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Auf geheimer Mission

von KimBlue
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character) Rita Santos
29.04.2020
29.04.2020
1
1.993
 
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29.04.2020 1.993
 
Einige Landmenschen glauben an Meerjungfrauen, doch Landmenschen können nicht glauben, dass es mehr von uns gibt und es verschiedenen Arten von uns existieren. Nein, es gibt nicht nur die mit den schillernden orangefarbenen Flossen, sondern noch andere Farben.
Es existiert so viel da draußen…


Die Dunkelheit umhüllte sie, jeder Mensch wäre da unten verloren. Denn die Tiefsee verschluckte das Licht wie ein schwarzes Loch. Doch Kate war kein Mensch, kein Taucher der sich verirrt hatte. Nein, sie war eine Tiefseemeerjungrau.
Ihr Fischschwanz hatte eine smaragdgrüne Farbe und ihr Körper war mit roter Kriegsbemalung verziert, begleitet von einem goldenen Schwert.
Wo zum Teufel sind die Anderen vom Schwarm? Langsam wurde sie ungeduldig, denn Unpünktlichkeit sah ihren Kameradinnen garnicht ähnlich. Sie war die Anführerin der Kriegsmeerjungfrauen und hatte die Aufgabe, die Tiefsee von Feinden zu befreien.
Sie konnte sich noch erinnern, als sie noch „zu Hause“ war. Geboren im Mariannengraben, der tiefsten Stelle im Ozean. Dort kommen meist Meerjungfrauen, die ein Kind erwarteten und brachten es zur Welt.
Im Gegensatz zu anderen Meerjungfrauenarten, bleiben die Eltern nicht bei ihren Kindern und ziehen sie auf. Nein, sie werden geboren und müssen innerhalb kurzer Zeit den Schwarm finden. Dort müssen sie alles lernen was sie für ihr Leben brauchen und danach müssen sie sich einer speziellen Aufgabe verpflichten. Entweder die Grenzen zu anderen Erdplatten bewachen, den Meeresgrund warten oder sie treten den Kriegsmeerjungfrauen bei.
Tiefseemeerjungfrauen dürfen nur um Luft zu holen und ansonsten in Ausnahmefällen zu den oberen Schichten des Ozeans vordringen, ansonsten ist jeglicher Kontakt zur Oberfläche strengstens verboten. Deswegen zweifelten andere Meerjungfrauenarten an die Existenz der Tiefseemeerjungfrauen. Sich selbst davon überzeugen können sie nicht, denn ihre Körper und Veranlagung sind für die Tiefe nicht geeignet. Wenn die mittlere Ozeanschicht durchquert wurde, kann es tödlich ausgehen.
Bei Meerjungfrauen in der Tiefe gibt es keine verschiedene Schwärme. Es zählt jede, die eine Tiefseemeerjungfrau ist zum selben Schwarm, egal welche Herkunft.
Die Aufgaben von einer Kriegermeerjungfrau ist es Streife zu schwimmen und nach Eindringlingen und Feinden Ausschau zu halten, sich selbstständig Waffen zu besorgen und auch gegen die Feinde zu kämpfen.
Auch die Fähigkeiten unterscheiden sich deutlich von anderen Meerjungfrauen. Denn die Kräfte sind mehr erdgebunden. Das heißt: Jede Tiefseemeerjungfrau kann Erde, Sand und Steine bewegen. Weitere Besonderheiten teilen sich auf: zum Beispiel die Fähigkeit Pflanzen wachsen zu lassen oder die Fähigkeit Metall zu kontrollieren oder die besondere seltene Form: Magmakinese.
Kate hatte die Fähigkeit Pflanzen wachsen zu lassen. Auf der einen Seite sinnvoll, denn bei einer Begegnung mit einem Tintenfischhai kann man sich mit Seegras überwachsen lassen und es als Versteck oder Tarnung benutzen. Auf der anderen Seite fand sie es öde, denn viele ihrer Kameradinnen hielten sie manchmal für ihre persönliche Gärtnerin und wollten unbedingt Pflanzen aus dem Boden sprießen lassen.
