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Eines Tages...

von swimmer10
GeschichteRomanze / P16
David "Deacon" Kay OC (Own Character)
27.04.2020
27.04.2020
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Ich hatte mein Leben lang geglaubt das etwas mit mir nicht stimmte. Ich kam besser mit Männern als mit Frauen klar und konnte auch den Frauentypischen Hobbys nie etwas abgewinnen. Wenn meine Freundinnen daheimsaßen und Castingshows ansahen traf ich mit meinen Kumpeln in einer Bar, trank Bier und spielte Darts. Meine Freundinnen wechselten ihre Partner beinahe so regelmäßig wie ihre Unterwäsche. Ich dagegen brauchte beinahe ein Jahr um jemanden auch nur annähernd sympathisch zu finden geschweige denn mich zu verlieben.  Mir war klar, dass, das nicht normal war, doch ich hatte mich damit abgefunden, dass ich mein Leben wahrscheinlich allein verbringen würde. Ich war glücklich und als ich meine Beförderung zum LAPD SWAT erhielt schien ich auch beruflich da angekommen zu sein wo ich immer hinwollte. Doch als ich im Hauptquartier von SWAT ankam und den ersten Tag mit meinem neuen Team verbracht hatte erkannte ich das ich falsch gelegen hatte. Ich war durchaus fähig mich zu verlieben, denn als ich mit den fünf Männern und Chris zusammen in einer Bar saß erkannte ich, dass ich ein Problem hatte.

David „Deacon“ Kay

Der Diakon, 10 Jahre SWAT Erfahrung, 15 Jahre älter als ich, verheiratet, zweifacher Vater und mein persönliches Kryptonit.

