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Ein Killer ist geboren

von Vico
OneshotAllgemein / P16
Hisoka
01.05.2020
01.05.2020
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6.095
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Ein Killer ist geboren

Hisoka. Sein Name bedeutet Geheimnis und genau das ist er auch - Geheimnisvoll. Von seiner Vergangenheit ist nicht viel bekannt und ob er eine Familie hat, ebenfalls nicht. Ob er schon immer ein Psychopath und Sadist war lässt sich nur erraten und so ziemlich jeder hat sich doch schon mal die Frage gestellt, warum er so ist wie er ist.


In diesem One Shot geht es um Hisokas Vergangenheit die aber lange vor "Hisoka Origin Story" (ein OS von Ishida (Tokyo Ghoul)) spielt.


"Hier ist wieder Euer Magier Shuzu und wollt ihr wissen was wir heute machen werden?Wir werden sämtliche Gegenstände unter diesem Tuch verschwinden lassen", ertönte eine fröhliche Stimme aus dem Fernsehr. Shuzu, der Magier war eine sehr alte Serie in der es um einen Möchtegernmagier ging der zusammen mit Kindern einfache Zaubertricks durchführte. Er hatte rotes Haar und ähnelte ehr einem Clown mit seinem bemalten Gesicht, aber die Kinder liebten ihn – genauso wie Hisoka.
"Und bist du schon hinter den Zaubertrick gekommen?", fragte eine Frau mit langen blonden Haaren. Sie war ziemlich hübsch, aber auch ziemlich klein. Im Moment stand sie gerade in der Küche und kochte das Abendessen für ihre kleine Familie.
"Aber Mama, das habe ich doch schon von Anfang an durchschaut", erwiderte Hisoka. Er hatte ebenfalls blondes Haar, war aber in Gegensatz zu seiner Mutter einen ganzen Kopf größer wie sie. Und das obwohl er erst 10 Jahre alt war.
"Komm und räume dein Zeug weg, bevor dein Vater nachhause kommt und wieder herummeckert", sagte seine Mutter und half das Chaos zu beseitigen, das Hisoka hinterlassen hatte. In den letzten Jahren hatte sich der Junge reichlich Zaubererutensilien angeschaft, die nun überall herumlagen, weil er seine Zauberkünste überall zeigen musste.
"Ist gut", sagte er und fing an im Wohnzimmer ein paar der Sachen aufzuheben. Auf halben Wege ließ er sie aber wieder irgendwo liegen, weil er auf einer Kommode eines seiner Lieblingssüßigkeiten entdeckte: Bungee Gum.
Er schnappte sich dieses, packte es aus und schob es gierig in seinen Mund.
"Ach Schatz, ich habe dir doch schon mal gesagt das du vor dem Abendessen keine Süßigkeiten mehr zu dir nehmen sollst", meinte seine Mutter als sie ihn dabei erwischte. Der blonde Junge drehte sich zu ihr um und mit einem "Na gut" war die Sache für ihn auch schon erledigt.
"Mama, Mama schau mal was ich gebastelt habe", fing er plötzlich an aufgeregt zu sagen und ging zu ihr in die Küche. Er nahm sich einen Stuhl, kletterte darauf um an die Tür eines Schränkchens zu kommen, für die er noch zu klein war.
"Pass auf das du nicht herunter fällst", sagte sie besorgt und wollte gerade zu ihm eilen um Schlimmes abzuwenden, als er die Tür öffnete und sämtliches Besteck herauskatapultiert wurde. Scharfe Messer, spitze Gabeln und anderes flogen durch die Küche und knallten auf der anderen Seite der Küche gegen die Wand. Einige der Messer blieben gar in dieser stecken. Zum Glück war die Mutter, die auf den Namen Kaja hörte so klein, das sämtliches Besteck über ihren Kopf hinwegflog.
"Oh...das hat diesesmal nicht funktioniert", meinte Hisoka und war etwas enttäuscht darüber, das sein kleiner Zaubertrick nicht geklappt hatte.
"Spinnst du! Bist du jetzt völlig übergeschnapp?!", motzte seine Mutter und holte mit dem Kochlöffel aus. Hisoka schlug seine Arme über seinen Kopf um sich zu schützen, doch der Schmerz blieb aus. Langsam öffnete er seine Augen und sah, das seinen Mutter inne hielt und ihn anlächelte.
"Mein Lieber, niemals könnte ich dir etwas tun und das weist du doch auch", sagte sie und tätschelte ihm auf den Kopf. Noch nie in ihrem Leben als Mutter hatte sie ihren Sohn geschlagen. Dies könnte sie niemals tun. Sie liebte Hisoka wie keine andere Mutter auf der Welt ihr Kind liebte und sie würde all Unheil von ihm abwenden, solange sie lebte.
"Komm, lass uns essen", sagte sie und deckte den Tisch für drei Personen.
"Kommt Papa etwa auch?", fragte Hisoka neugierig.
"Ja, er wird irgendwann schon noch kommen", gab sie ihren Sohn zur Antwort. Im Moment wollte sie einfach nur die Zweisamkeit mit ihrem Sohn genießen...

Die Serie mit dem Magier Shuzu lief immer noch und Hisoka saß auf den Boden und sah begeistert zu, wie sein Held neue Zaubertricks durchführte die er noch nicht kannte. Natürlich würde er später ausprobieren ob er sie auch hinbekommt. Dann könnte er seiner Mutter neue Tricks zeigen und sie wäre total begeistert von ihm.
