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Der Aufstieg des Yu Kon

von Waldmaus
GeschichteAbenteuer / P16 Slash
Yu Kon
02.05.2020
16.11.2020
8
12.070
1
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8 Reviews
Dieses Kapitel
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02.05.2020 1.612
 
Hallo. Ich habe das Kapitel neugeschrieben, denn im alten waren ein paar Fehler.  Ich hoffe es gefällt euch.

An einem stürmigen Abend saß Yu Kon mit seinem Freund Otemplos in seiner Hütte, nahe der Panzerstadt, wo sich die Tür nach Lettimur befand. Beide waren besorgt wegen des anstehenden Weltenwechsels. „Was wenn die Satyrn mich nicht gehen lassen?“, fragte Yu Kon seinen guten Freund. Dieser schwieg einen Moment. Auch er befürchtete, dass Yu Kon zurückgelassen wurde. „Zur Not schleusen wir dich rein. Lichtblut wird sie aber überreden können.“ Da war sich Yu Kon aber nicht sicher. Die Satyrn waren äußerst wählerisch und sie ließen nur Leute mit „reinem Herzen und guten Willen“ durch, was bedeutete, dass diese Person sie als höhere Geschöpfe akzeptieren musste. Die Satyrn waren grausame Herrscher, aber sie hielten die Bewohner Amuyletts und Lettimurs am Leben. Beziehungsweise einen winzigen Teil der Bevölkerung. „Das kriegen wir schon hin.“ Otemplos versuchte Yu Kon Mut zuzusprechen, aber Yu Kon hatte heftiges Mitleid mit all den armen Leuten, die von den Lieblosen gejagt und gefressen wurden. Was war der Sinn hinter diesem Zyklus?

Tage später ritten Yu Kon und seine Freundin Lisa zur Panzerstadt. Die riesigen Türme und Mauern wirkten bedrohlich und die Stacheldrähte überall, zeigten eine Ära des Krieges. Denn fast täglich wurde die Panzerstadt von verzweifelten Gruppierungen angegriffen, in der Hoffnung die Tür zu erobern. Doch da die Satyrn die Panzerstadt errichtet hatten, war sie fast uneinnehmbar. Das Wissen der Satyrn reichte nämlich über viele Jahrtausende zurück und ihre Erfahrungen, hatten sie in dieser Panzerstadt verbaut. Ihre besonderen Zauberzeitnetze ließen jedes Geschoss abprallen und jeder der Zauber wirkte, bekam eine gefährliche Welle Naturmagie zu spüren.

„Einlass ist nicht gewährt. Die Mindestanzahl an Leuten in Lettimur wurde erreicht. Sie müssen leider wie wir in Amuylett bleiben“, erklärte einer der Wachmänner, der eindeutig unter dem Einfluss der Satyrn stand. „Ich kenne Otemplos und die anderen. Sie wollen uns beide in Lettimur haben“, erwidere Yu Kon und der Mann mit Krokodilschnauze schüttelte den Kopf. „Kein Einlass. Verschwinden Sie!“ Verzweifelt versuchte Yu Kon es weiter: „Wenn Sie mit den Erdenkindern sprechen würden, sie würden uns reinlassen!“ Yu Kon schritt etwas nach vorne. „Bitte.“ Ein Schlag mit Naturmagie ließ Yu Kon nach hinten stolpern. Einer der verhassten Satyrn tauchte auf der Mauer auf. „Verschwinden Sie, sofort!“, brüllte er.

Niedergeschlagen ließen Yu Kon und Lisa ab. Verzweifelt liefen sie durch alle Tore der Panzerstadt und als sie in ihrer Hütte ankamen, holte Yu Kon den Prototypen eines Spiegelphons raus und versuchte mit Otemplos zu spiegelfonieren. Ein paar Minuten später erschien Otemplos Gesicht etwas verzerrt auf dem Spiegel. „Sie lassen uns nicht rein.“ Otemplos sah etwas nachdenklich aus. „Wir versuchen sie zu überreden. Ich melde mich gleich wieder.“ Otemplos Gesicht verschwand und Yu Kon wandte sich Lisa zu: „Sie versuchen die Satyrn zu überreden.“

