweise Stöckchen wiederholen. Damit hatte alles angefangen und Sami fühlte sich sehr glücklich. Wie viele Jahre lang hatte er immer wieder Pech in der Liebe gehabt, und zwar so sehr, dass er schon geglaubt hatte er würde mit Gonzo für alle Zeiten alleine bleiben. Und nun? Jetzt hatte er nicht nur die perfekte Frau gefunden sondern auch gleich zwei Kinder frei Haus bekommen. Was natürlich nicht bedeutete, dass da kein weiterer Nachwuchs möglich war ...
Doch wie gesagt, immer der Reihe nach, Schritt für Schritt, und nun würde erst einmal der Antrag kommen. Dafür musste er allerdings noch etwas vorbereiten.

„Los, Gonzo, lass uns nach Hause gehen!“
„Wau?“ Der treuherzige Blick des Vierbeiners zeigte Unverständnis. Das war doch ein verdammt langer Weg bis nach Helsinki. Vorhin waren sie gefahren und nun wollte Herrchen bis nach Hause laufen?
„Nach Hau... Zu Johans Haus, wenn du es so genau nimmst“, bewies Sami wieder einmal wie gut er Gonzos Laute deuten konnte. „Zu Saija, die dich so verdammt angetörnt hast, dass du sie gleich bespringen musstest. Die Ergebnisse deiner Tat sind ja unübersehbar!“, konnte Sami sich die Bemerkung nicht verkneifen. Gonzo hob die Schnauze hoch. Zehn Kinder, das sollte Sami ihm erst Mal nachmachen ... Neid, purer Neid!

Sami hatte Glück, er konnte seine Vorbereitungen in Ruhe treffen, da Aili mit den Kindern zu ihren Eltern gefahren war. Sami hatte lieber darauf verzichtet und schöne Grüße ausrichten lassen, auch wenn das mit den schönen Grüßen ein wenig halbherzig von ihm war. Nichts gegen Ailis Bruder, die Schwägerin und den kleinen Neffen, selbst ihre Mutter war akzeptabel, aber ihr Vater ... Nein, mit Hannu würde er nie so wirklich warm werden. Möglich, dass sie sich irgendwann respektieren konnten, aber das wars dann auch schon.
Allerdings war etwas anderes nach Samis Ansicht auch gar nicht nötig. Und Johan, Ailis Großvater war dafür die Wucht! Er war es auch den Sami in sein Vorhaben einweihte. Zum einen, weil er es einfach nicht für sich behalten konnte und einen anderen Kommentar dazu hören wollte als Gonzos: „Wau!“, zum anderen aber auch, weil er einige Dinge benötigte, um alles so gestalten zu können wie es ihm vorschwebte.
Der alte Herr war Feuer und Flamme für Samis Plan und so wurde der Grundstein für Samis Antrag gelegt ...  


                                                                 ~ ~ ~

„Du willst jetzt noch an den Strand? Sami, es wird bald dunkel!“ Verständnislos sah Aili ihn an. Sami hatte mit so einer Reaktion gerechnet.
„Das weiß ich, und deshalb möchte ich ja auch, dass du mich begleitest. Dann können wir viel eher das finden was ich verloren habe.“
„Wir können doch gleich morgen danach suchen“, schlug Aili vor. „Was hast du überhaupt verloren?“
„Etwas was ganz, ganz Wichtiges“, beharrt Sami. „Lebenswichtig. Und wenn wir jetzt nicht losgehen verliere ich vielleicht auch noch meinen Verstand!“, raufte er sich in komischer Verzweiflung die Haare,„Schnell, Aili. Bitte!“
Mit einem eindringlichen Blick betrachtete sie ihn.
„Also gut“, seufzte sie, „aber du musst mir natürlich schon verraten was du verloren hast, sonst weiß ich doch gar nicht nach was ich suchen soll.“
„Das bekommen wir schon hin“, versicherte Sami, „aber wir sollten uns beeilen.“ Er hielt ihr seine Hand entgegen.

