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Mission SwanQueen (Arbeitstitel)

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 Slash
Böse Königin / Regina Mills Emma Swan OC (Own Character)
30.04.2020
23.10.2020
5
9.197
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Hallo ihr Lieben,

ich habe mal wieder meine alten Sachen durchgesehen und dann das hier gefunden.

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„Beweg sofort deinen Hintern in die Küche!“ Ich brütete gerade über meinen Hausaufgaben für Mathe, als mich die schrille Stimme von Elaine Porter unterbrach. Seufzend klappte ich mein Buch zu und lief in die Küche. Dort saß Mrs. Porter oder, wie ich sie auch zu nennen pflegte, Pflegemutter Nummer 8 und zündete sich gerade eine weitere Zigarette an.

Sie zog einmal daran, pustete den Rauch direkt in mein Gesicht und schaute mich dabei abschätzig an. Vorbei war es mit dem bisher ruhigen Nachmittag. Ich trat einen Schritt zur Seite, damit ich den Rauch nicht mehr direkt abbekam. an „Was ist?“, fragte ich, obwohl ich bereits ahnte, was sie von mir wissen wollte. „Hast du die Einkäufe erledigt?“

Natürlich musste sie mich das fragen. Warum auch, wie jeder normale Mensch, einfach einen Blick in den wieder aufgefüllten Kühlschrank werfen, wenn sie mich doch stattdessen bei den Hausaufgaben stören konnte.

Ich nickte nur und legte ihr das übrig gebliebene Geld auf den Tisch. Es waren nur noch ein paar Dollar übrig. Als ich die zusammengekniffenen Augen meiner Pflegemutter sah, wusste ich, dass diese Unterhaltung für mich kein gutes Ende nehmen würde. „Ist das alles? Wo ist der Rest?“, keifte sie aufgebracht.

Mit zusammengebissenen Zähnen und geballten Fäusten presste ich meine Antwort hervor. „ Welcher Rest? Du weißt wie teuer Lebensmittel sind. Es ist nicht mehr übrig geblieben.“ Wie erwartet folgte wenige Sekunden später eine Ohrfeige. „Du kleine, undankbare Lügnerin.“, schrie Elaine nun und die Vene auf ihrer Stirn pulsierte unschön. „„Wir nehmen dich bei und auf, geben dir ein Zimmer und du wagst es uns zu bestehlen?“

Ich sah sie gleichgültig an und ließ ihre Worte an mir abprallen. „Ich hab kein Geld genommen.“, antwortete ich ruhig. „Mach, dass du in dein Zimmer kommst, bevor ich mich vergesse!“ Ich lächelte dünn. Eine Ohrfeige mehr oder weniger machte auch keinen Unterschied. Dazu hatte ich schon viel Schlimmeres erlebt.

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, drehte ich mich um und verließ die Küche. Während ich die Treppen hoch zu meinem Zimmer lief, konnte ich Elaine von unten noch einmal schreien hören. „Für dich wird es in den nächsten Tagen nichts zu essen geben. Mal sehen, ob dir dann nicht wieder einfällt, wo das übrige Geld geblieben ist.“

Der fiel auch nichts neues mehr ein. Ich knallte meine Zimmertür zu, schloss sie ab und warf mich auf mein Bett. In dem kleinen Dachbodenzimmer war es durch die Hitze der letzten Tage fast schon unerträglich heiß und stickig geworden. Das war mal wieder so vorhersehbar gewesen. Erst musste ich die Einkäufe erledigen, weil die feine Dame keine Lust dazu hatte und dann strich sie mir mal wieder das Essen. Nicht, dass ich von meiner Pflegefamilie noch besonders viel zu essen bekam, aber mir das bisschen noch zu streichen, war einfach pure Schikane.

Ich rollte mich zur Seite und machte mich an dem losen Dielenbrett unter meinem Bett zu schaffen. Kurze Zeit später beförderte ich eine Flasche Wasser und eine angefangene Packung Kekse zutage. Die Jahre im Pflegesystem hatten mich eines gelehrt. Als Pflegekind musste man für sich selbst sorgen und alleine mit seinen Problemen fertig werden können.

Die meisten Pflegefamilien nahmen einen nur des Geldes wegen auf und kümmerten sich ansonsten nicht darum, ob man etwas zu essen bekam oder wie es einem ging. Überhaupt behandelten sie einen wie den letzten Dreck.