Zur gleichen Zeit lief Otemplos zu den anderen Erdenkindern. „ähm… ihr kennt doch alle Yu Kon, meinen besten Freund“, fing er an und die anderen nickten und hörten ihm zu. „Die Satyrn wollen ihn nicht durchlassen. Sie sagen das Limit wäre erreicht.“ Mandelia biss sich auf die Lippe. Sie wusste um die enge Freundschaft von Otemplos und Yu Kon. „Ich helfe dir“, erklärte sie und Torck nickte auch. „Auch wenn mir noch zwei Hörner wachsen, ich helfe dir auch.“ Lichtblut und Barth zeigten sich unschlüssig. Sie mochten Yu Kon nicht so sehr. „Bitte“, flehte Otemplos. „Er ist mein bester Freund.“ Nun nickte auch Barth, aber Lichtblut ließ sich nicht überreden. „Bitte Laternie.“ Sie schüttelte den Kopf. „Es tut mir leid, Otemplos.“

Mandelia, Torck und Barth kamen auf Otemplos zu. „Komm, reden wir mit diesen Satyrn.“ Mandelias Aufforderung blieb aber noch einen Moment im Raum stehen, bis Otemplos sich auf den Weg machte und alle außer Lichtblut im folgten. Kurz darauf kamen sie zu einem der bedeutendsten Satyrn. „Amuytan?“, fragte Otemplos. Der Satyr drehte sich um und fixierte Otemplos mit seinen großen Augen. „Wir wollen, dass Yu Kon und seine Freundin Lisa nach Lettimur gehen. Lasst sie durch!“ Der große Satyr schüttelte den Kopf. „Mein alter, dickköpfiger Vater wird stur bleiben. Ich kann euch da leider nicht helfen. Es tut mir leid Otemplos, aber dein Yu Kon muss hier bleiben.“ Otemplos versuchte weiter Amuytan zu überreden, aber erfolgslos. Ihm blieb nichts übrig als Yu Kon zu sagen, dass er hier bleiben musste.

Er betrat etwas später sein Zimmer und nahm das Spiegelphon in die Hand, sprach das Bannwort und schaute kurze Zeit später in Yu Kons gespanntes Gesicht. Otemplos schüttelte langsam den Kopf und Yu Kon legte sofort wieder auf. So wie er ihn kannte, würde er seine Hütte zerlegen. „Otemplos, wir haben einen Plan“, flüstere jemand hinter der Tür. Otemplos öffnete die Tür und Barth, Mandelia, Lichtblut und Torck traten ein.

Kochend vor Wut zerlegte Yu Kon sein Bett. Er zerstörte es und Lisa schaute ihm dabei die ganze Zeit geschockt zu. Sie konnte es gut verstehen. Er verlor seinen besten Freund, seinen Bruder und sein weiteres Leben. Seufzend blickte sie zum Spiegelphon und sah darauf etwas geschrieben. „Kommt nach Mitternacht ans Tor der Panzerstadt.“ Otemplos hatte anscheinend einen Zettel auf das Spiegelphon gelegt, damit nur Yu Kon ihn sah. Sie machte ihn nun auf das Spiegelphon aufmerksam. Er las die Nachricht durch und sagte: „Du kommst bitte auch mit.“ „Natürlich“, rief sie und umarmte ihn vor Freude.

Leise schlichen Yu Kon und Lisa zum Tor. Dort war nichts und niemand. Gerade wollte Yu Kon weiter hinein gehen, als ein Vogel vom Baum flog und ihm Fluge zu einer Gestalt wurde. Breit, mit vielen Stacheln und einem Horn auf der rechten Kopfseite. „Torck!“ Torck legte seine Krallenfinger auf seinen Mund. Dann flüsterte er: „Morgen wird Otemplos seinen letzten Spaziergang, in dieser Welt, machen. Dann wollen die Satyrn diese Welt verlassen und sterben lassen. Wenn Otemplos also spaziert, wird er drei Vögel finden: Dich, Lisa und mich. Er lässt uns in der neuen Welt frei und verschließt die Tür. Er wird zwei Stunden nach dem ersten Sonnenstrahl spazieren gehen.“ „Moment, du darfst nicht in die neue Welt, Torck“, erinnerte sich Yu Kon. Torck seufzte leise: „Ich werde Lettimur nicht schaden. Und tausende Jahre lang hier in Amuylett eingesperrt zu sein ist das schlimmste was er gibt.“ Das verstand Yu Kon gut. „Schnell weg! Es kommt jemand.“, zischte Torck und flog als Vögelchen in die Höhe, während Yu Kon und Lisa wegliefen.

