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Ars Occidendum

GeschichteThriller / P18 / MaleSlash
Gavin Reed Hank Anderson OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor RK900
26.04.2020
26.04.2020
1
2.515
 
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Den Geruch von Blut konnte man selbst in einem Traum nicht ausweichen. Selbst der Knall einer Kugel, die aus dem Lauf einer Pistole schoss, konnte man nicht entgehen. Lauter und erschreckender war das Geräusch von zerreißendem Fleisch, von brechenden Knochen, als die Kugel den Brustkorb des Menschen durchbohrte. Ein markerschüttender Schrei sorgte für Panik im Inneren, doch für Kälte am Äußeren. Jedes Mal am Ende dieses Traumes, blickten grüne, vor Ansgt und Schock geweitete Augen in die Richtung des Schützen und sie verfolgten ihn. Atemnot machte sich breit, Hände, die sich plötzlich um den Hals legten und zudrückten. Und wieder endete dieser furchtbare Traum mit brennenden Schmerz in der Brust. Schweißgebadet riss der Mann die Augen auf, atmete schwer und starrte an die Decke. Die Bettdecke lag am Boden neben dem Bett und ließ den Dunkelhaarigen im Kalten. Mit zitternder Hand fuhr sich Kyle über das Gesicht, trocknete sich mit schnellen Bewegungen die Augen.
Für einen Moment musste er sich fangen, ehe er sich aufsetzte und auf den kleinen Wecker auf dem Nachttisch starrte.
-2:56-
Mitten in der Nacht. Ein Seufzen entwich der trockenen Kehle des Mannes, der sich letzten Endes ganz aus dem Bett stahl, sich schnell ein altes Hemd um die nackten Schultern legte. Der Weg in die Küche dauerte nicht lange und schnell goss er sich ein Schluck Wasser in ein kleines Glas. Still stand Kyle da, starrte in das geleerte Glas, ehe er eine kalte Schnauze am linken Bein spürte. Kurz erschocken sah der Detective nach unten, nur um in die müden Augen seines Huskys zu starren.
"Aleister...geh zurück in den Korb."
Er kraulte das große Tier am Kopf, ehe sich dieses wieder auf den Weg machte und sich wieder gemütlich hinlegte.

Es war seit langer Zeit das erste Mal wieder, dass Kyle diesen Traum hatte. Fast gute 6 Jahre zogen sich seit dem letzten Mal und er wünschte, es wäre nie passiert. Kalte Erinnerungen an frühere Zeiten, die sein Leben prägten. Und doch ließen ihn diese grünen Augen aus seinem Traum nicht los. Sie würden ihn niemals los lassen. So ganz verkraftet hatte er die Situation von damals wohl doch nicht. Mit langsamen Bewegungen lief er an den Vorratsschrank, schnappte sich eine Flasche Gin und setzte sich dann hinaus auf den Balkon. Eine Zigarette zierte schnell die leere Hand und mit glasigen Augen starrte er über die Skyline von Detroit. Bunte Lichter in allen Richtungen, hier und da ein hupendes Auto, Gelächter, dass der Wind bis hinauf zu seiner Wohnung trug.
Den Kopf legte er in den Nacken, genoss die Kälte der winterlichen Nacht....

Diese Nacht war regnerisch und neblig. Selbst auf den viel befahrenen Straßen Detroits war kaum etwas zu sehen und dennoch schlug sich der 19 Jährige durch. Er hasste es. Er hasste es immer wieder, wenn an Wochenenden Abends um 23 das Telefon klingelte. Und Kyle war sich absolut sicher, dass sein kleiner Bruder kein einziges Mal zugehört hatte, wenn er ihm sagte, er würde nicht mehr abnehmen. Und doch wusste Gavin genau, dass Kyle es dennoch tun würde. Diese ausgefuchste, kleine Ratte.
Nach einigen Hupkonzerten und einer 20 Minütigen Parkplatzsuche, stand Kyle endlich vor dem Club, an dem sich sein Bruder aufhalten sollte. Und kaum hatte er sich auch nur ein einziges Mal umgeschaut, entdeckte er ihn direkt. Und was entdeckte er da? Eine Zigarette? Er verdrehte die Augen, stapfte zornig auf ihn zu und bevor Gavin nochmals dran ziehen konnte, landete die Kippe in einer Wasserpfütze am Boden. Das Zischen der ausgehenden Glut war kaum zu hören, als Kyle direkt anfing sich zu beschweren.
"Erst rufst du mich 5 Mal an, sagst mir ich soll dich irgendwo abholen, dann ändert sich die Location wieder und jetzt bin ich hier und du rauchst auch noch? Bist du noch ganz sauber? Mach dass du ins Auto kommst. Das ist ohne Scheiß das letzte mal dass ich dich abhole!"
Gavin konnte noch nicht mal Luft holen um sich über den Verlust der Zigarette zu beschweren. Kyle war zu schnell. Also unterbrach er ihn.
"Was soll der Scheiß? Komm mal runter! Nur weil ich 'Spaß' habe und du nicht, brauchst dich hier nicht aufführen wie ein Arschloch!"
Am Handgelenk gepackt, zerrte der Ältere den Kleineren einfach mit zum Auto. Er würdigte diese volljährigen Affen gar nicht, die Gavin ständig um sich hatte.
"Jedes Mal das selbe. Du willst dass ich dich abhole, dann beschwerst du dich, dass ich hier bin. Ich sag dir, das war das letzte Mal. Wie du her gekommen bist, kannst du dann auch wieder heim fahren."
Schmollend ließ sich der Jugendliche mitziehen und er hielt tatsächlich den Mund. Er wusste ganz genau, ein nächstes Mal würde es wirklich nicht geben, wenn er noch weitere Wiederworte geben würde.


