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Das Schweigen der Schlangen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Harry Potter Severus Snape
30.04.2020
30.07.2020
31
165.195
317
Alle Kapitel
1266 Reviews
Dieses Kapitel
41 Reviews
 
01.05.2020 5.689
 
Anmerkung: Meine Armee der Süchtigen wird ihrem Namen gerecht!!! Ihr seid unglaublich und ich könnte euch um den Hals fallen. xD Niemals hätte ich mit so einer Rückmeldung gerechnet. Wow! Ich bin einfach nur sprachlos. Und als Dankeschön gibt es heute schon das nächste Kapitel.

Ansonsten werde ich meinen üblichen Rhythmus beibehalten: Es wird also jeden Montag- und Donnerstagabend neuen Stoff geben.

Jetzt jedoch erst mal gute Unterhaltung mit Harry und Severus, die sich in ihrer neuen Situation zurecht finden müssen.


Kapitel 2: Der Parselsklave

Harry erwachte schlagartig, weil er einen fremden Geruch wahrnahm. Bevor er wusste, was geschah, war er aufgesprungen und hatte seinen Zauberstab in der Hand. Nur um dann in die völlig ruhigen schwarzen Augen seines Professors zu blicken, der vor dem Couchtisch stand und gerade Tee abstellte. Etliche Momente schien die ganze Szenerie eingefroren zu sein. Dann wurde Harry schlagartig klar, wo er war und was das bedeutete.

Ein starker Schmerz durchfuhr ihn und mit einem Keuchen sank er zurück aufs Sofa. Der Schmerz wurde so stark, dass er zu zittern begann. Er hörte das Klirren der Teetassen, dann war Snape bei ihm und entwendete ihm seinen Zauberstab. Sofort wurde es besser. Harry atmete noch einige Male tief ein und aus, dann sah er zu seinem Lehrer auf, der so nah saß, wie er es noch nie getan hatte. Ihre Schultern berührten sich beinahe. Es war seltsam, die Nähe zu bemerken und noch seltsamer festzustellen, dass er sie nicht ablehnte. War er verhext worden? Hatte das was mit seinem Status zu tun?

"Was war das?", fragte Harry und sah auf seinen Zauberstab in Snapes Händen. Es war irritierend zu sehen, wie dieser ihn mit seinen Fingern berührte. "Sie haben mich mit Ihrem Zauberstab bedroht, Potter. Ich bin Ihr Gebieter. Was hatten Sie erwartet?", kam es unfreundlich. Harry strubbelte sich durchs Haar. Das letzte, was er wollte, war jetzt mit Snape zu streiten. "Es war ein Reflex. Ich schlief und nahm etwas Fremdes wahr. Ich habe so reagiert, wie auch in den letzten Monaten." Da kroch ein seltsamer Schatten über Snapes Gesicht. Harry wusste sofort, dass Snape ihn verstanden hatte, mehr noch: Er konnte es nachvollziehen.

„Bekomme ich meinen Zauberstab zurück?", fragte er dann leise. "Natürlich", erwiderte Snape so schnell, dass Harry irritiert war, dann hatte sich Snape auch schon erhoben. "Ich habe Ihnen einige Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Folgen Sie mir!" Harry atmete einmal tief durch und spürte dann bereis einen erneut aufflammenden Schmerz. Er erhob sich und trat zu Snape, der Schmerz verschwand. Ihm wurde schlecht, als ihm klar wurde, dass dies an seinem Status als Sklave lag. Er musste Snape gehorchen, wenn er nicht Todesqualen leiden wollte.

Snape führte ihn in den kleinen Flur. Dort war zu ihrer Rechten ein Torbogen entstanden, der zuvor noch nicht da gewesen war. Eine schwere Holztür versperrte den Zugang. Snape schob sie auf und Harry sah einen kleinen Raum in dessen Mitte ein großer Tisch stand, einige Sessel und ein Sofa drum herum. Die Wände bestanden aus Bücherregalen, die nur unterbrochen wurden von einem großen Kamin mit ausladendem Sims. "Das ist Ihr Arbeitsraum. Die Tür dort führt in Ihr eigenes Schlafzimmer. Das Bad ist weiterhin vom Flur aus erreichbar", erklärte Snape. "Sie können sich hier frei bewegen und tun, was Sie möchten. Selbstverständlich dürfen Sie mich auch in meinem Räumen aufsuchen. Ich bitte Sie nur, mich nicht zu stören, wenn ich in meinem Labor bin." Harry nickte ungläubig.

Das waren nun seine Räume. Er besah sich die Regale, befühlte mit den Fingerspitzen die edeln Buchrücken. "Woher kommt das alles?", fragte er erstaunt.

