Ein Kartenhaus aus Lügen

GeschichteAllgemein / P12
Koichi Kimura Koji Minamoto OC (Own Character)
02.05.2020
11.07.2020
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Er fuhr mit seinen Fingern über die schneeweiße Bettdecke. Sie fühlte sich steif und rau an. Er besah sich dabei seine rechte Hand. Sie wirkte wie dünnes Porzellan, das schon bei der kleinsten Berührung zu zerbrechen drohte. An seiner linken Hand, befand sich eine Kanüle. Diese war mit einem großen, weißen Pflaster fixiert, welches sich über den gesamten Handrücken erstreckte. An der Kanüle war ein Schlauch befestigt, der bis zu einem Beutel reichte, der über ihm an seinem Bettgestell hing. In ihm befand sich ein durchsichtiges Schmerzmittel, welches sich Tröpfchen für Tröpfchen den Weg in seine Blutbahn suchte. Schmerztherapie nannten sie es.

Seit dem Unfall sind jetzt vier Tage vergangen und es tat immer noch sehr weh. Besonders nachts, wenn er versuchte zu schlafen, war es am Schlimmsten. Wenn er probierte tief einzuatmen, meldete sich sein Brustkorb mit stechenden Schmerzen zurück. Manchmal glaubte er sogar ein Knirschen zu hören, welches von seinen gebrochenen Rippen her rührte. Täglich wird seine Lungenbelastbarkeit geprüft. Sein Blutdruck. Seine Körpertemperatur. Sein Blutbild. Morgen muss er zu einer Röntgenuntersuchung, um zu sehen wie sich der Heilungsprozess seiner fünf gebrochenen Rippen entwickelte. Die Ärzte meinten, es würde noch ein paar Wochen dauern, bis er wieder ohne Probleme richtig atmen könnte. Das Schmerzmittel, was sie ihm verabreichten, sollte ihm dabei helfen wieder normal Luft zu holen. Dies sei wichtig, da es sonst bei nicht ausreichender Belüftung und Entfaltung der Lunge zu einer schwerwiegenden Lungenentzündung führen kann.

Doch trotz dieser Risiken und Beschwerden, die er noch hatte, wollte er hier raus. Er musste hier raus. Mit jedem Tag, den er hier blieb und mit jedem Tag an dem er Medikamente bekam und diese Tests an ihm durchführte, wurde die Arztrechnung größer.

Er wusste, dass das Geld bei ihnen zu Hause knapp war. Seine Mutter arbeitete sehr hart, um sich, aber vor allem ihm, ein halbwegs gutes Leben zu ermöglichen. Sie klagte nie und auch jetzt machte sie ihm keine Vorwürfe, weil er hier war, obwohl sie wusste, dass es zum Ende des Monats sehr eng werden würde. Aber er machte sich welche. Er machte sich Vorwürfe, dass er durch diesen Unfall ein großes Loch in die Haushaltskasse gerissen hatte. Doch diesen Schuldgefühlen würde er sich niemanden anvertrauen. Das wusste er genau. Sie sollten sich nicht noch weitere Sorgen um ihn machen, als ohnehin schon.

Jedoch machte er sich noch über etwas anderes Gedanken. Nämlich über den Grund dafür, warum er hier war. Der Grund dafür, warum er diesen Unfall hatte. Warum er die Treppen herunter gestürzt war und er seiner Mutter diesen Grund bis jetzt verheimlicht hatte. Er wollte es ihr sagen, wenn er wieder zu Hause war. Wenn sie nicht mehr gestresst zwischen Arbeit, Wohnung und Krankenhaus hin und her hetzten musste. Dann würde er es ihr sagen. Dann würde er ihr den Grund für sein Handeln, damals am Bahnhof zeigen und erklären. Doch noch nicht jetzt. Denn in diesem Moment klopfte es an der Tür.

Ein Junge betrat das Zimmer und grinste den im Bett sitzenden anderen Jungen an. Dieser riss überrascht von diesem Besuch, seine Augen weit auf.

