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Reddington

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Dembe Zuma Donald Restler Elizabeth Keen Harold Cooper OC (Own Character) Raymond "Red" Reddington
27.04.2020
13.05.2020
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27.04.2020 3.488
 
Es war einer dieser üblichen Tage. Red saß auf einer Bank in der Nähe eines Spielplatzes und hielt eine Zeitung in der Hand. Er las nicht darin, sondern beobachtete die spielenden Kinder auf diesem Platz. Dembe stand nur wenige Meter entfernt von ihm. Red wusste, dass sein Freund ein Blick auf all das behalten würde. Raymond lehnte sich weiter zurück und legte dabei die Zeitung außer Hand. Sein schwarzer Mantel war offen und sein grauer Anzug saß regelrecht Perfekt. Etwas an dieser Szene beunruhigte ihn. Jemand befand sich auf diesem Spielplatz. Dieser Jemand sollte eigentlich in ihrer sicheren Wohnung sein. „Dembe, tu mir bitte ein gefallen.“ Sprach Dembe seinen Freund an. „Unser kleines Problem befindest sich hier im Park. Wieso ist das so?“
„Ich kümmere mich darum Raymond.“
„Ach und Dembe.“ Der große Mann drehte sich noch einmal um. „Ja?“
„Elizabeth wird gleich hier sein.“
„Ich passe auf, dass sie mich nicht gleich bemerkt.“
„Danke.“ Red sah zu wie Dembe sich entfernte. Er selbst holte tief Luft und schloss für einen kleinen Moment seine Augen.

„Was wird das wieder?“ als Red die Stimme von Elizabeth hörte, öffnete er seine Augen und schaute sie an. Schnell sah er das neu hinzugekommene Kind auf dem Spielplatz. Die kleine Agnes rannte auf die Schaukel zu. „Sie kommt klar“, sagte Lizzy und behielt ihre Tochter im Auge. „Hast du einen neuen Namen?“
„Findest du es nicht außergewöhnlich wie unerschrocken Kinder sind? Sie besteigen kleine Häuschen, Schaukeln bis ihnen schlecht wird und machen sich keine Sorgen um einen Morgen. Beneidenswert.“
„Red“, Elizabeth seufzte leicht und sah ihn nun kurz an. Er wirkte wie immer. Etwas angespannt. Etwas wütend. Etwas nachdenklich. Aber sie sah ein plötzliches lächeln, als er Agnes beobachtete. „Sie macht das schon so gut!“
„Sie ist eine Schaukelweltmeisterin.“ Liz blickte wieder zu ihrer Tochter rüber und schwieg. Reddington würde schon sagen warum sie herkommen sollte. „Abdul Sheerazi“, hörte sie ihn schließlich sagen. „Sheerazi ist ein Terrorist der bis jetzt noch nicht Namentlich in Erscheinung getreten ist. Dabei ist er einer der wichtigsten Handelspartner von Al-Kaida oder dem ISIS. Mr. Sheerazi ist der Mittelsmann der Gelder dieser Gruppen auftreibt und Waffen heranschafft. Er arbeitet aber nicht nur für diese Gruppen. Jeder mit dem nötigen Kleingeld kann bei ihm ‚Einkaufen‘“
„Einkaufen?“
„Bomben. Bomben der höchsten Kategorie. Man sagt er habe sogar Atombomben in seinem Depot. Ich bin ihm vor einem Jahr begegnet. Er lebt in einem kleinen Dorf in Kaschmir. Ein wundervoller Ort Lizzy. Wir hatten eine interessante übereinkauft. Jetzt aber hat Mr. Sheerazi vor eine Atombombe hier in der Stadt zu verkaufen. Er soll binnen der nächsten 24 Stunden Einreisen und sich hier mit seinem Partner treffen. Einen Namen habe ich nicht. Aber wenn das FBI sich an die Fersen von Sheerazi setzt, werdet ihr mehr als nur eine kleine Atombombe bekommen.“
„Und woher weißt du das alles?“
„Ach meine Lizzy. Du kennst mich doch. Ich kenne jemand, der jemanden kennt und so weiter und sofort.“
„Ich frage es anders Red. Was hat er getan, damit du ihn auslieferst?“
Red lächelte auf ihre Frage nur und rückte seine Brille zurecht. Sein Blick war weiter auf Agnes gerichtet, ehe er auf eine Frau viel die ebenso auf einer Bank saß und die Kinder beobachtete. Elizabeth folgte Reddingtons Blick und als dieser sich daraufhin erhob sah sie zu ihm hoch. „Sobald ihr Neuigkeiten bezüglich Sheerazi habt, sagt mir doch bitte Bescheid.“
„Willst du schon gehen? Agnes wollte dich noch sehen“, sagte Liz sofort und stand auch auf.