Snape antwortete: "Die Kammer hier war ursprünglich mein Ersatzraum für all die Bücher, die ich nirgends sonst unterkriege. Das Schlafzimmer habe ich hinzugefügt. Und alles optisch und ergonomisch angepasst.“

Harry wandte sich ihm überrascht zu. "Damit haben Sie die letzte Nacht zugebracht?", fragte er erstaunt. "Es musste gemacht werden." "Sie konnten nicht schlafen? Sir?“, beeilte sich Harry anzufügen, es fühlte sich sonst zu intim an. Snape schien sich mit der Antwort schwer zu tun, trotzdem sagte er: "Ich brauche für gewöhnlich nur wenig Schlaf." Seltsamerweise wusste Harry sofort, wie Snape es meinte: "Ebenfalls eine jahrelange Angewohnheit, nehme ich an“, murmelte er, woraufhin Snape für eine Moment überrascht schaute, dass Harry diese Verbindung zum Krieg und den Jahren als Spion so leicht gezogen hatte.

Harry ließ den Blick erneut durch den Raum gleiten und ging dann zur Tür, die in sein neues Schlafzimmer führte. Es war ein kleiner Raum, aber mit einem großen Schrank, einem großen Bett mit kleinem Nachttisch und einem warmen Kamin. Es war gemütlich. Erst jetzt sah er, dass die Wand gegenüber seines Bettes aus einer seltsam weißlichen Substanz bestand. Nicht wirklich Nebel, aber auch kein Wasser. Mehr wie eine statische weißliche Wasserwand. "Was ist das?", fragte Harry fasziniert und trat darauf zu.

Snape blickte ihn nicht an, wandte sich ebenfalls der Wand zu. "Sie sprechen den Zauber und denken an eine beliebige Landschaft. Dann wird diese hier erscheinen."  Er zog seinen Zauberstab. „Conspicio mundum“, sagte Snape und im nächsten Moment sah Harry einen große Weide in einem grünenden Park. Es war ein wunderschöner Anblick. "Wo ist das?", fragte Harry ganz fasziniert, doch Snape antwortete ihm nicht und so fragte Harry: "Woher kennen Sie einen so wundervollen Zauber?"

Nun streifte ihn Snapes Blick. "Ich habe lange genug in Zimmern ohne Fenster gelebt. Ich habe den Zauber selbst entwickelt. Und nun packen Sie aus, Potter. Wir haben gleich noch eine Menge zu besprechen." Mit diesen Worten verschwand Snape und ließ einen reichlich sprachlosen Harry zurück. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass sein Koffer im Schlafzimmer stand. Er machte sich ans Auspacken. Seine ganzen Habseligkeiten waren in dem Koffer und Harry dachte für einen Moment mit einem schmerzhaften Ziehen an den Gryffindorturm. Diese Zeit lag wohl nun hinter ihm. Er sah sich noch mal in seinem Schlafzimmer um, während er seine Sachen im Schrank verstaute. Es war gar nicht so schlecht, dass er jetzt ein eigenes Zimmer hatte. Die Privatsphäre wusste er definitiv zu schätzen.

Als er fertig war, trat er zurück ins Arbeitszimmer und sah sich ein wenig unschlüssig um. Snape hatte ihm zwar die Erlaubnis gegeben, seine Räume zu betreten, aber eine gewisse Hemmschwelle war da. Harry zuckte zusammen, als es plötzlich Plopp machte und Dobby erschien. Der Elf machte ganz große Augen und sah ihn beinahe mitleidig an, während er ein kleines Tablett mit Tee auf den Arbeitstisch stellte.

"Harry Potter ist ein Sklave." Dem kleinen Elf kullerten tatsächlich Tränen über die Wangen. "Harry Potter hat so viel für Dobby getan und nun kann Dobby Meister Harry nicht helfen." Harry kniete sich zu seinem kleinen Freund. "Mach dir keine Gedanke, Dobby. Professor Snape wird mir helfen. Ich werde sicherlich nicht den Rest meines Lebens ein Sklave sein."

Dobby schnäuzte lautstark in seinen Kittel und Harry versuchte nicht zu sehr das Gesicht zu verziehen. "Dobby wird Harry Potter immer dienen, egal welchen Status er hat.“ Harry lächelte den kleinen Elf an. "Ich danke dir, Dobby." Nun strahlte ihn der Elf wieder an. "Wann immer Harry Potter Dobby braucht, braucht er nur zu rufen." Harry lächelte und Dobby verschwand.

Mit einem Seufzen nahm Harry einen Schluck Tee und ging die Bücherregale entlang. Je mehr Informationen er über seinen Zustand in Erfahrung bringen konnte, desto besser. Er fand einige Bücher über Magische Status, jedoch nichts über Parselmünder. Er ließ sich auf einem Sessel nieder und schlug gerade das erste Buch auf, als es an seiner Tür klopfte. Ein unerwartet warmes Gefühl breitete sich in seinem Innern aus. Es konnte nur Snape sein, aber dieser respektierte seine Privatsphäre genug, um zu klopfen. "Ja bitte", sagte Harry daher auch freundlich und die Tür schwang auf.

Es war tatsächlich Snape, der nun eintrat, ebenfalls ein Buch unter dem Arm tragend. Er zog seine Augenbraue hoch, als er sah, dass Harry mit einem Buch auf dem Schoss und einer Tasse Tee in einem der Sessel saß. Snape sah so aus, als wollte er eine spöttelnde Bemerkung fallen lassen und so äußerte Harry: "Sagen Sie es schon. Ich weiß, dass Sie es wollen." Snape schien für einen Moment irritiert, dann schien er zu verstehen und sprach seelenruhig. "Ich bin überrascht, dass Sie lesen können, Potter." Harry lächelte, woraufhin die dunklen Augen beinahe verwirrt schauten.