„Kouji.“, entfuhr es dem Jungen. „Wie kommst du denn hier her?“

„Mit der Bahn, wie denn sonst.“, antwortete dieser und sein anfängliches grinsen, verrutschte etwas, als er den Zustand seines Gegenüber genauer begutachtete.
„Wie geht es dir Kouichi?“, fragte er daher recht zögerlich.

Kouichi versuchte sich langsam aufzurichten, als ihn wieder dieser stechende Schmerz durchfuhr. Kouji eilte zu seinem Bruder hin.

„Mach bitte langsam.“, ermahnte er seinen Zwilling, der ihn gequält anlächelte.

„Ist ok, es geht schon.“ Kouichi ließ seinen Oberkörper auf das aufgestellte Kopfende sinken und betrachtete seinen Bruder. „Was machst du hier?“, fragte er mir ruhiger Stimme.
Etwas überrascht sah Kouji seinen blassen Zwilling an.

„Blöde Frage. Dich besuchen natürlich. Ich habe dich das letzte Mal gesehen als… du…“ Kouji stockte mitten im Satz und sah betrübt zu Boden. Er hatte seinen Bruder das letzte Mal gesehen, als dieser im Schockraum um sein Leben kämpfte. Damals waren er, Takuya, Izumi, Tommy und JP gerade aus der Digiwelt zurückgekehrt, als Löwemon ihnen berichtete, dass Kouichi nicht durch die Hand Lucemons starb, sondern noch lebte. Er wusste noch genau, wie aufgelöst er war, als Takuya ihn zur Unfallstelle führte und man ihm dort erklärte was vorgefallen war und wo sie seinen Bruder hingebracht hatten. Die Erinnerungen daran, wie er auf dieser Pritsche lag, dieser leere Blick und dieser durchgehende Piepton, der darauf hinwies, das Kouichis Herz nicht mehr schlug, schnürte ihm immer noch den Magen zu. Er hatte dort um seinen Bruder geweint. Er hatte ihn angefleht wieder zurück zu ihm zu kommen. Und sein Flehen wurde erhört. Kouichis Herz begann wieder zu schlagen und sein Blick wurde wieder klar. Dieses Ereignis war jetzt schon vier Tage her und Kouji hoffte inständig, dass er diese Hölle nicht noch einmal durchleben musste.

Kouichi riss seinen Bruder aus den Gedanken.
„Was hast du da in der Hand?“

„Oh ja richtig. Das ist für dich. Ich dachte mir, du musst dich doch hier fürchterlich langweilen, deshalb habe dir das vorhin noch schnell besorgt.“ Er überreichte seinem Zwilling ein Buch.
„Du hattest mal erwähnt, dass du gerne liest und als ich auf dem Weg hierher an einem kleinen Buchladen vorbei kam, dachte ich es sei eine gute Idee. Ich hoffe es ist auch was, was dich interessiert.“ Es handelte sich dabei um einen Jugendkrimi, der in einem schwarzen Einband eingefasst war.

Kouichi wusste nicht recht was er sagen sollte. Nicht nur das Kouji sich ein Bahnticket gekauft hatte, nur um ihn zu besuchen. Er hatte von seinem Taschengeld sogar noch ein Buch für ihn besorgt.
„Danke Kouji, das hättest du aber nicht für mich tun müssen.“, war das Einzige was er heraus bekam.

Kouji lächelte seinen Bruder an. „Ich wollte es aber. Mach dir mal keine Sorgen darüber. Das passt schon alles.“

„Danke dir Kouji.“ Kouichi legte das Buch auf das kleine Schränkchen neben seinem Bett, auf dem noch ein weites lag, welches Kouji sofort bemerkte.

„Oh wie ich sehe hatte da wohl noch jemand die gleiche Idee wie ich.“

„Wie?“ Kouichi wusste zuerst nicht was sein Bruder meinte, doch als er auf das andere Buch zeigte, fing er an zu grinsen. „Ach so das. Ja Sayuri hatte mir gestern auch schon eins vorbei gebracht. Aber das ist nicht schlimm. Ich lese ziemlich viel und hier habe ich ja genug Zeit.“

Kouji musste bei dieser Aussage stutzen. „Wer ist Sayuri?“, fragte er daher und setzte sich zu Kouichi auf die Bettkante. Kouichis musste bei dieser Aussage schmunzeln.