In Gedanken versunken schwamm Kate das gesamte Gebiet ab, um sicherzustellen dass dies der richtige Treffpunkt ist. Doch von ihren Kameradinnen keine Spur.
Das heißt nichts Gutes! Entweder wurden sie angegriffen, sich verirrt oder schlimmeres: Sie liegen gerade im Sterben und ich bin hier und weiß nicht wo sie sind!
Sie schwamm und schwamm, doch keine einzige Meerjungfrau war zu sehen. Kate schnaufte und hielt inne, schließlich musste sie die Luft klug einteilen. Denn für erneutes Auftauchen oder sich eine Höhle zu suchen hatte sie nicht die Zeit.
Also sank sie erschöpft zum Grund und vergrub ihre Flosse im weichen Schlamm. Sie hob ihr Schwert an und betrachtete ihr Spiegelbild: Eine Meerjungfrau mit langen dunklen Haaren, Sommersprossen und grünen Augen blickte sie an. Ihr Blick fiel als nächstes auf ihre rote Bemalung. Kriegsmeerjungfrauen trugen während dem Dienst in Gesicht, Arme und Oberkörper wellenartige Zeichnungen. Sie trugen ebenfalls zum Teil Rüstungen und Waffen bei sich. Welche Waffen man trug, entscheiden die Meerjungfrauen selbst. Doch die meisten griffen auf Schwert oder ein Art Dreizack zurück.
Plötzlich fing hinter ihr ein violettes Licht an zu erscheinen. Kate fuhr herum und erblickte eine kleine Qualle die an ihr friedlich vorbeischwamm. Ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen. Denn das waren die kleinen Momente, die ihr Leben in der Tiefsee wieder erhellten und erwärmten.
Dann eine Berührung. Vor Schreck begann Kate zu erstarren und schloss die Augen. Dann wieder eine Berührung, doch diesmal fester. Sie blickte zu Boden: Wenn ich schnell genug bin, dann kann mich im Sand vergraben und einfach davonkriechen.
Jetzt spürte sie Blubberblasen gegen ihren Rücken peitschen. Schlagartig drehte sie sich um und erblickte eine Meerjungfrau, sie zeigte nach oben und schon ließ sie sich zur Oberfläche treiben.
Mit verwirrter Miene folgte Kate der Meerjungfrau und schwamm nach oben. Von Ozeanschicht zu Ozeanschicht wurde es heller und immer mehr Licht füllte das Meer bis sie zu der Oberfläche kamen und es nur noch von Farben und Lichtern überflutet wurde. Kate brauchte etwas, damit ihre Augen sich an das Licht gewöhnen konnte.
Sie waren mitten im Ozean aufgetaucht und sie waren nicht alleine. Es waren andere Meerjungfrauen und Seehunde versammelt.
Etwa der Meerjungfrauenrat?
Auch andere Meerjungfrauen von der Tiefsee sind dazugestoßen und blickten die zwei Nachzügler erwartungsvoll an.
Dann wandte sich eine von den anderen älteren Meerjungfrauen zum Reden: „Schön, dass ihr alle kommen konntet!“
„Ich hab euch etwas mitzuteilen: Denn ich brauche eure Hilfe von euch allen. Vor einiger Zeit gerieten immer mehr Schiffe in unnatürlich starke Stürme oder verschwanden komplett. Wir vermuten, dass Sirenen dahinterstecken, ehemalige Schwestern die sich gegen uns gewandt haben und auch vermutlich mit Meermännern oder anderen Feinden kooperieren. Eine Idee von mir wäre, dass wir von nun an zusammenarbeiten und an Land gehen um in Sicherheit uns auf einen möglichen Kampf vorbeireiten!“
