Sherlock ❉ The Abominable Fright

GeschichteRomanze, Angst / P12 Slash
Dr. John Watson Eurus Holmes Mrs. Hudson Mycroft Holmes Rosamund "Rosie" Watson Sherlock Holmes
27.04.2020
11.10.2020
27
73.209
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27.04.2020 1.100
 
The Abominable Fright

Staffel 5 vielleicht...?
(Hoffentlich nicht...)
Jedenfalls spielt dies hier nach S4;
das heißt, alles ist so, wie uns die Show damals zurückgelassen hat.

In diesem seltsamen Frühjahr 2020 nimmt diese Geschichte ihren Anfang.
Ihr Ende ist ungewiss!


Gewidmet: Anna91


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Wiedereinmal starre ich hinunter in die Baker Street.
In Schlafanzug und Morgenmantel.
Ich denke an damals, John, wie du hinausgestürmt bist in die kalte Märznacht,
wie du aus dem Haus kamst,
türenschlagend,
über die Straße marschiert bist, Richtung Tube Station.

Du musst sie gerade noch erreicht haben...

Und gleich darauf: BUMM!

Das war herrlich!


Zehn Jahre ist das nun her.
Ein paar Tage mehr, um genau zu sein.

Diese Nacht (okay, abgesehen vom 29. Februar!)
Diese Nacht vor zehn Jahren genau, wäre ich fast gestorben.
Um Jim zu stoppen.
Doch ich hätte dich mitnehmen müssen, John...
Aber vielleicht hätte ich es tun sollen.
Und du warst ja einverstanden...


Aber dieser Aprilscherz heute ist noch viel, viel schlechter...!

Und auch diese Langeweile ist anders. So ganz anders...
Alles ist fremd und unwirklich in dieser Zeit.

– und das von mir, der doch immer daran gewöhnt war, sich fremd auf diesem Planeten zu fühlen;
und wie der einzig Normale, ausgesetzt in einer verkehrten Welt...! –

Aber ausgesetzt ist immer noch besser als eingesperrt.


Weißt du was, John?
Ich beneide dich!
Nein, wirklich!

Diesmal ist es kein Sarkasmus.

Du hast es gut; hast einen triftigen Grund, rauszugehen.
Tausende Gründe!
Eigentlich sogar über acht Millionen...
Du kannst kämpfen und Leben retten.

Und inzwischen weiß ich, ich habe mich geirrt damals:
Selbst an den Betten Sterbender zu sitzen
und deren Hand zu halten
selbst das hilft etwas.
Ich lag falsch, John.

Um genau zu sein: Ich lag ziemlich oft falsch...

Und wenn es doch Helden gibt,
dann bist du einer von ihnen, John.

...und dein alter Kamerad Murray, den ich immer noch nicht kennengelernt habe,
ist auch einer. Und seine „Mrs Right“.
Mike schult immerhin die Rekruten an der Covid-Front:
Medizinstudenten; weist sie in die Bedienung von Beatmungsgeräten ein und so...
Und Molly, natürlich – unermüdlich dem Mörder auf der Spur.
Wie bei einem Psychokiller, dessen Beuteschema man untersucht, seine kleinen Riten und Markenzeichen...
Molly, die Corona-Profilerin...

Ich hatte angeboten, als Assistent zu arbeiten,
aber sie wollten mich nicht in der Pathologie!
Das warst doch du, Mycroft!


Da draußen treibt ein Massenmörder sein Unwesen!
In MEINER Stadt!
Und ich kann nichts tun!
Obwohl er überall seine Spuren hinterlässt, entkommt er stets.
Vor aller Augen unsichtbar.
Das perfekte Verbrechen!
Ha!
Bald sind es 2000 Opfer – und das sind ja bloß die Getesteten.
Das jüngste Opfer hierzulande bis jetzt war dreizehn.
13...
Und mindestens zehn mal so viele ringen gerade mit diesem Killer um ihr Leben.


Nein, John.
Nein, das war nur so dahingesagt im Frust –
Nein, natürlich denke ich nicht, dass du glücklich sein müsstest, verzeih, bitte:

Mary...!

...und die kleine Watson, die so viel Spaß hatte in ihrem ersten Schuljahr, ist jetzt bei Stella und Ted.
Sicher und gut versorgt.
Aber schier unerreichbar...
Natürlich weißt du, dass sie gut aufgehoben ist...
und wahrscheinlich sogar ganz ordentlich unterrichtet wird;
so für den Anfang zumindest...
So ähnlich muss das gewesen sein, damals bei der Kinderlandverschickung im Zweiten Weltkrieg.
Nur dass die Angriffe dieser Tage die Häuser verschonen
und lautlos erfolgen.