„Nun Sayuri ist meine beste Freundin und wir gehen zusammen auf dieselbe Schule. Ich kenne sie seit der ersten Klasse. Sie ist ein sehr fröhlicher Mensch, immer optimistisch. *hust* Ihre Mutter stammt aus Irland und hat genau wie sie kupferrote Haare *hust* *hust*. Ihr Vater leitet eine Musikschule. Er *hust* brachte mir auch *hust* das Klavierspielen bei *hust* und…“ Kouichi bekam einen Hustenanfall und schlang die Arme um seinen Oberkörper. Das Husten bereitete ihm aufgrund der gebrochenen Rippen ziemliche Schmerzen.

„Nun mach mal ruhiger und atme erst einmal richtig durch“, ermahnte Kouji seinen Bruder und strich mit seiner Hand sanft über Kouichis Rücken, bis dieser wieder einigermaßen Luft bekam.
„Erstens rede mal ein bisschen langsamer. Ich glaube nicht, dass es deine Lunge so super findet, wenn du quasselst wie ein Wasserfall ohne einmal richtig Luft zu holen. Und Zweitens…“, die Brüder sahen sich an, „ich wusste gar nicht, dass du Klavier spielen kannst.“

Kouichi musste darüber schmunzeln. „Sayuri spielt schon seit sie fünf Jahre alt ist Geige. Ich habe ihr immer gerne dabei zugehört, wenn sie übte. Ihr Vater kam dann auf mich zu und fragte, ob ich nicht auch Interesse hätte ein Musikinstrument zu erlernen.“ Kouichi machte eine kurze Pause, versuchte zweimal tief durchzuatmen und sprach weiter. „Ich wollte etwas, womit ich Sayuri begleiten kann und da sind wir recht schnell auf das Klavier gekommen.“ Wieder machte er eine kurze Pause. „Sayuris Eltern wussten schon damals, dass bei meiner Mutter und mir das Geld knapp war und dass ich mir so etwas wie Klavierunterricht nicht leisten konnte. Aber sie scheinen mich sehr zu mögen und wohl auch der Tatsache wegen das ich mich so gut mit ihrer Tochter verstand, gab mir Herr Ayano Privatunterricht, ohne das er etwas dafür nahm. Zuerst war es mir unangenehm, doch ich fand schnell gefallen am Unterricht und Herr Ayano meinte, dass ich recht gut sei. Er gab mir sogar ein Leihinstrument, auf dem ich auch zu Hause weiter üben konnte. Er hat nie Leihgebühren dafür verlangt. Das war wirklich sehr freundlich von ihm.“

Kouichi sah seinen Zwilling an, der still zugehört hatte und jetzt breit grinste.
„Was ist, worüber freust du dich so Kouji?“

„Ach weißt du, ich freue mich, wenn du dich freust Kouichi und als du von dem Klavierunterricht und allgemein von Sayuri gesprochen hast, sah man richtig wie glücklich das macht. Aber sag mal ist sie wirklich nur deine beste Freundin, oder…“, verschmitzt griente er Kouichi an.

Jetzt war es Kouichi der grinsen musste. „Nein Sayuri ist wirklich nur eine Freundin Kouji. Nicht mehr und nicht weniger.“

Kouji sah seinen Bruder an und glaubte ihm. Kouichi sprach währenddessen weiter.
„Sie hat mir auch dabei geholfen dich zu finden und mich immer wieder dazu ermutigt dich anzusprechen. Sie war auch sehr neugierig darauf, zu erfahren, wer du bist und auch jetzt, als sie gestern da war sprach sie wieder davon wann sie dich denn treffen könne.“

Kouji war überrascht. „Ach so ist das. Dann habe ich ihr es mehr oder weniger zu verdanken das ich dich kennengelernt habe.“, schlussfolgerte er daraus.

„Ja so in der Art. Sie hatte mich den Tag dazu überredet dich aufzusuchen und endlich mit dir ein Gespräch zu beginnen. Am Ende kam uns ja die Digiwelt dazwischen.“

„Sie weiß aber nichts von der Digiwelt, oder?“ Bei dieser Frage seines Bruders, musste Kouichi erst mal schlucken, bevor er etwas sagen konnte. Dann antwortete er zögerlich.
„Doch, ich habe ihr davon erzählt.“, stammelte er vor sich hin.

