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GeschichteFamilie, Horror / P16 Slash
Alpha Judith Grimes Lydia Negan OC (Own Character) Paul "Jesus" Rovia
28.04.2020
22.09.2020
25
93.206
3
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16.09.2020 4.212
 
Holly und ein paar andere sattelten ihre Pferde und ritten in Richtung Tor. Langsam lief ich neben Hollys Pferd her und sie sah zu mir hinunter.
,,Dieses Mal kein: ,Ich komme mit egal was ihr sagt´?”, fragte sie erstaunt. Entschlossen schüttelte ich den Kopf. ,,Dieses Mal nicht. Ich bleibe hier, ruhe mich etwas aus und bereite mich und die Leute auf den nächsten Angriff vor.”, verteidigte ich mich automatisch. Sie lächelte mich an.
,,War nicht böse gemeint....” Bradley winkte mir vom Tor zu. Herzlich winkte ich zurück.
,,Mach bitte das Tor auf!”, rief ich ihm zu. Salutierend machte er sich daran die Tore zu öffnen.
,,Also...”, fing ich an und Holly unterbrach mich. ,,Wir werden sie finden und hoffentlich noch mehr von denen, die nicht wissen wohin mit sich.” Bestätigend nickte ich und Holly richtete ihren Blick wieder nach vorne.
,,Natürlich. Bring einfach jeden mit, den ihr findet. Wir werden Platz finden.”, unterstützte ich sie und auf einmal lächelte sie breit.
,,Sie mal, vielleicht müssen wir doch nicht los.”, schmunzelte sie und wies mit ihrem Kopf nach vorne. Aufmerksam folgte ich ihrer Bewegung und sah aus dem Tor. Direkt vor dem Tor standen Ezekiel und Daryl, hinter sich die Kinder. Judith, Josh und die anderen aus Hilltop, deren Namen ich nicht kannte.
,,Ich hoffe es war für dich in Ordnung sie hier herzuführen? Ich wusste keinen anderen sicheren Ort.” Jack trat hinter Daryl hervor und musterte Holly. Dadurch, dass ich leicht hinter ihrem Pferd stand sah er mich anscheinend an. Vor Freude jubelte ich auf. Holly musste lachen.
,,Vielleicht fragst du sie selber.”, bemerkte sie und ich machte einen Schritt vor. Mein Blick lag mehr auf den Kindern und ich machte eine einladene Handbewegung.
,,Kommt alle herein, natürlich könnt ihr hierbleiben. Holly, bringst du sie ins Gemeinschaftshaus, sie werden Hunger haben.” Fröhlich sprang Holly vom Pferd und die Kinder rannten laut jubelnd durch das Tor und klammerten sich an Holly.
,,Mamaaaa.” Josh rannte auf mich zu und ich schloss ihn glücklich in meine Arme. ,,Hey mein Schatz, ich bin so froh dich zu sehen.” Er drückte mich fest. ,,Ich auch Mama. Wir mussten weggehen, weil Hilltop komplett gebrannt hat. Wir haben uns versteckt und Earl ist gestorben. Daryl, Jack und der König haben uns dann gefunden.”, berichtete er mir schnell und betrachtete mich fragend. ,,Aber Mama, was ist mit dir passiert?” Ich löste mich aus der Umarmung und lächelte ihn sanft an.
,,Nur eine kleine Verletzung, ich erzähl dir später was passiert ist. Jetzt gehe aber mit Holly mit.” Gehorsam sprintete er den anderen Kindern hinterher und ich sah ihm seufzend nach.
,,Sky?” Jack stand plötzlich neben mir. Aufmerksam drehte ich mich zu ihm um und er betrachtete mich schweigend. Vorsichtig nahm er mein Gesicht in seine Hände und sah mir besorgt in mein gesundes Auge.
,,Ich bin so froh dich zu sehen.”, flüsterte er und küsste mich. Zaghaft erwiderte ich den Kuss und er  fuhr zaghaft über den Verband. Unwillkürlich zuckte ich zurück.
,,Was ist passiert?”, wollte er wissen.  Aus den Augenwinkeln bemerkte ich, wie Daryl und Ezekiel näher kamen und die gleiche Frage hatte. Schwer seufzte ich aus und heftete meinen Blick auf meine Füße.
