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Mich kann man auswechseln, dich nicht.

GeschichteTragödie, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Gavin Reed Hank Anderson OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor
02.05.2020
02.05.2020
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3.071
 
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»Was weißt du denn schon!« schrie der Android, drückte der älteren Frau die Waffe an die Schläfe. Die Geisel schrie, flehte um Gnade, jedoch ignorierte der andere sie. »Du bist ein Mensch, dich wird man nicht auswechseln! Ihr seid perfekt und Androiden sind immer Fehlfunktionen!« Meine Hände ballten sich zu Fäusten und ich wollte auf ihn zugehen, jedoch hielt Connor mich am Handgelenk zurück und schüttelte den Kopf. Er wollte verhindern, dass ich ihm zu nahekomme und er vom Dach sprang. »Mattheo, dir wird nichts passieren!« rief der RK800 dem anderen zu ehe er dem Blick von mir abwendete. »Das verspreche ich dir, du musst mir nur vertrauen!« In Connors Stimme war so viel Entschlossenheit, dass ich ihm wirklich glauben würde - jedoch wusste ich genau was mit ihm geschehen würde, wenn der andere mit uns mitgehen würde. Innerlich tat es mir weh den Abweichler anzulügen. Wenn er mit uns kam würde er deaktiviert werden - er würde sterben nur damit man seinen Speicher löschte und man ihn wieder weiterverkauft werden konnte. Verdammt, ich sollte aufhören alles zu vermenschlichen. Ich war ein verfickter Cop und ich musste diese Dinger abschalten, komme was wolle. Menschen durften auch nicht einfach herum schießen wie die letzten Irren. Ob Mensch oder Maschine, sterben musste niemand.
»Wieso sind die Menschen so?« rief der Android, riss mich somit aus meinen Gedankengängen und ließ sogar die Waffe ein wenig sinken. Was meinte er? »Nur, weil etwas nicht richtig funktioniert, muss man es nicht direkt ersetzen. Man kann es reparieren!« Meine Zähne gruben sich in meine Unterlippe. Menschen waren verschwenderisch, lebten in Saus und Braus ohne Rücksicht auf jegliche Verluste. Alles hier würde viel einfacher werden, wenn dieser Android nicht recht hätte. Ich ließ Connor sprechen, diesen Auftrag wollte ich nicht ruinieren. Es stand Menschenleben auf dem Spiel und dieses durfte ich nicht riskieren. »Wir werden dich reparieren, du musst nur herkommen und mir vertrauen!« Mein Partner schritt ein wenig näher, zog mich somit mit und riskierte beinahe, dass ich stolperte. Aber ich hatte keine Zeit mich weiter darüber aufzuregen, da ein Schuss ertönte und sich urplötzlich ein stechender Schmerz in meiner Schulter breitmachte. »Bleibt stehen!« Meine Hand glitt zu meiner Schulter. Ein Glück nur ein Streifschuss. Jedoch konnte ich mir kein schmerzvolles Stöhnen verkneifen. »Alles in Ordnung?« Connors’ LED blinkte gelb auf. »Ja.« gab ich nur zurück, richtete meinen Blick wieder auf den Geiselnehmer. »Nur ein Streifschuss.« fügte ich hinzu. »Mattheo!« rief ich, ging einen weiteren Schritt. Es war riskant, das wusste ich. Aber ich würde es mir nicht verzeihen, wenn diese Geisel starb, weil ich egoistisch war und nur an meine eigene Sicherheit gedacht hatte. Ich war eine Polizistin und mein Job war es die Menschen zu beschützen. Erneut hob ich meine Stimme. »Komm bitte mit uns, wir werden dir helfen! Dich wird niemand ausschalten, versprochen!« Das LED von dem Androiden verfärbte sich gelb. »Ich habe dich angeschossen, sie werden mir weh tun.« Die Waffe - welche im übrigem immer noch auf mich gerichtet war, zitterte in der Hand des Geiselnehmers. Er konnte mich erschießen, wieso zögerte er? Hatte er wirklich Angst? »Wir werden dir nicht weh tun, Mattheo.« Connor hatte dieses Mal die Stimme erhoben und stellte sich neben mich. »Ich möchte, dass ich repariert werde!« Kam er gerade wirklich auf die Idee Anforderungen zu stellen? Zuerst jemanden als Geisel nehmen, mich anschießen und jetzt das? »Und ich möchte ein Auto, damit ich hier wegkomme!« - »Mattheo, das ist un-« - »Einverstanden!« Unsanft fiel ich dem RK800 ins Wort. Wenn wir schon logen, dann richtig! Unser Job war es nicht den Androiden sicher hier weg zu bringen - auch wenn ich es gerne tun würde, sondern die Geisel zu retten und diese hatte definitiv höhere Priorität.
