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⓷  THE THIRD RULE  ⓷ [JongTae]

von NamiAmae
GeschichteKrimi, Romanze / P18 Slash
Bangtan Boys EXO SHINee
27.04.2020
26.10.2020
14
60.252
6
Alle Kapitel
14 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
27.04.2020 4.207
 
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Hallo meine lieben und treuen Leserღ und auch hallo an alle, die zum ersten Mal etwas von mir lesen. ღ

Ich freue mich nun, endlich meine 15. JongTae Fanfiktion online stellen zu können und bin gespannt was ihr von ihr halten werdet. *-*
Vielen lieben Dank an euch alle!!! Danke, dass ihr mich unterstützt, mir helft und immer so fleißig lest und kommentiert! Ohne euch wäre das alles für mich nicht möglich! ღ

Und noch ein großes Danke an meine liebe Freundin, die mir mit der Idee für diese Fanfiktion geholfen hat und ganz tatkräftig für mich beta-liest. Ich hab dich sehr lieb und vermisse dich sehr! ღ

So, dann möchte ich jetzt nicht mehr zu lange drum herum reden, sondern wünsche euch ganz viel Spaß mit dieser Fanfiktion und hoffe sie gefällt euch! ^>.<^

Passt in dieser merkwürdigen Zeit auf euch auf und bleibt gesund!

Ps: Wenn ihr immer wissen wollt, wann ich diese Fanfiktion update, dann schaut auf meinem Profil vorbei. Dort schreibe ich immer, wann welche Geschichte geupdatet wird.

Love
Eure Nami

Alters-Disclaimer: !P18Slash! Diese Geschichte kann (davon abhängig wie sensibel man ist) verstörende Szenen beinhalten. Das Rating P18Slash ist jedoch zum größten Teil dafür, um mich für sexuelle Szenen abzusichern.

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Instagram (Teaser, Umfragen, Lifestreams und mehr): NamiAmae

The Third Rule

Pairing: JongTae (weitere Pairings werden hier noch nicht gespoilert ^.^)

Kapitel: 1
Name: Trümmer der Vergangenheit
Wörter: 3.958
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Kapitel 1: Trümmer Der Vergangenheit

Er zuckte vor Schreck zusammen. Die beiden Katzen, die ein paar Meter weiter einen Machtkampf ausübten waren so laut, dass ihm das Tiergeschrei durch Mark und Bein fuhr.
Er konnte die beiden Viecher aber überhaupt nicht sehen. Die Dunkelheit, die ihn umgab, hatte ihn schon die ganze Zeit unwohl fühlen lassen. Deswegen war die Stille bisher das einzige gewesen, was seinen aufgewühlten Geist hatte beruhigen können, doch diese verdammten Katzen hatten ihm nicht mal dies gegönnt.

Sein Blick zuckte hin und her, nervös und so schnell, dass ihm davon fast schwindelig wurde. Er bereute in diesem Moment jede einzelne Entscheidung der letzten Tage und wünschte sich nichts sehnlicher als seine Kindheit zurück, in der er noch nichts davon gewusst hatte, wie gefährdet sein Leben eigentlich war.

Das alte Firmengelände war wie ausgestorben. Dort gab es kein Zeichen mehr davon, dass sie vor ein paar Monaten noch Spitzenreiter auf dem Markt gewesen war. Nun gab es da nichts mehr, bis auf einen Parkplatz, dessen geteerter Bodenbelag bereits aufbrach und ein leeres, heruntergekommenes Gebäude, bei dem nicht mal mehr noch eine Fensterscheibe intakt war. Kurz nach der Schließung hatte es als Mutprobe gegolten eines der Fenster mit einem Stein zu treffen. Auch er hatte damals einen dieser Steine geworfen. Er hatte das größte Fenster im ersten Stock getroffen, in der Hoffnung, dass es ihm etwas Genugtuung geben würde. Doch mehr als ein Klirren und zerbrochenes Glas hatte es für ihn nicht gegeben.
Als Letztes war da noch die Außentreppe aus Metall, die direkt zur Werkstatt im ersten Stockwerk führte, die mittlerweile auch nur noch ein leerer Raum war. Keine Woche nach der Schließung hatten Räuber die teuren Geräte einfach mitgehen lassen.

Nun stand er dort, auf den Resten seines wohl behüteten Lebens und wartete auf den Mann, mit dem er vor einer Stunde noch telefoniert hatte und von dem er hoffte, dass er nicht so groß und bedrohlich war, wie seine Stimme geklungen hatte.