,,Ich weiß, ich hätte mich nicht alleine durch Hilltop bewegen sollen. Aber konnte ich ahnen, dass sie uns anzünden wollen?” Leicht verärgert legte Jack mir seinen Zeigefinger auf die Lippen. ,,Sky, ich will keine Rechtfertigung von dir hören, die kannst nichts dafür. Du hast das getan, was du tun musstest. Sag mir was passiert ist.” Ein Kloß bildete sich in meinem Hals. Ezekiel kam auf mich zu und legte mir eine Hand auf die Schulter. Aufmuntert lächelte er mich an, doch irgendwie ließ mich das nur noch schlechter fühlen.
,,Ich bin als ich aus der Krankenstation kam, auf Michonne gestoßen, die mich zu den Kindern und Earl geschickt hat. Auf dem Weg dahin bin ich auf Negan gestoßen. Er wollte versuchen mir zu erklären, warum er das alles tut, aber ich war so sauer und wollte ihn umbringen. Er hat mich so unglaublich wütend gemacht. Nun ja, ich war stark geschwächt und hatte keine Chance mehr, als er ungehalten wurde. Ende der Geschichte, er hat mir mein Auge ausgestochen.” Bedrückt wandte ich mich ab. Tröstend nahm Jack mich in den Arm und Daryl fuchtelte mit seiner Armbrust herum.
,,Wenn ich dieses Arschloch erwische, kann er sich auf etwas gefasst machen.”, fluchte er und machte sich auf den Rückweg zum Tor. Jack fuhr mir durch die Haare und ich lehnte mein Kinn auf seine Schulter.
,,Weißt du was mich an dem ganzen so unendlich frustriert? Nicht mal, dass ich ein Auge weniger habe, dass auch aber nicht hauptsächlich. Was mich wirklich frustriert ist, dass es mein eigener Vater war. Jemand, dem ich eine neue Chance gegeben habe und sie komplett in den Wind geschossen hat.”, schluchzte ich und krallte mich an ihm fest. ,,Ich fühle mich unglaublich verraten.” Er zog sich aus meiner  Umarmung und hielt mir vor sich. Voller Zuneigung sah er mir in die Augen. Sanft wischte er mir die Tränen aus dem Gesicht.
,,Ich kann es verstehen. Und glaube mir, er wird seine gerechte Strafe dafür erhalten. Das verspreche ich dir.”, erwiderte er eindringlich und ich zog schniefend meine Nase hoch. Er drückte mir einen Kuss auf die Wange.
,,Komm, wir kümmern uns mit um die Kleinen, einige Eltern sind verschollen. Nachher setzten wir uns hin und  überlegen, was als nächstes ansteht und was wir machen müssen.” Mich beherrschend nickte ich und verschränkte meine Hand in seiner. Liebevoll zwinkerte er mir zu.
,,Wahre Schönheit enstellt nichts.”, flüsterte er mir zu und ich musste lachen.
,,Du schaffst es auch, dass Dinge immer halb so schlimm klingen wie sie eigentlich sind.”

,,Aber Sky, was ist denn jetzt mit Mama?” Die kleine Ayleen lag vor mir und lugte unter der Bettdecke hervor. Seufzend setzte ich mich neben sie auf die Matratze.
,,Weißt du, Mama wird irgendwo da draußen sein, weil es in Hilltop so gefährlich war. Sie wird einen sicheren Ort suchen, bis sie wiederkommen kann. Wir gehen morgen nach ihr suchen okay?” Verängstigt nickte sie und kuschelte sich in ihre Decke. Ihr Anblick gab mir einen kleinen Stich ins Herz.
,,Gute Nacht Sky.”, wünschte sie mir und ich strich ihr die Haare aus der Stirn. Kurz sah ich mich um, denn neben Ayleen lagen noch fünf andere Kinder im Raum.
,,Ich wünsche euch auch eine schöne Nacht. Macht euch keine Sorgen, hier passiert euch nichts. Und morgen suchen wir weiter nach euren Eltern.”, versprach ich ihnen und stand auf. ,,Gute Nacht Sky.”, kam es aus allen Richtungen und ich schlich mich zur Tür. Im Türrahmen begegnete mir Ezekiel.
,,Gibt es was, worauf ich achten soll?”, hakte er nach. Überlegend kratzte ich mich am Kopf. ,,Eigentlich nicht. Sitze einfach mit drin, sie haben eine schlimme Nacht hinter sich. Danke dir schon mal, falls was ist, ich bin noch kurz im Büro und dann in meinem Haus.”