Und tatsächlich. Der Geiselnehmer ließ die Geisel frei, welche zu Boden fiel. Ihr Schluchzen war auf dem gesamten Dach zu hören. Der Andere ließ die Waffe sinken. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Wir hatten es tatsächlich geschafft. »Komm, ich werde dich beschützen.« Ich schritt auf den Androiden zu und streckte meine Hand aus um ihm diese anzubieten. Jedoch erhob dieser erneut seine Waffe. »Es tut mir leid.« sprach dieser und drückte ab.
Ab dann passierte es ganz schnell, ich wurde zurück gezogen und Connor lag auf mir. Noch immer hallte der Schuss in meinem Ohr nach, auch wenn dieser bereits gefallen war. Ich bemerkte wie meine Jacke an meinem Bauch nass wurde, jedoch hatte ich keinerlei Schmerzen an der Stelle. »Ist alles in Ordnung?« Die Stimme des RK800 war dicht an meinem Ohr. »Ja, alles gut. Danke.« murmelte ich, bemerkte wie Scham in mir aufstieg.
»Connor!« Die Stimme des Leutnants erklang und der Android wurde von mir gehoben. Immer und immer wieder rief der Mann diesen Namen. Vom Aufprall tat mein Kopf weh und ich hielt mir diesen. An dieser Stelle bemerkte ich eine komische Flüssigkeit an dem Haar und ich ließ irritiert meine Hand wieder sinken, bis diese vor meinem Gesicht stoppte. War das blaues Blut? Dieses Mal war ich diejenige, welche den Namen des RK800 in den Mund nahm. Ich kniete mich vor diesem. An seinem gesamten Oberteil klebte Thirium und das LED an seiner Schläfe war rot. Vielleicht irrte ich mich, aber irgendwie erkannte ich ein kleines Lächeln auf seinen Lippen, als er in das besorgte Gesicht von Hank blickte. Kurz darauf erlosch das Licht an seiner Schläfe. »Leutnant Anderson...« murmelte ich, blickte von dem Androiden auf in das Gesicht von dem Grauhaarigen. Dieser ließ Connor sinken. »Captain Allen!« rief er. Seine Stimme klang wütend, frustriert und es schwang ein Hauch Traurigkeit mit. Ein anderer Mann vom SWAT - wie ich auf seiner Uniform lesen konnte, tauchte auf und richtete seinen Blick kurz auf den Androiden. »Rufen Sie die Idioten von Cyberlife an.« wies dieser an, ehe er Connor ablegte und aufstand. »Das ist nicht-« - »Es ist mir scheiß egal was ihre Aufgabe ist!« schrie Hank, ließ mich zusammenzucken. »Wir gehen.« Ein wenig zu grob packte Leutnant mich am Handgelenk und zog mich mit. Ich war so schockiert, dass ich erst im Aufzug etwas sagte. Und dort auch nur, weil der andere mir ein Taschentuch anbot, damit ich mir die Hände saubermachen konnte. »Wieso haben Sie Cyberlife nicht selbst angerufen?« Meine Stimme klang rau, der Schock saß mir noch immer tief im Nacken. Auch die Tatsache, dass ich mich in den Aufzugtüren spiegelte und das Blut von Connor meine Jacke befleckte machte es nicht wirklich besser. Ganz im Gegenteil, ich hatte das Gefühl gleich brechen zu müssen, wenn ich noch länger in mein Spiegelbild blickte. Schnell wand ich den Blick ab und sah neben mich. »Das ist nicht mein Problem. Die Idioten schreiben den Bericht und geben ihn dann Cyberlife ab, damit sie wissen was passiert ist.« Auch er blickte zu mir, griff blind in seine Jackeninnentasche um einen kleinen Flachmann aus seiner Tasche zu ziehen. Kurz darauf nahm er einen großen Schluck daraus und hielt mir diesen hin. »Da sag ich nicht nein.« antwortete ich, tat dasselbe wie der Leutnant vor mir und gab den Alkohol anschließend zurück. Der Aufzug kam zum Stehen und wir betraten das Erdgeschoss. »Ich fahre dich nach Hause. Du kannst so nicht aufs Revier.« Ich erwiderte nichts darauf, folgte dem Mann schweigend. Es war besser jetzt nichts zu sagen und einfach zu akzeptieren.