Die Haustür ging mit einem Krachen auf und alle beide erschraken. Es war Kanzu, sein Vater. Betrunken und aggressiv wie immer. Hisoka blieb still auf den Boden sitzen und gab keinen Mucks von sich. Seine bernsteinfarbenen Augen, die er von seiner Mutter geerbt hatte, beobachteten jede Bewegung des Mannes der stolpernd in das Haus eintrat. Auch Kaja beobachtete ihn still und schweigsam.
"Wo ist mein Essen", motzte er herum. Sein Anzug war dreckig und roch nach Kneipe. In einem Mund hatte er eine Zigarette die schon bis zum Filter aufgeraucht war. Kaja zeigte auf den Tisch auf dem immer noch ein Teller stand. Das Essen war noch warm und so füllte sie etwas davon auf den einst leeren Teller. Der Mann schubste sie weg, damit er an seinen Platz rankam um sich dort hin zu setzen. Kaja gab kein Laut von sich als er sie schubste, denn das würde meist alles noch schlimmer machen. Kaum hatte er einen Löffel davon genommen, spuckte er es wieder aus.
"Soll das ein Witz sein. Das ist ja widerlich", blaffte er sie an und schmiß ihr den Teller entgegen. Zum Glück traf er sie nicht, denn sonst hätte sie wieder eine Verletzung davon getragen, die zu einer neuen Narbe werden würde. Ihr Körper war voll von Narben – eine länger als die andere.
"Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Du kannst nicht kochen, nicht putzen und ziehst diesen Bastard auf", sagte er etwas ruhiger, aber dennoch aggressiv genug um Kaja und Hisoka angst zu machen.
"Er ist kein Bastard, sondern dein Sohn", schützte sie Hisoka. Wenn sie etwas nicht ausstehen konnte dann waren es Beleidigungen oder Handgreiflichkeiten gegen über ihrem Sohn. Kanzu fing an zu lachen und stand auf.
"Was labberst du dreckige Hure da eigentlich. Denkst du ich habe nicht bemerkt, das du einen Freier nach dem nächsten in dieses Haus lässt. Los gibt mir die Kohle, ich bin schließlich der Herr hier im Hause", sagte er und griff nach ihren Haaren und zog sie zu sich hoch. Sie wimmerte leise auf, da sie mit ihren Füßen nicht mehr auf den Boden stand und ihr Gewicht, möge sie auch noch so klein sein, nun von ihren Haaren gehalten wurde.
"Lass sie los", ertönte die junge Stimme von Hisoka. Er sah entschlossen aus und zeigte keine Angst. Kanzu blickte zu ihm herunter, den er war ein ziemlich großgewachsender Mann und ließ von seiner Frau ab.
"Was willst du dagegen tun? He?", meinte er und noch bevor Hisoka wegrennen oder ausweichen konnte, schnappte Kanzu ihn sich. Seine Zigarette, die er immer noch im Mund hatte und glühte, drückte er auf der Wange des Jüngeren aus. Direkt unter dem rechtem Auge.
"Na wie gefällt dir das, du kleiner Wurm", sagte Kanzu und schien Spaß daran zu haben seinen Sohn zu quälen. Er lachte wie ein kranker Irrer und wollte schon sein Feuerzeug anzünden um Hisoka weitere Verbrennungen zuzufügen, als er davon abgehalten wurde.
"Lass ihn in Ruhe" schrie plötzlich Kaja und trotz ihrer kleinen Statur schleuderte sie ihren Mann einen Stuhl gegen den Kopf, der dadurch zur Seite kippte. Hisoka konnte sich dadurch aus den Fängen seines Vaters befreien und rannte zu seiner Mutter. Sie umarmte ihn schützend und sah sich seine Verbrennung an, als ein Stöhnen sie dazu veranlasste von Hisoka abzulassen.
"Du dreckiges Weib. Das wirst du bereuen", sagte Kanzu und hielt sich die blutende Wunde am Kopf. Mühsehlig stand er auf und dadurch das er immer noch betrunken war, fiel er sofort wieder hin.
"Hisoka lauf. Lauf weg und geh zur Polizei. Schnell", sagte seine Mutter. Hisoka tat was man ihm sagte und rannte zur Türe. Sein Vater versuchte ihn noch am Knöchel zu fassen, aber Hisoka war ein Akrobat und mit einem Sprung landete er direkt vor der Tür, die er aufriss um dann in der Dunkelheit zu verschwinden. Er wusste warum seine Mutter ihn losgeschickt hatte. Er war schnell und in wenigen Minuten würde er wieder vor der Haustüre stehen, zusammen mit der Polizei die dann endlich seinen Vater mitnehmen würden. Wie viele Jahre schon hatte er sich an sie beide vergriffen? Jeden Abend kam er betrunken nach hause, außer er war so betrunken das er in der Kneipe einschlief. Eigentlich arbeite er mit Geschäftsleuten zusammen, aber durch seinen ständige Trinkerei und seiner aggressiven Art verlor er einen Job nach dem anderen. Dennoch konnten sie sich erstaunlicherweise die Miete für das Haus leisten sowie Nahrung und die ganzen Zaubererutensilien die Hisokas Mutter ihren Sohn immer kaufte. Woher das Geld kam, darüber machte sich Hisoka keine Gedanken. Er war 10 Jahre alt und hatte andere Sachen im Kopf.