,,Wir sehen uns.”, verabschiedete er sich und zog die Tür hinter sich zu. Müde begab ich mich ein Stockwerk tiefer in mein Büro, indem schon Jack und Holly auf mich warteten. Geschafft stützte ich mich mit meinen Händen auf den ehemaligen Schreibtisch von James, der leergeräumt war.
,,Josh ist auch im Bett. Ich soll dir gute Nacht sagen.”, übermittelte er mir und ich schmunzelte.
,,Die anderen Kinder sind jetzt auch im Bett, Ezekiel sitzt bei ihnen. Soweit ist alles in Ordnung.”, erzählte ich ihm und ich setzte mich auf den Schreibtischstuhl. ,,So. Wir müssen überlegen, was wir als nächstes tun.”, murmelte ich und meine Kopfschmerzen machten sich wieder bemerkbar, wenn auch nur leicht. Holly schürzte ihre Lippen und Jack atmete tief ein.
,,Als erstes sollten wir morgen noch einmal ein paar Einheiten rauschicken, in der Hoffnung ein paar Leute zu finden. Vielleicht reiten sie dann auch mal nach Alexandria, die werden aller Wahrscheinlichkeit auch ein paar aufgenommen haben.” Bestätigend nickte ich und lief zu meinem Schreibtisch, um mir einen Stift und Papier zu angeln. Kurz überlegend schrieb ich sechs Namen auf und reichte den Zettel Jack.
,,Bradley, Clemens, Haylie, Lousia, Liane und Brian werden das übernehmen. Liane wird die Leitung der Kleingruppe übernehmen.”, legte ich fest. Er faltete den Zettel und steckte ihn in seine Hosentasche.
,,Okay, ich werde ihnen das morgen mitteilen. Dann noch etwas.”, knüpfte er weiter an. ,,Wir müssen jederzeit auf einen neuen Angriff der Flüsterter bereit sein. Sie werden merken, dass sie in Hilltop wesentlich wenige erreicht haben als sie geplant haben.” Anstrengt schloss ich meine Augen. ,,Ich weiß. Und ich weiß nicht, ob wir stark genug für einen zweiten Angriff sein.”, bezweifelte ich. Aufmerksam sah Holly zwischen uns beiden her. Jack kratzte sich am Hals und runzelte seine Stirn.
,,Nicht, wenn wir sie darauf vorbereiten. Klar, die letzte Nacht war hart, aber wir waren nicht wirklich vorbereitet. Ich schlage vor, dass wir feste Gruppen bilden, die feste Aufgaben haben und sie vorher mit ihnen trainieren, damit kein Chaos entsteht.”, schlug er vor und nachdenklich betrachtete ich ihn. Dabei klickte ich mit dem Stift.
,,Die Idee ist großartig. Hast du eine Wunschgruppe oder Postion, die du übernehmen möchtest?” Verhemmend schüttelte Jack den Kopf. ,,Nein, aber das entscheidet sich ja eh erst wenn die Gruppen feststehen.”, erwiderte er. Verstehend nickte ich. ,,Dann übernehme ich das Einteilen in die Gruppen okay? Ich muss bloß darauf achten, dass ich sie gleich stark einteile.”, sprach ich mit mir selber und begann damit zu schreiben. Neugierig sah Jack mir über die Schulter. Holly räusperte sich. Verwundert sahen wir zu ihr und sie musste lachen.
,,Ja, ich bin auch noch da. Aber darum geht es nicht, ich wollte nur etwas sagen.” Verlegen senkte sie ihren Blick und musterte den Boden. ,,Es geht um gestern. Genauer gesagt um dich Jack. Ich fand es echt beeindruckend, wie schnell auf die ganze Situation reagiert hast und sofort einen Plan entwickelt hast. Wie du gleich eine Verteidigungsstrategie überlegt hast und ganz Starlake geleitet hast, wozu ich in dem Moment nicht in der Lage war. Mir ist auch aufgefallen, dass ihr beide das absolut perfekte Team seid. Ich dachte immer, das wären James und Sky, aber du hast mich positiv überrascht. Du und Sky, ihr seid wie die andere Hälfte des anderen. Ihr seid die Anführer, die Starlake braucht in so einer Notlage. Auch die Harmonie zwischen euch beiden, alles ist perfekt. Daher will ich eigentlich nur eins.” Jetzt wanderte ihr Blick zu mir und sie trat einen Schritt zurück.