Samis ungeduldiges Verhalten machte Aili neugierig, besonders weil er nicht so recht damit herausrücken wollte was er verloren hatte. Etwas was ihm peinlich war? Aber was konnte das sein? Da er nun zu rennen begann und sie quasi mit sich zog, blieb ihr auch nicht die Chance etwas mehr darüber zu erfahren.
„Stopp, Sami, nicht so schnell, sonst ...“ Aili stolperte, fing sich aber wieder, nur um nach zwei weiteren Schritten doch im Sand zu landen. Da Sami ihre Hand weiterhin festhielt wurde er mitgerissen und ging ebenfalls schnaufend  zu Boden. Aus lauter Loyalität legte Gonzo sich dazu und bohrte seine Schnauze in den Sand.

„~ Ein Seehund lag am Meeresstrand; wusch sich die Schnauz im weißen Sand“, begann Sami. Aili beugte sich über ihn, strahlte ihn an.
„Oh, möge doch dein Herz so rein wie diese Seehundschnauze sein “, setzte sie den Spruch fort. Sami legte seine Hand in ihren Nacken, zog sie vorsichtig zu sich herunter.
„Das ist es, Aili. Keine Altlasten die ich dir beichten müsste, keine Leichen im Keller. Du kannst mir vertrauen. Immer.“
„Das tue ich, Sami.“ Sanft berührten sich ihre Lippen und der zarte Kuss ging Sami durch und durch.
Das war so intensiv, so bewusst. Jede Faser seines Körpers war in diesen Kuss involviert.
„Ich liebe dich Aili“, murmelte er zwischen den Küssen.
„Und ich dich, Sami Osala“, gab sie zärtlich zurück. Seine Hände legten sich an ihre Wangen, behutsam hob er ihr Gesicht ein wenig an.
„Soll ich dir jetzt verraten was ich hier verloren habe? Ich meine, hier am Strand.“
„Ja, was ist es?“ Neugierig sah Aili ihn an.
„Mein Herz“ antwortete Sami. „Ich habe hier mein Herz an dich verloren. Und zwar schon damals, als Gonzo und ich hier am Strand die Flaschenpost gefunden haben. Dein Brief ... Ich wusste sofort, dass du die richtige Frau für mich bist.“
„Dann heißt das ...“ Aili setzte sich auf, „... dass du mich jetzt nur an den Strand gelockt hast, um knutschend mit mir im Sand zu liegen?“
„Ist das nicht Grund genug?“, grinste Sami frech.
„Wenn schon, denn schon“, schob sie provozierend sein T-Shirt hoch und strich mit der Hand über die Haut seines Oberkörpers. Sami ächzte auf. Er war bestimmt nicht prüde, aber eine Nummer am Strand wie sie ihr jetzt offenbar vorschwebte, das würde garantiert in einer Blamage für ihn enden! Außerdem hatte er doch etwas ganz anderes vor. Die Fortsetzung von dem hier konnte gewiss auch noch später im Bett stattfinden.

„Aili ...“, stoppte er ihre Finger die an seinem Hosenbund entlangfuhren, „ich finde das sollten wir Gonzo ersparen. Er könnte traumatisiert werden.“
„So so. Ein Hund der eine wildfremde Hündin bespringt und sie vor den Augen seines Herrchens beglückt wird also durch sich liebende Menschen traumatisiert?“
„Man kann doch nie wissen.“ Aili lachte.
„Ach Sami, du bist einfach so toll! Aber zu deiner Info: ich hätte das jetzt nicht weiter getrieben, aber ich habe nichts gegen eine spätere Fortsetzung.“
„Dann wären wir uns ja einig“, rappelte Sami sich auf. Sie erhoben sich aus dem Sand, klopfen sich die feinen Sandkörner von der Kleidung. Sami sah sich um. Nur noch ein kleines Stück, dann konnte das Vorhaben starten.

Brav trottete Gonzo neben dem Pärchen her, erst als Sami sich zu ihm beugte, ihm etwas vor die Nase hielt und so tat als würde er es wegwerfen, jagte Gonzo los. „Such, Gonzo, such!“, feuerte Sami ihn an.
„Was war das?“, fragte Aili interessiert.
„Männergeheimnis“, entgegnete Sami im Flüsterton.
Gonzo war bereits ein ganzes Stück gelaufen, blieb nun stehen und bellte aufgeregt. Immer wieder stupste er mit der Schnauze in den Sand.
„Da scheint etwas zu liegen“, kniff Aili die Augen zusammen. „Komm, beeilen wir uns!“ Sami ließ Aili den Vortritt, er wusste schließlich was Gonzo gefunden hatte ...