Schikanen wie Essensentzug waren da noch harmlos und gehörten zum Alltag. Daher hatte ich mir schon vor Jahren angewöhnt mir immer einen kleinen Vorrat an Lebensmitteln und Wasser anzulegen, damit ich im Notfall zumindest etwas essen konnte. So kam es, dass ich auch jetzt unter dem losen Dielenbrett einige Packungen Kekse, ein paar Flaschen Wasser und etwas Brot versteckte.

Um mir dies aber überhaupt leisten zu können, zweigte ich mir soweit es ging bei jedem Einkauf ein paar Dollar ab. Es waren nie mehr als drei oder vier Dollar, aber es reichte für das Nötigste. Theoretisch hatte Mrs. Porter mit ihrer Anschuldigung nicht mal unrecht, aber mir blieb keine andere Wahl. Nicht, wenn ich ständig damit rechnen musste für unnötige Kleinigkeiten bestraft zu werden. Ich musste schließlich auch etwas essen.

Als ich vor zwei Monaten zu den Porters gekommen war, dachte ich noch, dass sie ganz umgänglich sein würden. Zwar erwarteten sie von mir, dass ich die Einkäufe und einen Großteil der Hausarbeit erledigte, aber sie gaben mir ein eigenes Zimmer und die erste Woche lief ohne Zwischenfälle ab. Nach meiner letzten Pflegefamilie war ich einfach nur froh darüber gewesen, dass ich hier meine Ruhe hatte.

Ich erlaubte mir dem trügerischen Schein der Ruhe zu vertrauen und an eine halbwegs erträgliche Zukunft zu glauben und wurde schlagartig eines Besseren belehrt. An dem Montag in meiner zweiten Woche musste ich für eine wichtige Arbeit in der Schule lernen und vergaß darüber den Einkauf. Eigentlich nichts allzu schlimmes, aber Mr. Porter flippte total aus.

Eine aufgeplatzte Lippe und drei Tage ohne Essen später, wusste ich, dass die Porters nicht besser als die sieben Pflegefamilien vor ihnen waren.

Also lernte ich mich mit der Situation zu arrangieren. Das Leben eines Pflegekindes war die Hölle auf Erden und daran erinnerten mich Elaine und Derek Porter jeden Tag aufs Neue. Die Kekse waren mittlerweile aufgegessen, also knüllte ich die Tüte zusammen und warf sie in den Mülleimer.

Sollte mein Leben wirklich so weiter gehen?

Ich wollte doch nur eine Familie finden, die mich liebte und bei der ich bleiben durfte. War das zu viel verlangt?

Fast eine Stunde lang starrte ich grübelnd die graue Zimmerdecke an, dann fasste ich einen Entschluss. Ich würde noch heute abhauen und dieses verdammte Pflegesystem hinter mir lassen.

Gesagt, getan.

Ich schnappte mir meinen alten Rucksack und packte eilig ein paar Klamotten, meine Vorräte und die wenigen Habseligkeiten, die ich besaß zusammen. Sogar etwas Geld konnte ich noch zusammen kratzen. Anschließend legte ich mich wieder auf mein Bett und wartete.

Bevor die Porters nicht schliefen, war an abhauen nicht zu denken. Ich verbrachte die Zeit damit darüber nachzudenken, wohin ich gehen würde und wie ich unauffällig an Geld kommen konnte.

Es dauerte noch einige Stunden, dann wurde es still im Haus. Die Porters schliefen in ihrem Schlafzimmer und ich konnte nun unbemerkt das Haus verlassen.  
Den Rucksack schulternd, schaute ich mich noch ein letztes Mal in meinem kleinen Zimmer um.

Auf Nimmerwiedersehen Pflegesystem, dachte ich und öffnete die Tür.

Lilafarbener Rauch umhüllte mich und ich verlor das Bewusstsein.

Als ich meine Augen wieder öffnete, war alles weiß. Es schien eine endlose weiße Leere zu sein. Klasse! Ich befand mich in einem weißen nirgendwo und weit und breit war niemand zu sehen. Ein schrecklicher Gedanke kam mir.

War der Rauch, den ich gesehen hatte von einem Feuer gewesen? „Verdammt, ich bin tot!“, rief ich entsetzt. Ich wollte noch nicht tot sein! Nicht jetzt, wenn ich doch endlich das System hinter mir lassen würde.

„Nein, du bist nicht tot.“, antwortete eine Stimme hinter mir.