,,Sky, ich trete von meiner Stelle als zweite Anführerin von Starlake zurück und überlasse diesen Posten Jack.”, bot sie ihm an. Überrascht und überfordert betrachtete ich Jack und sagte nichts. Mit großen Augen musterte er Holly und machte einen Schritt auf sie zu.
,,Holly, du bist aber auch perfekt als Anführerin geeignet. Sky kann sich glücklich schätzen, so eine kompetente und vertrauensvolle Person neben sich zu haben. Außerdem werde ich als Anführer nicht in frage kommen als ehemaliger Wisperer. Es sollte jemand sein, zu dem alle aufsehen und nicht immer einen Gegner sehen." Nun wandten sich beide an mich. Ratlos zuckte ich mit den Schultern.
,,Ihr seid beide Leute, bin denen ich gerne zusammenarbeite. Und Jack, ich glaube du hast in der Zwischenzeit mehr als genug bewiesen, dass du kein Maskierter mehr bist. Und im Namen von Starlake sage ich dir, dass jeder davon überzeugt ist, dass deine Treue uns gilt. Wenn mich nicht alles täuscht, hast du nach gestern viele neue Anhänger gewonnen. Aber ich will dich nicht überreden. Holly bietet dir ihre Position an, entscheiden musst du selber. Ich kann nur sagen, dass ich mich riesig freuen würde, dich als zweiten Anführer begrüßen zu dürfen.", lächelte ich ihm zu. Nicht wissend wie er damit umgehen sollte fuhr er sich durch die Haare.
,,Seid mir nicht böse, aber ich würde es gerne eine Nacht überdenken wollen. Schließlich ist damit eine große Verantwortung verbunden, noch mehr in der nächsten Zeit.", bat er und ich nickte ihm ermunternd zu.  Gähnend stand ich auf und streckte mich.
,,Kann ich nachvollziehen. Wir sprechen dann morgen noch einmal darüber. Ich gehe kurz hoch nach Ezekiel sehen. Gute Nacht.", verabschiedete mich und schlich leise die Treppe in das erste Stockwerk hoch. Erstaunt bemerkte ich wie die Tür angelehnt war und schaute vorsichtig hinein. Ezekiel saß mit einem Jungen im Schoss in der hintersten Ecke und las ihm leise ein Buch vor. Wehmütig fing ich an zu lächeln. Das Bild was sich mir bot war einfach zu süß. Nur schwer riss ich mich wieder los und schlich zurück nach unten. Holly und Jack waren schon weg, deswegen beschloss ich mich ebenfalls dazu, mich auf dem Weg nach Hause zu machen. Fünf Minuten später stand ich in unserer Küche. Seufzend setzte ich mich auf den Küchenstuhl und lauschte. Es war mucksmäuschenstill im ganzen Haus. Unbewusst schloss ich meine Augen und gähnte.
,,Mama?", hörte ich auf einmal leise. Sofort erhob ich mich aus dem Stuhl und ging vorsichtig die Treppe hoch. Ein kurzer Blick zu Jacks Zimmer bestätigte mir, dass er noch wach war. Zu mindestens verriet mir das das Licht, dass unter der Tür durchfiel.
,,Mama?", rief Josh wieder. Frierend zog ich meinen Pullover fester um mich und schob die Tür zu Josh Zimmer auf. Mit zerzausten Haaren saß er auf dem Bett. Ohne etwas zu sagen setzte ich mich zu ihm und nahm ihn in meine Arme.
,,Was ist denn los Schatz?", fragte ich ihn vorsichtig und er sah zu mir hoch.
,,Ich dachte ich sehe dich nie wieder.", wisperte er und drückte sich näher an mich. Beruhigend strich ich ihm über den Kopf und ließ ihn weiterreden ,,Der große Mann hat mich einfach mitgenommen mit dieser Frau. Er hat uns zu den anderen gebracht, die haben alle Masken getragen und die ganze Zeit geflüstert. Dann war da die Frau ohne Haare, die mich töten wollte die ganze Zeit. Aber dann kam Opa und hat mich gerettet. Mama, irgendwie habe ich Opa schon lieb.", erzählte er mir stockend. Schwer musste ich schlucken und wusste nicht genau, was ich dazu sagen sollte. Fragend drehte er sich und schaute zu mir hoch.
,,Und als ich in Hilltop war, dachte ich du stirbst. Du sahst schlimm aus.", sprach er alles aus und ich musste leicht schmunzeln.