Die Polizeistation konnte er schon erkennen und es dauerte auch nur noch wenige Sekunden bis er in diese hineinstürmte, völlig außer Atem und den erst besten Polizisten der ihn über den Weg lief ansprach.
"Bitte.... bitte kommen Sie schnell mit..... Meine Mutter.... Sie braucht Hilfe....", erklärte er und musste immer wieder pausieren, weil ihm der Sauerstoff dazu fehlte. Der Polizist sah ihn nur gelangweilt an.
"Was willst du? Warum hilfst du deiner Mutter nicht selber?", fragte er unsensibel.
Hisoka konnte nicht fassen das er ausgerechnet bei so einen Arsch gelandet ist. Was für ein Pechvogel er doch war. Schnell sah er sich um, denn er wusste das es keinen Sinn machte weiter mit diesem Polizisten zu reden. Jedoch missfiel dem Polizisten Hisokas Blick auf der Suche nach anderen Polizisten.
"Hey, hör mal zu. Wir sind hier keine Auffangstation für Streuner wie dich, hast du gehört", sagte der Polizist und griff Hisoka am Kragen und hob ihn hoch, sodass ihre Gesichter ziemlich nah aneinander waren.
"Lass mich los", wehrte sich Hisoka und mit einem gezielten Tritt landete der Fuß gegen das Kinn des Polizisten, der daraufhin Hisoka sofort los ließ und schmererfüllt aufheulte.
"Hey, was ist hier los", stürmte gleich ein anderer Polizist aus einer Tür und ging wohl schon vom schlimmsten aus. Doch als er Hisoka sah, einen kleinen 10 – Jährigen Jungen, beruhigte sich sein Gemüt gleich wieder.
"Bitte helfen Sie mir. Meine Mutter wird von meinem Vater verprügelt. Wenn Sie nicht mitkommen, dann fürchte ich-", begann Hisoka erneut zu erklären und dieses mal stieß er nicht auf taube Ohren.
"Nun mal langsam, mein Junge. Wo wohnst du denn. Ich werde mitkommen und dir helfen, ok", sagte der Polizist und schaffte es Hisoka damit zu beruhigen.
Hisoka war immer noch sehr aufgebracht, doch immerhin hatte er nun jemanden gefunden, der ihn helfen würde. Der Polizist war leider nicht ganz so schnell wie er, was dazu führte das Hisoka nun sichtlich nervös wurde und noch mehr Angst um seine Mutter hatte.
"Schnell, wir sind gleich da. Dort vorne ist es", sagte er und zeigte auf ein kleines Haus in dem es nun stockdunkel war. Hisokas bernsteinfarbenen Augen suchten durch den dunklen Fenster nach etwas das sich bewegte, doch er konnte nichts erkennen. War überhaupt noch jemand da? War sein Vater vielleicht gegangen? Aber was war dann mit seiner Mutter?
"In diesem Haus wohnst du?", fragte der Polizist. Hisoka nickte und bevor der Polizist den Jungen sagen konnte, dass dieser lieber draußen warten solle, rannte Hisoka schon in das Haus.
Es war stockfinster und er hörte hinter sich den Polizisten rufen, der mittlerweile ein Hand auf seiner Waffe hatte – jederzeit bereit diese auch zu nutzen. Doch Hisokas Blick suchten in der Dunkelheit nach etwas, das ihm vertraut vorkam. Nach etwas das seine Besorgniss um seine Mutter lindern würde. Bis auf den Polizisten, der nun direkt hinter ihm stand, konnte er nichts hören. Vielleicht war sein Vater wirklich schon gegangen, doch blieb die Frage offen, wo seine Mutter war. Er suchte nach dem Lichtschalter und in dem Moment wo er ihn fand und betätigte, sah er etwas, das seine Psyche von Grund auf verändern würde. Das Licht erhellte die Küche und somit das Trauma das sich tief in sein Gehirn festsetzen würde. Blut... überall das noch frische, kräftige Rot, das den kompletten Boden verzierte. Es war noch so frisch, das es gar den Weg durch die Küche suchte um irgendwo in eine Kuhle hineinzufließen und sich zu einen kleinen See zu bilden. Seine Mutter blickte auf den Boden mit leeren, trüben Augen. Alle Gliedmaßen waren vom Rumpf getrennt und wer auch immer das getan haben muss, war ein Gottverdammter Psychopath. Der Polizist, mindestens genauso geschockt wie Hisoka wollte ihn gerade von dort wegziehen, als ein Gebrüll die Situation völlig außer Kontrolle brachte. Sein Vater stürmte auf den Polizisten los und es kam zu einen Handgemenge, bei der sein Vater versuchte dem Polizisten seine Waffe zu entreißen. Doch dieser hielt diese eisern fest und so geschah das, was geschehen musste... es löste sich ein Schuß. Jeder im Raum erstarrte und wartete darauf das der Schmerz eintritt. Wem hatte es erwischt?
