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Das Schweigen der Schlangen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Harry Potter Severus Snape
30.04.2020
30.07.2020
31
165.195
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Dieses Kapitel
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30.04.2020 4.713
 
Titel: Das Schweigen der Schlangen

Hintergründe: Wir befinden uns in Harrys letztem Schuljahr. Voldemort wurde besiegt. Die Horkruxe gab es nicht. Albus lebt und ist im Ruhestand, Minerva ist Schulleiterin. Harry hat im zweiten Jahr nie öffentlich Parsel gesprochen und es auch nie jemandem erzählt. Niemand weiß, dass er die Schlangensprache spricht. Er ist allein in die Kammer hinabgestiegen. Ron blieb bei Hermine.

Anmerkung: Meine lieben Leser, das Thema Parsel und seine Auswirkungen hat mich nicht in Ruhe gelassen. xD Ebenso die Magischen Status faszinieren mich seit ihrer Erfindung in "Die Armee der Lustsklaven". Keine Sorge an alle, die nun nicht wissen, wovon ich rede: Es wird alles erklärt. :-)

Ich wünsche euch wunderbare Unterhaltung mit dieser dramatischen Geschichte und ihrer epischen Liebesgeschichte. ;-)


Kapitel 1: Der Parselmund

Obwohl der Verteidigungsunterricht inzwischen von Professor Snape gelehrt wurde, musste Harry schmunzeln. Er mochte seinen Lehrer immer noch nicht, auch wenn er erfolgreich im Krieg auf ihrer Seite gekämpft hatte, aber das Fach lag ihm und das änderte sich auch nicht durch Snape als Lehrer.

Und die heutige Stunde war besonders interessant. Es ging um die Verteidigung gegen Riesenschlangen und dazu hatte Snape ein imposantes Tier mitgebracht, eine magische Todesotter. Ihre Schuppen waren von einem glänzenden Blaugrau und ihre Augen leuchteten Gold. So schön sie war, so gefährlich war sie doch auch.

Sie würden noch die Gelegenheit haben, zu üben, doch im Moment dozierte Snape gerade über das Tier und die Verteidigung dagegen. "Desweiteren ist es sicherlich auch eine Möglichkeit das Tier abzuwehren, wenn man mit ihm sprechen kann. Wie nennt man diejenigen, die mit Schlangen sprechen können?" Snape ließ seinen Blick über die Schüler gleiten und nahm dann Megan dran. "Ja, Miss Jones“ "Parselmund“, erwiderte diese. "Richtig."

Ein Raunen ging durch die Klasse und Harry war irritiert von der seltsamen Stimmung, die plötzlich herrschte. Seamus zeigte auf. "Ja, Mister Finnegan?", fragte Snape durchdringend. "Ist es wahr, was man über sie erzählt?" "Natürlich", warf Ernie ein, bevor Snape antworten konnte. "Jeder weiß, wie gefährlich Parselmünder sind. Sie hypnotisieren und verhexen dich. Das weiß doch jedes Kind."

"Außerdem können sie dir eine Schlange auf den Hals hetzen", fügte Dean an. "Das macht sie schon so gefährlich. Von ihren abartigen Fähigkeiten ganz zu schweigen."

"Ihre rege Beteiligung wäre höchstens erwünscht, wenn Sie sich melden würden", ätzte Snape dazwischen und sah die Schüler finster an. Harry war irritiert von den Geschichten seiner Mitschüler. Er wusste seit seinem zweiten Schuljahr, dass er mit Schlangen sprechen konnte. Machte ihn das zu einem Parselmund? Oder gab es da noch mehr?

Terrys Hand schoss nach oben. "Ja, Mister Boot?", nahm Snape ihn dran. "Gibt es heute überhaupt noch Parselmünder?"

Snape sah in die Runde und sagte dann ruhig: "Mir sind keine bekannt. Rein rechnerisch müsste es jedoch welche geben." Das schien die Klasse zu beunruhigen, denn Hannah fragte atemlos: "Sie meinen, Sie leben unter uns?"

Harry sah verwirrt in die Runde, nahm überrascht zur Kenntnis, dass alle bis auf die Slytherins, Snape wie gebannt anstarrten. Die Slytherins selbst schauten nach unten in ihre Bücher. "Heute geht es nicht um Parselmünder, sondern um die Verteidigung gegen die magische Todesotter, einem Tier, dem niemand von Ihnen ohne die passende Verteidigung begegnen möchte. Ich habe kein Interesse noch weitere Ihrer Schauergeschichten zu besprechen."