Die Autofahrt war still, aber unangenehm still. Diese Ruhe die sich auf einen drückte, als würde sie versuchen einen umzubringen. Es war schrecklich mit Hank in einem Auto zu sitzen, am liebsten hätte ich einfach geheult, damit man wenigstens etwas hörte. Jedoch war ich nicht die Person für Tränen und Leutnant in ein Gespräch zu verwickeln war auch keine Wahl, wahrscheinlich würde er mich irgendwann anschreien und sagen, dass ich gefälligst meine Fresse halten sollte. Das Auto hielt an und Hank blickte zu mir. »Zieh dich um, wir gehen was trinken.« Einige Sekunden starrte ich den Leutnant an. »Los, geh.« Dieses Mal zwar mit ein wenig Nachdruck, aber er hatte ein kleines, unscheinbares Lächeln auf den Lippen. Wie bei Connor bevor er... Nun, war ja auch egal. »Sie sollten mitkommen, ich würde gerne noch duschen gehen.« stammelte ich, blickte auf meine Jacke und bemerkte schon wieder dieses seltsame Gefühl in meinen Magen. Wortlos schaltete er den Motor aus ehe er nach draußen ging. Ich stieg ebenfalls aus dem Auto, zog mir schon draußen die Jacke aus und ging mit schnellen Schritten in mein Heim. Diese warf ich sofort in den Wäschekorb im Abstellraum ehe ich mich dem Leutnant zuwandte. »Was zu trinken?« - »Geh dich umziehen Chris, mach dir keine Sorgen um mich.« grummelte dieser, lief in mein Wohnzimmer und ließ sich laut seufzend auf der Couch nieder. Einige Sekunden blickte ich ihn noch an, zwang mich schließlich in mein Zimmer zu gehen um mir frische Klamotten zu holen. Zwar versuchte der Grauhaarige seine Emotionen zu vertuschen, jedoch bemerkte ich, dass es ihm nicht gut ginge. Es wunderte mich, dass er mich überhaupt anblickten konnte, ohne mir eine reinzuhauen. Ich hasste mich selbst dafür, dass ich so dumm gewesen war und versucht hatte dem Geiselnehmer meine Hand zu reichen. Connor hatte Recht gehabt, Abweichler waren unberechenbar. Aber ich hätte es wissen müssen, dass er sich nicht so einfach geschlagen geben würde. Ich hatte zu schnell geantwortet gehabt und dies wäre eigentlich mein Todesurteil gewesen.
Aber es wurde das von Connor.
Bei dem Gedanken zog sich mein Herz schmerzhaft zusammen und auch als ich in mein Spiegelbild sah verschwand dieses Gefühl nicht. Ganz im Gegenteil, mein Magen meldete sich noch und ich musste ins Bad rennen um mich kurz darauf zu übergeben. Es war keine gute Wahl jetzt noch saufen zu gehen, aber es war mir egal. »Scheiße, Crystal.« hörte ich Anderson fluchen und meine Haare wurden nach hinten gehalten.
Ich hatte mir gefühlt die Seele aus dem Leib gekotzt und ich war froh, dass Anderson mich stützte und mich auf mein Bett setzte. »Geht's dir besser?« erkundigte sich dieser. Abgesehen von dem Geschmack ging es mir »Eigentlich ganz gut.« Den letzten Teil meines Gedankenganges sprach ich aus. »Wir sollten lieber nicht-« - »Doch wir sollten! Ich brauche Abstand, bitte.« Es reichte mir doch schon, wenn ich nicht Zuhause war, so würde ich aufhören mir selbst die Schuld in die Schuhe zu geben und rauskommen. Auf Katzen konnte ich dieses Mal nicht aufpassen, meine Nachbarin war immer hin Zuhause. Also keine Ablenkung ihrerseits. Meine einzige Hoffnung war einfach der Grauhaarige und so schnell würde ich nicht aufgeben. Wir diskutierten, schrien uns zwischenzeitlich sogar an bis der andere genervt die Hände in die Luft warf und mir zwanzig Minuten gab um mich fertig zu machen. Schnell schälte ich mich aus der Kleidung, warf diese achtlos in die nächste Ecke - heute Abend würde ich dann Wäsche waschen und ging anschließend heiß duschen. Jedoch konnte ich mir nicht soviel Zeit lassen, da der gute Herr mir nur zwanzig Minuten gegeben hatte. Ich erfüllte nicht viele Klischees von einer Frau, aber was das fertig machen betraf, passte wie die Faust aufs Auge.