Eine Frage die sich alle drei stellten, doch als weder der Vater noch der Polizist zusammenbrechen oder Zeichen einer Verletzung aufweisten, hatte Hisoka schon gedacht, das niemand getroffen wurde – bis er plötzlich einen starken Schmerz verspürte. Direkt an der linken Seite, an der Stelle wo sich die Niere befand. Die Stelle färbte sich schlagartig rot und breitete sich so schnell aus, das Hisoka schon befürchtete hier und jetzt zu verbluten. Instinktief hielt er sich die blutende Stelle und bemerkte gerade noch, wie sein Vater so langsam die Oberhand gewann. Denn er griff erneut nach der Waffe und auch wenn der Polizist diese immer noch mit all seiner Kraft festhielt, so versuchte sein Vater diese so umzudrehen, das der Lauf der Waffe auf den Polizisten gerichtet ist. Der Polizist merkte das er keine Chance haben würde und sah den Jungen an, der völlig überfordert mit der Situation war.
"Lauf!", war das einzige was der Polizist sagen konnte... sagen musste um den Jungen dazu zu bringen wegzulaufen. Doch wohin?
Durch den Eingang kam er nicht, denn die beiden Männer rangen immer noch mit der Waffe direkt davor und so blieb ihm nur die Möglichkeit nach oben zu rennen. Er rannte die Stufen hoch und durch das Adrenalin, das seinen Körper durchflutete, spürte er fast keinen Schmerz. Auch die Ohmachtsgefühle blieben ihm erspart – vorerst – und so verschwand er in seinem Zimmer und schloss sich ein. Erst wollte er sich unter seinem Bett verstecken, doch dann hörte er einen Schuss. So laut das er noch lange in seinen Ohren hallte. Wer wurde getroffen? Hat der Polizist seinen Vater überwältigen können oder hat vielleicht sogar sein Vater... Hisoka fand, das er lieber auf Nummer Sicher gehen sollte und das Bett war mit Sicherheit kein sicheres Versteck. Es gab hinter seinem Kleiderschrank eine kleine Luke, die sein Vater mit Sicherheit nicht kannte und selbst wenn... diese war zu klein um das sein Vater hätte durchpassen können. Dieser war seit Jahren nicht mehr in seinem Zimmer gewesen und wusste mit Sicherheit nichts von der Luke im Schrank, durch die Hisoka gerade kroch. Diese führte in einen kleinen Raum und wer weiß wofür dieser gedacht war. Dieser Raum ergab keinen Sinn, denn nur kleine Menschen, wie zum Beispiel Kinder, konnten ihn erreichen. Doch für Hisoka war es ein Raum, der ihn nun das leben retten könnte.
Er kroch bis zum Ende des Raumes und dort blieb er völlig erschöpft liegen. Selbst wenn sein Vater dieses Versteck nicht kannte, so würde er ihn trotzdem finden, denn Hisoka hatte eine Blutspur hinterlassen, wie er unschwer erkennen musste. Schon viel zu viel Blut hatte seinen Körper verlassen und erst jetzt überkam ihn der Gedanke dabei sterben zu können. Ihn war schlecht und kalt, seine Sicht verschlechterte sich zunehmens und die Schmerzen wurden immer unerträglicher.  Dennoch... er verspürte keine Angst. Fürchtete er sich etwa nicht vor den Tod? Oder war er zu erschöpft um irgendetwas zu fühlen?
Seine Augen fielen zu, doch er versank nicht in die Bewusstlosigkeit. Jede Fasser seines Körpers spürte er. Den Fremdkörper, der tief in seiner Niere steckte und eine Wunde hinterließ die einfach nicht aufhören wollte zu bluten. Die Kälte die ihn durch Markt und Bein kroch und langsam versuchte sein leben zu verzerren.
So jung und schon dem Tode so nahe.
...
Wie hat sich wohl seine Mutter gefühlt?
Hatte sie lange leiden müssen? Hatte sie überhautp etwas gespürt?
Anstatt sich über sich selbst Gedanken zu machen, konnte Hisoka nur an seine Mutter denken. Wie sie zerstückelt auf den Boden der Küche lag und kalte, leblose Augen in die Hisokas geblickt hatte. Sonst waren sie so fröhlich und offen und warm und...
Zitternd lag er auf den kalten Boden und langsam schaffte er es nicht mehr, seine Gedanken an seine Mutter zu heften. Die Schmerzen, Übelkeit und alles was er sonst noch spürte, verhinderten klare Gedanken. Hisoka fragte sich, wann es endlich vorbei sein würde, denn er ertrug es nicht mehr. Total verkrampft hielt er sich die blutende Wunde fest, seine Hand mittlerweile völlig rot und er versuchte gar nicht erst das zittern zu unterdrücken. So kalt, als würden Millionen von Nadeln in seinen Körper eindringen. Fast schon wollte er zu Gott beten und ihn bitten ihn endlich zu sich zu holen, doch er war nicht gläubisch. Das einzige was er tun konnte war liegen zu bleiben und darauf zu warten, bis es soweit war.
Bis endlich der letzte Atemzug seinen Körper verließ und sein Herz aufhören würde zu schlagen.
Hisoka spürte wie er ruhiger wurde – sein Schicksal hatte er akzeptiert und vielleicht lag es auch daran, das er nun müde wurde und einschlief.
Es war jedoch ein seltsames Gefühl zu sterben. Weder angenehm, noch unangenehm. Die Kälte spürte er immer noch, aber nicht mehr ganz so intensiv. Sie wurde immer schwächer, aber nicht durch Wärme ersetzt. Das was er spürte war...neutral.