Damit war das Thema auch erledigt und nach einigen weiteren Worten, sollten sie sich in einer Reihe aufstellen, um gleich an dem lebenden Exemplar zu üben. Es war nicht erstaunlich, dass sich die meisten Schüler im Hintergrund hielten. Harry tauschte mit Hermine einen Blick, sie nickten sich zu. Dann stellten sie sich ganz nach vorne. Snape nahm es wahr, weil er die beiden kurz anblickte, aber sonst war ihm keinerlei Reaktion anzumerken.

"Miss Granger, Sie fangen an. Wenn ich den Käfig öffne, wird die Schlange sofort auf Sie zu kriechen und versuchen, Sie zu erwürgen. Der eben erläuterte Zauber lässt sie erstarrten, sodass Sie im Anschluss die Schlange mit einem einfachen Schwebezauber wieder zurück in ihren Käfig bringen können." Hermine nickte konzentriert, ihr Blick bereits auf den Käfig gerichtet und ihr Zauberstab erhoben. Snape öffnete den Käfig.

Alles lief genauso, wie er es angekündigt hatte. Die riesige Schlange schoss aus dem Käfig, aber Hermine war nicht umsonst die talentierteste Hexe ihres Jahrgangs. Sie führte denn Zauber perfekt aus, die Schlange erstarrte und Hermine verfrachtete sie zurück in ihren Käfig. Snape schloss ihn mit einem lauten Klong. Harry nahm amüsiert zur Kenntnis, dass Snape reichlich angefressen aussah und mit versteinerter Miene sagte: "5 Punkte für Gryffindor." Bei jedem anderen Lehrer hätte es 20 gegeben, aber Harry freute sich sehr über diesen Triumph.

Dann war er an der Reihe und er wusste bereits, dass, egal, wie gut er es machen würde, Snape ihm sicherlich keine Punkte geben würde. „Rigescere“ schrie er, als die Schlange auf ihn zuschoss. Auch er hatte Erfolg, schockte die Schlange und ließ sie zurück in ihren Käfig schweben. Sein Blick huschte zu Snape, der einfach zum nächsten in der Reihe blickte und Harry ignorierte. Dieser musste unwillkürlich schmunzeln. Er hatte nichts anderes erwartet. Dann trat er zur Seite und Lavender versuchte ihr Glück. Nach und nach kamen weitere Schüler dran. Trotz der Gefährlichkeit der Schlange schafften es die meisten den Zauber auszuführen.

Dann war Rob Clark, ein Slytherin, an der Reihe. Snape bestand darauf, dass jeder diesen Zauber einmal ausführte. Vielleicht ignorierte er deswegen, dass Rob blasser aussah als sonst. Der große, hünenhafte Kerl mit dem braunen Haar und den dunkelblauen Augen sah im Anblick des Käfigs seltsam mickrig aus. Harry beobachtete es mit Sorge. Doch Snape sah es nicht, oder ignorierte es und schwang seinen Zauberstab, um den Käfig zu öffnen.

Rob war nochmal blasser geworden. Er schien vollkommen festgefroren und dann war die lebenswichtige Sekunde verstrichen, die Schlange schoss hervor und wickelte sich blitzartig um Robs Hals, den es niederriss. Die Schüler kreischten und wichen zurück. Harry hingegen stürmte den Zauberstab erhoben vor. //Nein. Lass ihn in Ruhe!// Er führte den gelernten Zauber blitzschnell aus "Rigescere". Die Schlange erstarrte und ließ von Rob ab, der keuchend am Boden lag. Harry kniete sich besorgt zu ihm, ließ die Schlange zurück in den Käfig schweben und beugte sich dann über seinen Mitschüler, der sich die Kehle rieb. //Alles ok?//, fragte Harry.

Rob starrte ihn fassungslos an. Und Harry zog verwirrt die Brauen zusammen. Ein schneller Diagnosezauber sagte ihm, dass Rob lediglich eine Prellung am Hals hatte und natürlich einen Schock. Harry erhob sich und erblickte dann eine erschrockene Schülerschar, die ihre Augen ebenso weit aufgerissen hatten wie ihre Münder. Total verwirrt sah er zu Snape, und als er sah, dass auch dieser ihn entsetzt anschaute, bekam er Angst. Was war hier los? "Sir?", fragte er irritiert.

