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Veränderungen

GedichtAngst, Familie / P16 / Gen
02.05.2020
02.05.2020
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sein Blut tropft wieder von deinen Händen.
Kind, sieh nur,
deine Mutter klagt wieder
oh, du dummer Junge, zurück in diesem Feld
und seinem Grund; wieder bluttrunken und dürr.

du versuchst, die Geschichte zu ändern
so wie immer
du greifst nach dem, was dich zeichnet
dem Blut tief unter deinen Fingernägeln
den Tränen deiner Mutter

betest du wieder?
dummer Junge, spuckst du wieder Säure und Blut
auf heiligen Grund?
wie wundgerieben müssen deine Hände sein;
wie blutig deine Knie?
wie oft wirst du noch lügen?

wen hast du dieses Mal ermordet?
in wessen Rücken hast du deine Klauen vergraben,
welches Feld hast du in Blut getränkt,
bis es keine Früchte mehr trägt,
dieses Mal?

was hast du geopfert, Junge?
wie laut hast du geschrieen?

die Geschichte ändert sich nicht, sieh nur:
deine Hände sind blutig
deine Mutter tränennass
dieses Feld ist dürr
du hütest deinen Bruder nicht

Abel lebt nicht.
wessen Blut ist an deinen Händen,
dieses Mal?

— du hast dich nicht geändert, das Blut ist immer noch dasselbe Blut, das vor der Erbauung der Welt an dir klebte, und danach. du wirst nie wieder eine gute Ernte einfahren, oder eine schlechte. nichts ändert sich. an einem Ort, den du nie erreichen wirst, trauert deine Mutter um ihre Söhne. um Abel und um dich.
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