Es dauerte zu seiner Erleichterung nicht lange, da hatten die kampflustigen Katzen sich beruhigen können und die Stille kehrte nun endlich wieder zurück, legte sich um ihn wie ein Schutzmantel, der ihm versicherte, dass alles gut gehen würde.

Die vereinbarte Uhrzeit rückte immer näher und er nutzte die letzten Minuten vor dem Auftauchen des anderen, um seine schwarze Cap ein weites Mal zu richten und seine Haare darunter zu verstecken. Dabei sah er an sich herab und checkte sein Outfit.
Schwarzer Pullover, schwarze Lederjacke, schwarze Hose und klobige schwarze Schuhe, die sicher auch dafür gut waren, jemanden, der ihm zu nahe kam einen schmerzhaften Tritt zu verpassen. Selbst an das Pfefferspray in seiner rechten Hosentasche hatte er zu seiner Sicherheit gedacht und als letztes zog er sein Handy aus seiner anderen Hosentasche und stellte es auf Stumm, damit sie während der Übergabe nicht gestört werden würden. Doch es war sowieso recht unwahrscheinlich, dass ihn jemand mitten in der Nacht anrief.

Das Wichtigste jedoch befand sich in der Innentasche seiner Jacke. Es war der Umschlag, der ihn an diesem Tag die meisten Sorgen bereitet hatte. Denn er wusste, wenn er diesen abgab, dann war sein restliches Geld dahin. Auf seinem Konto war kaum noch etwas von dem Luxus übrig, mit dem er aufgewachsen war.

Direkt nachdem er alles überprüft hatte, war es so weit. Drei Uhr nachts. Das verriet ihm das kurze Vibrieren seines Smartphones in seiner Hosentasche. Sein Herz begann unaufhörlich und unangenehm zu schlagen.
In den nächsten Minuten hing sein Leben am seidenen Faden und das wusste er. Er durfte sich nicht falsch verhalten, nichts Falsches sagen, nicht mal etwas Falsches denken. Denn wenn dieser Mann ihm das besorgt hatte, was er wollte, dann würde er sicher auch so etwas besitzen, um sich selbst zu verteidigen oder auch schwierige Kunden aus dem Weg zu räumen.

Nach unendlich anfühlenden Sekunden waren die Schritte zu hören, auf die er die ganze Zeit gewartet hatte. Die Schritte, die für ihn bestimmt waren und immer mehr auf ihn zukamen. Er beobachtete den Parkplatz ganz genau und sein Herz stolperte als die Person, auf die er gewartet hatte, letztendlich um die Ecke kam.

Dieser Mann war mindestens zwei Meter groß und so breit als würde er jede einzelne Sekunde seines Lebens in einem Fitnessstudio verbringen. Es musste ja so kommen, dass er ein solcher Ochse von einem Kerl war. Seine Haare waren nur wenige Millimeter kurz, war, ebenso wie der Jüngere selbst, schwarz gekleidet und trug einen Aluminium-Pilotenkoffer in seiner rechten Pranke.

Der Typ verhielt sich jedoch recht unauffällig, gab dem Wartenden keinen Hinweis, dass er zu ihm kommen sollte, also blieb er stehen, bis der unheimliche Typ direkt bei ihm angekommen war und keinen Meter von ihm entfernt stehen blieb.

„Ich habe nicht damit gerechnet, dass du persönlich kommst“, sagte der Muskelprotz in seiner tiefen, angsteinflößenden Stimme.

„Wen hätte ich denn schicken sollen?“, fragte der Jüngere und schüttelte den Kopf, „Meine entlassene Haushälterin?“

Darauf lachte der andere kurz, beruhigte sich jedoch schnell wieder. „Hätte nicht gedacht, dass jemand wie du in so ‘ner Situation noch Witze machen kann.“

Jemand wie er? Was bedeutete das denn?
Sicher, er war nicht gerade so groß wie der Mann, geschweige denn so durchtrainiert, aber bedeutete das denn so viel? Meinte Mr. Muskelprotz damit, dass er am Äußeren des Jüngeren schon erkannte, dass er ein reicher Sohn war, der bisher noch nicht ein Problem in seinem Leben gehabt hatte?
Vielleicht. Vielleicht konnte man es ihm an der Nasenspitze ansehen oder auch an der teuren Uhr um sein Handgelenk, von der er sich wünschte, er hätte sie zuhause gelassen.