Erst jetzt schien sich Snape aus seiner Starre zu befreien. "Mister Malfoy, bringen Sie Mister Clark auf die Krankenstation. Der Rest verschwindet. Ich will bis zum nächsten Mal einen Aufsatz über den Zauber und seine Wirkung auf andere magische Schlangen haben." "Aber, Sir, Potter ist-", wollte Terry zum Sprechen ansetzen. "Raus", bellte Snape. "Und zwar sofort." Die dunklen Augen schienen Blitze zu schießen und die Schüler machten sich eilig daran, ihre Taschen zu packen.

Harry blickte hilfesuchend zu Ron und Hermine. Wieso sah Ron ihn nicht an? Warum war Hermine so blass? Er musste sie fragen, was hier los war. Doch er kam nicht weit. "Potter", donnerte Snape. Harry wandte sich um. "Sie bleiben." Harry nickte und sah noch einmal zu seinen Freunden, doch Ron sah ihn immer noch nicht an und Hermine lächelte verzerrt.

Dann fiel die Tür ins Schloss und Harry sah beunruhigt zu Snape, der ungewöhnlicherweise seinem Blick auszuweichen schien und stattdessen einige Unterlagen auf seinem Schreibtisch zusammen sammelte. Dann endlich richtete er sich auf, mied aber immer noch Harrys Blick und sagte: "Folgen Sie mir." Harry schluckte, schwang sich seine Schultasche über und tat dann wie geheißen. Der Anblick der wallenden Robe wirkte seltsamerweise beruhigend auf ihn.

Als er jedoch bemerkte, dass sie nicht zu Snapes Büro liefen, stellte sich sofort eine innere Unruhe ein. Dann hielt Snape vor einem kleinen Porträt inne, das lediglich einen Weinstock zeigte und murmelte etwas. Als sich daraufhin hinter dem Porträt die Wand zu einer Tür formte und aufschwang, wurde Harry klar, dass dies Snapes Privaträume waren. Der Stein in seinem Magen wurde unerklärlicherweise unbeschreiblich schwer. Was war hier nur los?

Sie durchquerten einen kleinen Flur und standen dann in einem Wohnzimmer, wo Snape sofort zu einem Schrank ging und sich von den dort beheimateten Spirituosen einen großzügigen Schluck gönnte. Harry starrte seinen Lehrer an, der irgendwie erschöpft aussah. Snape rieb seine Nasenwurzel und sprach dann verdrossen: "Potter! Wieso kann kein Jahr vergehen, ohne, dass ich Ihnen das Leben retten muss?“

Harry war vollkommen verwirrt. Er sah Snape fragend an. "Wie bitte, Sir?"

"Der Dunkle Lord ist tot. Alles könnte gut sein und jetzt sind Sie ein Parselmund." "Ja und, Sir? Wieso bin ich in Lebensgefahr?“, fragte Harry verwirrt.

"Weil Sie ein Parselmund sind", sagte Snape und in seinen Augen schien etwas aufzublitzen. Harry erwiderte ehrlich: „Das verstehe ich nicht, Sir." "Natürlich nicht."

Snape seufzte lautlos und begann in seiner Lehrerstimme zu dozieren: "Parselmünder sind von je her unter Slytherins sehr begehrt. So gibt es seit 1055 Gesetze über die Behandlung von Parselmündern." Was waren das für Gesetze? Wieso gab es welche? Harry hatte noch nie in seinem Leben das Gefühl gehabt, so wenig zu verstehen. "Warum sind Parselmünder so begehrt?", fragte er dann, da ihm das eine einfache Frage erschien.

Snape schluckte. Er schien für einige Momente nach den richtigen Worten zu suchen. Dann sagte er in einer ruhigen, aber doch irgendwie zögerlichen Stimme: "Parsel von einem Menschen gesprochen hat Auswirkungen auf Slytherins." "Welche Auswirkungen?", fragte Harry alarmiert. "Unterbrechen Sie mich nicht", keifte Snape ihn an.

Dann fuhr er fort: "Etwa 80% Prozent aller Slytherins verspüren sexuelle Erregung." Harry starrte seinen Lehrer an, während das Gesagte sich seinen Weg zu Harrys Gehirn vorarbeitete. Slytherins wurden durch Parsel sexuell erregt? Sein Mund klappte auf.