„Wir wären da raus!“ flüsterte Kate einer anderen Meerjungfrau zu. „Uns ist es nicht erlaubt an die Oberfläche zu gehen und erst recht nicht an Land!“
Offensichtlich hatte die ältere Meerjungfrau ein feines Gehör, sie blickte Kate mit einem beschwichtigenden Lächeln an: „Es handelt sich um eine Ausnahme, dass heißt ich brauche auch die Hilfe von Tiefseemeerjungfrauen. Da du die Anführerin von den Kriegerinnen bist, Kate habe ich mir überlegt, dass du vielleicht die Mission übernehmen könntest!“
Kate runzelte verwirrt die Stirn: „Wieso? Ich meine, immerhin dürfen Tiefseemeerjungfrauen nicht an die Oberfläche. Wie kommt dann der Meerjungfrauenrat auf die Idee, ich bin für die Aufgabe gewachsen?“
„Weil du genügend Erfahrungen in Kriegskunst und Selbstverteidigung hast um den anderen Meerjungfrauen genügend Sicherheit mitgeben kannst für den Fall!“ antwortete die Meerjungfrau.
Die Tiefseemeerjungfrau nickte: „Na schön, meine Mädchen sind alle ausgebildet wir stehen dem Meerjungfrauenrat jederzeit zur Verfügung!“
Die Andere machte einen verwirrten Eindruck: „Nun ja. Ich dachte mir, dass du mit den anderen Meereswesen zusammenarbeitest!“
„Mit anderen Wesen? Wie denn?“
„Es existieren auch Meerjungfrauen in den oberen Ozeanschichten, es gibt auch Meerjungfrauen die im Süßwasser leben, Landmenschen die für die Kommunikation mit uns bestimmt sind und Menschen, die sich bei Wasserkontakt in Seehunde verwandeln!“
„Moment mal!“ begann Kate „Es gibt Landmenschen, die von unserer Existenz wissen. Wie kann das sein?“
„Man bezeichnet sie als Wassernymphen. Sie sehen zwar aus wie gewöhnliche Landmenschen. Können aber mit Meerestieren unterhalten und übermitteln Botschaften für uns, sie geben uns genauso Informationen was an Land so geschieht!“ erklärte die ältere Meerjungfrau. „Ich dachte mir, dass du vielleicht eine von deiner Truppe mitnimmst und ich suche mir eine Meerjungfrau von meinem Schwarm aus!“
„Zu dritt die Welt retten, na toll!“ Kate rollte mit den Augen. Sie mochte es sich garnicht erst vorstellen wie das funktionieren soll. Immerhin kann eine Sirene stärker sein als drei Meerjungfrauen zusammen.
„Oh nein, das wäre viel zu gefährlich!“ gab die Andere zu. „ Ich dachte so an eine bunt gemischte Truppe mit zwei Tiefseemeerjungfrauen, einer von meinem Schwarm, einer Süßwassermeerjungfrau, einer Meernymphe und einem Selkie!“
„Kommt überhaupt nicht in Frage!“ ertönte es aus Kate und versuchte die Worte so hart wie möglich auszusprechen.
„Verzeih bitte ihr stürmisches Gemüt, Veridia!“ entschuldigte sich eine Vorsitzende von den Tiefseemeerjungfrauen. „Ich stimme dir vollkommen zu, wir sollten das auf jeden Fall so durchführen. Immerhin kann Kate den anderen zeigen wie man kämpft und sich verteidigen kann!“ sie blickte zu ihr. „und Kate kann im Gegenzug von den anderen viel lernen!“
Veridia nickte knapp, dann wandte sie sich wieder an Kate: „Ich vertraue dir die Aufgabe an weil ich weiß, dass du den Meerjungfrauen nützlich bist und weil du das Potential hast die Welt zu retten. Das Schicksal liegt in deinen Händen. Während du die Anderen auf die entscheidende Aufgabe vorbereitest, wirst du mit ihnen bei einer guten Freundin von mir leben. Sie weiß bereits Bescheid, sie lebt an Land doch ihr Haus hat einen Unterwasserzugang!“