,,Keine Sorge Spätzchen. Die Frau wird dir nichts antun und ich bin bei dir. Mir geht es schon viel besser. Wir müssen nur jetzt wieder mehr aufeinander aufpassen okay?" Eifrig nickte er und zeigte auf mein verletztes Auge. ,,War das auch die böse Frau? Ist dein Auge jetzt weg?"
,,Nein, das war nicht die böse Frau. Weißt du Josh, deine Opa und ich verstehen uns nicht gut. Ich mag ihn nicht. Er hat mir das Auge ausgestochen, jetzt kann ich da nichts mehr sehen." In seinem Blick konnte man ihm richtig ansehen, wie er nachdachte.
,,Gar nichts mehr?", hakte er nach. ,,Gar nichts mehr.", bestätigte ich und griff nach seiner Decke. Er verstand und kuschelte sich direkt wieder ins Bett. ,,Mama, du darfst nicht böse auf ihn sein. Opa hat mir gesagt, dass er dir das erklären wird wenn alles vorbei ist." Liebevoll drückte ich ihm einen Kuss auf die Stirn.
,,Ich bin sehr böse mit meinem Papa Josh. Er wird auch eine Strafe dafür bekommen. Und für einen fünfjährigen ist deine Nase viel zu tief dadrin. Das klären wir Erwachsene unter uns hast du verstanden." Artig nickte er und zog die Decke bis unter sein Kinn.
,,Ich bin froh wieder zu Hause zu sein. Hab dich ganz doll lieb Mama." Lächelnd richtete ich seine Decke und stand wieder auf.
,,Ich habe dich auch ganz doll lieb. Gute Nacht." Josh drehte sich zur Wand und schloss seine Augen. Seufzend lehnte ich die Tür hinter mir an und blieb mitten im Flur stehen. Nach kurzer Überlegung tappte ich zu der Tür von Jack. Unschlüssig hielt ich inne, denn das Licht brannte nicht mehr. Zaghaft klopfte ich und erwartete eigentlich keine Antwort.
,,Ja?", rief er und ich hörte, wie sein Bett knarzte. Leicht eingeschüchtert öffnete ich langsam die Tür und schielte in den Raum. Jack saß auf seiner Bettkante und betrachtete mich.
,,Ist alles gut bei dir?", fragte er besorgt. Fragend zog ich meine Schultern hoch.
,,Ich wollte fragen, ob ich bei dir schlafen kann? Ich will gerade nicht alleine sein.", fragte ich kleinlaut. Sein lächeln wurde breiter.
,,Na klar, komm her.", lud er mich ein und klopfte neben sich auf das Bett. Schnell ging ich auf ihn zu und warf mich in seine Arme, um mich an ihm festzuklammern. Vorsichtig ließ er sich nach hinten fallen und deckte uns zu. Sanft strich er mir über den Rücken und wuschelte mir durch die Haare.
,,Jack, was ist, wenn wir den Kampf verlieren?", wisperte ich und sah ihm in die Augen. Überlegend schürzte er seine Lippen und wusste nicht gleich was er sagen sollte.
,,Wir werden nicht verlieren. Wir dürfen nicht verlieren.", meinte er. Mit großen Augen blinzelte ich. ,,Was sonst?" Er biss sich auf die Lippen.
,,Sonst wird nicht einer von uns überleben. Sie werden jeden einzelnen solange jagen, bis sie ihn umbringen oder man von alleine stirbt.", erzählte er mir die Wahrheit. Ich hielt inne und lehnte mein Kopf an seine Brust.
,,Dann dürfen wir nicht verlieren. Wir werden nicht verlieren.", beschloss ich und er legte seine Hand an meine Wange.
,,Genau. Wir werden nicht verlieren. Wir haben gute Leute.", ermutigte er mich und lächelte sanft. ,,Mach dir da keinen Kopf drum. Je mehr zu dir irgendwelche Situationen vorstellst, was alles passieren könnte, hast du den Kampf schon verloren.", belehrte er mich liebevoll. Dankbar kuschelte ich mich an ihm.
,,Ich versuche es okay?", versprach ich ihm und küsste ihn. Er strich mir eine Strähne aus dem Gesicht und erwiderte den Kuss, der immer verlangender wurde. Meine Hand wanderte in seine Haare und ich ging mit seinen Küssen.