Kouji war schockiert. „Kouichi!“, entfuhr es ihm. „Das ist jetzt nicht dein Ernst! Du hast ihr wirklich von der Digiwelt erzählt? Bist du verrückt?“ Doch kurz nachdem er diese Worte ausgesprochen hatte, biss er sich auf die Zunge und verpasste sich gedanklich eine Ohrfeige dafür. Denn er sah wie Kouichi nervös an seinem Pflaster auf der Hand zupfte und seine Atmung immer flacher und schneller wurde.

„Ja, es war vielleicht nicht die beste Idee. Aber wie schon gesagt, sie ist meine beste Freundin. Ich weiß nicht mal wirklich, *hust* ob sie mir glaubt *hust*. Wohl eher nicht *hust*. Klingt ja auch *hust* ziemlich verrückt. Außerdem *hust* *hust* ist ja nicht so das ich jeden davon erzähle, der hier ins Zimmer kommt.*hust* Im nach hinein war ich mir *hust* auch nicht so sicher *hust* ob es richtig war *hust* ihr davon zu erzählen. *hust* Aber *hust* ich vertraue *hust* ihr …“

Kouichis Brustkorb schnürte sich zu und er verfiel wieder in einen schmerzlichen Hustenanfall. Verkrampft hielt er sich mit der einen Hand die Rippen, während er die andere vor den Mund hatte. Kouji sah ihn bestürzt an und fühlte sich etwas hilflos, als er seinen Bruder so sah. Dieser zwang sich nun ruhig durch zu atmen, was bei ihm ebenfalls fiese Schmerzen verursachte, die er aber vor Kouji zu verstecken versuchte. Langsam beruhigte sich seine Atmung wieder und der Husten ließ nach.

„Es tut mir leid. Ich wollte nicht, dass du dich aufregst. Geht es wieder?“ Kouji legte besorgt eine Hand auf Kouichis Schulter. Dieser brachte ein schiefes Lächeln zustande und versuchte so Koujis Sorgen etwas zu mildern.

„Alles ok Kouji. Es geht schon. Mach dir keine Gedanken.“Kouichi atmete nochmal durch, bevor er weitersprach.
„Ich hätte mich ja auch gerade gar nicht so aufregen brauchen. Eigentlich war deine Reaktion auch berechtigt. Allerdings musst du wissen, dass ich keine Geheimnisse vor Sayuri habe. Wie schon gesagt, sie ist meine beste Freundin. Ich habe ihr bis jetzt alles anvertrauen können. Und ein Erlebnis wie die Digiwelt und das Zusammentreffen mit dir dort gehören für mich ebenfalls zu solchen Dingen. Allerdings, ich bin mir nicht sicher ob sie mir glaubt. Das alles klingt ja auch ziemlich absurd.“

Kouji musste lächeln. Er freute sich sehr für seinen Bruder, das er jemanden hatte mit dem er reden konnte und seinen Kummer und Sorgen teilte. Hätte er diese Sayuri nicht gehabt, was wäre dann wohl aus ihn geworden? Vielleicht nicht der fürsorgliche Mensch, der sich stets um das Wohl anderer bemühte und alles dafür tat das es seinen Mitmenschen gut ging. Er fragte sich ob er auch irgendwann so eine Stütze für Kouichi sein konnte. Da fiel ihm etwas ein.
„Du Kouichi mal was anderes.“ Er sah seinen Bruder an.

„Was ist?“, fragte dieser, doch bei Kouichi bildete sich erneut ein Hustenreiz, den er jedoch unterdrücken konnte.

„Das Versprechen was ich dir damals in der Digiwelt gegeben habe, naja, ich würde es gerne einlösen wollen. Ich möchte meine Mutter kennenlernen.“ Bei den Gedanken seine Mutter sehen zu können musste Kouji unweigerlich lächeln. Das entging auch Kouichi nicht.