Im Handtuch umhüllt und mit bereits gemachten Haaren lief ich durch die Wohnung, bekam von Hank einen seltsamen Blick und kurz darauf ein: »Zum Glück bin nur ich das.« Zum ersten Mal seit gefühlten Ewigkeiten musste ich lachen. Er war ein wirklich guter Mann, dies musste man ihm lassen. Auch wenn ich ihn nicht lange kannte und er auch wirklich nerven konnte, war ich wirklich froh ihn gerade an meiner Seite zu haben. Aus meinem Kleiderschrank zog ich eine schwarze, dicke Leggings hervor, darüber zog ich eine kurze Hose an und einen Kragenpulli in der selben Farbe hatte ich auch noch gefunden. Es war schade um meine Lieblingsjacke, welche jetzt schmutzig in der Wäsche war. Also entschied ich mich für einen Marineblauen Mantel und schwarze Handschuhe. Den selbstgemachten Schal von meiner Nachbarin konnte ich ebenso nicht anziehen, weswegen ich gar keinen anzog. Der Kragenpulli sollte mir schon die Erkältung vom Leibe halten.
»Ich wäre dann so weit!« rief ich während ich aus meinem Schlafzimmer kam um mir die Schuhe anzuziehen. »Na endlich! Noch nie kamen mir zwanzig Minuten vor wie vierzig.« Genervt kam Leutnant in den Flur. Hatte ich doch so lange gebraucht? Nachdem das Schuhwerk saß, gingen wir zum Auto, setzten uns hinein und fuhren kurz darauf auch los. »Wir gehen in meine Stammbar.« Ich nickte, da war ich mal gespannt.
Die Bar war gar nicht mal so weit weg von meiner Wohnung aus, weswegen wir in ein paar Minuten auch da waren. Oder Hank fuhr einfach nur verdammt schnell und ich hatte dies gar nicht wirklich bemerkt gehabt, weil wir glücklicherweise eine Konversation hatten über den heutigen Tag. Es tat gut ein wenig darüber zu reden, zwar gab niemand wirklich viel über seine Gefühlswelt preis, aber dennoch wusste man irgendwie doch wie sich der andere fühlte. Das erste was mir an der Tür auffiel war, dass Androiden hier nicht gestattet waren. Augenblicklich zog sich mein Herz ein wenig zusammen.
»Hallo Hank.« Der Barkeeper begrüßte den anderen. »Wer ist denn deine hübsche Begleitung?« Würg, definitiv musste ich den Männern hier zeigen, dass man mich nicht so einfach anbaggern konnte. Ich war keine Person, die sich einfach abschleppen ließ. Vor allem nicht von jemanden, dessen Alter nur einige Jahre weniger waren als die des Leutnants. »Crystal. Jetzt halt die Schnauze und bring uns ein Bier.« Im Anschein passte es meinem Arbeitskollegen wohl nicht, dass sein Kollege ein Auge auf mich geworfen hatte. »Bleib locker Hank.« gab dieser von sich und zwinkerte mir zu. »Leck mich.« Über die Aussage musste ich schmunzeln, Anderson war wirklich eine besondere Art Mensch. Zusammen mit ihm setzte ich mich an den Tresen und nahmen wortlos das Bier an. »Auf Connor?« Mit einem kleinen Grinsen auf den Lippen hielt ich dem anderen das Glas hin. »Auf Connor.« grummelte dieser, trank dann auch sofort einen Schluck.
»Was ist mit mir?« Manchmal waren meine Gedanken wirklich gemein, es wäre einfach ein typischer Spruch von Connor gewesen und ich hatte ihn mir einfach ausgemalt, weil ich ihn irgendwie doch vermisste. Er hatte mich immer gut auf Trab gebracht. Kopfschüttelnd blickte ich zu Hank, jedoch sah dieser mit einem kleinen Grinsen auf den Lippen an mir vorbei Richtung Türe. Zögernd folgte ich meinem Blick und mir fiel beinahe die Bierflasche aus der Hand. »Guten Abend.« Der RK800 schritt auf uns zu, blickte in mein Gesicht und fing an mich zu analysieren. »Du siehst schockiert aus, Crystal.« Ich blinzelte ein paar Mal, nahm sogar einen tiefen Schluck von dem Alkohol nur um mich zu vergewissern, dass ich nicht gestört war. Mein Herz wummerte hart gegen meine Brust. Sekunden vergingen schweigend bis der Barkeeper die Stimme erhob. »Plastikwichser, verpiss dich!« zischte er, erregte somit meine Aufmerksamkeit. »Halt die Schnauze!« entgegnete ich, entriss mich somit aus meiner Starre und warf einen Blick über meine Schulter Richtung Hank, welcher jedoch mit den Schultern zuckte und kurz darauf sich wieder seinem Bier widmete. Natürlich. »Hey, wenn ich sage, dass der zu gehen hat, dann-« - »Was du sagst, interessiert mich einen Scheiß. Halt die Schnauze und fahr zu Hölle!« Ich erhob mich, kippte dem Typen das Bier über. »Leutnant, wir gehen.« Ich wartete auf gar keine Antwort von dem anderen, ergriff die Hand des Androiden und zog diesem aus der Bar.