Der Wind zog über den Balkon hinweg und Kyle hatte die Geräuschkulisse komplett ausgeblendet, als er an diesen Abend dachte. Es war einer gewesen wie jeder andere. Er konnte sich gut dran erinnern. Es waren Monate gewesen, in denen er fast jeden Samstagabend irgendwo anders hinfahren musste, um seinen Bruder abzuholen. Kühl legte er sich die Hand auf die Augen, als er in Erinnerungen schwelgte. Gavin war schon immer so gewesen. Ein aufbrausender Kerl, der auf niemanden hörte. Erst recht nicht während seiner Pubertät. Für Kyle war er schon immer das kleine Arschloch in der Familie gewesen. Und dennoch, er liebte seinen Bruder. Das Temperament hatten sie beide. Es vergingen nie Tage, in denen sie sich nicht gegenseitig aus den dümmsten Gründen blöd anmachten. Kyle liebte Gavin, egal was war, er konnte sich immer auf ihn verlassen. Und das wusste der Jüngere auch. Und gerade diese eine Nacht, sollte beiden klar werden lassen, was sie aneinander hatten.

Immer noch regnete es aus Eimern. Es schien so, als wäre es noch schlimmer geworden und Kyle fluchte und fluchte. Kaum regnete es, meinte manch ein Autofahrer, er müsste seine Geschwinigkeit auf ein dreiviertel reduzieren. Doch seine Schimpftiraden wurden unterbrochen.
"Ist Dad daheim?"
Das Auto blieb an einer roten Ampel stehen und Kyle sah starr nach vorne.
"Ja."
Seit geraumer Zeit verhielt sich der Vater seltsam. Er schrie beide ununterbrochen an, erlaubte nichts mehr. Die Nerven schienen blank zu liegen und irgendwas schien an ihm zu zerren. Nervös war er und Kyle spürte schon immer schnell, wenn etwas nicht stimmte. Seine Empathie brachte schon viele Geheimnisse ans Licht, doch hier schien sie zu scheitern. Selbst Gavin schien es zu merken und Kyle mochte nicht trauen zu schauen. Der Jüngere hatte bald schon Angst vor seinem Vater. Verstehen was mit ihm war, konnte niemand. Er war nie so gewesen. Der Job als Polizist und dann noch Detective war sicherlich sehr oft anstrengend, aber den Job hatte er nicht erst seit ein paar Wochen.
"Wenn wir leise sind, bemerkt er uns nicht. Sein Bruder ist da. Als ich los bin, hatten sie sich angeschrien in der Küche. Also sollten wir es ungesehen schaffen."
Je näher sie dem Haus kamen, desto ruhiger wurden die Straßen. In diesem Viertel war es sowieso schon immer etwas...anders. Es war wohl eine normale Gegend, doch oft konnte man Abends nicht allein hinaus. Man musste schon Stoßzeiten abwarten, in denen Gangs an den Häusern vorbeizogen.
Das Auto wurde in der Einfahrt geparkt und still stiegen beide Brüder aus, als urplözlich ein Schuss ertönte. Erschrocken zuckten beide zusammen, Gavin riss beinahe schon panisch die Augen auf.
Der Schuss kam direkt aus dem Haus. Innerliche Panik machte sich breit und Kyle wusste nicht, wie er reagieren sollte. Schnell rannte er um das Auto zu Gavin, packte ihn an der Hand. In der Küche des Hauses brannte Licht und beide konnten das Handgemänge der beiden Männer im Inneren sehen.
"Dad!"
Groß reagieren konnte Kyle gar nicht, da hatte sich Gavin schon los gerissen. Dieser verdammte Idiot! Wie konnte er blind hinein rennen und sich der Gefahr aussetzen?! Der Ältere zitterte am ganzen Leib. Mit solch einer Situation wusste er einfach nicht umzugehen.
Doch die Füße trugen ihn schon von selbst. Ohne irgendwas zu sagen, rannte er seinem Bruder hinterher, direkt in die Küche.