Dann erklärte Harry: "Ich dachte, ich sollte meine übliche Impulsivität mal stecken lassen und erst einige Fakten recherchieren."

"Das ist das Zeichen für das Ende der Welt", entkam es Snape trocken, während er das mitgebrachte Buch auf den Tisch legte und sich ebenfalls eine Tasse Tee nahm. Harry schmunzelte erneut. Warum war ihm Snapes Anwesenheit so gar nicht unangenehm?

Doch als er dann aufsah und den Ausdruck in den schwarzen Augen sah, zog sich etwas in ihm zusammen. "Haben Sie schlechte Neuigkeiten, Sir?“, fragte er leise. Und schon wieder schien es, als wäre Snape überrascht, dass Harry das erkannt hatte. Harry verstand es selbst nicht, warum er Snape irgendwie besser verstehen konnte. Ob es an ihrem Status lag? War es die Aufgabe des Sklaven für seinen Gebieter zu sorgen? Harry musste unbedingt die Bücher lesen, sonst würde er niemals Antworten kriegen.

"Ich möchte mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen. Noch scheint die Information über Ihr Wesen und unsere Eheschließung nicht an die Öffentlichkeit gedrungen sein. Das wird sich spätestens am Montag ändern. Diesen Zeitgewinn können wir für uns nutzen, indem wir uns bestens vorbereiten."

Harry nickte entschlossen. Er würde alles tun, was notwendig war, um diesen Zustand möglichst bald zu beenden. "Was muss ich dafür tun?", fragte er dann und auch Snape schien seine erwachsene Art, seine Entschlossenheit und Zielstrebigkeit aufzufallen, denn er hob nur eine Augenbraue und fuhr fort: "Bleiben Sie am Leben.“ Harry war überrascht. Hatte Snape einen Witz gemacht? "Meine Spezialität“, gab er dann mit dem Anflug eines Lächelns zurück. Für einen Moment blitzte es in den schwarzen Augen amüsiert auf. Dann blickten beide wieder ernst. Die Situation, in der sie sich befanden, war alles andere als lustig.

„Wie ich Ihnen gestern bereits sagte, will ich alles daran setzen, Sie so schnell wie möglich zu befreien.“ Harry durchströmte schlagartig unglaubliche Erleichterung, und auch wenn er bereits jetzt viele Fragen hatte, so hielt er sich doch zurück, um abzuwarten, was Snape noch zu sagen hatte. „Dazu möchte ich die noch gültige Rechtssprechung mit Hilfe eines Rechtsbeistandes anfechten. Das Gesetz zum Umgang mit Parselmündern gibt es seit 1055 und widerspricht dem Verbot zur Sklavenhaltung von 1947. Von daher sollten unsere Chancen ganz gut stehen.“ Harry war vollkommen überwältigt von diesen Informationen. Snape wollte seinen Status wirklich ändern. „Bis es soweit ist“, fuhr Snape dann fort und riss Harry aus seinen Gedanken. „Müssen wir jedoch den Schein wahren. Wir dürfen nicht mehr Aufmerksamkeit auf uns ziehen, als ohnehin schon.“ Harry nickte als Zeichen, dass er zuhörte, denn was das genau bedeutete, wusste er noch nicht.

"Wie ich sehe, machen Sie sich mit Ihrem Status vertraut", meinte Snape mit Blick auf das Buch, das Harry gerade las. Dieser nickte erneut. "Gut. Ich tue das selbe mit meinem neuen Status." Harry wurde zum ersten Mal bewusst, das ja auch Snape einen neuen Status angenommen hatte. Was es wohl genau hieß, Gebieter zu sein?

Er schüttelte den Gedanken ab, als Snape weiter sprach: "Wie Sie sich denken können, sollten Sie vorerst in diesen Räumen bleiben. Ihr Leben wird in Gefahr schweben. Es könnte sehr gut sein, dass einige Slytherins versuchen Ihre Kinder zu benutzen, um an Sie heran zukommen. Denn auch wenn Sie einem Gebieter gehören, haben Sie immer noch die begehrte Eigenschaft Parsel sprechen zu können."

"Sie meinen, es könnte jemand versuchen mich zu kidnappen?" Snape nickte. Harry konnte sich wirklich nicht vorstellen, dass Parsel so interessant für Slytherin war.

"Ist das wirklich so besonders?" fragte er dann. "Es kann doch nicht sein, dass wenn ich //Guten Tag, Professor Snape// sage, Sie nicht mehr wissen, wo oben und unten ist." Erst jetzt sah Harry den unergründlich tiefen Blick in den schwarzen Augen, das Stocken der Atmung des anderen. Aber auch er selbst konnte es spüren. Er fühlte sich plötzlich so viel leichter, freier. Was war das denn? Etliche Sekunden starrten sie sich einfach nur an.