„Die anderen 20 % erleben einen Kreativitätsschub, denken besser, vollbringen Kunstwerke oder schreiben Musik. Viele berühmte Musikstücke und auch Gemälde sind nur durch Parsel entstanden. Weil der Künstler einen Parselmund besaß“, fügte Snape an.

Harry fühlte als sei ein Eimer eiskalten Wassers über ihm ausgeschüttet worden. Snapes Formulierung war ihm sofort aufgefallen und so fragte er leise: "Besaß, Sir?"

Snape blickte doch tatsächlich für einen Moment zur Seite, bevor sich seine schwarzen Augen wieder direkt auf Harry richteten und seine Lippen langsam den Satz formten: "Parselmünder wurden von je her als Sklaven gehalten."

Harry spürte etwas tief in ihm erzittern. Es war von einer so existenziellen Stärke, das Harry etliche Sekunden bewusst atmen musste, um nicht zusammenzubrechen.

Dann fragte er beinahe krächzend: "Aber die Gesetze haben sich doch bestimmt geändert?"

Etwas in Snapes Blick verfinsterte sich. "Es handelt sich um Slytherins und dann auch nur Einzelfälle. Glauben Sie ernsthaft das hätte irgendwen interessiert? Nein, die Gesetze gelten bis heute."

Harry starrte ihn an. "Und was bedeutet das?"

Zum ersten Mal sah er etwas in Snapes Blick flackern. War es Unsicherheit? War es Bedauern? Harry konnte es nicht entziffern. "Sie sind ein Sklave."

Es schienen Stunden zu vergehen, in denen Harry Snape einfach nur anstarrte, nicht in der Lage zu verarbeiten, was er soeben gehört hatte. Aber wahrscheinlich waren es nur wenige Sekunden, bevor er mit rauer Stimme fragte: "Was bedeutet das?"

"Parselmünder gehören ihren Eltern bis sie siebzehn Jahre alt sind. Dann wird ein Parselmund bei einer Auktion an den Höchstbietenden versteigert." Harry konnte nicht fassen, was er da hörte. Wie konnte es solche Gesetze noch geben? Wieso gab es noch Gesetze zur Haltung von Sklaven? Aber wahrscheinlich hatte Snape recht. Niemand interessierte sich für die Handvoll Slytherins, die es betraf. Ein eiskalter Schauer durchlief seinen Körper. "Bei der Auktion dürfen nur Slytherins mitbieten, die einer gewissen Definition entsprechen. Ihr Glück ist, dass wir in Hogwarts sind und ich dies erst innerhalb einer Stunde der Schulleitung melden muss, die es dann dem Ministerium weitergibt. Aber da genügend Slytherins im Unterricht anwesend waren, wird die Nachricht sicher schneller verbreitet werden. So haben wir tatsächlich maximal eine Stunde. Sie haben Glück, dass Albus nicht mehr Schulleiter ist."

Harry verstand überhaupt nichts mehr. Er wusste, dass Snape Englisch sprach und doch fühlte er sich, als würde er eine Fremdsprache hören. Was geschah hier? "Was bedeutet das alles?", fragte Harry verwirrt, doch Snape ignorierte ihn, schien mit einem Mal selbst in Gedanken versunken zu sein. Es dauerte etwa eine Minute, dann rührte er sich und trat zu seinem Kamin, in den er etwas Flohpulver hineinwarf. Er kniete sich davor und sprach: "Albus. Ich brauche dich sofort hier."

"Severus, mein lieber Junge", rief der andere. "Ich bin sofort da." Der ehemalige Schulleiter erschien wenige Augenblicke später, sah interessiert von Severus zu Harry und wieder zurück.  "Harry, wie schön dich wieder zu sehen", grüßte er und Harry bekam nur ein verwirrtes "Sir." heraus. Dumbledores Augen sahen ihn besorgt an, richteten sich dann aber auf Snape. "Wie kann ich helfen?"

"Mister Potter ist ein Parselmund", kam Snape direkt zur Sache, woraufhin Dumbledore kurz zu Harry blickte, während ihm ein "Oh!" entwich. Ihm schien sofort die Bedeutung von Snapes Worten klar zu werden, denn Harry sah den dunklen Schatten des Mitleids in den blauen Augen.