„Hast du es dabei?“, fragte der Schmächtige, der das alles so schnell wie möglich hinter sich bringen wollte.

„Alles was du verlangst, Jungchen“, scherzte der Andere und tippte kurz mit seinem Fuß gegen den Koffer. „Jetzt kommt es nur darauf an, ob du bezahlen kannst.“

Dies erwiderte der Jüngere mit einem Lächeln. Was erwartete der Typ eigentlich? Als würde er tatsächlich nicht genug Geld haben, wenn er ihn doch herbestellt hatte. Also zog er den Umschlag aus seiner Tasche und hielt ihn ihm so weit hin, wie sein dünner Arm lang war.

Der Riese lächelte, trat einen Schritt auf ihn zu und riss ihm den Umschlag aus der Hand. „Echt klug, dass du dich für mich entschieden hast. Wenn das immer so läuft, kannst du gerne weiter mit mir Geschäfte machen.“ Er sah in den Umschlag und grinste noch breiter. Es war also definitiv genug in dem Kuvert, wenn nicht sogar mehr als genug.

„Nichts für ungut“, entgegnete ihm der Jüngere, „Aber ich glaube das wird das einzige und letzte Geschäft zwischen uns bleiben.“

Darauf konnte der andere nicht wirklich lachen, ganz im Gegenteil, er wurde ernst, steckte den Umschlag aber in seine Tasche und schob dann mit dem Fuß den Koffer zum Jüngeren rüber. „Wie du möchtest, aber solltest du dich unentschieden werde ich zur Verfügung stehen. Unproblematische Kunden wie dich beehre ich gern wieder.“

Als hätte ich die Kohle, um noch einmal mit dir Geschäfte zu machen…
Die Schmale, zierliche Gestalt bewegte sich und ging in die Knie, um den Koffer zu öffnen und hineinzusehen. Etwas enttäuscht sah er auf das kleine glänzende Ding darin. „Und das ist echt alles?“

„Präzise, sicher, leise und klein. Damit ist man für das Geld sehr gut eingedeckt. Die Informationen, die du wolltest, sind ebenfalls da, ganz unten.“

Langsam bewegte der Jüngere seine Hand in die Tasche und zog die Pistole heraus, die sich darin befand. Das kalte Metall fühlte sich in seinen Händen irgendwie wie heiße Glut an, so unwohl war ihm bei dem Gedanken eine Schusswaffe in den Händen zu halten. Für ihn war es jedoch sicher, dass er diese Waffe brauchte. Genau deswegen hielt er sie weiter fest, stand auf und zielte damit in die Richtung des alten Gebäudes.

„Sieht ja fast so aus, als hättest du damit Erfahrung“, sagte der andere belustigt, „Du machst das schon ganz gut. Jetzt müsstest du nur noch abdrücken und schon bist du ein Profi. Und keine Sorge wegen des Rückstoßes, der ist nicht sonderlich stark.“

Nervös senkte der Jüngere die Waffe wieder und sah dann dem großen Kerl in seine kalten, braunen Augen. „Gut. Das war’s dann.“

„Sicher. Dann wünsche ich dir viel Spaß mit deiner neuen Investition.“ Er lächelte, verbeugte sich leicht, was auch der Jüngere erwiderte und wandte sich dann ab.

Viel Spaß. Der Kerl hatte leicht reden. Der war es sicher gewohnt Menschen mit einer Waffe zu bedrohen und zu schießen. Der, der die Waffe zum ersten Mal in der Hand hielt war es jedenfalls nicht.
Er blieb weiter stehen, zählte die Schritte des Mannes, bis dieser endlich wieder um die Ecke verschwunden war und ihn damit allein gelassen hatte.

Schwach und überfordert von der Situation ging er, nachdem ihm klar war, dass der Typ nicht mehr zurückkommen würde, in die Hocke und griff sich an die Brust. Sein Atem war viel zu schnell und sein Herz pochte so stark, dass er kaum mehr wusste, wie er sich beruhigen sollte.
Zwar war alles glatt gelaufen und er hatte jetzt das, worauf er lange genug hatte warten müssen, jedoch war diese Situation für ihn ziemlich schwierig gewesen. Es hätte ja sonst was passieren können.