Ich hatte mich innerhalb von weniger als zehn Stunden Hals über Kopf in ihn verliebt.
Soweit zu meinen Problemen. Der Rest der Arbeit für SWAT war fantastisch. Hondo war ein großartiger Teamleader und er versuchte mit seiner Arbeit wirklich einen Unterschied zu machen.  Street und Chris waren offensichtlich in einander verknallt, doch davon abgesehen machte es viel Spaß mit ihnen Zeit zu verbringen. Luca war ein riesiger Teddybär der zwar manchmal etwas weltfremd wirkte dabei aber ein großartiger Beobachter war. Victor war der ruhige, besonnene Teil der Gruppe der die anderen erdete. Ein Teil dieser Dynamik zu sein war einfach unglaublich und ich hätte mich angekommen geglaubt wäre da nicht meine unübersehbare Schwäche für Deacon. Ich war noch nie gut darin gewesen meine Gefühle zu verstecken und ich war in meinem Freundeskreis dafür bekannt stets die Wahrheit zu sagen. Das hatte ich auf der Arbeit nicht einfach ohne weiteres abstellen können. Ich hatte mir zwar Mühe gegeben, doch Chris erkannte es nach zwei Monaten und Hondo nach drei. Deacon stellte mich nach einem halben Jahr zur Rede. Das war das unangenehmste Gespräch das ich in meinem Leben gehabt hatte. Er war abends, nach dem Dienst mit einem Sixpack Bier vor meiner Haustür gestanden. Das war an sich nichts Ungewöhnliches, ich war glücklich genug ein kleines Häuschen am Strand zu haben und die Jungs sowie Chris ließen sich immer wieder bei mir blicken um bei mir zu surfen oder einfach nur gemütlich in der Sonne zu sitzen. Doch Deacon war noch nie unangemeldet bei mir aufgetaucht. Ich wusste bereits als ich ihm die Tür öffnete was auf mich zu kam, doch ich bat meinen Kollegen trotzdem herein und setzte mich mit ihm auf meine Terrasse. Er strich sich müde übers Gesicht und blickte mich ernst an. „Wir müssen reden Alex“ Ich zuckte die Achseln während ich mit dem Etikett meiner Bierflasche spielte. „Komm schon…“ „Für dich?“, ich grinste müde,“ jederzeit!“ „Genau darüber müssen wir reden“, mein zweideutiger Kommentar hatte ihm ein kurzes Lächeln entlockt doch er wurde schnell wieder ernst,“ du meinst das ernst, nicht wahr?“ „Ja“, wie gesagt, ich konnte nicht lügen. Jeder meiner zweideutigen Kommentare ihm gegenüber, jedes flirten ihm gegenüber war mein voller Ernst gewesen. Und es hatte ihn nur ein halbes Jahr gekostet das zu verstehen. Was für ein Polizist David Kay doch war. „Ich bin verheiratet Alex!“ Im Gegensatz zu ihm hatte ich schon immer jedes seiner Worte auf die Goldwaage gelegt und tat es auch jetzt. „Ist das alles?“ Er sagte nichts darüber das wir Kollegen waren, nichts darüber das ich beinahe zwei Dekaden jünger war als er, nichts darüber das er sich nicht zu mir hingezogen fühlte. „Alles?“, er sah mich mit erhobenen Augenbrauen an,“ das ist das beste Argument das ich habe! Ich könnte Annie nie betrügen.“ „Und ich werde nie die andere Frau sein. Nicht nachdem mein Dad das meiner Mum angetan hat, aber ich kann es nicht ändern David“, es war das erste Mal das ich ihn nicht mit seinem SWAT Spitznamen ansprach,“ Am meisten Lieben wir die Dinge die wir nicht haben können.“ „Was soll ich sagen?“, wir hatten im letzten halben Jahr so viel Zeit miteinander verbracht, über so viele Dinge geredet, ich erkannte den Schmerz in seinen Zügen. Es tat ihm weh mich abzuweisen „Was kann ich tun?“ „Nichts“, ich schüttelte den Kopf,“ ich habe mich bereits um alles gekümmert.“ „Wie meinst du das?“ Ich seufzte, ich hatte es dem Team noch nicht erzählt: „Ich habe gestern meinen Antrag auf Versetzung eingereicht, ich werde das Team in einem Monat verlassen.“ „Oh“ Ich zuckte die Achseln. „Ich habe kein Problem mit Schmerzen Deac, genau genommen könnten wir da im Schlafzimmer gern drüber reden, aber ich bin keine Masochistin.“ Davids Griff hatte sich von der Flasche in seinen Händen gelöst und er griff nach meinen Händen die auf dem Tisch zwischen uns lagen, doch ich zog sie ruckartig zurück. „Nicht David, mach es nicht noch schwieriger für mich, bitte!“ „Natürlich“, er zog seine Hand zurück und blickte betreten auf die Tischplatte. „Und ich würde jetzt gern allein sein, wenn es dir nichts ausmacht.“ „Nein, nein“, er sprang auf,“ natürlich!“ Er war bereits mit einem Schritt durch die offene Terrassentür getreten als er sich noch einmal umwandte. „Es tut mir so leid Alexandra!“ Ich lachte „Entschuldige dich bitte nicht dafür das du loyal, freundlich, großartig in deinem Job und zu allem Überfluss auch noch unglaublich heiß bist!“ Sein Gesichtsausdruck war unglaublich und brachte mich erneut zum Lachen. „Jetzt geh, geh zu deiner Familie!“

Nach einem letzten Blick auf mich wandte er sich um und verließ mein Haus. Als ich hörte wie sein Auto sich von meiner Einfahrt entfernte ließ ich die Tränen endlich fließen. Achtundzwanzig Jahre lang hatte ich mein Herz gehütet und beschützt und den ersten Mann dem ich es öffnete konnte ich nicht haben. In dieser Nacht weinte ich mich in den Schlaf.

SWAT fehlte mir unglaublich. Die Arbeit im Morddezernat war zwar ebenso bereichernd wie der Job in Hondos Team und die Kollegen waren nett, doch am Ende des Tages ging jeder seiner Wege und jeder musste mit dem Grauen das wir sahen selbst klarkommen. Ich hatte immer noch Kontakt zu meinem alten Team. Chris meldete sich allein deshalb immer wieder bei mir weil in ihrem Umfeld Testosteron Überschuss herrschte und Street erschien ebenso wie Luca immer wieder bei meinem Haus um den privat Strand zu genießen. Doch von Deacon hatte ich seit meinem Abschied vor zwei Jahren nie wieder gehört. Wenn das Team und ich uns bei Einsätzen begegneten lächelte er mich stets an, doch er beschränkte sich immer auf einen professionellen Umgang. Er respektierte das ich ihn damals gebeten hatte zu gehen. Ich hatte heimlich darauf gehofft das mir ein anderer Mann wie Deacon begegnen, oder meine Gefühle abflauen würden, doch nichts von beidem war eingetreten.
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