Ein gefährliches Spiel. Der vermeidliche Onkel fuchtelte mit einem Küchenmesser vor sich herum, versuchte immer wieder auf seinen Bruder einzustechen.
"DU BASTARD! DU HAST GESAGT DU VERRÄTST NICHTS!"
Direkt kam Kyle ein verstößlicher Gedanke. Doch den schob er direkt nach hinten, denn Gavin versuchte auf seinen Onkel los zu gehen und was konnte ein 17 Jähriger schon gegen einen halben Body Builder ausrichten?
"Gavin, geh weg da!"
Harrison, so wie der Onkel genannt wurde, holte auch nach seinem Neffen aus und Kyle konnte ihn gerade noch so am Kragen seiner Jacke packen, bevor Messersschneide sein ganzes Gesicht aufschnitt. So traff es nur den Nasenrücken und ein bisschen seiner Wange.
"FUCK!"
Sofort griff er sich an die Nase, versuchte die Blutung zu stoppen.
Sein Onkel war völlig außer sich und der Streifschuss an seinem Arm schien ihm nichts auszumachen.
"Dad! Was ist hier los?!"
Eine unnötige Frage, die hier keiner vorerst beantworten würde. Der ältere Mann raffte sich auf, warf sich wieder auf seinen Bruder und versuchte ihn davon abzuhalten, auf seine Söhne los zu gehen. Doch der schüttelte ihn einfach ab wie ein Insekt, weshalb er regungslos zu Boden stürzte.

Er schien völlig unter Adrenalin zu stehen, der Zorn und Wut ließen in blind vor Einsicht werden.
"Dein beschissener Vater hat versprochen die Kohle zu teilen! Aber wenn ich meinen Anteil nicht bekomme, nehm ich ihm was anderes!!"
Rasend vor Wut ging er ohne zu Zögern auf den jungen Mann los, der panisch versuchte zu flüchten. Doch Harrison hatte ihn schnell an der Kehle gepackt und zurück in die Küche befördert. An Gavin schien er gar nicht mehr zu denken, der sich unter dem Küchentisch versteckt hatte.
Panisch versuchte sich Kyle zu schützen, wehrte einige Handgriffe des großen Mannes ab. Noch nie hatte er ihn so erlebt, aber dass dieser ein Krimineller war, wusste er schon immer. Und es schien, als hätte er seinen Vater in irgendwas hinein gezogen...
"ICH BRING EUCH ALLE UM! ICH WERDE NICHT WIEDER IN DEN KNAST GEHEN! Mit dir fang ich an, dein dummes Gesicht hat mir sowieso noch nie gefallen!"
Kyle ließ sich erst nichts anmerken, doch als er sah, dass er gar nicht von ihm redete, sondern von Gavin, brannten ihm die Sicherungen durch.

Am Boden nicht, weit von ihm entfernt, lag die Pistole seines Vaters und es schien wie ein Kurzschluss. Ohne groß zu denken, packte er die Waffe.
In seinem Kopf spielten sich einige Szenarien ab, doch nur eines geschah wirklich.
Sein Onkel hatte Gavin unter dem Tisch hervorgezogen und auch wenn dieser sich mit lauten flüchen und gefuchtel wie einer Katze zu wehren schien, war es für Harrison kein großes Problem ihn zu würgen, als wäre er eine leblose Puppe.
"Lass...lass die Finger von ihm!"
Die Waffe war nun auf den Onkel gerichtet, der schnell bemerkte, dass Kyle keinen Spaß machte. Der Lauf war entsichert, schon von vornerein und so ließ er von Gavin ab, sah ihn an.
"Schieß doch! Hahaha, du kleines Arschloch traust dich doch sowieso nicht! Ich wette, dein Vater zieht euch auch noch in sei-!"