"Ja. Oh", erwiderte Snape schlecht gelaunt. "Ich sehe nur eine Möglichkeit ihn zu retten. Über Ius Mariti. Wir haben noch 35 Minuten, bis ich es melden muss. Reicht das für die Zeremonie?"

Dumbledore fuhr sich nachdenklich über den Bart. "Das dürfte reichen. Wen können wir als Zeugen nehmen? Ist Miss Granger eine Möglichkeit?“

"Ja", bestätigte Snape. Er und Albus sahen sich für einige Momente stillschweigend an. Es schien beinahe eine Art Gespräche zwischen den beiden stattzufinden. "Und du bist sicher, dass du das tun willst?", fragte Dumbledore. Snape nickte sofort. "Die Alternative dürfte unendlich qualvoll sein." Dumbledore nickte bedächtig. "Gut", sagte Snape dann. "Ich hole Miss Granger, während du Mister Potter alles erklärst." „Muffensausen?", neckte Dumbledore und Snape verließ mit einem dunklen Blick sein eigenes Quartier.

"Was passiert hier, Professor?", fragte Harry fassungslos. Er wusste überhaupt nicht, wo ihm der Kopf stand. Womit war Snape einverstanden? Warum war Dumbledore hier?

"Die Entdeckung eines Parselmundes muss innerhalb von einer Stunde gemeldet werden", begann Dumbledore und Harry nickte, da Snape das bereits erwähnt hatte. "In dieser Stunde unterstehst du Hogwarts und bist somit noch frei. Ist die Stunde abgelaufen, musst du einer Auktion zugeführt werden."

"Und was passiert dann?", fragte er.

"Der Höchstbietende, wahrscheinlich Mister Malfoy oder vielleicht auch Mister Grey wird dich mitnehmen und behandeln, wie es ihm beliebt. Du wirst offiziell durch die Auktion sein Sklave. Du hast keine Möglichkeit dich zu wehren, denn es bedeutet unsagbare Schmerzen sich gegen den Gebieter aufzulehnen."

Harry wurde schlecht bei dieser Vorstellung. Er konnte nicht glauben, dass dies real war. "Und was jetzt?", fragte er.

"Die einzige Möglichkeit, dich vor der Auktion zu bewahren, ist dich jetzt in den Besitz einer Person zu stellen. Es muss ein Slytherin mit bestimmten Voraussetzungen sein und in Anbetracht des Zeitdrucks, bleibt nur einer." Harry sah seinen ehemaligen Schulleiter mit großen Augen an. "Severus", sagte dieser dann und Harrys Mund klappte auf. Er sollte Snapes Sklave werden? Er sollte-? Was? In welchem verrückten Traum war er? Wann würde er aufwachen?

Doch der ernste Blick des anderen ließ ihn sofort wieder in der Realität ankommen. "Und wie gehe ich in Professor Snapes Besitz über?", fragte er dann.

"Du heiratest ihn."

Vollkommen fassungslos starrte Harry den anderen an. Er sollte Snape heiraten? Er sollte Severus Snape heiraten? Er konnte nicht anders als einfach vor sich hinzustarren. "Das ist sicherlich eine Überraschung-", begann Dumbledore und Harry prustete los. "Das ist die Untertreibung des Jahrhunderts", entgegnete Harry schockiert und Dumbledore schmunzelte leicht.

Doch mehr Worte konnten sie nicht wechseln, denn in diesem Moment kam Professor Snape mit Hermine an seiner Seite wieder. "Harry, was ist los?", fragte diese besorgt und lief sofort zu ihm.

Dieser schüttelte sich aus seiner Trance. "Willkommen zu meiner Hochzeit", sagte er in einem Anflug von Galgenhumor.

"Was?", fragte Hermine entsetzt. „Ein Scherz?“, erkundigte sie sich dann hoffnungsvoll.

Dumbledore schritt ein: "Leider nicht, Miss Granger. Wir würden es Ihnen erklären, aber die Zeit drängt."

"Ich erzähle dir nachher alles. Es passt mal wieder in mein Leben", murmelte Harry und fuhr sich durchs Haar.

"Selbstmitleid hilft nicht", warf Snape ein. Harry sah ihn an. "Nennen Sie es Galgenhumor, Sir." "Ich hatte nicht vor, Sie in Ketten zu legen, Potter", stellte Snape klar. Harry musste trotz der ernsten Situation schmunzeln. "Das hatte ich auch nicht erwartet."