Seine schwachen Beine waren so wacklig, dass er es nicht mal schaffte wirklich lange in der Hocke zu bleiben, sondern musste sich sogar auf den dreckigen Boden setzten, um sich darauf zu konzentrieren seinen Körper zu beruhigen.

Tat er das Richtige? War in dieser Situation überhaupt etwas falsch? Wenn es so weit war, hatte er dann tatsächlich die Kraft abzudrücken?

Er hatte keine Antworten auf diese Fragen und er wusste auch nicht wie es von jetzt an weitergehen sollte. Er war nur überzeugt davon, dass sich etwas ändern musste, damit er wieder in Ruhe leben konnte.

Nach ein paar Minuten rappelte er sich auf und hielt die Schusswaffe weiter in den Händen. Er war für so etwas einfach nicht gemacht. Das passte nicht zu ihm. Er war niemand, der sich in Gefahr begab oder illegale Geschäfte machte. Doch nun war es das erste Mal, dass er so handeln musste.

„Ganz schön blöde Situation, in die du dich da begibst.“

Die fremde Stimme, die ganz sicher nicht dem Waffendealer gehörte, den er zuvor getroffen hatte, überraschte ihn so sehr, dass er seinen Atem anhielt.

„Wer ist da?“, fragte er und krallte seine Finger panisch um das kalte Eisen, um auf alles vorbereitet zu sein. „Komm sofort raus.“

„Eigentlich ist das gegen die Regeln, aber ich nehme mal an, die Situation erlaubt es“, erklärte die fremde Stimme und wenige Sekunden später kam der Unbekannte aus einer dunklen Ecke hervor, keine fünf Meter von dem anderen entfernt.

Die Waffe hielt der Verängstigte in die Richtung des unbekannten Mannes, dessen Erscheinung ihn jedoch überraschte.

Er war ungefähr in seinem Alter, vielleicht etwas älter, aber ein paar Zentimeter kleiner als er. Er war auch komplett schwarz gekleidet und hatte ebenso eine Cappy auf dem Kopf, die seine Haare verdeckte.

„Du solltest besser nicht damit auf mich zielen, Taemin“, sagte er mit einem frechen Lächeln.

Taemin, der die Waffe in seinen zitternden Händen hielt, war so geschockt darüber gewesen seinen eigenen Namen zu hören, dass er die Pistole sogar noch fester hielt, damit er sicherer zielen konnte. „Woher weißt du wer ich bin?“

„Würdest du bitte erst mal die Waffe runternehmen? Ich bin nicht der Feind, für den du dir dieses Ding besorgt hast.“ Der Fremde stand sicher da, es war fast so, als würde er nicht mal ein wenig davor abgeschreckt werden, mit einer Schusswaffe bedroht zu werden.

„Das könnte doch jeder sagen, oder?“ Taemins Angst stieg ins Unermessliche. Er hatte zwar geglaubt, dass diese Waffe irgendwann zum Einsatz kommen würde, jedoch hatte er nicht erwartet, dass das schon so früh der Fall seinen würde. Denn er durfte niemandem vertrauen, schon gar nicht jemandem, der seinen Namen kannte und sicher auch genau wusste wer er war.

Doch der Fremde blieb weiter ruhig stehen, bewegte sich kaum und machte auch sonst nicht den Eindruck wirklich bedrohlich werden zu können. „Ich führe überhaupt nichts bei mir, was dich verletzten könnte.“

„Hast du ein Handy?“, fragte Taemin direkt.

Der Angesprochene sah kurz verwirrt aus, antwortete jedoch recht schnell: „Ein Handy? Sicher.“

„Das reicht mir schon!“, entgegnete er dem Fremden und hielt den Lauf der Waffe weiter in dessen Richtung.

„Oh, verstehe“, säuselte der andere und kicherte kurz. „Keine Sorge, ich hab keine Fotos von dir gemacht. Wenn du willst zeige ich dir gerne mein Handy, dann wirst du sehen, dass ich kein Stalker, Reporter oder irgendwas anderes in dieser Art bin.“

Das konnte er behaupten, entsprach das jedoch der Wahrheit? Taemin hatte mehrmals bitter erfahren müssen wie Menschen logen und das auch ebenso überzeugt wie der hier direkt vor ihm. Er konnte einem dahergelaufenen Unbekannten nicht glauben. Wieso sollte er auch?