"Sprechen Sie nie wieder ungefragter Weise Parsel mit mir!", zischte Snape dann und Harry fühlte sich, als hätte ihn jemand in einen zugefroren See geschubst. Innerlich war er nicht bereit, diesen Befehl zu akzeptieren. Er biss die Zähne zusammen und verstand einfach nicht, warum Snape so einen Aufriss machte.

Und dann war er wieder da, der Schmerz, der sich sekündlich steigerte. Harry griff sich an den Hals, als er plötzlich das Gefühl hatte zu ersticken. Sofort lehnte sich Snape zu ihm. "Was ist los?"

"Gedanken", presste Harry hervor und Snape schien für einen Moment verwirrt. Harry brachte seine Hand hoch an seinen Kopf. Dann schien Snape zu verstehen. "Sie dürfen denken, was Sie wollen." Sofort ebbte der Schmerz ab. Doch Harry fühlte sich ausgelaugter denn je.

Er sah auf in schwarze Augen, die ihn beinahe besorgt musterten. "Ich darf nicht denken, was ich will?", fragte er atemlos. "Vielleicht sind Ihre Gedanken besonders widerspenstig." Harry wusste sofort, dass Snape versuchte, die Stimmung aufzulockern und Harry wusste es zu schätzen. "Bei unserer Geschichte kein Wunder", murmelte er und war überrascht, dass Snape ihn leicht gequält musterte.

Dann dachte Harry an ihre Unterhaltung zurück und äußerte beklommen: "Sie sagten, dass andere Slytherins mich immer noch für sich haben wollen. Werden die nicht versuchen, Sie zu töten, um an mich heran zu kommen?“ Snape nickte lediglich. "Aber das bedeutet doch, dass Sie in höchster Lebensgefahr schweben." "Meine Spezialität", erwiderte Snape seelenruhig in Anlehnung an Harrys eben geäußerte Worte. So richtig wollte das Lächeln auf seinem Gesicht nicht erscheinen. "Das ist ein verdammt hohes Risiko", murmelte Harry. "Ich bin mir der Gefahren bewusst", sagte Snape schlicht.

"Warum machen Sie da alles?", fragte Harry drängend. Er mochte den Gedanken nicht, dass sich Snape für ihn so sehr der Gefahr aussetzte. "Alte Gewohnheit, nehme ich an." Nun musste Harry lachen und auch wenn er irgendwie wusste, dass es nicht die ganze Wahrheit war, ließ er es auf sich beruhen. Er schüttelte den Kopf.  

Dann fiel ihm etwas anderes ein: "Sie sagten, ich solle in diesen Räumen bleiben. Darf ich am Unterricht teilnehmen?"

"Ja. Aber jeder Lehrer wird ein Auge auf Sie haben und zwischen den Klassenräumen werden Ihnen Granger und Weasley zur Seite gestellt. Sie werden nirgendwo allein hingehen."

"Und aufs Klo?", fragte Harry, da ihm dieser Gedanke gerade kam. "Suchen Sie sich einen von beiden aus. Granger oder Weasley!", sagte Snape mit ätzender Stimme. Harry rollte mit den Augen. Doch das Amüsement verging ganz schnell, als er wieder Atemnot verspürte. "Sie dürfen denken, was Sie wollen", wiederholte Snape und Harry sah ihn dankbar an, weil der Schmerz sofort aufhörte.

"Quidditch ist jedoch keine Option mehr", sagte Snape dann und etwas in Harrys Innerem zog sich zusammen. Er nickte niedergeschlagen. Dann fragte er mit leiser Stimme: "Wie soll ich mich außerhalb verhalten? Wie soll ich Sie anreden?" "Weiterhin Sir oder Professor", erwiderte Snape ruhig. "Was das Verhalten angeht, kann ich noch keine klare Aussage treffen. Unauffällig wäre gut, aber wahrscheinlich kaum machbar." Harry spürte in seinem Inneren eine seltsame Unruhe bei diesen Worten. Was war das nur?

Dann fragte er: "Dürfen meine Freunde herkommen?"

"Granger und Weasley?", hakte Snape nach und Harry nickte. Abwartend sah er Snape an, der schließlich nickte. "Aber nur diese beide und auch nur in Ihren eigenen Räumen." "Danke, Sir", sagte Harry, der einen Stein von seinem Herzen fallen spürte. Er durfte seine Freunde sehen, das war eine enorme Erleichterung.

Seine Gedanken wurden unterbrochen, als Snape sagte: "Darüberhinaus habe ich mich entschieden, dass Sie Ihren Nachnamen behalten dürfen."

Harry sah ihn ruckartig an. "Ist es üblich, dass Sklaven den Namen Ihres Gebieters tragen?", fragte er überrascht.

Vollkommen verwirrt sah er, dass Snape beinahe zu schmunzeln schien, als er nur trocken erwiderte: "Nein. Bei Ehepartnern allerdings schon."

Erst dann fiel wieder Harry ein, dass sie ja verheiratet waren. Er konnte das Lächeln nicht zurückhalten und kratzte sich etwas verlegen am Hinterkopf. "Bei alledem kann man schon mal vergessen, dass wir verheiratet sind", murmelte er. Und dann, weil er viel zu oft einfach nicht nachdachte, bevor er sprach, fügte er hinzu: "Sie sollten mir vielleicht einen Ring anstecken, damit ich es nicht vergesse."