„Oh, tatsächlich?“ Red sah zu der Schaukel und dachte einen Moment lang nach. „Dann hol die Kleine und lass uns eine heiße Schokolade trinken gehen? Gleich hier um die Ecke gibt es eine wundervolle kleine Cafeteria“
„Ja das… Würde ihr gefallen. Aber es bleibt bei heiße Schokolade! Kein extra Zuckerkram für sie einverstanden?“
„Einverstanden Lizzy.“ Raymond wusste, dass er sie verwöhnte und dass viel zu sehr.
„Wird Dembe uns begleiten?“ Liz sah sich um, konnte ihn aber nicht sofort entdecken.
„Dembe hat eine andere Aufgabe zu erledigen, aber Agnes wird ihn danach bestimmt sehen.“
„Gut dann gehe ich Agnes holen.“ Das wäre nicht allzu schwer, allerdings befand sie die Kleine nicht mehr auf der Schaukel, sondern eilte auf die große Rutsche zu. Liz beschloss sie dort zumindest zwei drei Mal rutschen zu lassen, bevor sie mit Raymond gehen würden.

Red blickte Liz nach und merkte auf als Dembe auf ihn zu kam. „Sie hatte es in der Wohnung nicht ausgehalten und brauchte frische Luft. Warum genau sagte sie mir nicht. Sie will jetzt noch nicht gehen“, sagte er ihm sofort. „Raymond es ist besser, wenn du mit ihr sprichst.“
Red presste seine Lippen zusammen und musterte Dembe kurz, ehe er zu der Frau zurücksah, die auf der Bank gesessen hatte. Nun stand sie und hatte ihren Eleganten schwarzen Mantel fester um sich geschlungen. „Bring Lizzy zu dem Eiscafé um die Ecke. Ich werde unsere kleine Freundin in das Auto setzten. Danach wirst du sie Heimfahren.“
„Das werde ich.“ Dembe sah zu wie Raymond langsam auf die junge Frau zu Schritt, die ganz aufgelöst wirkte. Es musste reiner Zufall sein, dass sie ausgerechnet hier aufgetaucht war, wo er und Raymond wartete. Aber anderseits war die Wohnung der Kleinen nur vier Blocks von hier entfernt. Er verstand sich gut mit ihr. Seit fast einem Jahr hütete Raymond sie in dieser Wohnung wie ein Goldschatz. Aber Dembe wusste es besser. Die Kleine war für Raymond verdammt viel Wert. Ein Druckmittel der ihm hörig war. Aber Raymonds Verhalten ihr Gegenüber war nicht etwa schlecht. Er behandelte sie sehr gut. Aber trotzdem…
„Dembe! Wo ist Ray?“
„Er musste nur kurz was erledigen. Er kommt gleich zu euch ins Café. Ich bringe euch dort hin.“
„Dembe!“ Agnes streckte sofort ihre Arme nach ihm aus und lachte aufgeregt.
„Hallo kleiner Engel.“ Dembe hob sie hoch und musste lächeln, als die Kleine ihm einen Kuss gab.
„Na dann… Warten wir eben auf Raymond im Café“, sagte Liz.