„Geh zur Seite Gonzo, geh!“, schob Sami seinen Hund beiseite.
„Eine Flasche!“, rief Aili, „Gonzo hat eine Flasche gefunden! Eine Flaschenpost! Sieh, da steckt ein Brief drin!“
„Na los, mach auf und lies vor!“, verlangte Sami.
„Ja, ich mach doch schon ...“ Aili hob die Flasche auf. „Igitt, ist die Flasche schmierig! Und wie sie riecht ... Uwäh ... Irgendwie nach ... nach ...“
Nach Mettwurst, dachte Sami. Genau diese Flasche hatte er mit einer Mettwurst abgerieben und ein Stück der Wurst hatte er Gonzo gerade vor die Nase gehalten damit dieser Dank der Geruchsspur die Flasche finden konnte.

„Himmel, dass ich auch mal eine Flaschenpost finde damit hätte ich nie gerechnet“, drehte Aili die Flasche auf und kippe sie, damit das zusammengerollte Schriftstück herausrutschen konnte. Sie zog das dünne Bändchen ab und entrollte das Papier. „Ich lese es mal vor, in Ordnung?“
Sami nickte.
Hätte sie ihn angesehen, so hätte sie das feuchte Glitzern seiner Augen bemerkt.

„Liebe Finderin dieser Flaschenpost, ich hoffe, dass du eine Finderin und kein Finder bist, ansonsten ignoriere diesen Text bitte. Ignoriere ihn auch, falls du nicht Aili Riskonen heißt ...“ Sie hob die Augen an, schaute zu Sami der er ihr aufmunternd zunickte. „Wenn alles nach Plan gelaufen ist, dann solltest du, Aili, diesen Brief  jetzt in den Händen halten, denn er ist für dich, nur für dich. Dieser Brief ist mehr als ein Brief, er ist eine Liebeserklärung, verbunden mit der größten Bitte zu der mein Herz fähig ist. Aili Riskonen, ich, Sami Tapio Osala, liebe dich von Herzen und möchte meinen weiteren Weg durch dieses Leben gemeinsam mit dir gehen. Und ich möchte dich bitten es als meine Frau zu tun.
Dein Sami.“


Schluckend schaute Aili auf, Tränen liefen über ihre Wangen. Sami kniete vor ihr nieder. „Aili, möchtest du mich heiraten?“
Sein Herz raste vor Aufregung, noch nie zuvor hatte er sich so glücklich und so ängstlich zugleich gefühlt.
Aili zitterte, ihr ganzer Körper vibrierte.
„Ja, ja, das möchte ich!“
Schnell stand Sami auf und schon fielen sie einander um den Hals bevor sie sich zu küssen begannen.
„Der erste Kuss als Verlobte“, stellte Sami fest und zog etwas aus seiner Hosentasche. „Aili,  der Entschluss dir ausgerechnet heute den Antrag zu machen kam recht spontan, sodass ich nicht mal mehr die Möglichkeit hatte einen Ring zu besorgen. Aber da hat dein Großvater mir ausgeholfen. Dieser Ring hier stammt von deiner Großmutter, es war ihr Verlobungsring mit Johan und er möchte, dass du ihn behältst. Bitte betrachte ihn auch als unseren Verlobungsring bis ich dir einen eigenen besorgt habe.“
Sami öffnete die Schachtel, holt den Silberring mit dem zierlichen Rubin hervor und steckte ihn Aili an.