„Verschwinde einfach oder du wirst der Erste sein, der merkt was passiert, wenn ihr mich verfolgt“, sprach er aus, mit Angst in der Stimme und Unsicherheit im Herzen. Sein Mundwerk war schon immer sehr groß gewesen, aber bisher hatte das auch gereicht. Eine Drohung in die Tat umzusetzen galt nicht gerade als Taemins Stärke.

„Ok es tut mir leid“, wisperte der andere, „Aber ich glaube du wirst verstehen, dass ich es nicht sonderlich mag, wenn man auf mich zielt.“

Er ging auf Taemin zu. Langsam und so, dass er ihm tatsächlich auch die Chance gab auf ihn zu schießen. Doch Taemin konnte es nicht. Er wollte es. Er hatte sich dieses Ding besorgt, um sich genau vor sowas zu schützen, doch er konnte einfach nicht abdrücken.

Er war zu schwach und ließ es zu, dass der andere neben ihm stehen blieb, dessen Hände auf Seine eigenen legte und sie dann mit der Waffe ein wenig anhob. Taemin überkam das Gefühl, dass der Unbekannte gerade seine Zielführung korrigierte.

„Der Typ hat gelogen, man merkt sofort, dass du damit nicht umgehen kannst, was dich eher lächerlich als bedrohlich aussehen lässt“, erklärte der Fremde, „Erstens hast du ziemlich schlecht gezielt. Bei der Zitterei hättest du höchstens mein Knie getroffen und zweitens:“ Überraschend führte er seinen Zeigefinger zum Abzug der Pistole und übte Druck auf Taemins Finger aus, der Diesem kaum standhalten konnte.

„Warte, nicht doch-“

Der Abzug wurde gedrückt doch nichts passierte. Kein Knall, kein Schuss und doch stand Taemin die blanke Panik ins Gesicht geschrieben.

Funktionierte das Ding überhaupt nicht? Hatte er sich von dem Waffenhändler betrügen lassen?

„Du hast sie nicht mal entsichert“, stellte der andere fest und schaffte es dann die Waffe ganz einfach aus Taemins Hand zu nehmen und ihm daraufhin genau zu zeigen, wie man sie entriegelte. „Das musst du vorher machen, sonst kommt aus diesem Ding keine einzige Kugel raus. Geladen ist sie auch nicht und außerdem solltest du ganz dringend an deiner Zielsicherheit arbeiten.“

„Aber...“, begann Taemin, war sich aber überhaupt nicht sicher was er eigentlich sagen sollte. Wer war dieser Typ und wieso half er ihm damit? Was war hier los?

Danach sicherte der Fremde die Waffe wieder und verstaute sie anschließend in der Tasche: „Wenn ich du wäre, würde ich das Ding so schnell wie möglich entsorgen. Du wirst es nicht brauchen.“

„Ich weiß sehr gut was ich brauche und was nicht“, fauchte Taemin und nahm den Koffer an sich, „Wer auch immer du bist, wenn du überhaupt nichts von mir willst, dann solltest du einfach gehen und all das hier vergessen.“

„Sicher nicht“, meinte sein Gegenüber scherzhaft. „Immerhin habe ich einen Job zu erledigen und du sorgst gerade dafür, dass es mir ziemlich schwer fällt, ihn zu machen.“

Er musste verrückt sein, dachte sich Taemin. Noch nie war ihm solch ein Kerl begegnet. Vor allem was wollte er von ihm? War er doch einer von denen, die ihm nach dem Leben trachteten?

Er sah sich um und dachte darüber nach, ob er wohl schnell genug verschwinden konnte, um diesen Kerl, der sich offensichtlich sehr gut mit Schusswaffen auskannte, loszuwerden.

„Vorschlag“, begann dieser dann, „Ich bringe dich nach Hause und du überlässt mir alles, was dir dieser Typ da gebracht hat.“

„Bist du verrückt?“, erwiderte Taemin aufgebracht. „Als würde ich darauf eingehen. Ich kenne dich doch nicht mal.“

„Dann lass uns kennenlernen.“ Er griff nach Taemins Hand, als dieser gehen wollte. „Du kannst mich Jonghyun nennen.“

„Ich nenne dich überhaupt nichts. Ich habe kein Interesse daran mich weiter mit dir zu unterhalten, oder auch nur in deiner Nähe zu sein.“

Jonghyun schnaufte, als wäre Taemin ein kleines Kind und er total genervt von ihm. „Du verstehst das nicht. Wenn du nicht tust was ich sage, dann werde ich dich dazu zwingen müssen.“