Raymond schritt an der jungen Frau vorbei und griff sich ihren Unterarm, mit der anderen Hand, hielt er ihr Hand fest und drückte diese leicht. „Liebes, wir hatten doch ein wichtiges Gespräch über die Dinge die okay sind und die nicht okay sind.“
Die junge Frau hatte sich im ersten Moment erschrocken, aber sie ließ sich sofort von Raymond führen als sie ihn erkannt hatte. „Raymond, wieso bist du auch hier?“
„Ich hatte… Etwas zu erledigen. Was mich viel eher erstaunt hatte, war dich hier zu sehen. Dembe wollte dich nach Hause fahren, aber du hast dich Quergestellt.“ Raymond stoppte als sie weit genug weg vom Spielplatz waren und stellte sich vor die junge Frau hin. Dann erst, als er ihr Gesicht sah, bemerkte er das etwas nicht stimmte. „Er hat angerufen Ray“, flüsterte sie leise. „Und ich konnte dich nicht erreichen. Dembe auch nicht. Ich brauchte einfach frische Luft. Ich weiß es ist nicht sicher, aber…“
Raymond winkte sofort ab und schüttelte seinen Kopf. „Schon gut. Du musst dich nicht erklären. Komm. Setzten wir dich ins Auto. Dembe wird dich nach Hause fahren und bei dir bleiben.“
„Ray ich…“
„Mach dir keine Sorgen. Später werde ich auch vorbeikommen. Versprochen.“
Er kam so selten zu ihr. Sie konnte es verstehen. Es durfte nicht auffallen wieso er in dieses Gebäude ging. Ansonsten könnte man eine Spur zu ihr finden und gerade das wollte Raymond unbedingt vermeiden. Sie war in seiner Nähe nicht sicher. Einmal im Monat schaute er vorbei. Manchmal nur alle zwei Monate. Lange blieb er nie. Die ganze Situation war für sie nicht einfach, aber fürs erste musste sie dadurch. Solange bis ihr Bruder Sheerazi Tod wäre. Raymond würde ihn in die Finger kriegen. Er legte seinen Arm um ihre Schultern und führte sie zu dem Auto. Dort öffnete er die Autotür für sie. „Azari. Niemand wird dir etwas tun. Du bist hier sicher. Dembe wird dich erst einmal nicht aus den Augenlassen und dem FBI habe ich auch Bescheid gegeben. Bevor er auch nur in deine Nähe kommt, werde ich schon dazwischenstehen.“
Azari sah Reddington lange in die Augen, ehe sie sich schweigend in das Auto setzte. Raymond sah sie einmal noch an, ehe er die Türe schloss und Dembe kontaktierte. Er hatte das Thema Azari erst auf den Tisch bringen wollen, wenn sie die Möglichkeit hätten, ihren Bruder Abdul Sheerazi gefangen zu nehmen. Nun war dieser Zeitpunkt vorüber. Nun war er dabei die Katze aus dem Sack zu lassen. Alles eben mit der Zeit.

Eine gute Stunde später saß Raymond neben Agnes und Liz während er der Kleinen eine Menge Schokostreusel auf ihr Eis schüttete. Agnes war total begeistert davon und klatschte in ihre Hände. „Das sieht aus wie ein Schokobär!“
„Ja da hast du recht!“ Red lachte ebenso und stellte den Schokotraum wieder bei Seite, ehe er einen Löffel von dem Eis nahm und ihn Agnes vor den Mund hielt. „Bitte schön meine Kleine Schokoladentorte.“
„Ray ich habe doch gesagt nicht so viel Süßes!“ seufzte Elizabeth und merkte überrascht auf als Reddington ihr auch einen Löffel mit Eis hinhielt. „Meine Prinzessin darf natürlich nicht zu kurz um- Ich kann deine Eifersucht auf Agnes verstehen. Immerhin schenke ich ihr alle meine Aufmerksamkeit.“
„Red…“ seufzte Liz und musste lachen, ehe sie das Eis annahm und wieder den Kopf schüttelte. „Weist du Liz ich habe mir gedacht, dass wir nach dem Eis die kleine Agnes zu Scotty bringen und du und ich noch etwas Anderes klären.“
„Red es ist fast Abend, was hast du den vor?“
„Das siehst du dann. Es ist eine… Überraschung.“
„Deine Überraschungen können in jede Richtung gehen. Ist etwas… Passiert?“ fragte sie leiser und ernst nach, aber Raymond schüttelte seinen Kopf. „Oh es ist nicht schlimmes Lizzy. An sich sind es Positive Nachrichten in all dem Chaos.“
Elizabeth musterte Raymond eingehend und schaute dann zu Agnes runter die ihre Schokobombe genüsslich verschlang. Was hatte sie nicht mitbekommen? Was hatte Raymond für sich behalten?

Als sie eine weitere Stunde später Agnes bei ihrer Großmutter gelassen haben und wieder in Elizabeths Wagen saßen, schaute sie flüchtig zu Reddington. „Ich habe Cooper wegen diesem Sheerazi Bescheid gegeben. Sobald sie Neuigkeiten haben, rufen sie mich an.“
„Sehr gut.“ Reddington sah aus dem Fenster und hing seinen Gedanken nach.