Seine Füße berührten den Boden und als er seine Augen öffnete, stand er auf einer grünen Wiese. Die Sonne schien und der Wind wehte seicht über die grüne Fläche und wirbelte einige Blüten auf.
Hisoka jedoch spürte weder den Wind, noch die Wärme der Sonne. Er roch nicht den Sommer mit seinen vielen süßen Gerüchen von unterschiedlichen Blumen und auch das Gras an seinen nackten Füßen spürte er nicht.
War das der Himmel? Es mag etwas unpassend klingen, aber Hisoka hatte sich den Himmel doch etwas... intensiver vorgestellt. Nicht einmal die Sonne blendete ihn und so erkannte er auch ohne Probleme die Frau die auf ihn zukam – seine Mutter.
Sein Mund öffnete sich, doch kein Laut kam heraus. Seine Füße bewegten sich nicht auf sie zu, obwohl er es wollte. So gerne wollte er zu ihr rennen und sie umarmen... doch er konnte es nicht. Seine Mutter kam auf ihn zu doch blieb sie einige Meter vor ihm stehen, als dürfte sie sich nicht weiter nähern. Ihr Lächeln war so schön und lieblich, das es Hisokas Herz erwärmte. Alles um ihm herum verschwamm plötzlich und er verstand nicht was gerade passierte. Seine Mutter winkte ihn noch als wolle sie "Auf Wiedersehen" sagen und dann öffnete Hisoka seine Augen und fand sich in dem kleinen Raum wieder. Kaum Schmerzen und die Wärme die gerade noch durch seinen Körper fuhr als er seine Mutter lächeln sah, war immer noch spürbar. Er stand auf und eigentlich wartete er auf den Schmerz der ihn wieder auf den Boden zwingen würde... doch der blieb aus. Instinktiv griff er nach seiner Wunde und spürte, dass diese aufgehört hatte zu bluten.
Doch wieso?
Keine Wunde, so wie Hisoka sie hatte, hörte ohne Grund einfach auf zu bluten.
Erschreckenderweise musste er feststellen, das es ihm gerade so ziemlich egal war, warum sie nicht mehr blutete. Sogar die Tatsache das er noch lebte, interessierte ihm recht wenig.
So kannte er sich gar nicht, aber auch das schien ihn nicht weiter zu kümmern. Hisoka verspürte den Drang diesen Raum zu verlassen und die Konfrontation mit seinem Vater zu suchen.
Doch wieso?
Auch wenn es ihm egal war aus welchen Beweggründen er seinen Instinkt folgte, so war es für ihn ungewohnt – jedoch fühlte es sich nicht verkehrt an.
Fast als wäre er taub von jeglichen Gefühlen, kroch er aus den Raum heraus und fand sich in seinem Kinderzimmer wieder. Überall lagen Zaubererutensilien verstreut herum und Stifte mit denen er sich immer angemalt hatte. Farbe und Anziehsachen lagen auf den Boden und aus irgendeinen Grund schienen ihn all diese Sachen so fremd zu sein. Noch vor wenigen Stunden hatte er damit gespielt, doch nun...
Ohne weiter darüber nachzudenken, verließ er sein Zimmer und ging die Treppe hinunter. Von oben aus konnte er die Leiche des Polizisten erkennen, den seinen Dad wohl den halben Kopf weggeschossen hatte. Weder Angst noch Nervosität spürte er, aber dafür etwas anderes... Doch was war das?
Dieses Gefühl hatte er noch nie vorher gespürt, doch erschreckenderweise war es ein schönes Gefühl. Ein Gefühl welches sein Blut in Wallung brachte und das bei ihm ein hämisches Grinsen auf dem Gesicht hinterließ.
Lautlos lief er die Treppe hinunter und stand nun im Flur, vor ihm die Leiche des Polizisten dessen Blut seine Schuhsohle verfärbte. Hisoka schenkte ihn keine Beachtung, denn er hatte es auf jemand anderen abgesehen. Seltsamerweise wollte er gar nicht fliehen. Direkt vor ihm befand sich die Haustür, die ihn ohne weiteres nach draußen führen würde, wenn er durch diese schreitet. Doch er dachte gar nicht erst an Flucht. Er wollte hier nicht weg... noch nicht. Hisoka spürte deutlich, dass ihm etwas hier festhielt, als wäre es ein Zwang.
Sein Ziel hatte ihn nun bemerkt und ging auf ihn zu. Hisokas Blick wanderte sofort zu den Händen seines Vaters und er fand keine Waffe vor. Die Meisten hätten sich wohl darüber erfreut, doch dem Jungen war dies ziemlich egal. Wenn sein Vater eine Waffe dabei gehabt hätte, dann wäre Hisoka wohl auf der Stelle gestorben, weil er ihn einfach hätte abknallen können. Todesangst verspürte er nicht, sondern viel mehr fühlte es sich an als ob er den Tod liebend gern gegenüberstünde.
War es das?
War das das Gefühl welches er verspürte?
Vollgepumpt mit Adrenalin und auf der Suche nach dem Nervenkitzel? Auf der Suche nach dem Tod?
Wollte er etwa sterben?...