Er blickte Snape kurz an und sah dann zu Hermine, die zu ihm trat und ihn mit einem "Oh Harry!" in die Arme schloss. "Schon gut, Mine. Es sieht im Moment nicht prickelnd aus, aber auch nicht so aussichtslos wie in früheren Situationen." Die Freunde lächelten sich für einen Moment an, ahnten nicht, wie vertraut sie nach außen hin wirkten.

Dann wandte sich Harry wieder Snape zu. Es hatte wirklich keinen Sinn weiter über die Unfassbarkeit der Situation zu grübeln. Das war sein Leben. "Ich bin soweit", sagte er mit fester Stimme.

Sein Gegenüber hob die Augenbrauen. "Kein Geschrei? Kein Gezeter über die Ungerechtigkeit der Welt?“, spottete Snape.

"Für diesen Kinderkram bin ich zu alt, Sir“, erwiderte Harry ehrlich. Snape sah ihn überrascht an. "Ich habe im Krieg gelernt mit jeder Situation zurecht zu kommen. Und wenn ich das richtig sehe, habe ich die Wahl zwischen Ihnen und einer Auktion mit ungewissem Ausgang, wo mich irgendein reicher Slytherin ersteigert, um mich für seine kreativen oder sexuellen Ergüssen zu benutzen. Dann nehme ich lieber Sie."

Snapes Augen funkelten. „Wer sagt, dass ich Sie nicht auch benutzen werde? Ich bin auch ein Slytherin."

Harry prustete los. "Also bitte! Bei unserer Historie? Sie werden versuchen so wenig wie möglich von mir zu sehen, um nicht dauernd schlecht gelaunt zu sein.“ Harry schüttelte den Kopf. Er zweifelte nicht an Snapes Ehrbarkeit.

"Oder wäre einfach abzuhauen eine Möglichkeit?", fragte er dann scherzhaft, aber auch hoffnungsvoll.

"Natürlich ist es das“, antwortete Snape sofort. "Aber dann sind Sie Ihr Leben lang auf der Flucht. Und sobald Sie gefasst werden, geht es von vorne los. Und dann kann ich Sie nicht retten, denn mein Vermögen reicht nicht annähernd." Snape sah ihn durchdringend an. "Also ist es klüger diesen Schritt jetzt zu gehen und Ihre Befreiung mit der nötigen Zeit und den nötigen Ressourcen zu planen", fasste Snape zusammen.

"Sie wollen mich befreien?", fragte Harry überrascht. "Ich hatte nicht vor, Sie für den Rest meines Lebens als Sklaven zu halten." "Danke, Sir." Snape entkam ein humorloses Lachen. "Dafür brauchen Sie mir wirklich nicht zu danken."

"Da nun die Details der Mitgift geklärt sind“, gluckste Albus und fing sich zwei bitterböse Blicke ein. Albus zückte seinen Zauberstab und beschwor ein Pergament und eine Feder herauf. „Bitte unterschreibt hier“, sagte er und deutete auf die untere Ecke. Er reichte Snape zuerst die Feder, die dieser an Harry weiterreichte. Er sah Snapes ordentliche Unterschrift und setzte seine daneben. Dann unterschrieb Hermine und schließlich Dumbledore selbst.

“Tretet zu mir und reicht euch die Hände“, forderte dieser auf. Es war seltsam. Im Kampf gegen Voldemort hatte er ihm das letzte Mal so nahe gestanden. Damals waren ihm Dumbledore, McGonagall und Snape im alles entscheidenden Moment zur Hilfe geeilt. Zu viert hatte auch Voldemort nichts mehr gegen sie auszurichten und so waren sie in der Lage gewesen, ihn ein für alle Mal zu besiegen.

Harry wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Snape seine Hand umschloss. Snapes Hand war warm, eine Tatsache, die Harry überraschte. Er hätte sich die Hände des Mannes immer eiskalt vorgestellt. Sie sahen sich in die Augen und überraschenderweise erkannte Harry keinen Hass. Etwas Abscheu ja, aber in erster Linie Entschlossenheit. Harry fühlte genau die gleiche Emotion und ebenso Dankbarkeit und so ließ auch er beides in seinem Blick sichtbar werden.