„Etwas stimmt nicht“, sagte Liz sofort. „Du hast dich den ganzen Tag schon so seltsam wie noch nie Verhalten.“
„Findest du?“ Red sah immer noch hinaus. „Bieg hier rechts ab.“
Elizabeth handelte sofort und fuhr den Wagen in die entsprechende Richtung. „Wo gehen wir hin?“
„Zu einem Apartment. Dembe ist schon dort.“
„Und wem gehört es dieses Mal?“, hakte Elizabeth nach.
„Es gehört mir. Nun. Es gehört einem Ben Sterling. Ben ist einer meiner geheimen Identitäten. Ich habe ihn vor einem Jahr geschaffen. Findest du nicht auch, dass es ein wundervoller Tag war? Agnes ist so gewachsen.“
„Lenk nicht ab. Was willst du mir sagen? Was sind das für positive Nachrichten?“
„Dort drüben ist eine Tiefgarage. Fahr bis zu -4. Dort ist ein reservierter Parkplatz. Nummer 12.
„Hm…“ Wenn er nicht reden wollte, tat er es auch nicht. Elizabeth wusste zwar, das Red ihr sehr bald schon sagen würde, was abging, allerdings war das sehr Nervenaufreibend. So wie immer, wenn etwas mit ihm zu tun hatte. „Okay…“ Elizabeth fuhr zu dem entsprechenden Parkplatz und stieg als erste aus. Reddington stieg dann ebenso aus und holte tief Luft. „Ich liebe dieses Haus! Es ist so Normal und unscheinbar. Aber die Wohnung sind wundervoll! Du wirst es lieben, wenn du es siehst.“
„Sehen wir uns hier ein Apartment an?“
„Ja! Aber wir sind auch wegen etwas Anderem hier.“
„Du willst es mir nicht eher sagen, bis wir da drin sind oder?“
„Komm Lizzy! Nehmen wir den Aufzug. In den 12 Stock will keiner Freiwillig laufen oder?“ Voller Elan schritt Reddington los und Liz folgte ihm seufzend. „Hast du jemanden entführt? Du hast jemanden entführt oder?“
„Unsinn!“ Red drückte auf den Knopf im Fahrstuhl und behielt sein leichtes lächeln bei. Liz sah sich in dem Modernen Aufzug um. Die Innenwände waren aus Glas und der Boden Pechschwarz. Sie spürte kaum wie der Aufzug sich bewegte und als die Türen sich öffneten schritt Red als erster hinaus. „Du hast den Park heute mit einer Frau verlassen. Wer war sie?“
Elizabeths Stimme ließ ihn innehalten. Leicht drehte er sich um und musterte sie überrascht.
„Ich habe euch gesehen. Du hast die Frau beobachtet als wir auf der Bank gesessen waren. Wer war sie? Hat sie etwas mit dem Fall zu tun?“
Raymond seufzte leicht und musterte Liz genauer. „Ja sie hat etwas mit dem Fall zu tun. Ihr Name ist Azari Sheerazi. Nun ehemalig Sheerazi. Sie lebt –“
„Sie ist dein Druckmittel gegen ihn!“
„Ja und Nein. Aber dazu später mehr. Nun Komm Lizzy! Dir wird es gefallen!“ Raymond nahm sich sanft ihre Hand und zog sie mit sich mit. Vor einer Zimmertüre stoppte Raymond und holte aus seiner Tasche einen Schlüssel hervor mit der er die Apartmenttüre öffnete.
Elizabeth trat direkt nach Raymond ein und schloss die Türe hinter sich. Das Apartment war wundervoll eingerichtet. Es roch leicht nach Jasmin Blüten und sie fragte sich wo ein Strauch von diesen Blumen wohl standen. Und dann sah sie Dembe in der Couch sitzen. Und etwas von ihm entfernt an einem Fenster… Die Frau mit den dunklen Haaren. Die Frau aus dem Park. Azari. Wollte Raymond sie bedrohen? Benutzte er sie gegen ihren Bruder? Was war hier los?“
„Salam meine Liebe“, sagte Reddington zu der jungen Frau, die sich aber nicht umdrehte und weiter aus dem Fenster blickte und grüßte dann auch Dembe. „Dembe mein Freund. Ich hoffe es gab keine Schwierigkeiten?“
Dembe stand auf und schüttelte seinen Kopf. Elizabeth behielt die Situation genau im Auge. Also doch. Raymond hatte sie entführt. „Sie ist wütend auf dich“. Hörte sie Dembe zu Raymond sagen.