„Das ... ist so ... so wundervoll!“, schluchzte Aili gerührt. „Und Opi ist sogar eingeweiht?“
„Allerdings. Wir haben seinen Segen. Den deines Vaters werde ich mir noch holen müssen. Ich hoffe das endet nicht in einer Wutattacke von ihm. Es würde mir viel bedeuten, wenn er mich als deinen Ehemann akzeptieren kann.“
„Mir würde es auch viel bedeuten, denn du bist ein wundervoller Mensch und machst mich glücklich, das sollte ihn doch auch glücklich machen, oder findest du nicht?“
„Natürlich. Alle Eltern sollten das Ziel haben ihre Kinder glücklich zu sehen, egal mit wem oder was sie machen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich auf die Barrikaden gehen würde wenn Lynn mir eines Tages Samu als Bräutigam präsentiert“, lachte Sami.
„Ich bin mir sicher, dass du die Rolle die Jari hatte gut übernehmen wirst, die Kinder lieben dich schon jetzt.“
„Trotzdem wird Jari ihr Vater bleiben. Und das sage ich jetzt nicht um mich vor der Verantwortung zu drücken, sondern weil ich das richtig finde. Er sollte von den Beiden nicht vergessen werden. Und von dir auch nicht, weil ich weiß, dass du das nie könntest.“

Aili wische sich die Tränen fort. „Du hast recht, das könnte ich nie, Jari war ein wunderbarer Mann und deshalb bin ich um so dankbarer, dass das Schicksal dich zu mir geführt hat. Oder mich zu dir.“
„Deine Flaschenpost hat uns zusammengeführt.“
„Ja, aber sie zu schreiben war eigentlich Luis' Idee“, erinnerte sich Aili.
„Und Gonzo hat sie gefunden.“ Sami bückte sich und hob den überraschten Gonzo hoch.
„Ein Hoch auf Gonzo Dackelmops, den besten, den allerbesten Hund der Welt!“, jubelte Sami. „Er ist wirklich der intelligenteste Hund auf Erden.“

Ob er wirklich der intelligenteste Hund war, das wusste Gonzo nicht, aber er wusste, dass er ein Herrchen hatte das ihn über alle Maßen liebte und dafür liebte er sein Herrchen ebenso bedingungslos. Nein, er musste wirklich keine Angst haben, dass die neue Familie ihm etwas wegnehmen würde. Sami liebe ihn immer noch. Vielleicht sogar noch ein wenig mehr, weil er damals diese wichtige Flaschenpost gefunden hatte. Also, wenn er etwas tat was Herrchen und das neue Frauchen glücklich machte so würden sie ihn verwöhnen, das stand fest. Jetzt musste er nur noch beweisen wie viel  auch ihm an dem Aili-Frauchen lag.

Kurz bevor sie die Straße erreicht hatten die zu Johan Haus führte machte Gonzo einen kleinen Abstecher in einen der Gärten. Samu und Aili bemerkten es nicht, sie waren viel zu sehr mit den Gedanken an ihre Hochzeit beschäftigt.
Gonzo zwängte sich  durch die Lücke eines Holzzaunes und startete sein Vorhaben. So etwas hatte er noch nie gemacht, aber was tat man, besser gesagt Hund, nicht alles für seine Menschen ...
Bah, was für ein widerlicher Geschmack ... Gonzo zwängte sich zurück, lief zu dem verliebten Pärchen.
„Wwww, www www!“, versuchte er zu bellen und setzte sich vor Ailis Füße.
„Nun sieh dir das an!“, rief Sami aus, „Gonzo hat dir Blumen gebracht!“
„Oh, Gonzo, vielen, vielen Dank!“ Aili hockte sich nieder, nahm ihm die geklauten Blumen aus dem Maul und streichelte ihn. „Du bist ein kleiner Gauner, aber dein Herrchen hat Recht, du bist der beste Hund der Welt. Der Allerbeste.“
„Wau!“, bellte Gonzo stolz. Dann setzte er noch ein „Wawau, wuff wa wa wuh!“, hinzu und das hieß dann: Ach ja, meinen herzlichsten Glückwunsch zur Verlobung!

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So, dann bin ich mal gespannt wie euch Samis Antrag gefallen hat.
Hätte euch das gefallen oder wäre Sami damit durchgefallen?
Egal, Aili hat Ja, gesagt und mehr wollte Sami nicht. ;)

~ = Poesiealbumspruch, Verfasser ist mir unbekannt.
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