Kate war verwirrt, auf der einen Seite fühlte sie sich geehrt und war froh die Tiefsee verlassen zu dürfen, auf der anderen Seite war sie skeptisch. Wie sollte sie die anderen „Wesen“ in Kriegern verwandeln können. Schließlich haben die Meerjungfrauen unterschiedliche Ideologien. Wie sollte es dann bei den Nymphen und Selkies aussehen?
Ich müsste erstmal alle auf den selben Stand bringen bevor es ansatzweise zur Kriegskunst gehen kann!
Kate hatte nicht viel Erfahrungen im unterrichten. Entweder konnten die neu zugestoßenen Kriegerinnen kämpfen oder sie konnten es nicht und sie sortierte dann die „Ungeeigneten“ aus.
Sie schwamm näher an die Küste und tauchte kurz auf. Irgendwo müsste es doch zum Unterwasserzugang führen, nur wo? Sie blickte sich kurz um und schwamm in einen kleinen Kanal.
Die Wahrscheinlichkeit dort einen Zugang zu einem gewöhnlichen Haus zu finden war deutlich höher. Es sei denn die Frau lebt direkt an der Küste!

„Na, du hast dir aber Zeit gelassen!“ wurde Kate von einem lächelnden Mädchen mit stark gebräunter Haut und schwarzen Haaren begrüßt.
„Seid ihr schon da?“ fragte Kate ganz perplex, versuchte aber die Ruhe zu bewahren.
„Natürlich!“ kam die Antwort. „Wir haben dich bereits erwartet. Ich bin übrigens Seychelle und du bist?“
„Kate!“ antwortete die Meerjungfrau kurz und knapp.
„Wahnsinn!“ staunte das Mädchen und blickte Kates Fischschwanz an. „Du bist also wirklich eine Tiefseemeerjungfrau. Ich dachte die gibt es nur in Legenden!“
„Sehe ich aus, als wäre ich nicht real?“ entgegnete Kate schnippisch. „Also bitte ich hoffe mal, dass du keinen Ohnmachtsanfall bekommst!“
Seychelle lächelte schwach, offenbar war sie von Kates Ansage nicht gerade beeindruckt: „Ich bin eine Nymphe. Das heißt, ich habe keinen Fischschwanz im Wasser, leider!“
„Das will ich auch hoffen!“ antwortete Kate und stemmte sich aus dem Wasser.
Seychelle eilte schnell aus dem Gang: „Ich werde mal den Anderen Bescheid sagen!“
„Hey, Mädchen! Kate ist hier!“
Das fängt ja toll an! Dachte sich Kate und versuchte die Feuchtigkeit aus ihrem Fischschwanz zu entziehen, doch leider hatte sie so eine Fähigkeit nicht, zwar hatte sie auch Wasserfähigkeiten. Doch diese waren um einiges schwächer als bei den Meerjungfrauen in den oberen Ozeanschichten.
Vor Enttäuschung lies sie sich zurück ins Wasser plumpsen.
Ich muss weg! Dachte sich und entfernte sich von dem schrecklichen Ort.

Kate brauchte einfach ihre Ruhe und Zeit um mit der Situation klar zu kommen, sie hatte sich die Begegnung ganz anders vorgestellt. Eigentlich hatte sie sich erhofft, dass sie ausschließlich nur mit Meerjungfrauen zu tun haben wird, doch da hatte sie sich getäuscht.
Wie soll ich denn einer Meernymphe und einen Selkie beibringen, wie man gegen Sirenen kämpft? Sie verfügen nicht mal über Wasserfähigkeiten! Sie haben keine Ahnung was da draußen vor sich geht!
Kate fuhr herum, sie hatte das Gefühl, als folgte ihr jemand. Tatsächlich die Meernymphe und ein Seehund und die anderen Meerjungfrauen kamen direkt auf sie zu. Kate rollte mit den Augen und tauchte zusammen mit den Anderen auf.
„Versuchst du dich aus dem Staub zu machen?“ fragte Seychelle belustigt.
„Kate wir brauchen dich!“ flehte eine weitere Tiefseemeerjungfrau sie an. Kate erkannte sie sofort, es war Taylor gewesen. Taylor strich sich eine hellbraune Strähne hinter ihr Ohr.
„Taylor, du bist auch hier?“
„Ich habe die gleiche Aufgabe wie du!“ antwortete Kates Freundin. „Wir müssen die Anderen unterrichten, dafür brauchen wir dich. Bitte Kate, wir brauchen dich. Keiner hat so viel Kampferfahrung wie du!“
Kate gab sich geschlagen: „Na schön. Aber ich unterrichte nur. Kommt ja nicht auf die Idee, dass ich mich mit euch sonst noch abgeben werde!“
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