„Oh schon wieder? Liebes. Azari sieh nur ich habe einen Gast dabei.“ Reddington trat um die Couch herum und legte eine Hand auf ihre Schulter. „Elizabeth Keen ist hier.“
Azari schaute zu Raymond hoch und drehte sich dann sofort mit großen Augen zu Elizabeth um. „Ich bringe euch sofort einen Tee“, sagte Azari sofort und wollte direkt auf Elizabeth zu laufen um sie zu begrüßen, als sie Raymond noch einmal ansah und innehielt. Ohne Zögern griff sie nach seinem Hut und zog diesen aus. „Du bist blass Ray.“
„Mir geht es gut liebes. Elizabeth? Das ist Azari.“
„Hallo“, sagte Elizabeth und kam etwas näher. Nein. Keine Entführung. Die beiden waren Vertraut miteinander.
„Es freut mich dich endlich kennenzulernen. Ray hat viel von dir erzählt.“ Azari hielt den Hut von Raymond fest in ihren Händen während sie zu Elizabeth sprach.
„Ach so? Mir hat er leider bisher nichts erzählt. Ihr kennt euch also? Woher?“
Azari sah sofort zu Raymond hoch und musterte ihn fragend. „Du hast ihr nichts von mir erzählt?“
„Ich erzähle es ihr ja Heute. Es wird Zeit, das du aus dem Schattentrittst meine Liebe. Elizabeth? Das ist Azari Reddington. Ich habe sie vor einem Jahr in Kaschmir erworben. Ihr Bruder Abdul Sheerazi hat sie als Absicherung eines neuen Abkommens mit ihm, dazugegeben.“
„Das… Moment was?!“ Elizabeth musterte Red genau und auch die junge Frau. Sie war vielleicht Anfang 30.
„Du hast sie gekauft? Warte! Das ist… Schrecklich!“
„Elizabeth!“ Reddington trat sofort vor sie und legte beide Hände auf ihre Schultern. „Ich habe sie hierhergeholt damit sie ein Leben führen kann. Azari ist eine sehr Intelligente junge Frau die in ihrer Heimat wenig Chancen auf ein eigenes Leben gehabt hätte.“
Er behandelt mich nicht schlecht und hier bin ich frei“, sagte Azari und trat seitlich zu beiden. „Aber bitte, setzt euch. Ich mache uns Tee.“
„Oh machst du uns diesen wundervollen pinken Kaschimir Chai?“ fragte Red nach. „Den musst du unbedingt probieren Lizzy. Komm.“ Er schob sie sanft zur Couch und blickte zu Dembe. „Ich werde Azari etwas zur Hand gehen. Nimm du doch schon einmal Platz bei Dembe.“
„Eh… Ja.“ Die Neuigkeiten waren noch etwas… Viel für sie.
„Komm Azari.“ Reddington schritt bereits Richtung Küche los und als er in dieser verschwunden war, folgte Azari ihm mit einem Hörbaren Seufzten. Seinen Hut hing sie dabei noch auf.

„Dembe ist das wahr?“ Elizabeth sah zu Dembe der nur leicht nickte.
„Es ist wahr. Reddington hat sie hier in Sicherheit gebracht. Vor fast einem Jahr. Er wollte nicht das jemand von ihr wusste, damit sie nicht ins Fadenkreuz gerät. Aber nun, da ihr Bruder bald hier sein wird…“
„Aber er ist ihr Bruder ich verstehe nicht wieso sollte er ihr etwas antun wollen?“
„Weil sie Red wichtige Informationen über ihren Bruder Preisgegeben hat. Diese Menschen… Dieses Volk denken nicht wie wir.“
„Red sagte aber er habe ein Druckmittel! Das muss doch Azari sein?“
„Nein… Es ist nicht Azari.“ Dembe schwieg nun kurz. „Am Anfang war sie nur Mittel zum Zweck. Aber etwas hat sich verändert. Ich sehe es Raymond an, wenn wir hierherkommen. Ich glaube er weiß es selbst noch nicht.“
Elizabeth musterte Dembe und schloss dann ihre Augen. „Er hat mir gar nichts gesagt.“
„Er hat es dir heute gesagt Elizabeth. Weil es dazu Zeit wurde.“
„Er braucht das FBI um ihren Bruder aus dem Verkehr zu ziehen.“ Dembe sagte dazu nichts. Sein Blick glitt Richtung Küche. Raymond war dabei die logische Kontrolle über dieses Projekt zu verlieren. Dembe war froh, dass er das FBI verständigt hatte. So oder so musste Sheerazi aus dem Verkehr gezogen werden.