Wusste er es doch. So, wie dieser Jonghyun sich gegeben hatte war er gar nicht. Er wollte etwas von Taemin. Genauso wie alle anderen auch. „Verschwinde.“

„Oh man“, murmelte Jonghyun und hielt Taemin noch fester. „Es tut mir leid, aber wenn du so stur bist, dann hab‘ ich überhaupt keine andere Wahl.“

„Als was?“ Taemin wollte wegrennen, vielleicht hatte er noch eine kleine Chance, doch dieser Jonghyun hielt ihn so fest, dass eine Flucht unmöglich war.
Doch was sollte er sonst tun? Wenn er auf sich aufmerksam machte, würden andere vielleicht die Waffe entdecken oder noch schlimmer, ihn vielleicht erkennen.

„Vertrau mir einfach und wehr‘ dich nicht, ok?“, schlug Jonghyun vor und wollte den Koffer an sich nehmen, wogegen sich Taemin dennoch stark wehrte. „Das solltest du nicht tun, Taemin.“

„Ich wird‘ doch nicht einfach mit dir gehen! Ich-“ Er sträubte sich so sehr dagegen den Koffer abzugeben oder sich von diesem Typen, den er noch nie in seinem Leben gesehen hatte, nach Hause bringen zu lassen, dass er durch die starke Aufregung ganz vergessen hatte, dass er genau das gar nicht durfte.Sich aufregen.
Denn als er seine Stimme erhoben hatte, um Jonghyun abzuschrecken jagte ihm ein sehr bekannter Blitz durch den Kopf und kurz darauf wurde es vor seinen Augen schwarz.

Er konnte nur noch spüren, wie jeder einzelne Muskel seines Körpers nachgab und hören wie auch der Koffer laut zu Boden fiel. Danach vernahm er nichts mehr.


„Ich hab‘ dir gesagt, lass es“, hörte Taemin eine Stimme, als er wenige Sekunden später wieder zu sich kam. Er öffnete seine Augen wieder und ihm war direkt bewusst, dass er nicht lange weg gewesen war.
Sowas kam nämlich ab und zu vor und kannte diese Ohnmachtsanfälle so lange er sich überhaupt erinnern konnte. Er war es auch gewohnt oftmals sehr unbequem auf dem Boden aufzuwachen oder sich etwas angeschlagen zu haben. Doch diesmal war es anders.

Er lag nicht auf dem Parkplatzboden, er hatte sich auch nicht verletzt. Er hing irgendwie in der Luft und erst nachdem er seine Gedanken gesammelt hatte wusste er, dass er sich auf den Armen des Typen wiederfand, der zuvor mit ihm gesprochen hatte.

„Was-?!“, begann er, wurde jedoch von Jonghyun unterbrochen.

„Hör auf dich aufzuregen, du weißt ganz genau, dass das gleich wieder passieren kann“, hielt Jonghyun ihm vor, „Und überhaupt, was hast du dir dabei gedacht tatsächlich allein hier her zu kommen, wo du doch weißt was solche Situationen bei dir auslösen können?“

Taemin war sprachlos und traute sich nicht mal mehr wirklich laut zu atmen.
Dieser Jonghyun kannte ihn wohl ziemlich gut und für ihn konnte das nur eines bedeuten: Er musste einer dieser Stalker sein, gegen die Taemin schon sein ganzes Leben lang kämpfen musste.
Egal wie er es anstellte, er musste sich nun so schnell wie möglich von diesem Kerl losreißen und verschwinden, auch wenn ihm diese kurze Schlafattacke noch in den Knochen steckte.

„Ich weiß, dass du jetzt darüber nachdenkst zu verschwinden, aber glaub mir, du Hitzkopf, das wird nicht passieren. Das ist jetzt ein blöder Spruch, aber Versuch uns zu vertrauen, ja? Ich bring dich nach Hause und dann wirst du sehen, dass wir dir nichts Böses wollen.“ Jonghyun hielt ihn noch fester in seinen Armen, was Taemin direkt spürte und so wurde es noch schwieriger für ihn sich frei zu machen.

„Uns? Wir? Ok, das ist doch verrückt!“, versuchte Taemin an den gesunden Menschenverstand des anderen zu appellieren. „Dir ist schon klar, dass du mich hier gegen meinen Willen festhältst und das ziemlich illegal ist. Wieso lässt du mich nicht einfach runter und dann gehen wir beide unserer Wege und-“

„Du redest ganz schön viel, obwohl du gerade erst ohnmächtig warst“, kicherte Jonghyun, der einfach durch die Straßen lief und sich von dem alten Firmengebäude entfernte.