Kaum hatten die Worte seinen Mund verlassen, biss er sich auf die Lippe und schielte zu Snape. "Entschuldigen Sie, Sir", nuschelte er. Snape schien das Ganze aber eher amüsant zu finden, denn er erwiderte stoisch sarkastisch: "Das würde an genau dem Tag passieren, an dem ich meinen Verstand verliere." Nun sah Harry ihn direkt an und lächelte offensichtlich. "Das glaube ich", murmelte er und nahm noch einen Schluck Tee, um die Peinlichkeit des Augenblicks zu überspielen.

Einige Momente betrachtete er Snape, wie er da auf dem Sessel saß, die Beine überschlagen und ihn mit so funkelnden Augen anblickte. Seine Haare fielen ihm wie immer ein wenig ins Gesicht, umrahmten es. Erst als Snape eine Augenbraue fragend hob, bemerkte Harry, dass er starrte und senkte schnell den Blick.

Snape schien auch etliche Momente zu brauchen, um sich zu fangen, dann sagte er mit seltsam belegter Stimme: "Eine Sache gibt es da noch." Augenblicklich sah Harry Snape wieder an. Warum schlucke Snape? "Sklaven und erst recht Parselsklaven werden mit einem Brandzeichen versehen, das ihre Gefolgschaft auch nach dem Tod des Gebietes an diesen bindet." Harrys Mund öffnete sich unwillkürlich. Er konnte überhaupt nichts sagen und war umso froher, als Snape zu dem Buch griff, das er mitgebracht hatte und eine Seite aufschlug. Er reichte es Harry, der auf das Mal einer Schlange starrte, die ihren Leib in S-Form gewunden hatte. "Es ist das Zeichen eines versklavten Parselmundes", murmelte Snape.

Harrys Augen zuckten zu den schwarzen, die ihn nicht einmal ansatzweise ausdruckslos ansahen. Da waren sehr viele Gefühle zu sehen, umso schwieriger fiel es Harry, sie zu benennen. "Ich habe einen Weg gefunden, um die magische Komponente eines solchen Mals zu umgehen. Ich muss Ihnen ein Brandzeichen geben, aber mehr wird es nicht sein. Als hätte Sie sich verbrannt. Mit einer entsprechenden Heilsalbe können Sie es wieder entfernen." Harry schluckte. Das war sehr gedankenvoll von Snape, trotzdem würde er vorerst ein Mal am Körper tragen, das seinen Status deutlich machte.

"Wo wird es angebracht?", frage er etwas atemlos. Für einen Moment hob Snape seine Hand, ganz so als wollte er es zeigen, dann ließ er sie sinken und sagte: "Am Hals." "Gut sichtbar für jeden, also", äußerte Harry seine Gedanken laut. Snape reagierte gar nicht, schien in seinen eigenen Überlegungen gefangen zu sein. Harry rieb sich durchs Gesicht. Alle Welt würde so seinen Status jederzeit vor Augen haben. Jeder würde wissen, dass er nur ein Sklave war und dann auch noch ein Parselsklave. Das schien noch mal eine Stufe tiefer zu stehen, nach allem, was er bisher gehört hatte.

"Und wie machen wir das?" Die Frage schien Snape ins Hier und Jetzt zurück zu holen. "Ich habe einen Zauber entwickelt, der die Form des Brandmals ohne dessen Wirkung nachahmt." "Sie sind nachts wirklich produktiv", rutschte es Harry raus. Snape sah ihn finster an. "Entschuldigen Sie, Sir." Harry senkte den Blick. "Dann tun Sie es direkt", sagte er ernst.

Snape nickte und erhob sich, kam auf Harry zu, der sich plötzlich wie festgefroren fühlte. "Kommen Sie mit aufs Sofa", sagte Snape und Harry spürte den Drang zu gehorchen und hatte sich deswegen bereits erhoben, bevor er sich dessen bewusst war. Snape ließ sich auf dem Sofa nieder und etwas später tat Harry es ihm gleich. Schon wieder saßen sie sich so ungewohnt nahe. Harry blickte etwas verlegen in seinen Schoß.

Als sich Snapes Zauberstab in sein Sichtfeld schob, sah er auf. "Wird es wehtun?", fragte er dann. Snape nickte, zückte dann aber eine Phiole aus seiner Robe. "Es wird die Schmerzen danach lokal betäuben." Harry schluckte und nickte, verfolgte mit seinen Augen, wie Snape den Trank auf dem Tisch abstellte.

Dann kreuzten sich ihre Blicke und Harry beugte seinen Kopf zur Seite, offenbarte Snape die linke Seite seines Halses. Es war eine verletzliche und öffnende Position und Harry mochte sie nicht. Snapes Körper wandte sich ihm zu, sein Zauberstab berührte mit kalter Spitze seinen Hals, dann murmelte Snape den Zauber und obwohl Harry wusste, was passieren würde, schrie er auf.