Nicht wirklich... zumindest empfand der Junge Nachwuchszauberer nicht so. Viel mehr war es das Verlangen nach einen Gegner. Einen Gegner der stärker war als er und der versuchen würde Hisoka zu töten. Wenn er aber stattdessen diesen töten könnte, obwohl er im Nachteil war, dann...
Plötzlich spürte Hisoka wie jegliche Glücksgefühle durch seinen Körper strömten und ein Kribbeln in seinen Lenden verursachten.
Hisoka leckte sich genüsslich über die Lippen und stellte in jenen Moment fest, das er nicht mehr der selbe war.
Doch was war der Auslöser? Der Leichnam seiner Mutter? Die Schussverletzung? Oder die Gene?
Immerhin war sein Vater auch nicht ganz sauber im Kopf und man könnte fast sagen, das er ein Psychopath ist.
"Da bist du ja. Ich habe dich schon überall gesucht", erklang die raue Stimme seines Vaters. Es roch stark nach Alkohol und überall lagen leere Flaschen herum. Wenn er dies alles wirklich getrunken hatte, dann war es doch umso erstaunlicher das dieser Mann nun noch stehen konnte. Er zückte ein Messer und bei Hisoka gingen die Alarmglocken los. Seine Augen verengten sich und schnell wich er den Angriff seines Vaters aus, der kurz darauf taumelte, sich aber noch fangen konnte.
Hisoka war bis in die Küche gesprungen und stand nun in den Raum, in dem auch seine tote Mutter lag – zerstückelt. Es war dunkel, doch der Vollmond schien sein helles Licht durch das Fenster und einige Umrisse waren dadurch noch erkennbar. Sein Vater musste sich an den Türrahmen festhalten um nicht umzufallen, dennoch startete er kurz darauf gleich den nächsten Angriff. Hisoka hatte auch diesesmal keine Probleme damit ihn auszuweichen. Sein Vater hatte so weit ausgeholt, das er sich nun nicht mehr auf den Beinen halten konnte und mit einem lauten Krach auf den Boden aufschlug.
"Du Kleiner...", nuschelte er wütend als er versuchte wieder aufzustehen. Hisoka nutzte die Gelegenheit und griff nach einer Schublade. Die Schublade mit dem Besteck, denn auch er wollte sich ein Messer nehmen um seinen Vater angreifen zu können. Er war noch ein Kind und somit körperlich nicht stark genug seinem Vater überhaupt etwas entgegenzusetzen. Jedoch mit einem Messer sah das ganze schon wieder anders aus. Er zog an der Schublade und... stellte überraschenderweise fest, das sie leer war.
"Tja, Pech gehabt", raunte eine Stimme hinter ihn und ein starker Arm nahm ihn dann in Schwitzkasten.
"Ich scheine wohl doch noch nicht betrunken genug zu sein um einige Vorsichtsmaßnahmen vorzunehmen", sagte er in einem Ton der sich bedrohlich anhörte. Die Stimme die vorher noch vorgegauggelt hatte betrunken zu sein existierte nicht mehr. Sein Vater hatte ihn wohl in eine Falle gelockt. Der Mann, der vorgegeben hat betrunken zu sein, war noch gut bei Sinnen und selbst wenn Hisoka im ganzen Haus suchen würde, würde er wohl keinen Gegenstand finden, der seinem Vater gefährlich werden konnte.
Jedoch...
Plötzlich fiel ihn etwas ein und er hoffte, das sein Vater es nocht nicht endeckt hatte... sowie er auch sein Geheimversteck in seinem Kinderzimmer noch nicht entdeckt hatte.
Der Junge strampelte und biss in den Arm seines Vaters, doch dieser schnaubte nur bei dem lächerlichen Versuch sich zu befreien.
"Du wirst sterben und zwar genauso wie deine lächerliche Mutter", raunte er wieder und es schien ihm Spaß zu machen sein Opfer zu quälen.
Langsam verlor Hisoka das Bewusstsein, denn sein Vater drückte ihn so fest mit seinem Arm den Hals zu, das er an Sauerstoffmangel sterben würde. Hatte er es genauso auch bei seiner Mutter getan?
Es war alles so seltsam... so... anders.
Keine Angst spürte er als sich alles um ihn herum schwarz färbte. Wenn er sein früheres Ich vor sich sieht, dann hätte dieses sich vor Angst in die Hosen gemacht... oder?
Sein Sichtfeld trübte sich langsam, jedoch taten dies nicht seine Gedanken. Sein Gehirn arbeitete auf hochtouren und so kam ihm eine Idee sich doch noch zu befreien. Er griff mit seiner Hand in das Gesicht seines Vaters und zog, mit seinen langen Fingernägeln, einmal durch das Gesicht. Schrill schrie sein Vater auf, denn fünf blutige Strimmen hatten sich quer über das Gesicht gezogen.
"Ahhhh, du dreckiger Bastard", schrie er und hielt sich schmerzerfüllt das Gesicht. Schon seit Wochen hatte er Hisoka angemeckert er solle sich die Fingernägel schneiden und nicht wie eine Frau es tat, mit langen, gepflegt und in Form gepfeilten Nägeln rumlaufen. Zum Glück hat Hisoka sich geweigert, dies zu tun, denn ansonsten hätte er sich nicht befreien können. Dies war wohl vorherbestimmt... Schicksal.