„Das nennt man Entführung. Verrückten Stalkern wie dir, ist das nicht wirklich bewusst, aber wenn ich gefunden werde, dann kann ich dich anzeigen.“

Mit solchen Typen war nicht zu spaßen. Taemin hatte schon zwei bis drei Mal so einen getroffen, der auch versucht hatte ihn zu etwas zu zwingen was er nicht wollte. Bisher hatte es jedoch immer funktioniert mit ein paar Drohungen und vernünftigen Worten auf diese Menschen einzureden.

Doch Jonghyun war da anders. Ihm schienen die Worte nichts auszumachen und er hatte wirklich überhaupt keine Scheu einfach weiter zu gehen. „Glaubst du echt ich bin einer dieser verrückten Typen oder Mädchen, die versuchen heimlich Bilder von dir zu schießen und sie im Internet zu veröffentlichen? Tut mir leid, aber so hübsch bist du jetzt auch nicht. Zumindest für mich nicht.“

Eigentlich war es für die Situation nicht angebracht, aber Jonghyuns Aussage hatte schon ein wenig an Taemins Ego gekratzt, was ihn bitter werden ließ. „Ich gebe dir drei Sekunden mich runter zu lassen, oder-“

In diesem Moment hörte er, wie sich die Tür eines Autos direkt hinter ihm öffnete.

„Musstest du eingreifen?“ Eine fremde Stimme war nun auch dazu gekommen und hatte Taemin so erschreckt, dass er seinen Kopf verrenken musste, um noch einen jungen Mann hinter sich zu erkennen, der die Tür eines schwarzen, viel zu teuren, Autos aufhielt.

Er selbst war ganz genauso angezogen wie Jonghyun, sie wirkten fast wie Undercover-Polizisten. Dieser Typ hier war auf jeden Fall größer und zudem hatte er auch, ebenso wie Jonghyun ein ziemlich hübsches Gesicht, was für Taemin sehr irritierend war. Meist war es nämlich so, dass man Stalkern auch ein wenig aus dem Gesicht ablesen konnten, dass sie merkwürdig waren. Doch bei diesen beiden war es wirklich anders.

„Es musste sein“, entgegnete Jonghyun ihm, „Er sollte dringend nach Hause. Vor lauter Aufregung ist er mir geradewegs in die Arme gefallen.“

„Was soll denn das? Du redest, als wäre ich überhaupt nicht da!“ Taemin wollte sich das nicht gefallen lassen. Er kannte die beiden nicht und als er im nächsten Moment von Jonghyun auf der hinteren Bank des Wagens abgesetzt wurde, begann er wieder sich zu wehren, damit er das Auto verlassen konnte.

„Beruhig dich. Wir tun dir nichts. Das ist Minho, er ist mein Kollege“, versuchte Jonghyun zu erklären, doch Taemin ließ sich weiter nicht darauf ein, weshalb Jonghyun etwas härter durchgreifen musste und zu Taemin auf den Rücksitz stieg, damit dieser nicht weiter versuchte aus dem Auto zu springen.

„Bitte hört auf“, flehte Taemin leise, was überhaupt nicht dessen Art war. Doch er war nun  ziemlich am Ende und fand keinen Ausweg mehr aus dieser Situation, als Minho die Tür schloss. Das einzige, was er noch tun konnte war, sich herumzudrehen und zu versuchen die hintere Tür auf der anderen Seite des Wagens zu öffnen, doch wie zu erwarten war diese von Innen verschlossen.

Er war eingesperrt in einem Auto mit zwei Typen, die er nicht kannte und gegen die er ganz sicher in einem Kampf nicht ankam.

Auch wenn er es nicht wollte, die Aufregung war so stark, dass er nicht mehr darüber nachdenken konnte sich zu beruhigen. Im nächsten Moment überkam ihn erneut der Schwindel. Sein Herz raste so schnell, dass er auch nicht mehr klar denken konnte.

Er konnte nichts anderes tun, als loszulassen und von der einen auf die andere Sekunde wieder nichts mehr von dem mitzubekommen, was mit ihm passierte.



►►►►►►►►►►Fortsetzung folgt...
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