Azari stellte einen Tee Topf auf den Herd schaltete diesen ein. Sie schwieg während Raymond die Tassen aus dem Schrank nahm. Auch er schwieg. Aber es herrschte keine unangenehme Stille und so wie sie ihn kannte, würde er gleich sprechen. Aber er tat es nicht. Als er seinen Part erledigt hatte, trat er auf sie zu und legte eine Hand auf ihren Rücken. „Du bist wütend auf mich?“
„Ja und Nein.“ Azari drehte sich um, damit sie ihn ansehen konnte. Suchend wanderten ihre Augen über sein Gesicht und blieben schließlich wieder bei seinen Augen hängen. „Du bist lange nicht hier gewesen und hast zu Letzt vor einer Woche angerufen. Dein Handy ist Tod und das von Dembe auch.“
„Ach das! Ich habe eine neue Nummer. Ich wollte sie dir geben, sobald ich wieder hier bin- Aber du hattest keine Schwierigkeiten oder? Ich hatte ohne hin geplant nächste Woche hier für zwei Tage vorbeizukommen.“
„Zwei Tage? Wirklich?“ Azari war überrascht. Länger wie ein paar Stunden blieb er nur sehr selten. Manchmal war er über die Nacht da… Manchmal über den Tag.
Raymond musterte die schöne junge Frau vor sich. Ihre gebräunte Haut strahlte. Ihr braunes Haar fiel ihr bis in den Rücken. Sie war kleiner wie er. Ihr Kopf ende knapp in seiner Brusthöhe. Sie war zwar seine Ehefrau, aber ein Eheleben in diesem Sinne führten sie nicht. Nun… Hatten sie nicht geführt. Ihre Grünen Augen strahlten und er drohte sich darin zu verlieren. „Wirklich. Immerhin haben wir Hochzeitstag.“
„Ach…“ sie stieß ihn sanft gegen die Brust und drehte sich um, damit sie ihren Tee im Blick behalten konnte. „Ich habe etwas für uns gekocht“, erzählte sie. „Chicken-Tikka. Ich dachte mir… Weil du es magst…“ sie hatte es direkt angefangen zu kochen als sie mit Dembe hergekommen war. Als sie seinen Körper dichter hinter sich spürte, fühlte sie kurz darauf wie er ihr Haar zur Seite Strich und über ihre Schulter legte, ehe er die kleine Kuhle unter ihrem Ohr küsste. Azari holte tief Luft als sie das spürte und legte Hand an seine Wange. „Das klingt überaus gut“, flüsterte er leise. „Bleibst du… Heute Nacht?“
Red sagte nichts dazu, sondern küsste ihren Hals nun sanft. „Wie läuft dein Studium?“
„Sehr gut. Aber… Ich wollte dir nachher noch etwas sehr Wichtiges sagen. Bitte geh nicht bevor ich dich sprechen konnte.“ Azari drehte sich um und legte ihre Hände an seine Hüften. „Mr. Reddington.“
Raymond nutze die Nähe um ihr einen kurzen aber sanften Kuss zu geben. Er hatte das bestimmt nicht geplant. Er hatte das auf keinen Fall geplant. Als das mit Azari damals geschah, hatte er sie hierherbringen wollen um sicher zu gehen, dass ihr Bruder sich an die Abmachung hielt die sie getroffen hatten. Die Scheidung, nun die Islamische Scheidung hatte er einige Monate danach machen wollen, aber er hatte es nicht tun können. Azari war sehr Intelligent und Wissbegierig. Er ertappte sich selbst bei dem Gedanken daran, sie zu vermissen. Jedes Mal erschien ihm die Abstände, in denen er nicht bei ihr war, viel zu lang. Aber er durfte sich das hier nicht gönnen. Das hier war Lebensgefährlich für Azari. Sie war keine Kämpferin. Keine in diesem Sinne. Sie interessierte sich für Physik und Kunst. Über das Leben. Sie war sanft und geduldig. „Mrs. Reddington ich denke Ihr Tee kocht über.“
„Oh!“ Azari drehte sich schnell wieder um und kümmerte sich um den Tee. „Setz dich doch schon mal zu deiner Tochter, ich bringe dann gleich den Tee.“
Raymond musterte ihren Rücken, und verließ dann mit einem Lächeln die Küche.
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