„Ja ich möchte auch, dass du sie kennen lernst. Am besten ist wir organisieren ein Treffen an einem neutralen Ort. Vielleicht im Stadtpark oder so.“, sagte Kouichi voller Euphorie. Doch dann trübte sich seine Stimmung schlagartig wieder.

„Allerdings müsste ich dafür erst einmal hier raus. Ich hoffe das es nicht mehr lange dauern wird.“ Kouichis Blick wurde abwesend bei diesen Worten und er versuchte das erneute aufkommen eines Hustenanfalls zu unterdrücken. Auch Kouji wurde etwas betrübt.

„Geht es dir denn schon wieder so gut, dass du bald nach Hause könntest? Du hattest schließlich einen ziemlich schlimmen Unfall und deinem ständigen Husten zu urteilen ist bei dir auch noch nicht alles wieder in Ordnung, oder?“

Kouji hatte leider nicht ganz Unrecht. Es stimmte. Kouichi hatte immer noch starke Schmerzen, bei allem was er tat und beim Husten tat ihm der Brustkorb auch noch ziemlich weh. Es fiel ihm noch sehr schwer am Stück zu reden, ohne dabei einen Hustenanfall zu bekommen. Allerdings wollte er nicht dass sich Kouji um ihn sorgte und er musste zusehen, dass er schnellstmöglich aus dem Krankenhaus heraus kam, damit nicht noch weitere Kosten auf seine Mutter zukamen. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als seinen Bruder anzulügen.
„Ach was, das ist alles halb so wild. Es klingt viel schlimmer als es wirklich ist. Schmerzen habe ich schon fast gar keine mehr. Die Ärzte sind wahrscheinlich einfach nur übervorsichtig, wegen der Geschichte damals im Schockraum, als sie mich wiederbeleben mussten. Aber da warst du ja zum Glück bei mir und hast mich wieder ins Leben zurückgeholt. Dafür bin ich dir immer noch sehr dankbar Kouji.“

Dieser wurde leicht verlegen, bei den warmen Worten seines Zwillings und schluckte Kouichis Lüge, der die Wahrheit über seinen Gesundheitszustand für sich behielt.
„Also zurück zu unsere Mutter. Was sagst du zu dem Treffen im Park?“, wechselte Kouichi das Thema.

„Ich finde die Idee super. Sobald du hier raus bist, ziehen wir es durch. Ich freu mich schon sehr darauf, allerdings…“ Bei dem Gedanken endlich seine Mutter zu treffen wurde Kouji plötzlich etwas mulmig zu mute. Kouichi sah den verzweifelten Blick seines Bruders und versuchte ihm Mut zuzusprechen.

„Mach dir keine Sorgen Kouji, das wird schon. Du wirst sehen. Wenn Mutter erst vor dir steht, dann werden alle Zweifel verschwinden. Glaube mir, sie wird sich genau so sehr darüber freuen dich nach so langer Zeit wieder zu sehen wie du.“
Kouichis Worte zeigten Wirkung.

„Ja du hast Recht, Kouichi. Sobald du hier raus bist setzten wir unseren Plan in die Tat um.“
Kurz danach klopfte es an der Tür und eine Krankenschwester betrat das Zimmer.

„Die Besuchszeit ist für heute leider zu Ende.“

Erschrocken sahen die Zwillinge auf die Wanduhr.
„Oje schon so spät. Vater wird sich bestimmt schon Gedanken darüber machen wo ich bleibe.“ Kouji sprang vom Bett und sah auf sein Handy. „Also angerufen hat er schon mal nicht. Das ist gut.“ Er drehte sich zu Kouichi um und überlegte, wie er sich am besten von ihm verabschieden konnte.

„Ich rufe dich morgen wieder an, ok?“ Doch bevor Kouichi darauf antworten konnte, umarmte Kouji seinen Bruder zum Abschied. „Wir sehen uns bald wieder versprochen.“, flüsterte er Kouichi noch ins Ohr. Dieser überrascht von der Reaktion seines Bruders, fiel nichts weiter ein als ein leises „Ist gut“ zu flüstern. Kouji verließ das Zimmer und Kouichi war mit der Krankenschwester allein.
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