I’ll find my way to you

GeschichteDrama, Romanze / P12 Slash
DI Gregory Lestrade Dr. John Watson Mycroft Holmes Sherlock Holmes
01.05.2020
01.08.2020
11
8.762
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Dieses Kapitel
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01.05.2020 825
 
Nach einer langen Pause erobere ich mir das Schreiben zurück. Was dabei herauskommt, lest ihr hier. :-)

Disclaimer: Die folgende Geschichte ist frei erfunden. Durch ihre Veröffentlichung wird keinerlei Gewinn erzielt. Die Charaktere basieren auf den Originalen von ACD bzw. der BBC.

Kurzbeschreibung: Mycroft trägt Jeans, Sherlock nimmt den Bus und Anderson ist schwanger. Alles scheint möglich beim Besuch alternativer Universen. Nur eins bleibt immer gleich: John macht Tee. ;-) [OS-Sammlung AU]

I’ll find my way to you

1 Teamplayer

Seine üblichen Pfade zu verlassen, damit sein kleiner Bruder dieses Mal auf dem rechten Weg blieb, war eine Sache, dafür eine Jeans zu tragen, um bei seinen Recherchen nicht unnötig aufzufallen, eine ganz andere. Außerdem eine erfolglose, wie sich ziemlich schnell herausstellen sollte, als ihn jemand ansprach.

„Für welches Team spielen Sie?“

Der Hinzugekommene - Anfang 20, Sportstipendium, zukünftiger Polizist - untergrub seine Bemühungen, eine Stunde vor dem vereinbarten Termin auf dem Sportplatz aufzutauchen, um sich die Gegebenheiten allein anzusehen. Mycroft trauerte der Gelegenheit sich unbeobachtet und ohne Zensur einen Überblick zu verschaffen, nur kurz nach, bevor er die Navigation des neuen Kurses in Angriff nahm.

Sport als Teilhabe an Gruppenaktivitäten, zur Gesundheitsförderung und als Ausgleich zum stressigen Alltag stellten Ansätze dar, die Sherlock aus dem Entzug mit in die reale Welt würde übernehmen müssen, um clean zu bleiben. Mycroft sah sich also damit konfrontiert nach Clubs und Vereinen zu suchen, war so via E-Mail mit einem potenziellen Trainer mit entsprechender Qualifikation und Erfahrung ins Gespräch gekommen. Bald schon flossen private Details in ihre Unterhaltungen ein, der Nachrichtenaustausch avancierte zu mehr als nur der Planung von Sherlocks Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

„Ich bin nicht unbedingt der sportliche Typ, sieht man von Denksport ab“, erwiderte er.

Sein Gegenüber legte den Kopf schief und ließ seinen Blick dann über Mycroft wandern.  

„Was ist mit Ihnen?“, fragte Mycroft zurück, dem das Emblem und die aufgestickten Initialen auf dessen Sportkleidung nicht entgangen war.

„Greg Lestrade“, antwortete dieser und bestätigte somit Mycrofts Vermutung, der mit seiner Person vor allem den Gebrauch von korrekter Rechtschreibung und Grammatik aus ihrer beachtlichen Anzahl an E-Mails in Verbindung brachte.

Es handelte sich um den jungen Trainer, dessen Team sich nicht auf eine Sportart festlegte, stattdessen in unregelmäßigen Abständen das Erlernen neuer in Angriff nahm. Etwas, dass Sherlock die Langeweile austreiben, ihn somit in Schach halten könnte.

„Ihre Antwort scheint mir nicht zu meiner Frage zu passen“, bemerkte Mycroft.

„Und Ihre Manieren in schriftlicher Form scheinen nicht mit denen im realen Leben konform zu gehen“, konterte Greg halbernst.

„Mycroft Holmes“, erwiderte Sherlocks Bruder an seiner Ehre gepackt, eine kurze Verbeugung andeutend.

„Schön dich endlich persönlich kennenzulernen.“

„Die Freude ist ganz meinerseits“, war Mycrofts Antwort, während er den anderen eindringlich musterte.

Greg, dem die Kunst der Deduktion nicht geläufig war, schien sich nicht daran zu stören, wie auf einen Objektträger gepinnt, durch ein Mikroskop analysiert zu werden. Stattdessen reagierte er mit Witz und Schlagfertigkeit.

„Gefällt dir, was du siehst?“, erkundigte er sich deshalb, während er vielsagend beide Augenbrauen seine Stirn hoch und runter tanzen ließ.

„Ich entschuldige mich“, antwortete Mycroft peinlich berührt.

„Das ist kein nein“, flirtete Greg zurück, wobei das Grinsen auf seinem Gesicht noch breiter zu werden schien.

Der Signalton einer eingehenden Textnachricht durchbrach die Anspannung und entband Mycroft vorläufig von einer Antwort.

In diesem Szenario bist eindeutig du der Goldfisch, großer Bruder. S

Mycroft seufzte, behielt sein Telefon jedoch weiter in der Hand, wissend das Sherlock noch nicht fertig war.

Da du bereits die Hosen für Greg, falls das überhaupt sein richtiger Name ist, heruntergelassen hast, um Jeans anzuziehen, verlange ich die Suche nach einem neuen Babysitter. Ich muss das wirklich nicht jedes Mal sehen, wenn ich ihm über den Weg laufe. S

Ich denke nicht, dass du in der Position bist irgendetwas zu verlangen und hör sofort damit auf meine Gespräche zu belauschen. M

Langweilig. S


Mycroft überlegte kurz sein Telefon im nahe liegenden Teich zu versenken, entschied sich dann aber doch dagegen, da es wasserdicht und er so in Notfällen nicht mehr erreichbar war.

„Ah, so einer ist er also“, amüsierte sich Greg, der sich herübergebeugt und die letzten drei Nachrichten mitgelesen hatte.

„Ärgerlicherweise ist er verdammt gut in dem, was er tut“, gab Mycroft zu.

„Dir auf die Nerven zu gehen?“, schlussfolgerte Greg.

Mycroft nickte, auch wenn dies natürlich nur die halbe Wahrheit darstellte.

„Dein Bruder hat übrigens recht“, gestand Greg kurze Zeit später.

„Sag das bitte nicht so, als wäre es etwas Gutes. Sein Ego ist bereits groß genug für zehn.“

Greg grinste, während Mycroft wartete, dass er seine Aussage in Kontext bettete.

„Es wäre eine gute Idee für Sherlock einen anderen Paten zu suchen. Ich kann euch sicher jemanden empfehlen.“

„Ich dachte, wir wären auf einer Wellenlänge“, wunderte sich Mycroft.

„Das stimmt auch und bringt mich zu meiner Eingangsfrage zurück, für welches Team du spielst. Wenn du nämlich noch keinem angehörst, sollten wir unbedingt ein privates Probetraining vereinbaren. Das Tragen von Hosen wäre dabei optional.“
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