»Dein Getränk muss jetzt Leutnant Anderson bezahlen.« merkte dieser an als wir draußen waren. Ich hob meine Hand und scheuerte Connor erstmals eine. »Willst du mich verarschen?!« schrie ich ihm entgegen, verschränkte die Arme vor meine Brust und sah in sein Gesicht. Sein LED war kurz rot gewesen, war aber wieder himmelblau und die Augen blickten unschuldig in meine. »Nein, das möchte ich nicht.« - »Leck mich doch einer!« Ich warf die Arme in die Luft. »Ich dachte du wärst tot, du Arschloch!« So schnell wie mein Herz momentan schlug hatte es noch nie geschlagen, wahrscheinlich würde ich bald einen Herzinfarkt bekommen. Erneut herrschte Stille, nur der Wind und einige vorbeifahrende Autos durchbrach diese. »Ich bin ein Android.« sprach Connor schließlich. Skeptisch hob ich eine Braue. »Mein Vorgänger wurde zerstört. Lediglich wurde meine Festplatte erneut hochgeladen. Das hier ist ein neues Modell. Erinnerst du dich an unser Gespräch?« Tatsächlich, jetzt wo er es erwähnte, erinnerte ich mich daran. Dies hatte er schon mal erwähnt. Langsam nickte ich. »Cyberlife hat aber ziemlich lange gebraucht dich wieder hier her zu bringen.« Ich wand meinen Blick wieder von ihm ab. »Nun, die mussten die Berichte durchlesen, meinen Speicher auslesen, ihn hier hochladen und das Modell hier warten. Das alles nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch.« Ich öffnete meinen Mund, wollte ihm sagen, dass es dennoch kein Grund vorlag, dass er sich nicht hätte melden können, schloss diesen aber dann wieder.
Connor hätte sich nicht melden können, selbst wenn er es gewollt hätte. Wobei er es sowieso nicht wollen würde, da er keinen Willen hatte. Ich musste mir wieder ins Gedächtnis rufen, dass er kein Mensch war. »Tut mir leid, dass ich dir eine verpasst hab.« meinte ich, sah wieder in das Gesicht von dem Braunhaarigen. »Ich spüre keinen Schmerz, du brauchst dich nicht zu entschuldigen.« Doch musste ich. »Ich vermenschliche dich zu sehr, das ist das Problem.« gestand ich ihm dann, fuhr mir durch mein rotes Haar und seufzte. »Du siehst menschlich aus, du klingst menschlich... Wie soll ich dich da von einer Maschine unterscheiden? Das ist unmöglich!« Wahrscheinlich verstand Connor sowieso nicht genau was ich ihm damit sagen wollte, war im Endeffekt ja auch egal. Ich war froh, dass er nichts darauf erwiderte, zeitgleich hatte es mich auch gewundert. Eigentlich konnte er nicht die Klappe halten.
»Ich gehe nach Hause, ich bin müde.« sprach ich dann, drehte mich anschließend von Connor weg. »Gute Nacht dir.« Ich ging einige Schritte, ehe der Android dann neben mir herging. »Ich begleite dich.« - »Na super.« Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Kaum war Connor wieder da, ging er mir auf die Nerven. Die Backpfeife war wohl nicht so ganz unverdient. »Welch eine Freude, dass du wieder da bist.« meinte ich, rollte daraufhin meine Augen und zog den Mantel enger an mich. Ein Glück hielt auch Connor die Klappe und ich genoss dieses Mal die Stille um uns herum. Jedoch brannte dennoch eine Frage auf meiner Zunge.
»Wieso hast du dich auf mich gestürzt?« Wir blieben an einer Ampel stehen. Mein Blick wanderte hoch zu Connor. »Menschenleben stand auf dem Spiel und ich musste handeln.« Auch er sah zu mir. »Und mich kann man auswechseln, dich nicht.« Nachdem er diese Aussage ausgesprochen hatte, ging er über die Straße.
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