Aber wenigstens ist Rosie schon alt genug,
um es zu verstehen, wieso sie dich nur noch im Computer zu sehen und zu hören bekommt.
Jedenfalls hat sie mehr Einsehen wegen all dieser Einschränkungen
als viele von den erwachsenen Idioten...

Aber denk nicht, dass ich nicht verstehe, dass es hart ist für euch beide...


Noch sieben Stunden.
Noch sieben Stunden bis der Tesco am Melcombe Place wieder öffnet.

Das ist dieser Tage das einzige Ziel, das ich ansteuern kann,
ohne dass Mycrofts Wachhunde gleich alarmiert sind.
Oder Boots an der Tube Station.

Der einzige Fall, den ich habe, ist, dass ich für Martha einkaufen gehe!
(Dabei ist es eigentlich völlig witzlos, denn sie trifft sich ständig mit Mrs Turner zum Tee oder hängt bei dem alten Bigamisten Chatterjee im Speedy's rum – das natürlich zu hat, aber immer noch Catering macht! Oder sie cruiset mit ihrem Aston Martin durch die Gegend...
Ich schätze, Mycroft weiß das alles. Er denkt, dass mir das etwas Struktur gibt, etwas Halt, wenn ich für die alte Gangsterbraut einkaufen gehe...)

Weißt du noch, John?
Ich habe mich immer darum gedrückt, einkaufen zu gehen.
Und wenn ich mich dann tatsächlich mal dazu herabgelassen habe, dann hab ich mich nie an deine Liste gehalten, weswegen du dann anschließend wieder wochenlang selbst einholen gegangen bist.
Ein uralter, kinderleichter Trick.
Dazu braucht es wahrlich kein Genie.
Aber Milch hab ich eigentlich immer mitgebracht.
Und Tee, Kaffee und Zucker, wenn nötig.
Toast meistens auch.
Aber da du niemals Zigaretten besorgt hast, hab ich dir auch kein Bier geholt!
Hab ich ja gar nicht eingesehen!
Sorry, John...
Okay, das mit den Zigaretten im Supermarkt hat sich ja inzwischen eh längst erledigt...
(Verdammt, jetzt hätte ich gerne eine – oder besser gleich mehrere...)


Und auf einmal ist der Gang zum Supermarkt für mich DAS Highlight innerhalb der Woche!
Inzwischen bin ich Matha sogar fast schon dankbar, dass sie mich seit Anfang der Woche sogar täglich zum Einkaufen schickt!
Damit sie mich mal zu Gesicht bekommt und ich einen Grund zum Aufstehen habe.
Jetzt gehe ich beinahe schon gerne hin!
Sogar trotz all dieser Idioten...!
Wie armselig!


Nein, das ist nicht fair!
Da gibt es noch dieses andere Highlight, täglich.
Naja, beinahe, du schaffst es nicht immer,
schließlich schiebst du oft Doppelschichten...
Aber das ist auch schwierig und...schmerzlich.
Ja, John, das meine ich: Dich, wenn du mich anrufst.
Um zu überprüfen, ob ich noch vernünftig bin und noch nicht durchgedreht,
oder ob ich...mir eventuell mal wieder was besorgt haben könnte...
...oder die Wand anschieße...
(womit denn? Martha rückt meinen alten Revolver nicht wieder raus seit damals...)
Ein Teil von mir sehnt diesen Moment herbei –
der Rest will sich verstecken. Weiß nicht, wie er sich dir stellen soll.

Natürlich sage ich dir nicht, wie es mir wirklich geht.
Du hast genug Probleme.

Ich vermisse es, dich zu sehen,
aber gleichzeitig bin ich froh, dass ich mein Gesicht vor dir verbergen kann.
Wir wissen ja beide wie man skypet und ähnliches.
Aber keiner von uns hat es vorgeschlagen.

Pass auf dich auf, John.

Ich meine natürlich, weil Rosie dich braucht.





tbc


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Ja, ich habe noch ein paar Ideen, ein zweites Kap ist schon fast fertig und  vom dritten schon einiges da.
Ein bisschen Songfic, ein bisschen Thriller, ..."Angst" - aber nicht nur...

Was meint ihr?
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