Mit einem lauten Schrei fuhr ich herum. Mein Schrei blieb mir im Halse stecken, als ich die Person vor mir sah. Eine ältere Frau, mit braunen Haaren, strengen Lippen und ein blaues, reich verziertes Kleid tragend, stand vor mir und sah mich prüfend an. Wo kam die denn auf einmal her?

„Du bist nicht tot.“, wiederholte sie ruhig, als wolle sie sicher gehen, dass ich es auch wirklich verstand. „Würden Sie mir dann bitte verraten, wo zur Hölle ich bin?“, fragte ich so gelassen wie möglich, was bei meinem momentanen nervlichen Zustand eine ziemliche Glanzleistung war.

„Das würdest du zu diesem Zeitpunkt nicht verstehen. Nennen wir es eine Art Zwischenwelt.“, antwortete sie. Ich starrte sie entgeistert an. Wer war diese unheimliche Lady? Womöglich eine Hexe, die mich entführt hatte? Dabei wollte ich doch schon immer mal in einer Zwischenwelt landen.

„Aha, und was mache ich hier?“, fragte ich weiter. Die vermeintliche Hexe lächelte mich an. „Du musst etwas für mich erledigen.“ „Wer sind Sie überhaupt?“ Ich fand, dass ich zumindest das vorher mal wissen sollte. „Mein Name ist Cora. Früher war ich auch als Herzkönigin bekannt.“

Sämtliche Farbe wich aus meinem Gesicht. Herzkönigin? So wie in Wonderland? So wie in „Ab-mit-ihrem-Kopf!“? Das war gar nicht gut. „Du bist Katie, richtig?“ Ganz langsam nickte ich und versuchte dabei nicht allzu panisch zu wirken. Die Frau, die angeblich die Herzkönigin war, kannte meinen Namen, hielt mich in einer Zwischenwelt oder was auch immer das hier sein sollte fest und wollte, dass ich etwas für sie erledigte.

Nur keine Panik.

„Was soll ich denn für Sie erledigen?“, wollte ich wissen. „Du wirst eine Frau namens Regina Mills finden und du musst einen Streit zwischen ihr und einer jungen blonden Frau schlichten. Und du musst dafür sorgen, dass Regina ihre wahre Liebe findet.“

Sprachlos starrte ich sie an. War ich Amor oder eine Partnervermittlung? Wieso sollte ich dieser Regina helfen sich mit dieser Frau zu vertragen und konnte sie sich nicht selbst um ihr Liebesleben kümmern?

„Verraten Sie mir auch wieso ich das machen soll?“, fragte ich skeptisch. „Ich weiß, was du dir schon immer gewünscht hast. Solltest du deine Aufgabe mit Erfolg abschließen, wird dein Wunsch in Erfüllung gehen.“ Meinte die unheimliche Frau das ernst?

Sie würde mir meinen Wunsch eine Familie zu haben, die mich liebte, erfüllen? „Ich werde eine Familie bekommen, bei der ich bleiben darf und die mich liebt?“ Sie nickte. „Aber nur, wenn du Erfolg hast.“ Eines musste man ihr lassen. Sie konnte einen verdammt gut ködern. Andererseits was hatte ich schon zu verlieren.

„Und wo finde ich diese Regina?“. „In Storybrooke.“ „Storybrooke?“ Wo soll denn das sein? „Wie soll ich denn dahin kommen?“ Cora grinste mich an. „Keine Sorge, das erledige ich. Viel Spaß in Storybrooke und denke an deine Aufgabe.“

Plötzlich umhüllte mich wieder dieser lilafarbene Rauch. Es rauschte und mir wurde schwarz vor Augen. „Halt! Woher weiß ich wer diese Regina ist?“, rief ich. Ich konnte wohl kaum eine ganze Stadt absuchen. Aber die gruselige Lady ignorierte mich.

Mit dem Gedanken solche Fragen beim nächsten Mal früher zu stellen, verabschiedete sich mein Bewusstsein ein weiteres Mal.


tbc
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Was meint ihr, soll ich weiter schreiben?  War damals eher ein Nebenprojekt, dass ich wieder verwerfen wollte, aber vielleicht hat es ja Potential.

Ich hoffe euch allen geht es momentan gut. Bei mir ist wegen der Sache mit Corona gerade einiges anders, weswegen ich evtl. auch wieder mehr Zeit zum Schreiben finde. Damit hätte dieses Virus dann zumindest etwas gutes.

Bleibt gesund. Bleibt zuhause.

LG
ANotSoTinYGayHuman
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