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Die Assassine aus Selenia

von lAbr4t
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / Gen
OC (Own Character)
01.05.2020
24.05.2020
3
2.382
 
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08.05.2020 1.222
 
Das Mädchen

Das Mädchen erwachte von einer plötzlichen Kälte, die ihr Bein nach oben wanderte und langsam verschwand, als sie sich ihrem Oberkörper näherte. Das Mädchen drehte sich zur Seite und wollte ihre Bettdecke zurechtziehen, doch – diese war nicht da! Sie riss ihre Augen auf und … konnte alles klar erkennen? Zwar war die Welt eher in Grautöne unterteilt als in Farben, aber sie konnte definitiv alles gestochen scharf erkennen… und dabei hatte sie nicht einmal ihre Brille auf! Das Mädchen setzte sich auf und bemerkte ein Gewicht, das vorher definitiv nicht so ausgeprägt war. Als sie an sich heruntersah, erkannte sie jedoch nicht nur, dass ihre Brüste definitiv größer waren als vorher, sie waren auch noch mit Fell bedeckt! Das Mädchen inspizierte den Rest ihres Körpers genauer, und Tatsache, ihr gesamter Körper war mit einem kurzen, dunklen Fell bedeckt!

Ihre Zunge leckte nervös über ihre Lippen, ein Tick, den sie schon Jahre lang hatte, nur dass sie sich jetzt ihre Zunge volle Kanne gegen einen ihrer Reißzähne gedonnert hatte. Kurz erschrocken, bildete sich in dem Kopf des Mädchens eine hirnrissige Idee, was hier los war. Sie stand auf, und ihr wurde kurz schwindlig, da sie es nicht gewohnt war, von so hoch oben auf den Boden zu schauen – das Mädchen schätze ihre Höhe auf genau 2,05 Meter. Sie fand sich in diesem Haus so zurecht, als wäre es das ihre – doch weit gefehlt, dieses Haus war ausschließlich aus schwarzem Material gebaut, schwarze Steine, schwarzes Holz, schwarzes Metall. Das Mädchen fand die Haustür ohne Probleme, und ihre Vermutung bestätigte sich. In die finstere Tür wurde grell ein Skorpion Stachel mit herabfallendem Gifttropfen eingraviert, und auch, wenn sie es nicht erkennen konnte, wusste sie, dass das Zeichen der Assassinengilde von Selenia rot war – blutrot.

Das Mädchen sah erneut an sich herab, erkannte Krallen an ihren Händen, eine alte Narbe, die sich von links unter ihrem Hals, über ihre Brust, bis zu ihrer Seite ging, und von der sie wusste, dass sie sich auch in ihrem Gesicht von knapp unterhalb ihres linken Auges bis zu ihrem Kinn ging.

„Kha’In“, flüsterte das Mädchen. Sie knurrte, dieses bedrohliche, mörderische Knurren, welches jedes ihrer Opfer auf die Flucht geschickt hatte. Das Mädchen warf den Kopf in den Nacken, ihren Wolfskopf, stemmte die Schultern nach hinten. Kha’In öffnete ihren Mund und das dritte Messer der Assasinengilde stieß ihr Geheul aus, das Geheul einer der tödlichsten und gefürchtetsten Wesen in ganz Selenia.

Inoubami

Inoubami erwachte mit dem grausamsten Heulen, dass der Mensch je gehört hatte. Der Magier setzte sich auf, schaute sich um, und erkannte seine Reisegenossen auf dem Boden neben ihm.

Jinxy und Tanra, Tarr-Priesterin und Kämpferin, neben Jinxy der Menschenkrieger Artem – die beiden schienen sich tatsächlich erneut nähergekommen zu sein. Alle waren durch das Heulen erwacht.

Inoubami konnte durch das Fenster erkennen, dass die Sonne bald aufgehen würde. Die Gruppe hatte einige anstrengende Tage hinter sich gehabt, nach dem Ausfindigmachen und Auslöschen einer Orkbande waren sie in diese Stadt gekommen, um herauszufinden, dass der Bürgermeister der Stadt seine politischen Gegner mit Hilfe eines Golems entführt und ermordet hatte. Diese Entdeckung hatte zum Sturz des von der Stadt gehassten Politikers geführt, und eine Party in ihrer Taverne gestartet.

Ab diesem Moment konnte Inoubami sich an nichts mehr erinnern, doch der Zwerg einige Meter hinter ihm kam ihm dann doch bekannt vor, schien jedoch tief und fest zu schlafen.