"Noch ein paar Worte der Warnung an dich", sagte Dumbledore. "Sobald die Ehe geschlossen ist, wirst du als Parselmund registriert und somit werden die Gesetze aktiv." Auf Harrys fragenden Blick hin, fuhr Dumbledore fort: "Du erhältst dann den Magischen Status Sklave. Das bedeutet, dass deine Magie an Severus gebunden wird und er sich daran bedienen kann. Des weiteren wirst du nicht in der Lage sein, dich ihm zu widersetzen oder ihm zu schaden. Wenn du es versuchst, wird es schmerzvoll sein." Harry schluckte und nickte dann. Er musste dringend mit Hermine diese Sache mit den Magischen Status klären. Davon hatte er noch nie gehört.

Aber jetzt musste er erst einmal seine Eheschließung hinter sich bringen. Harry hätte bei dem Gedankten daran beinahe laut gelacht. Es war absurd, dass immer ihm solche Dinge passierten. "Sprecht mir nach!", sagte da auch schon Dumbledore und holte Harry aus seinen Überlegungen.

„Ich bin bereit den Bund der Ehe einzugehen.“ Harry und Snape sprachen gleichzeitig die Worte und sagten dann jeder für sich: "Ich, Harry Potter, nehme dich, Severus Snape, zu meinem rechtmäßig angetrauten Ehemann.“ Niemals waren ihm seltsamere Worte über die Lippen gekommen.

Als dann aber auch noch Snape ernst sprach „Ich, Severus Snape, nehme dich, Harry Potter, zu meinem rechtmäßig angetrauten Ehemann.“, wurde es vollkommen absurd. Albus zückte seinen Zauberstab und schwang ihn über ihre vereinten Hände. Ein weißes Band erschien, verband ihre Hände wie bei einem Schwur. Dann verlosch das Licht und sie ließen sich los.

Harry schnappe urplötzlich nach Luft. Gegen seinen Willen sank er auf die Knie, als er sich mit einem Mal so fühlte, als würde ihm jegliche Energie genommen werden. Sofort war Hermine bei ihm und auch Dumbledore war einen Schritt näher getreten. Als er aufsah, bemerkte er Dumbledores besorgten Blick, ebenso auch Hermines, doch die schwarzen Augen starrten ihn beinahe fassungslos an. Was war los?

"Ist das die Teilung seiner Magie?", fragte Hermine die beiden Lehrer. Dumbledore sah kurz zu Snape, dann erklärte er: "Ja und Nein. Es ist üblich, dass ein Sklave ein Gefühl von Schwäche erfährt. Unüblich ist dieses Ausmaß.“ "Was heißt das?", hakte Hermine nach und Harry war froh, dass sie sich erkundigte, er hatte das Gefühl nicht sprechen zu können. "Dass Harry ein ungewöhnlich mächtiger Zauber ist.“ "Und nun ist es Professor Snape", äußerte Hermine feststellend diesen beängstigenden Gedanken, den Harry kaum fassen konnte. "Wenn er es nutzen wollen würde, ja", antwortete Dumbledore. Harry vertraute Snape, aber ihre Historie war keinesfalls von Ebenbürtigkeit oder fairer Behandlung geprägt. Er schloss es nicht aus, dass Snape das tun würde. Es war ein erstickendes Gefühl. Warum fühlte er sich so schwach?

Er blickte hoch zu Snape, der immer noch an derselben Stelle stand wie zuvor. Ihre Blicke kreuzten sich und Harry konnte nicht mal ansatzweise erkennen, was in dem anderen vorging. Sicher war nur, das ihm die neue Situation in irgendeiner Form zu schaffen machte. Harry atmete tief durch, als er plötzlich das dringende Bedürfnis verspürte Snape zu fragen, ob er sich erheben dürfe. Was war das denn?

Auch Snape schien etwas aufzufallen, denn bevor Harry fragen konnte, sagte dieser: "Sie dürfen sich erheben." Und sofort war Harry in der Lage dazu. Hermine stützte ihn, als er hoch kam. Er fühlte sich immer noch etwas wackelig auf den Beinen, aber bei weitem nicht mehr so kraftlos. Dennoch spürte er deutlich, dass ein Teil seiner Magie nicht mehr wirklich zu ihm gehörte. Es war kaum zu begreifen und noch weniger in Worte zu fassen, aber er spürte es bis in seine Fingerspitzen, dass er nicht mehr auf seine ganze Magie zugreifen konnte. Es war ein unfassbar einschüchterndes Gefühl.