Ein lauter Knall, dann das Reißen von Fleisch und zerberstenden Knochen. Der leichte Geruch von Schwefel, Kyle schwebte für einen Moment im Nichts. Es war leise, niemand schien einen Mucks von sich zu geben, ehe er wieder zu sich kam. So hörte er nur noch den dumpfen Aufprall eines schweren Körpers am Boden, eine entzürnde Stimme...
"D-Du kleiner....Dreck..."
Doch mehr konnte der eben noch so starke Mann nicht  mehr sagen, als er auch schon seinen letzten Atemzug tätigte. Kyle hatte ihm direkt durch den Brustkorb geschossen. Die Hand krallte sich immer noch um die Waffe und das Adrenalin schien nun auch bei ihm relativ hoch zu sein. Als er realisierte, was eben geschehen war, sank er auf die Knie, starrte auf den toten Körper seines Onkels und bemerkte erst jetzt, dass sich sein Vater scheinbar aus dem Staub gemacht hatte. Da war er nicht mehr und es schien auch das letzte Mal gewesen zu sein, dass er ihn je gesehen hatte....


Es traumatisierte ihn beinahe. Bis heute war nicht klar, um was es damals ging. Sein Vater schien untergetaucht zu sein und keiner hatte ihn jemals mehr zu Gesicht bekommen. Es dauerte Jahre, bis sich auch seine Mutter an jeglichen Verlust hat gewöhnen können. Sie lebte wohl ihr leben weiter, dennoch spürte Kyle bis heute, dass sie nie wirklich drüber hinweg war.
Sie mochte wohl stolz gewesen sein, als beide Söhne den selben Berufsweg einschlugen, und dennoch schien sie immer Angst zu haben.
Kyle war seit 6 Jahren nicht mehr in Detroit gewesen. Und kaum war er wieder hier, bekam er wieder diese unheilvollen Träume, die ihn daran erinnerten, wie kaputt diese Familie eigentlich war.
Der Vater verschwunden, die Mutter nach all den Jahren durch den Wind und sein Bruder? Dieser war nach wie vor ein uneinsichtiges Arschloch durch und durch. Immerhin hatten sie sich mächtig in den Haaren gehabt, weshalb Kyle überhaupt Detroit verlassen hatte und zu einem anderen Department gewechselt hatte.
Sie waren sich schon immer uneinig. Es war ein dummer Fall gewesen, über den sie sich gezofft hatten. Und plötzlich zog sich die Spur soweit, dass sie Anhaltspunkte zum Aufenthalt ihres Vaters fanden. Für Kyle war damals klar gewesen, dass sie familiäre Probleme nicht in das Arbeitsverhältnis ziehen konnten. Erst recht nicht, wo sich die Schnur hinter kaltblütigen Serienmorden herzog.

Doch Gavin war damals anderer Ansichten. Er trieb es soweit, dass er vom Fall abezogen wurde und für eine kurze Zeit sogar suspendiert wurde. Als er herausfand, dass es Kyle war, der dies in die Wege geleitet hatte, war es um seinen Verstand vorbei gewesen. Er wollte es einfach nicht verstehen, dass es seinem älteren Bruder nur um seine Gesundheit ging. Für Kyle ging Gavin immer vor. Egal wie sehr er ihm auf die Nerven ging. Sie hatten letzten Endes nur sich und sonst niemanden. Es hatte Kyle weh getan, als er gegangen war, aber dennoch hatte er ebenso nicht vor, irgendwo die Schuld bei sich zu finden, oder sich auch zu entschuldigen. Etwas Böses hatte er nicht getan. Und darauf beharrte er.
Doch wie das Schicksal es nunmal wollte, wurde er zum DPD zurückberufen und die Stelle, in alter Heimat, wollte er sich nicht entgehen lassen.


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So zum Ende noch auf ein Wort!
In dieser Geschichte wird nicht alles so sein, wie man es vielleicht vom Spiel kennt. Ich habe viel eigene Charaktere eingebaut, viel weitestgehend abgeändert.
Ich versuche dennoch, so nah wie möglich am eigentlichen Geschehen zu arbeiten.
Nichts desto trotz hoffe ich dennoch, dass euch diese Story zusagen wird. Ich habe nach einigen Jahren wieder den Mut gefasst, etwas zu schreiben und hoffe, mich weiter und weiter zu verbessern!
Nun denn, ich habe schon einige Kapitel geschrieben und versuche auch regelmäßig diese Story am laufen zu halten!
Viel Spaß!
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