Starke Arme schlossen sich um seine Schultern, hielten ihn, während Harry das Brennen ertrug und versuchte seine Atmung zu kontrollieren. Die Arme schwanden und dann war da plötzlich ein nasses Tuch an seinem Hals, presste sich auf seine Wunde. Er zuckte zurück, doch im nächsten Moment ließ der Schmerz nach, ebbte ab wie eine Welle, die im Sande verlief. Er öffnete die Augen, von denen er gar nicht gemerkt hatte, dass er sie geschlossen hatte.

Da erblickte er schwarze Augen, die ihn mit einem Sturm entgegensahen. Erst dann merkte Harry, dass Snape das Tuch auf seinen Hals presste und die andere beruhigend an seinem Oberarm lag. Dann ließ Snape seine Hände sinken und Harry hatte das Bedürfnis seine verbrannte Haut zu berühren, doch er wagte es nicht. Snapes Blick huschte zu seinem Hals und Harry konnte sehen, wie schlecht dem anderen bei diesem Anblick wurde. Sofort fühlte sich Harry schuldig. Er wollte nicht, dass Snape so schaute.

"Kann ich es mir ansehen"?", fragte er daher, um Snape abzulenken, aber auch weil er neugierig war. Snape verwandelte seine Teetasse in einen Spiegel und reichte ihn Harry. Diesem fiel sofort auf, dass Snape ihm nicht mehr in die Augen sah. Harry schaute in den Spiegel und musste sich extrem zusammennehmen, um nicht zurückzuschrecken. Da war es, das Brandmal seine Versklavung. Ein feuerrotes S mit einem Schlangenkopf. Es war so lang wie sein Hals, deutlich zu sehen und von einem hässlichen Rot. Harry legte den Spiegel zur Seite. Nun war ihm auch schlecht.

Snape erhob sich. „Ich bin in meinem Labor. Machen Sie Ihre Hausaufgaben. Ich will nur gestört werden, wenn es um Leben und Tod geht." Er ging zur Tür und öffnete sie, dann hielt er kurz inne. Ohne sich umzudrehen, sagte er: "Es tut mir leid", dann war Snape verschwunden.

Harry starrte für etliche Momente auf das dunkle Holz der Tür. Noch nie hatte Snape sich bei ihm entschuldigt, aber es fühlte sich in dieser Situation seltsam an. Es gab vieles, wofür sich Snape seiner Meinung nach hätte entschuldigen müssen. Dass er ihm dieses Brandmal zugefügt hatte, gehörte nicht dazu. Es war eine der Notwendigkeiten, um den Schein zu waren.

Harry seufzte und öffnete dann seine Tasche, die neben dem Arbeitstisch stand. So banal es sich auch anfühlte, nun Hausaufgaben zu machen, hatte Snape doch insofern recht, dass sie gemacht werden mussten. Und Harry war froh um die Ablenkung, die sie boten. Er war so konzentriert, dass er sie nach zwei Stunden erledigt hatte. Was sollte er nun tun? Er hatte das dringende Bedürfnis mit seinen Freunden zu reden, aber er sollte diese Räume nicht verlassen. Also sollte er ihnen wohl am besten einen Brief schreiben. Vielleicht würden Hermine und Ron bald zu ihm kommen können. Er wollte sich so gerne mit ihnen unterhalten.

Er holte sich ein frisches Pergament. Da war so ein komisches Gefühl in seinem Innern, als er die Feder aufs Pergament setzte. Er begann seinen Brief zu schreiben. Nach nur wenigen Worten durchfuhr ihn ein gleißender Schmerz und Harry stöhnte auf. Bei Merlin! Was war das? Er setzte die Feder erneut an. Schmerz! Er ließ die Feder sinken. Was war das nur?

Er wollte doch nur einen Brief an Ron und Hermine schreiben. Er konnte nicht mehr. Was war nur los? Der Schmerz steigerte sich immer weiter. Er griff nach seinem Zauberstab. Er musste Snape Bescheid sagen. Hilfe! Er brauchte Hilfe! Mit der letzten Kraft seines Geistes versuchte er einen Patronus heraufzubeschwören. Und obwohl er an seine Eltern dachte, passierte nichts. Nein! Das war ihm noch nie passiert.

Dann versuchte er einen anderen Zauber, doch auch dieser misslang. Harry sank vom Stuhl nieder auf den Boden. Er bekam keine Luft mehr. "Snape", rief er krächzend. "Snape! Hilfe! Sna-" Er konnte nicht mehr sprechen, kein Zauber entwich seinem Stab, obwohl er versuchte einen einfachen Lumos zu beschwören. Nichts geschah. Harrys Sicht wurde verschwommen.

Und dann war sie endlich da! Die alles erlösende Stimme. "Potter! Potter! Was ist los?" Doch er konnte nichts sagen. „Sie machen alles richtig!", rief Snape und sofort ebbten sie Symptome ab. Mit großen Augen und nach Luft schnappend sah er Snape an, der ihn in den Armen hielt.