"Wie geht es jetzt weiter, Sir?", fragte da Hermine und sah Dumbledore an. "Ich würde vorschlagen, wir setzen uns", sagte der ehemalige Schulleiter und Snape stimmte mit einem Nicken zu. Hermine führte Harry zu einem der Sofas und Dumbledore gab ihm einen Schluck Wasser. Harry war überhaupt nicht in der Lage zu verarbeiten, was hier gerade gesehen war.

"Es wird sicherlich Tumult geben, sobald die Öffentlichkeit erfährt, dass Harry ein Parselmund ist und noch dazu Severus geheiratet hat", äußerte Dumbledore. "Aber erst einmal ist er sicher. Übers Wochenende dürfte es ruhig bleiben. Ich werde gleich eine Kopie der Urkunde ins Ministerium bringen, damit diese auch wirklich dort ankommt. Harry und Severus sollten die Gesetzmäßigkeiten ihres Bundes und ihrer Status übers Wochenende austesten, damit sie wissen, wie es sich verhält." Er sah kurz zu seinen ehemaligen Schülern. "Für den Moment verabschiede ich mich und wünsche eine angenehme Zeit - so angenehm sie sein kann." Er legte Harry eine Hand auf die Schulter und ging zum Kamin.

Hermine nahm das zum Anlass, um auch zu gehen. "Halt durch! Wir sehen uns später!", flüsterte sie ihm ins Ohr, als sie ihn umarmte. Harry sah ihr sehnsuchtsvoll hinterher.

Er blickte zu Snape, der ebenfalls zur Tür gesehen hatte. Harry wollte fragen, was jetzt geschah, doch er konnte nichts sagen. Verwirrt griff er sich an den Hals, atmete erschrocken ein. Er konnte tatsächlich nicht sprechen. Snape sah ihn fragend an und Harry deutete auf seinen Mund. "Sie dürfen sprechen", sagte Snape und Harry war fassungslos, weil er nun tatsächlich fragen konnte: "Was geschieht jetzt?"

Snape schien ebenfalls überrascht von dem Ausmaß des Einflusses des Status zu sein. "Sie dürfen alles sagen und mich fragen, was Sie möchten", ergänzte Snape und Harry war ihm unsagbar dankbar. "Danke, Sir", murmelte er. Dann fragte er: "Ist das denn weiterhin die korrekte Ansprache? Wie muss ich mich überhaupt verhalten? Und was passiert jetzt?"

"Das sind sehr viele Fragen" konstatierte Snape. "Entschuldigen Sie, Sir." Snape winkte ab. "Berechtigte Fragen zweifelsohne, aber ich möchte deren Beantwortung auf morgen früh vertagen. Für heute sollten wir beide ruhen. Reicht Ihnen das Sofa für den Moment?" Harry besah sich die Couch und nickte dann. Er hatte schon an weitaus ungemütlicheren Orten geschlafen.

"Wo finde ich eine Toilette?", fragte er dann. "Im Flur die erste Tür links." Harry wollte sich erheben, doch konnte er es nicht. "Ich kann mich nicht bewegen." Schon wieder sah ihn Snape so durchdringend an. "Sie dürfen sich frei bewegen, wie Sie es für richtig halten“, sagte er dann und Harry spürte sofort, wie der Bann auf seinem Körper brach und er sich erheben konnte.

Harry konnte es nicht glauben, als er das kleine Bad aufsuchte und sich Wasser ins Gesicht spritzte. Er war ein Sklave. Er hatte Snape geheiratet. Und er hatte gedacht mit Voldemorts Vernichtung hatte er den spannendes Teil seines Lebens hinter sich. Aber offenbar lag er falsch. Er benutzte die Toilette, wusch sich im Anschluss die Hände und trat dann zurück ins Wohnzimmer, wo Snape ihm einige Kissen und eine Decke aufs Sofa gelegt hatte, selbst aber bereits verschwunden war.

Harry seufzte und legte sich hin. Schlafen war eine gute Idee. Vielleicht erwachte er ja morgen früh im Gryffindorturm und stellte fest, dass dies alles nur ein verrückter Traum gewesen war.

***

Fortsetzung folgt…

Ich bin so gespannt, was ihr zum Auftakt meiner neuen Geschichte sagt. :-D

Wir lesen uns!
Eure Krissy
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