Der Magier schaute seine Kumpanen fragend an. „Erinnert ihr euch noch an was?“ Einheitliches Kopfschütteln. „Auch alle einen Kater?“ Einheitliches Nicken. Inoubami stand auf und castete einen Erfrischungszauber auf sich selbst und seine Kumpanen, schaffte es problemlos, und bei sich selbst hatte er den Zauber mal wieder so gut hinbekommen, dass er den Bonus auf seine Magie bereits fühlen konnte. Er ging zu dem Zwerg rüber, und gab ihm eine ordentliche Backpfeife. Der Zwerg schlief weiter. Mit der Vermutung, er könnte besoffen sein, wirkte Inoubami einen Erfrischungszauber und wiederholte die Backpfeife. Da der Zwerg immer noch weiterschlief, schüttete Artem ihm kurzer Hand einen Eimer eiskaltes Wasser ins Gesicht, was genug war, um den Zwerg aufzuwecken.

Dieser gähnte ein „Morjen“ heraus und schaute sich um. „Ah, wir hatten gestern zusammen gesoffen! In Anbetracht der Tatsache, dass ihr ja ganz gut mitgetrunken habt, erinnert ihr euch vermutlich nicht mehr an allzu viel, oder?“ Inoubami nickte. „Naja… war ne angenehme Zeit gestern! Wenn ich mich richtig erinner‘, dann müsstet ihr ein wenig Metall haben, dass ich für euch bearbeiten wollte.“ Inoubamis Miene verzog sich zu einer Grimasse und er versetzte Jinxy einen Klaps. Sie hatte schließlich zwei ganze Last Eisen mit ihrer Dummheit zerstört! „Ja, Artem und ich haben noch zwei Last…“

„Wunderbar! Daraus ließe sich bestimmt ein schönes Schwert schmieden… hm… ich könnte auch noch Material für ein Amulett haben, solltet ihr mir dafür die zwei Last Eisen überlassen…“

Bevor jemand antworten konnte, übernahm Inoubami dies: „Das würden wir sehr gerne machen!“ Der Zwerg bot an, sie nach einem Bier am Morgen zu seiner Schmiede vor der Stadt mitzunehmen und die Abenteurer-Bande nahm leicht verwirrt an.

Das Mädchen

Kha’In nahm den Tee vom Feuer und goss sich ein. Träume ich? Eigentlich fühlt es sich dafür zu realistisch an… Nur, um dies zu testen, zog die Varge ihre Kralle über den Arm. Stechender Schmerz, gefolgt von dem Geruch von Blut. Die Assassine war sich sicher, so detailliert zu Träumen sei unmöglich. Sie nippte an ihrem Tee, und konnte die geliebte Süße bereits schmecken. Wie seltsam, dass jemand diesen Tee nicht lieben kann… Kha’In erinnerte sich so an den Vergangenen Tag, als wäre sie dort bereits in diesem Körper gewesen. Ein Mensch mit Bande kam zu ihr, sie hatte einen Golem ausfindig und unschädlich gemacht, eine gute Bezahlung und eine nette Unterhaltung als Dank bekommen. Nur, dass der Mensch bei ihrem Tee leicht, absolut minimal, die Muskulatur verzog, hatte ihr gezeigt, dass er ihn etwas zu süß fand. Angenehme Bekanntschaften waren in Kha’In’s Geschäft eine Rarität – immerhin leitete sie den Unterschlupf der Assassinen in Südfang, eine Tätigkeit, die sie ihren Rang zu verdanken hatte – als drittes Messer der Gilde war sie lediglich dem Katar unterstellt, dem Gildenmeister.

Genau so hatte das Mädchen die Lore für ihren Lieblingscharakter geschrieben, und genau so erinnerte Kha’In sich daran. In Drakhain hatte sie sich nur aufgehalten, um einen vielversprechenden Kunden selbst zu bedienen und den Erfolg zu garantieren. Natürlich mit Erfolg. Das dritte Messer der Assassinengilde von Selenia versagte nicht.

Das Mädchen ließ sich darauf ein. Sie würde den Platz ihres Charakters in diesem Plot einnehmen. Wer weiß, was sie sehen, was lernen könnte.

Kha’In legte ihre Robe an, pechschwarz, 47 rote Streifen am linken Ärmel und das Symbol der Gilde am rechten.

Inoubami

Der Zwerg hatte ausgetrunken. Sein drittes Bier. Kein Wunder, dass er uns unter den Tisch gesoffen hat, wen sein Morgen so aussieht! Er stand auf, bezahlte, und winkte, ihnen zu folgen.

Inoubami nickte der Gruppe zu, verpasste Jinxy, die schon wieder Artem anflirtete, einen Klaps und ging mit dem Zwergen. Er wählte eine Route durch die Stadtmitte, und Inoubami könnte schwören, um sich herum leises Scharren zu hören. Die Gruppe bog ab, und alle knallten in den Magier, der stehen geblieben war. Er drehte sich hin und her, inspizierte den Gang. Inoubami drehte langsam zu seiner Truppe. „Wo ist der Zwerg hin?!“
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