"Was ist passiert?", fragte Snape. Harry atmete noch einige Male tief ein und aus, der Schmerz wollte wieder aufkommen, doch als er zu sprechen begann, verschwand er. Atemlos sagte Harry: "Ich weiß es nicht. Ich saß am Tisch und hatte plötzlich ein komisches Gefühl. Das steigerte sich immer weiter. Dann wurde es zu unerträglichen Schmerzen, bis ich schließlich das Gefühl hatte zu ersticken.“ "Was haben Sie genau gemacht?“, hakte Snape nach.

"Ich habe Hausaufgaben gemacht. Dann war ich fertig und wollte einen Brief an Ron und Hermine verfassen. Dabei wurde es immer schlimmer. Ich habe versucht einen Patronus heraufzubeschwören, der zu Ihnen läuft, aber es klappte nicht. Gar keine Magie klappte."

"Ich habe das wohl unterschätzt", murmelte Snape und klang mehr so als würde er zu sich selbst sprechen. Er half Harry auf und begleitete ihn zum Sofa, wo dieser sich niederließ. Snape setzte sich auf einen Sessel und sagte dann: "Also, Sie dürfen machen und tun, was Sie wollen. Sie dürfen zaubern, wie es Ihnen passt. Nur, wenn ich etwas explizit verbiete, ist es nicht erlaubt." Fragend sah Harry Snape an. "Ihr neuer Status scheint zu verhindern, dass Sie Dinge ohne meine Erlaubnis tun können."

Nun dämmerte es Harry. Snape hatte ihm "befohlen" Hausaufgaben zu machen. Als er dem "Befehl" nicht mehr folgte, und seinen Freunden schreiben wollte, hatte es begonnen. Harry schluckte. Das war heftig. Harry starrte für einige Momente ins Leere. Es schien ihn erst jetzt in diesem Moment bewusst zu werden, dass er wirklich ein Sklave war. Nicht nur die deutliche Reduktion seiner Magie konnte er spüren, er spürte ebenso Snapes und ihre Verbindung, die der Status geschaffen hatte. Er gehörte Snape. Snape besaß ihn. Und wenn es Snape nicht gestattete, konnte er nichts tun.

Es drang ihm erst jetzt wirklich ins Bewusstsein, was das hieß. Er spürte einen Schauer durch seinen Körper gehen. Gedankenverloren strich er sich über den Hals, berührte sein Brandmal und zuckte zurück. Ersticken wäre also die Folge von Missachtung. Harry wollte das nie wieder erleben. Es war furchtbar gewesen. Er spürte, wie Emotionen in ihm aufwallten, doch er biss sich auf die Lippe. Er würde nicht weinen. Und erst recht nicht vor Snape.

"Haben Sie noch Schmerzen?", fragte dieser und seine Stimme klang seltsam distanziert. "Geringfügig", murmelte Harry und rieb über seine Kehle, die lediglich noch etwas brannte. "Ich bin in meinem Labor. Machen Sie, was Sie möchten." Ein seltsam leeres Gefühl ergriff Harry, das er nicht einzuordnen vermochte.

Als Snape weg war, nahm sich Harry das Buch über die Magischen Status wieder. Dabei erfuhr er, dass es in der Zauberwelt fünf Kategorien gab. Die erste Kategorie umfasste die allgemeine Bezeichnung Hexe und Zauberer. Die zweite enthielt den Blutstatus, also Reinblüter, Halbblüter und Muggelgeborene. Die dritte Kategorie umfasste die Status Ehemann/Ehefrau, Lehrer/Schüler und Gebieter/Sklave. Die vierte Kategorie beinhaltete den Titel Meister/Mistress, während die fünfte Kategorie Magisch Verbundene benannte. Darüberhinaus gab es noch eine Kategorie mit Sonderstatus, die Initiator/Auserwählter enthielt. Harry hatte keine Ahnung, was das bedeutete. Er wusste nur, dass er mehrere Magische Status hatte: Zauberer, Halbblut, Ehemann, Schüler und Sklave.

Ihn schüttelte es, als er las, was das bedeutete. Sklave zu sein band ihn mit seinem Köper und seiner Magie an seinen Gebieter. Sein magisches Potenzial war reduziert, da sich sein Gebieter jederzeit daran bedienen konnte. Gehorsam wurde erzwungen. Er hatte keinerlei Rechte, wie sie normale Zauberer und Hexen hatte, sein Sklavenstatus überbot alle anderen Status. Sein Besitz gehörte seinem Gebieter. Ebenso wie er selbst. Harry klappte das Buch zu. Er fühlte sich hundeelend.

Ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass es beinahe Abend war. Er stand auf und streckte sich. Er musste irgendwas anderes tun. Noch mehr Bücher wollte er für den Moment nicht lesen. Sein Kopf schwirrte von den vielen Informationen. Und so trat Harry in den Flur von Snapes Quartier. Er sah zur Ausgangstür. Er durfte das Quartier nicht verlassen. Wie gerne wäre er nun geflogen, um den Kopf frei zu kriegen. Also musste er sich etwas anderes ausdenken. Er besah sich alle Türen, die vom Flur aus abgingen. Er wusste, wo Wohnzimmer und Badezimmer waren. Da waren noch zwei Türen, die er nicht kannte. Die eine war aus Holz, die andere aus schwerem Metal. Dahinter vermutete er Snapes Labor und er würde sich nicht im Traum einfallen lassen, Snape dort zu stören.

