Pakt mit dem Teufel

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
02.05.2020
27.05.2020
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23.05.2020 1.192
 
Langsam ging ich zu meiner Wohnungstür, gerade als ich sie öffnen wollte, hörte ich ein leises Poltern hinter mir. Erschrocken drehte ich mich um und sah in zwei wütende, eisblaue Augen. Ups.

Keine Sekunde später drückte er mich gegen meine Wohnungstür, alles ging unglaublich schnell. Seine rechte Hand war an meinem Hals, er drückte. Nicht zu fest, aber dennoch ziemlich straff. Er war so wütend, ich hatte erreicht was ich wollte. Seine Nasenflügel bebten. Zufrieden grinste ich ihn an, ich hatte gewonnen und das wollte ich ihm auch zeigen. Wütend verstärkte er seinen Druck etwas, seine Augen durchbohrten mich.

"Komm schon Anastasia, du hast das hier doch vermisst" sagte er mit bittersüßer Stimme. "Ich weiß wie sehr du mich eigentlich willst."

"Pf" entgegnete ich abweisend. Sein Ego war gekränkt, offenbar hatte er ein großes Problem mit dieser Situation.

"Hm, oder dachtest du, ich kauf dir dein fake Stöhnen ab? Als ob der kleine Kerl irgendwas drauf hätte." Seine Augen durchlöcherten mich. "Wie kommst du überhaupt dazu, mit diesem Typen zu ficken?"

"Ach, wie kommst du dazu, jeden Abend mit dieser Hure ins Bett zu steigen?"

Er lachte und kam meinem Gesicht dann unglaublich nahe "darf ich nicht?"

"Du kannst machen was du willst, genauso wie ich auch." Wir waren kein Paar mehr.

Ich spürte seinen süßen Atem in meiner Nase, alles in mir sehnte sich nach seinen Lippen auf meinen.
"Wenn er dich noch einmal anfasst, töte ich ihn" hauchte er mir ins Ohr. Seine Stimme bescherte mir eine Gänsehaut am ganzen Körper. "Sag ihm das" fügte er noch lächelnd hinzu und löste sich dann von mir. Etwas sehnsüchtig schaute ich ihm hinterher. Hör nicht auf.

"Nett hast du es hier" sagte er und schaute sich um. "Wann bist du eingezogen?"

"Ach, nur ein paar Wochen, nachdem du mir mein Herz gebrochen hast." Ich war mir sicher, dass er es ganz genau wusste, die ganze Sache hier war doch mit Sicherheit bis ins kleinste Detail geplant gewesen.

Er schaute mich an und legte seinen Kopf auf die Seite. Wieder kam er auf mich zu und schenkte mir sein schönstes Grinsen. Mein Herz machte einen gewaltigen Sprung nach oben, mein Puls schoss in die Höhe. Seine Wirkung auf mich war unglaublich. "Interessant. Musst du noch an den tollen Sex mit diesem Kind denken?"

Verdammt, er konnte meinen Herzschlag hören oder... spüren, wie auch immer. "Ja g-gen..." seine Anwesenheit machte mich fertig, er zog mich wieder regelrecht in seinen Bann. Plötzlich war sein Geruch überall, aber vorallem in meiner Nase.

"Also?" Mit seiner linken Hand strich er mir eine Strähne meiner Locken hinter die Schulter.

Nicht schwach werden. Mutig ging ich einen Schritt zurück und funkelte ihn wütend an. "Was interessiert es dich? Und hör auf immer meine Freunde zu beleidigen."

"Freunde" sagte er spöttisch. "Komm schon, seit wann gehst du mit Freunden ins Bett?"

"Oft" sagte ich. Es war mehr als nur gelogen, denn eigentlich tat ich es niemals.

"Ah" merkte er kurz an. "Oft also" seine Mundwinkel zuckten.

Ich nickte und zwang mich dazu, ernst zu bleiben, ich durfte bloß nicht die Fassung verlieren, wenn ich das hier gewinnen wollte. "Aber warum interessiert dich das?"

Gelangweilt zuckte er mit den Schultern. "Weiß nicht."

"Und du, wie oft gehst du so mit anderen ins Bett?" Ich wollte es eigentlich gar nicht wissen.