Gähnend stolperte ich am nächstem Morgen in die Krankenstation. Genau wie ich vermutet hatte saß Josh auf einem der Stühle und blätterte in einem Buch. Liane war gerade dabei Verbandzeug zurecht zu legen.
,,Guten Morgen.", krächzte ich. Freundlich lächelte sie mich an.
,,Guten Morgen. Du siehst aus, als hättest du keine Sekunde geschlafen." Bewusst ignorierte ich den Satz, doch Josh machte mir einen Strich durch die Rechnung. Ungerührt blätterte er weiter durch sein Buch.
,,Mama war noch ganz lange mit Jack wach....", fing er an und ich spürte, wie ich rot wurde. ,,Okay Josh, reicht dann auch mal wieder." Liane musste lachen und packte das Verbandzeug. ,,Wie dem auch sei, es ist gut das du hier bist, Verband muss gewechselt werden." Sie zwinkerte mir zu.
,,Mama, wo ist Jack?" Mit meinem Kopf wies ich in die Richtung unseres Hauses. ,,Er schläft noch.  Wenn er wach ist, sage ihm er soll mal zu mir kommen, wir müssen mit den Planungen anfangen." Josh nickte und summte fröhlich vor sich hin, als er die Krankenstation verließ. Grinsend riss Liane die Verpackung vom Verbandszeug auf.
,,Kinder kriegen mehr mit als man denkt." Lachend legte ich meinen Kopf in den Nacken.
,,Wem sagst du das?"

Die Tage vergingen. Tage, an denen wir in höchster Alarmbereitschaft waren. Nichts passierte. Die Wisperer griffen nicht an. Grübelnd saß ich in meinem Büro über meinen Unterlagen, während Jack auf dem Sofa lag und ein Buch las. Ich meine, wir sollten froh sein, dass wir mehr Zeit haben uns vorzubereiten, doch mein Bauchgefühl wurde von Tag zu Tag schlechter. Sie werden wohl einen Plan schmieden, sodass unser Untergang schlimmer als der von Hilltop wird. Solche und noch mehr düstere Gedanken schwirrten mir durch den Kopf.
,,Hör damit auf, dir irgendwelche schlimmen Szenarien auszudenken?", riss Jack mich aus meinen Gedanken. Ich schreckte auf und blätterte zum nächsten Blatt, als wäre nichts gewesen.
,,Mach ich gar nicht. Bin bloß vertieft..." Energisch schlug er sein Buch zu. ,,Man sieht es dir doch an Sky. Brauchst mich nicht anzulügen." Ertappt lehnte ich mich zurück, sah ihn an und biss auf meiner Unterlippe herum.
,,Dann erkläre mir, warum die Maskierten noch nicht angegriffen haben. Sonst fackeln sie doch auch nicht so lange." Seufzend legte er das Buch neben sich ab und richtete sich auf. Seine Ellenbogen stützte er auf seine Oberschenkel und er betrachtete mich.
,,Wenn ich eine Antwort darauf wüsste, hätte ich dir das schon gesagt. Es ist ziemlich untypisch, das gebe ich zu, aber davon sollten wir uns trotzdem nicht unterkriegen lassen. Vielleicht ist das genau die Taktik, dass sie uns genau dann angreifen, wenn wir nachlassen. Wir sollten weiter an unserer Verteidigung arbeiten und keine Sekunde unachtsam sein.", schilderte er mir seine Sicht. Schon etwas beruhigter nickte ich und wurde in der Tat ruhiger.
,,So habe ich das noch gar nicht gesehen.", gab ich zu und er musste grinsen. ,,Immer gerne, freut mich wenn ich helfen konnte." Lächelnd wollte ich was darauf erwidern, als das Funkgerät neben ihm losging.
,,Michonne an Starlake, bitte kommen.", ertönte blechernd Michonnes Stimme. Fragend hob Jack seine Augenbrauen und ich nicke ihm zu.
,,Jack hier. Was gibt´s?", meldete er sich. Tief einatmend hörte ich zu und fing damit an den Schreibtisch aufzuräumen.
,,Hallo Jack. Ist Sky zufälligerweise in der Nähe?"
,,Ja ist sie." ,,Kannst du sie mir bitte geben?" Irritiert runzelte ich meine Stirn und nahm Jack das Gerät ab.
,,Hey Michonne, alles gut?", fragte ich direkt. Am anderen Ende hörte ich sie erleichtert ausatmen.