Hisoka war auf den Boden gelandet und kroch auf allen vieren gegen einen Schrank der auf der anderen Seite der Küche stand. Immer noch ringt er nach Atem, doch er dürfte jetzt nicht aufgegeben, denn sein Vater hatte sich schon wieder in Bewegung gesetzt. Hisoka zog sich am Schrank hoch und hoffte noch rechtzeitig aufrecht zu stehen, doch kaum hatte er sich überhaupt die Mühe gemacht, zog sein Vater ihn die Beine vom Boden weg. Eisern griff er nach dem Knauf der Schranktür und hielt sich fest um nicht von seinem Vater wegezerrt zu werden.
"Das wirst du bereuen du kleiner Hosenscheißer", schrie er ihn an und man merkte, das er wie ein Irrer an Hisokas Beinen zog um ihn vom Schrank weg zu ziehen.
Die Schranktür war zu, doch Hisoka wusste, wenn er den Türknauf drehen würde, dann würde sie sich öffnen und dann...
Er drehte am Türknauf und kurz darauf hörte das zerren an seinen Beinen auf. Der griff an seinen Fußgelenken lockerte sich und so wie Hisoka zu Boden fiel, so fiel auch sein Vater zu Boden. Nur mit dem Unterschied, dass in ihm zahlreiche Messer steckten und er anfing zu bluten.
Der Zaubertrick den er seiner Mutter vor einigen Stunden gezeigt hatte und der auch sie getroffen hätte, wäre sie nicht so klein gewesen.
Sein Vater röchelte und Hisoka stand auf um sich direkt über ihn zu stellen. Er wollte sehen wie die Augen seines Vater immer mehr verblassten, sein Blut sich durch die ganze Küche ausbreitete, sich mit dem Blut seiner Mutter vermischte, welches bei Hisoka einen bitteren Nachgeschmack hinterließ.
So sehr wollte er ihn leiden sehen und irgendwie hatte er gedacht, das sein Vater ihn noch ein paar letzte Worte zuflüsterte... doch die blieben aus. Er starb wortlos und bedauerlicherweise musste er auch nicht lange leiden.
Obwohl das Mondlicht nicht ausreichte um alles wunderbar zu erkennen, so schimmerte das Rot des Blutes so hell, das Hisoka davon hin und weg war.
Rot – die Farbe der Liebe oder die Farbe des Lebens... für ihn allerdings hatte es eine andere Bedeutung.
Kniend vor seinem Vater strich er mit seinen Fingern über die zähe Flüssigkeit und erfreute sich daran. Noch nie hatte er sich so wohl gefühlt wie jetzt. Es war nicht einfach nur eine Erleichterung... es war viel mehr.
Lautlos stand er auf und ging ins Badezimmer, das sich in der unteren Etage befand. Auch wenn es für einige wohl ein seltsames Bild abgeben würde, nach solch einem Erlebnis, zog er sich aus und ließ heißes Badewasser in die Wanne fließen. Den Dreck den der Kampf bei ihm hinterlassen hatte wollte er abwaschen. Die Schusswunde musste gesäubert und die Kugel entfernt werden. Gerade als er sich seine Wunde etwas genauer ansah, stellte er fest, das es sich um einen Durchschuss gehandelt hatte. Das Loch, das die Kugel hinterlassen hatte, war zu beiden Seiten fast wieder zugewachsen. Solch eine schnelle Genesung hatte er ja noch nie gesehen, doch beschwerte er sich nicht darüber.
Schmerzen spürte er kaum. Vielleicht lag es ja auch an dem Adrenalin das durch seinen Körper strömte. Immerhin hatte er gerade seinen Vater getötet, seine Mutter war ermordet worden und dazu kam, das er angeschossen wurde. Nicht gerade der beste Tag für einen 10 – Jährigen.
Er stieg ins heiße Wasser und genoss die Wärme die seinen ganzen Körper umschloss. Die Wunde brannte leicht, aber er ignorierte es einfach. In den letzten paar Minuten hatte er so einiges ignoriert: Seine Angst, Trauer um seine Mutter, Zorn wegen seines Vaters...
Obwohl man eigentlich gar nicht wirklich von "ignorieren" sprechen konnte... es schien so als wären seine Gefühlswelt taub geworden.
Er nahm sich selbst als einen völlig anderen war, aber er war dennoch Hisoka Morow. Der Junge der bald zum besten Magier der Welt werden würde. Das war sein Traum... gewesen. Nun war er sich nicht mehr so sicher. Er liebte die Zauberei – keine Frage. Aber in dem Moment als er seinen Vater getötet hatte... in dem Moment als er gegen ihn gekämpft hatte... als es um Leben und Tod ging, da spürte er ein Verlangen.
Ein Verlangen nach mehr.
Er wollte mehr davon. Er wollte sich dieser Situation immer wieder stellen... doch warum?
Hisoka entschloss sich, diese Frage für den Rest seines Lebens unbeantwortet zu lassen. War es denn so wichtig dieses "warum" und "weshalb"? Für ihn war es bedeutungslos. Wichtig war, das er so schnell wie möglich wieder einen Kampf haben wollte. Aber nur, wenn sein Kontrahent stärker war als er. Er würde die weite Welt bereisen und sie alle töten.
Bei dem Gedanken huschte ein hämisches Grinsen auf seinem Gesicht. Immer sollten seine Gegner und die Zuschauer eine Show von ihn geboten bekommen, die einzigartig ist. Mit seinen Zaubertricks würde er seine Gegner vernichten. So lange bis niemand mehr übrig war...
