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VERONICA

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / Het
Nicolas Brown Worick Arcangelo
01.05.2020
04.05.2020
12
16.703
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01.05.2020 640
 
Ich laufe.
Nein, ich renne.
Ich renne um mein Leben.
Ich renne so schnell ich kann während es aus Eimern regnet und ich kaum mehr meine Füße spüren kann.
Barfuß renne ich durch die Stadt Ergastulum.
Hinter mir ertönt das wütende Gebrüll von Kasimir und seinen Leuten die mir hinterher laufen.
Kasimir... Wie ich ihn verabscheue für das was er mir antat.

Niemand ist in der Nähe der mir helfen könnte. Die Stadt schaut wieder weg. Ich biege scharf ab in einer Seitengasse wo Mülltonnen stehen. Dahinter verstecke ich mich und halte mir den Mund um keinen Laut zumachen. Sie kommen näher, rennen an mir vorbei. Doch einer geht zurück. Trotz des lauten Regens höre ich ihn auf mich zukommen. Eine Träne kullert mir die Wange hinunter und ich atme schon gar nicht mehr.

„Komm her, meine kleine unwichtige Mohnblüte. Du hast noch was zu erledigen." spricht Kasimir. Mein Herz schlägt fest gegen meinen Brustkorb. Ich will nicht zurück. Nie wieder. Aber besonders will ich nicht, dass er mich jetzt findet.

Plötzlich wird die Mülltonne neben mir bewegt, dann die vor mir. Panisch schaue ich hoch zu Kasimirs dreckigem Grinsen, wobei sein Goldzahn aufblitzt: „Hab ich dich!"

Er will mich packen doch ich trete ihm direkt in den Bauch, so fest ich kann. Er röchelt und hält sich seinen Magen. Ich nutze die Chance und stehe auf um wegzurennen doch er packt mich fest an meinen langen schwarzen Haaren, wobei ich kurz erschrocken aufschreie.

„Du gehörst mir, du widerliches Stück!" zischt er wütend und schlägt mich mit der Faust ins Gesicht. Meine Nase blutet sofort und meine Kraft schwindet. Während er mich weiter schlägt, mich auf den Boden wirft und auf mich eintritt, bekomme ich Flashbacks. 'Du hast die Chance wegzulaufen.' ertönt eine mir bekannte Stimme, 'Lauf aus der Stadt.'

Kasimir verflucht mich während er immer wieder fest gegen mich tritt und ich es kaum noch mehr spüre. Nur die Stimmen hallen in meinen Kopf, 'Du bist was besondere. Du kannst dich wehren!'

Ich kann mich wehren...

Als Kasimir aufhört mich zutreten sieht er lachend von oben auf mich herab und erzählt mir wie unbrauchbar, lästig und nervig bin, dass ich den Tod verdient hätte. Er zieht seine Pistole aus seinem Jackett und richtet sie auf mich.

„Au revoir, du widerliche Hure." grinst er mich an und will abdrücken. Mit der letzten Kraft die ich besitze trete ich gegen sein Bein und er schisst genau neben mich. Ich erschrecke mich bei dem Laut doch darf jetzt keine Schwachstelle zeigen und schlage ihm in die Weichteile. Er sackt zusammen und versucht auf mich zu schissen doch ich bin zu flink und seine Patronen sind schnell leer. Er flucht und will ein neues Magazin einsetzen, da bin ich auch schon vor ihm und nehme ihm die Pistole weg.

„Das wagst du nicht!" brüllt er sauer. Ich schlucke meine Angst hinunter und schlage fest mit der Pistole zu. Er wird sofort ohnmächtig. Ich lasse die Pistole fallen und kann seine Männer hören, die auf uns zukommen. Meine Sicht verschwindet fast doch ich muss sofort von der Stelle weg und gehe mit schnellen Schritten die Gasse entlang. Von weiten höre ich, dass sie ihren Anführer gefunden haben müssen. Doch komischerweise kommt keiner mehr um mich zu suchen.

Über einer Stunde gehe ich an der Wand entlang und hoffe nicht umzukippen. Ich muss irgendwohin, wo es sicher ist. Wo ich neu anfangen kann. Doch erst einmal muss ich überleben. Meine Sicht wird immer wieder verschwommen. Heißt nichts gutes. Ich schwanke weiter doch nur wenige Minuten später kippe ich aus Erschöpfung um. Mein Kopf lehnt sich gegen die Hauswand, völlig außer Atem schaue ich hinauf zum Himmel und lasse den Regen auf mich prasseln. Ich bete solange bis ich dann in den Schlaf falle.
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