"Ebenfalls oft" entgegnete er knapp. "Und wieso willst du das wissen?"

Diesmal zuckte ich gelangweilt mit den Schultern.

Mit einem siegessicheren Grinsen im Gesicht, kam er langsam auf mich zu. Ich wich ihm aus, so gut es ging, doch irgendwann war hinter mir die kalte Wand.

"Hm, Nostalgie, wie in alten Zeiten" murmelte er.

Eigentlich müsste ich ihn von mir wegdrücken, doch irgendwas hinderte mich daran. Irgendwas in meinem Kopf, wollte diesen verdammten Teufel, trotz den ganzen Dingen die geschehen waren.

"Freunde machen sich diese Teile da?" Er deutete auf meinen Knutschfleck.

Ich nickte nur schwach, ich wusste dass er mich schon längst durchschaut hatte. Ich spürte seine großen Hände plötzlich an meinen Hüften, unter meinem Shirt. Ohne Vorwarnung hatte er sie an meinen Körper gelegt. Seine Augen ruhten in meinen, er schaute mich eindringlich an, seine Lippen umspielte ein leichtes Lächeln. "Eigentlich könnte ich hier bleiben" hauchte er an mein Gesicht. Uns trennten wenige Millimeter und ich ging davon aus, das er mich jeden Augenblick küssen würde. Ich schloss meine Augen und... "aber ich muss gehen." Augenblicklich zog er seine Hände zurück und grinste teuflich. "Ich sag doch du willst mich" stellte er trocken fest und lief dann an mir vorbei.

Etwas unglaubwürdig schaute ich ihn an. Wollte er mich wirklich so hier stehenlassen? Seit wann machte er halbe Sachen?
"Gehst du wieder zu Melissa?" Ich spürte den Schmerz, langsam breitete er sich aus.

"Kann ich nicht machen was ich will? Deine Worte." Schulterzuckend schaute er mich an.

Mit Tränen in den Augen nickte ich, dass hatte ich so gesagt, aber nicht so gemeint.

"Gute Nacht Anastasia."

"Gute Nacht" nuschelte ich noch, bevor er die Tür schloss und mir die Tränen über die Wangen rollten.

Weinend legte ich mich in mein Bett. Wieso war er gegangen? Was genau war das gerade? Was wollte er von mir? War er eifersüchtig auf Luis gewesen? Oder war das nur eines seiner Spiele? Ich verstand die Welt nicht mehr, er hatte mich völlig aus dem Konzept gebracht.
Diese ganze Sache kratzte ganz schön an seinem Ego, es war einfach so offensichtlich.

Die Nacht verlief ruhig, Melissa störte heute mal nicht die Stille, immerhin hatte ich so meine Ruhe.

Am nächsten Tag kam Emelie nach der letzten Vorlesung noch mit zu mir. Ich erzählte ihr von gestern Abend. Von Luis, von Lucifer und Melissa. Diese Situation machte mich vollkommen fertig. Und das obwohl wir noch echt viel Stoff zu wiederholen hatten. Ich dachte, ich würde es ganz gut verdrängen können, aber es nahm mich mehr mit als ich dachte. Ich war so verdammt eifersüchtig auf Melissa, sie hatte Lucifer und ich nicht. Ich wollte ihn immer noch, nach so langer Zeit, nach allem was passiert war.

Ding dong

"Ich geh schon" sagte Emelie und öffnete meine Wohnungstür.

"Oh ähm hi..."



***

Noch geht die Uni nicht weiter und die Online Vorlesungen lassen zu wünschen übrig, haha. Wenn mein Freund arbeiten ist, bin ich eigentlich die meiste Zeit am schreiben. Ich habe sogar noch eine zweite Story angefangen und fast schon komplett fertig geschrieben. Geht um einen Engel, der in der Hölle gelandet ist, ich mag die Idee voll und meinen Schreibstil in der Geschichte, mal sehen wann ich anfange sie hochzuladen :)


Dann auf jeden Fall hier auch nochmal ein großes Danke an Deira, brokenthumb und Caroline für das regelmäßige, tolle Feedback zu dieser Geschichte hier. Ist wirklich motivierend :)
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