Und dann?
Dies lag noch in weiter Ferne und es war unklar ob er jemals so weit kommen würde.
Nach einigen Minuten stieg er aus der Wanne heraus und entschloss sich etwas für sein neues Image zu tun. Völlig nackt stand er im Badezimmer vor dem Spiegel und griff sich ins Haar.
"Was mache ich mit euch?", fragte er laut. Ein neuer Look würde ihn gut tun.
"Wie wäre es mit...", fing er an laut zu überlegen und musste sofort wieder an das schöne, warme, rote Blut denken, das aus den Körper seines Vater floss als er von mehreren Messern durchbohrt wurde.
"Rot....ja, das wäre gut", meinte Hisoka. Mit seinem Gesicht würde er auch sehr gerne noch kleine Veränderungen vornehmen.
Der Weg in sein Zimmer, als er das Badezimmer kommentarlos verließ, erwies sich als sehr nützlich, denn tatsächlich lag dort Farbe in allen möglichen Varriationen. Für seine Haare wäre das nur eine Notlösung denn nach wenigen Haarewaschen würde die Farbe wieder herausgehen. Aber seine Augen wurden fündig, als sie auf die Stifte fielen. Sofort kam ihn einen tolle Idee was er mit seinem Gesicht machen könnte.
Er schaltete bei sich im Zimmer das Licht an und nahm sich den gelbe und den roten Stift. Mit dem gelben Stift zeichnete er sich auf der rechten Seite, direkt unter seinem Auge einen Stern hin.
Ein Stern war hell und funkelte am Himmel, dennoch gab es keinerlei Wärme ab und das Licht wirkte gar etwas kalt. Ein Stern konnte man Abends immer sehen, wann immer man wollte, doch war er unerreichbar. Ein Stern war ein Wegweiser, aber kein Ratgeber. Ein Stern konnte Hoffnung bedeuten und Mut, aber mit Liebe oder Freundschaft hatte er nichts zu tun. Ein Stern war stehts allein, denn er braucht auch den Freiraum um die Möglichkeit zu haben, der Hellste von allen zu sein.
Hisoka war etwas skeptisch was er auf der anderen Seite in seinem Gesicht malen sollte. Immer wieder gleiten seine Gedanken zu seiner Mutter, die immer noch zerstückelt in der Küche herumlag. Warum konnte er nicht um sie trauern?
Weswegen flossen keine Tränen?
Würde er sich dadurch denn nicht besser fühlen?
Er setzte den roten Stift an seine linke Seite unterhalb des Auges an der die Brandnarbe zu sehen war, die ihm sein Vater vor wenigen Stunden zugefügt hatte und wie von Geisterhand malte er die Form einer Träne. Ohne den Blick abzuwenden, ohne dabei auch nur zu blinzeln, starrte er sich die Träne in seinem Gesicht an und malte sie mit dem krätigen Rot aus.
Eine Träne zeigt die eigenen Gefühle - Trauer und Schmerz sind oft der Grund dafür. Eine Träne bedeutet Schwäche – oftmals weil die eigenen Grenzen erreicht sind. Eine Träne hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack – meistens ist dies auf schlechte Erinnerung zurückzuführen.
Nie wieder wollte er eine Träne vergießen. Die einzige und letzte Träne die er oder seine Feinde zu Gesicht bekommen werden, ist diese aufbemalte.
Auf irgendeine Art hatte Hisoka das Gefühl, das er mit dieser bemalten Träne seine Menschlichkeit nicht völlig verloren hatte.
Vielleicht... irgendwann... eines Tages mal...., da könnte es sein, das er seine Menschlichkeit zurück gewinnt und tatsächlich wieder weinen könnte. Um seine Mutter trauern. Dann würde er sich diese Träne wegwischen um sie durch echte zu ersetzen. Tief im Inneren wusste er, das nicht nur die Kämpfe gegen starke Gegner sein Ziel waren. Hoffnung, auf jemanden zu treffen, der fähig war, ihm seine Menschlichkeit wieder zu geben... darauf konnte er nun wirklich nur hoffen.
Bis es soweit war... bis er diese besondere Person wirklich gefunden hat oder diese Person ihn gefunden hatte, solange würde er seinen Verlangen, starke Gegner zu töten, nachgeben.

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Huhu^^

bin irgendwie nicht so 100% zufrieden, weil ich finde, das die Kämpfe nicht so gut rüber gebracht worden sind und auch Details fehlen, die Hisokas Wesen verändert haben bzw. Dies irgendwie zu unrealistisch oder zu schnell abgehakt wurden.
Kann also sein, das ich diese FF etwas überarbeiten werde (an der Geschichte selber wird nichts verändert) sollte ich die Fähigkeit und die Zeit dazu besitzen.

Konstruktive Kritik ist bei mir immer willkommen und ja ich weiß, das meine Rechtschreibung und Grammatik nicht so die Hits sind. Seit Jahren überlege ich mir schon eine(n) Betaleser/in zu fragen, ob er/sie lust hat, meine FF´s zu korrigieren.... bis heute ist nichts drauß geworden, weil ich mich einfach nicht darum kümmere^^´
#WeilPhlegmatiker

Hoffe ihr seid alle gesund und munter und genießt das Weekend^^

LG

L
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