Am nächsten Morgen liefen Yu Kon und Lisa durch ihr Dorf. Es hatte sich eine große Menge an Leuten vor der großen Bibliothek versammelt und einige Stimmen besagten, was heute tatsächlich passieren würde. Die Satyrn würden diese Welt untergehen lassen. „Wir müssen sie alle töten!“, rief jemand. Yu Kon schüttelte den Kopf. Sie könnten die Satyrn niemals töten.

Eine Weile später wanderte Otemplos durch die wilde Natur. Er wartete auf die drei Vögel. Dabei ließ er seine Gedanken kreisen. Sie begangen einen Fehler. Torck durfte nicht mit, er würde der neuen Welt schaden. Doch Lichtblut beharrte darauf, dass Torck mitging. Sie wollte ihn „einschläfern“, damit er keine Wirkung auf Lettimur hätte. Aber trotzdem war es schlecht Torck mitzunehmen. Doch konnten sie ihren so guten Freund einfach hier sterben lassen. Mal zu mal. Tausende Jahre sollte er sterben? Obwohl Torck hätte es eigentlich nicht so schlimm hier, denn es gab noch das andere fünfte Erdenkind, dass hierbleiben wollte. Es zwitscherte plötzlich und drei Vögel ließen sich auf der Bank nieder, auf der er Rast gemacht hatte. Er lächelte: „Ich bring euch jetzt rein.“ Dann streckte er seinen linken Arm aus und die Vögel landeten auf diesem. In dieser unangenehmen Haltung musste sein Arm nun sehr lange bleiben.

Nach einiger Zeit durchschritt er das Tor zur Panzerstadt und die Satyrn in der Stadt beäugten ihn kritisch. Als er im Saal mit der Tür nach Lettimur angekommen war, hielt ihn Amuytan auf. „Was hast du da auf dem Arm?“, fragte er. „Diese drei habe ich selbst erschaffen, als ich kleiner war. Ich habe sie vorhin abgeholt“, erklärte Otemplos und Yu Kon wurde klar, was für ein brillanter Lügner Otemplos doch sein konnte.

Amuytan ließ Otemplos nun nahe an die Tür herantreten. Doch bevor Otemplos die Vögel in die neue Welt lassen konnte, kam eine große Anzahl an Satyrn mit merkwürdigen Pflanzen in den Händen aus einer Seitentür heraus. Sie hatten auch Behältnisse mit Samen und im ersten Augenblick sahen sie wie ein Trupp Gärtner aus. Sie liefen durch die Tür und pflanzten vor der Tür ihre Pflanzen ein. Nun lief Amuytan durch die Tür und Barth, Mandelia und Lichtblut kamen gleichzeitig aus einer Tür. Sie durchschritten ebenfalls die Tür und Otemplos stand allein mit seinen drei Vögeln an der Tür. Er wollte sie nicht durchtreten und alle Leute in Amuylett sterben lassen. Doch er musste es. Aber er rettete nun drei Leben. Die drei Vögel Torck, Yu Kon und Lisa. Als erstes ließ er Torck durch die Tür. Fröhlich zwitschernd flog Torck nun hinaus und war weg.

Plötzlich erschütterte der Boden. Eine der, von Satyrn kontrollierten, Wachen rannte herein. „Die Menschen, sie… Aufstand!“ Er stürzte zu Boden und Amuytans Vater trat wieder in Amuylett hinein. „Los Otemplos!“ Otemplos wollte gerade durch die Tür treten, als der Boden wiedermals erschütterte und Otemplos zu Boden fiel. Yu Kon purzelte durch die Tür und wurde plötzlich wieder zum Mensch. Die Satyrn starrten Yu Kon fassungslos an und auch Lisa, die noch in Amuylett lag. Lisa rappelte sich auf und sprintete in Richtung Lettimur. Doch Amuytans Vater hielt sie fest und gab Otemplos einen kräftigen Stoß, sodass dieser nach Lettimur stolperte. Die Tür begann sich nun langsam zu schließen. Langsam verschmolz sie mit ihrer Umgebung und als letztes, konnte Yu Kon sehen, wie die verzweifelten Menschen in den Saal stürmten.
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