So ging er auf die andere Tür zu. Harry versuchte sein Glück und öffnete die Tür. Er sollte mit seiner Vermutung recht behalten: Eine kleine Küche. Harry schmunzelte. Wenn er hier schon festsaß, konnte er wenigstens was kochen.

Und so machte er sich mit Snapes Küche vertraut und beschloss ein einfaches Pilzrisotto zu machen. Der bekannte Ablauf brachte seine aufgewühlten Gedanken zum Erliegen, drängte sie in den Hintergrund, während er sich ganz auf seine Aufgabe konzentrierte. Er schnitt Zwiebeln und Pilze, schmorte beides in Öl an. Parallel kochte er den Reis mit etwas Brühe. Zum Schluss löschte er die Pilze mit Weißwein ab, vermischte alles, gab großzügig Parmesan hinzu und verteilte es auf zwei vorgewärmte Teller. Dann streute er noch etwas Petersilie für die Optik darüber. Er wollte gerade zur Tür laufen und drehte sich um, nur um dann inne zu halten.

Snape stand im Türrahmen, starrte ihn an und Harry konnte nicht abschätzen, ob er dort fünf Sekunden oder fünf Minuten gestanden hatte. "Ich habe eine Kleinigkeit gekocht, Sir", sagte er leise. "Ich hoffe, das war in Ordnung", fügte er unsicher an. Snape sah ihn weiterhin einfach nur an, löste sich dann aus dem Türrahmen und trat auf ihn zu. Harry war irritiert über das Prickeln, das über seine Haut krabbelte, als Snape näher kam. Dieser blickte nun auf die beiden Teller, roch einmal daran und murmelte dann: "Wie kann es sein, dass Sie dem leckeren Geruch nach zu urteilen, ein essbares Mahl bereiten können, aber keinen einfachen Schlaftrank hinkriegen?"

Das war beinahe ein Lob gewesen und Harry spürte etwas in seinem Innern flattern. Was war das? Dann sah er hoch in schwarze Augen und wusste nicht genau, was er sagen sollte. War es eine rhetorische Frage gewesen? Je länger er schwieg, desto unwohler wurde ihm. Und mit einem Mal waren sie wieder da, die Schmerzen, und er keuchte. Seine Knie knickten ein, während es ihm nicht möglich war, auch nur einen Ton von sich zu geben. Starke Arme hielten ihn, schützten ihn vor dem Aufprall. Dann würgte er, das Gefühl zu ersticken war wieder da. "Ist es wieder der Schmerz von eben?", fragte Snape und Harry konnte nicht anders, als die Augen weit aufzureißen und zu nicken.

„Sie müssen nicht antworten", entwich es Snape plötzlich und Harry war irritiert. "Ich erwarte keine Antwort auf meine Frage von eben. Es ist alles gut. Sie haben nichts Falsch gemacht." Schlagartig hörte es auf und Harry bekam wieder Luft. Heftig atmete er ein und aus, während er sich von dem Schock zu erholen versuchte, dass er schon wieder beinahe erstickt wäre. Snapes Arme waren immer noch um seinen Oberkörper geschlungen und auch wenn die Nähe ungewohnt war, war Harry froh, dass er gestützt wurde. Er wusste ehrlich nicht, ob er sich selbst aufrecht halten konnte.

"Was war das, Sir?", fragte er und war entsetzt wie krächzend seine Stimme klang. "Offenbar wird das Ausbleiben einer Antwort auf eine Frage als Befehlsverweigerung gedeutet." Sofort verstand Harry. Er hatte nicht gewusst, was er antworten sollte, und deswegen gezögert. "Ich wusste nicht, was ich sagen sollte", gestand er. "Ich weiß", gab Snape ungewohnt verständnisvoll zurück. "Es zeigt mir nur einmal mehr, wie vorsichtig ich im Umgang mit meinen Äußerungen sein muss." Er starrte kurz an die gegenüber liegende Wand. "Können Sie wieder alleine sitzen?" Harry nickte, dann waren Snapes Arm weg und er sackte ein Stück zu Boden, hielt sich aber ansonsten selbst.

Snape schien in Gedanken zu sein. "Es wird Zeit, dass wir dieses Problem so schnell wie möglich in den Griff kriegen. Morgen Vormittag wird die Rechtsanwältin herkommen, um uns über alle weiteren Schritte aufzuklären. Ich hoffe, dass diese Angelegenheit dann bald ein Ende hat. Gute Nacht, Mister Potter." Snape verschwand aus der Küche, als Harry erwiderte: "Gute Nacht, Professor Snape."

Harry aß das Pilzrisotto alleine. Das unangenehme Gefühl in seiner Brust hatte sich verstärkt.

***

Fortsetzung folgt…

Und mal wieder bin ich unglaublich gespannt, was ihr zu dem Kapitel sagt.

Wir lesen uns! :-D
Eure Krissy
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