,,Hey Sky, mir geht es soweit gut. Wie läufts bei euch?", hakte sie nach. Unwillkürlich zuckte ich mit den Schultern, was sie natürlich nicht sah.
,,Könnte besser sein. Wir sitzen hier auf glühenden Kohlen, weil wir mit einem Angriff rechnen." Sie schwieg kurz und ich spürte, dass hinter diesem Anruf etwas bestimmtes steckte. Doch ich wollte sie nicht drängen.
,,Tut mir leid, ich wäre noch etwas länger geblieben, aber Vingyl ist in Oceanside aufgetaucht. Er hat seine Familie gesucht. Ich habe ihn das nach Hause gebracht, als er uns im Gegenzug Waffen dafür versprach. Naja, was soll ich sagen. Seine Familie war schon lange tot und er hat immer in dem Wahn gelebt, dass sie noch lebt. Dementsprechend auch keine Waffen.", beendete sie die Erzählung.
,,Schade, dann war ja alles umsonst.", erwiderte ich. ,,Kommst du wieder zurück?..." Ich sprach noch nicht einmal zu ende als sie mich unterbrach.
,,Genau deswegen rufe ich an." Ihre Stimme bekam einen Klang, den ich schon seit langer Zeit nicht mehr gehört habe. Hoffnung, gemischt mit Sehnsucht.
,,Sky, ich bin hier auf etwas gestoßen." Sie hielt kurz inne und ich hörte wie sie schnief. Innerlich machte ich mich schon auf alles gefasst und setzte mich neben Jack auf das Sofa. Beunruhigt spielte er an seinem T-Shirt herum und hörte zu.
,,Auf was Michonne?", wollte ich endlich wissen.
,,Sky, Rick lebt vielleicht noch. Ich habe hier auf dem Schiff ein altes Handy gefunden, auf dem unsere drei Gesichter geritzt sind.", erzählte sie mir voller Hoffnung. Dieser Satz traf mich mit voller Wucht.
,,Aber Michonne, dieses Handy kann noch aus der Zeit stammen, als Dad noch am Leben war.", brachte ich hervor und konnte die Tränen nicht zurückhalten. Sofort legte Jack seine Arme um mich und ich fuhr mir über die Nase. ,,Ich will mir keine Hoffnung machen, damit es am Ende wieder heißt, es stammt tatsächlich noch von damals. Sein Tod hat mich damals unglaublich fertig gemacht, es hat ewig gedauert bis ich über seinen Verlust hinweg war. Ich will nicht wieder durch diese Hölle.", schluchzte ich und Rick tauchte wieder so lebendig vor meinen Augen auf, als würde er direkt vor mir stehen. Jack drückte mir einen Kuss auf die Stirn.
,,So geht es mir auch Sky. Aber irgendetwas sagt mir, dass er noch am Leben ist." Kläglich versuchte ich zu lächeln und zog meine Nase hoch. Sanft wischte Jack mir die Tränen von den Wangen und ich fing mich wieder.
,,Ich merke, dass du daran glaubst. Deswegen gehe und suche ihn. Hoffentlich findest du ihn. Michonne, denkst du nicht, dass wenn er noch am Leben wäre, dass er zu uns zurückgekommen wäre, wenn wir ihm so wichtig waren?", zweifelte ich an und ich merkte, wie sie überlegen musste.
,,Was ist, wenn er nicht konnte? Wenn er es nicht geschafft hat zurückzukommen?", hielt sie weiter daran fest. Konzentrierend schloss ich meine Augen und spürte, wie die Ruhe zurückkehrte.
,,Dann wirst du ihn finden. Wenn jemand, dann du.", ermunterte ich sie und Michonne atmete erleichtert aus.
,,Danke Sky. Ich werde nicht mehr zurückkommen, bis ich ihn gefunden habe." Ihre hoffnungsvolle Stimme erwärmte richtig mein Herz, es machte mich so froh.
,,Geb auf Judith acht okay?", fragte sie mich. ,,Natürlich Michonne. Pass auch auf dich auf. Ich wünsche dir alles Gute.", verabschiedete ich mich. ,,Danke Sky. Hab euch lieb.", fügte sie noch hinzu und unterbrach die Verbindung. Ich zog meine Nase hoch und befreite mich aus Jacks Armen.  Seine Fragen standen ihm deutlich auf die Stirn geschrieben. Ungeduldig winkte ich ab.
,,Nicht der richtige Moment. Ich erkläre es dir später okay?"
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