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Loyalität und Liebe

von Reader313
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
Little Creek Rain Spirit
29.04.2020
11.07.2020
8
10.038
 
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08.05.2020 825
 
Mittlerweile war ich zwei Jahre alt. Meine Beziehung zu meinem menschlichen Freund wuchs und entwickelte sich. Bald war die Verbindung, die wir aufbauten so stark, dass er nur nach mir pfeifen musste. Sofort war ich vor Ort, egal wo er war und hilf ihm mit allem, was er brauchte. Little Creek war ein charismatischer Abenteurer und natürlich verbrachten wir häufig unsere Zeit damit, die offenen Lande zu erkunden und zu reiten. Mein Leben war friedlich, unbeschwert und glücklich. Trotz der Tatsache, dass ich beide meiner Eltern schon sehr jung verloren hatte, hatte ich einen Freund und Beschützer gefunden. Ich liebte Little Creek wie sonst niemanden und meine Loyalität gehörte ganz ihm. Er wiederum verehrte und verwöhnte mich mit viel Zuneigung und Freundlichkeit. Manchmal sagten andere Menschen meinem Besitzer, viel zu sehr in mich verliebt zu sein. Dass keine Frau seiner geschätzten Stute nahe kommen würde. Die anderen Pferde, die im Dorf lebten scherzten auch, dass meine Beziehung zu Little Creek manchmal viel zu seltsam und unnatürlich war. Andererseits waren die meisten von ihnen schon immer etwas vorsichtig gegenüber Menschen und würden sich niemals erlauben, ihren eigenen zweibeinigen Freunden so nahe zu sein. Sie wussten nicht, wie viel Little Creek für mich getan hatte. Ohne ihn wäre ich wohl nur noch ein Schatten meiner selbst und hätte mich meiner Mutter angeschlossen. Ich habe ihm voll und ganz vertraut.

So wie ich mich um meinen Besitzer kümmerte und ihn schätzte, so sehr liebte ich auch meine Umgebung . Das Lakota Dorf war meine Heimat. Ich mochte dort besonders die kleinen, sprudelnden und energiegeladenen Menschen, die Kinder. Die anderen Hauspferde, die unter uns lebten, waren meine guten Freunde geworden. Es gab ein paar Hengste, die sich für mich interessierten und ihr Bestes gaben, um mich zu beeindrucken. Aber ich war nie daran interessiert, was sie zu bieten hatten. Ich glaubte, dass ich noch viel zu jung war, um ihre Bemühungen überhaupt als schmeichelhaft anzusehen.

Im vierten Jahr seit meiner Geburt kehrte ich gerade von einem sehr entspannten Spaziergang zurück und hatte mich den anderen Lakota-Pferden angeschlossen und begann, in dem üppigen Gras zu grasen. Die Pferde begrüßten mich mit einem sanften Schnauben und ich erwiderte ein anerkennendes Lächeln. Sie freuten sich immer, mich zu sehen ... vor allem  die Hengste.

Ich soll das schönste Pferd im Dorf gewesen sein und obwohl ich nie eitel wegen meines Aussehens war, war ich mir dessen jedoch sehr bewusst. Ich hatte das schöne Fell meiner Mutter und die blauen Kristallaugen meines Vaters geerbt, was bei einem Pferd eine Seltenheit war. Kurz gesagt, ich sah sehr gut aus und das war eine großartige Waffe für eine Stute. Darüber hinaus wurde ich von jedem Pferd in diesem Dorf sehr respektiert. Ich war zu Hause, entspannt und glücklich. Insbesondere standen mir ein dunkelgrauer Hengst namens Great Conquest und eine schöne Kastanienstute namens Dawn nahe. Die beiden sind etwa gleich alt wie ich und wir sind zusammen aufgewachsen.

Great Conquest wurde hauptsächlich als Kriegspferd für unseren Stamm eingesetzt. Er war als kleines Hengstfohlen aus einer wilden Mustangherde zu uns gekommen, Dawn jedoch wurde wie ich im Dorf geboren. Und ja, sie wurde Dawn genannt, weil ihre Mutter sie im frühen Morgengrauen zur Welt brachte.

Ich war wirklich gut mit den beiden befreundet. Dawn war immer so kontaktfreudig und neugierig, während Great Conquest, obwohl verantwortlich und stark, eine sehr liebenswürdige und lebenslustige Seite hatte.

Das Leben im Dorf war wunderbar für mich. Ich liebte es und beneidete nie die wilden Mustangs, welche frei die Wildnis durchstreiften. Für mich war Freiheit und Glück hier mit Little Creek, mit seinen Freunden, Conquest, Dawn und dem ganzen Stamm.

Im Lager war normalerweise alles gleich: Friedlich, angenehm, unbeschwert und sicher. Manchmal gab es jedoch versuchte Angriffe von Kavalleristen oder anderen Stämmen auf uns. Dann ritten die Kriegspferde zusammen mit ihren Reiterkriegern aus, um ihre Feinde zu besiegen. Ich blieb normalerweise wegen meines jungen Alters und meiner Unerfahrenheit zurück, ebenso wie mein Besitzer Little Creek. Das bedeutete aber nicht, dass wir nicht entschlossen waren, an diesen Angelegenheiten teilzunehmen und unser Heimatland zu verteidigen. Wir hatten einfach nie die Gelegenheit, unseren Mut, unsere Stärke, unser Können, unsere Leidenschaft und unsere Ehre unter Beweis zu stellen .

Ich wusste nicht, dass mein Besitzer und ich bald auf eine Mission gehen würden. Eine Mission, die sich als schicksalhaft erweisen könnte.

Ich weidete weiter zusammen mit meinen Freunden, als eine Frühsommerbrise an mir vorbei wehte und mich der angenehme Duft blühender Blumen erreichte. Es war in der Tat ein angenehmer Tag ... obwohl Little Creek und ich nicht viel Zeit miteinander verbringen konnten. Ich sah auf, um mich nach ihm umzusehen. Er war gerade damit beschäftigt, den Nachbarn bei der Herstellung neuer Zelte und anderer Vorräte für die Saison zu helfen.

So oder so war ich zufrieden und fühlte mich wohl ... es könnte nicht besser für mich werden. Ich lächelte und senkte meinen Kopf wieder.

Völlig unbewusst, dass sich mein Leben auf sehr widersprüchliche Weise ändern würde.
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