Das Haupt der Krone

von Ellcani
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Bard Fili Kili Sigrid Tauriel Thorin Eichenschild
24.04.2020
14.10.2020
29
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24.04.2020 2.929
 
Kleines Vorwort: In Ordnung... Hallo und herzlich Willkommen zu meiner ersten Fanfiction! Diese Geschichte basiert auf den Filmen und setzt am dritten Teil an. Jedoch überleben hier alle, denn mein Herz hat die Tode nie verarbeiten können... Ich bin eine KílixTauriel shipperin der ersten Stunde und habe bei Fíli und Sigrid ehrlich gesagt nie was gesehen... und dann bin ich auf diverse fanfictions gestoßen und da haben auch diese beiden mein Herz für sich gewonnen. Tatsächlich wurde ich sehr stark von einer englischsprachigen fanfiction inspiriert (diese hat damit aber nichts zu tun) und ich hoffe, dass ich den Charakteren gerecht werde.
Also... viel Spaß beim Lesen und hinterlasst gern ein Feedback, eure Meinung würde mich sehr interessieren! ^^

⸙ ⸙ ⸙

Das kratzende Geräusch von Kohle auf Pergament begleitete ihn auf seinem Weg zurück ins Leben. Als Fíli die Augen öffnete, wusste er nicht wo er war. Er spürte den Schmerz in seinem Bauch, welcher sich über den gesamten Körper aus zu breiten schien. Eine Müdigkeit, als hätte er seit Tagen oder Wochen kein Auge mehr zugetan lag über ihm wie ein dicker Schleier. Er wollte sich bewegen, sich umsehen, doch die kleinste Bewegung sannte einen stechenden Schmerz durch seine Glieder. Er wagte nur, seinen Kopf leicht zu drehen. Er erkannte, dass er in einem großen Zelt auf einer Pritsche lag. Mehrere Felle bedeckten seinen Körper und er wagte es nicht, sich selbst nach dem Ursprung der Schmerzen abzusuchen. Seine Augen folgten dem kratzenden Geräusch. Neben ihm saß in einem einfachen Schemel ein menschliches Mädchen. Sie war jung. Er wusste gerade genug über die Menschen, um ihr Alter auf 18 oder 19 zu schätzen. Ihre hellbrauen Haare waren im Nacken zu einem Knoten gebunden, doch die meisten Strähnen fielen heraus und verbargen ihr Gesicht, welches sie über dem Pergament in ihren Händen hielt. Ihre Finger waren schwarz von der Kohle und die Geschicklichkeit, mit der sie über die Seite flogen, ließen ihn erkennen, dass sie malen musste. Sie kam ihm bekannt vor, doch er konnte sie nicht einordnen. Warum war sie hier? Warum war er hier? Etwas versuchte sich aus seinem Unterbewusstsein in den Vordergrund zu drängen. Etwas wichtiges. Eine Erinnerung, die er jedoch nicht fassen konnte. Seine Augenlider waren schwer und sein Körper wollte erneut in den Schlaf abdriften, doch er wehrte sich mit aller Macht dagegen.
Er schaute dem Mädchen weiter zu, um sich an irgendetwas im Leben festklammern zu können. Das gleichmäßige Geräusch und die fliegenden Bewegungen ihrer Finger hatten fast etwas Hypnotisches.
Doch sie sah nicht auf, also nahm er alle Kraft, die sein geschundener Körper aufnehmen konnte und atmete schwer ein.
„Zeigt Ihr mir das Bild, wenn es fertig ist?“
Sie sah ruckartig auf und einige lose Strähnen flogen zu Seiten ihres Gesichtes. Den Rest strich sie mit der Hand fort, wobei sie eine schwarze Kohlespur auf ihrer Wange zurückließ.
Ihre Augen weiteten sich für einen Moment, dann trat ein fast spöttisches Lächeln auf ihre Lippen. „Wer sagt, dass ich Euch zeichne?“
Er musste Schmunzeln. Der Ernst seiner Lage musste ihr durchaus bewusst sein, doch dass sie so schelmisch auf ihn reagierte, erheiterte ihn.
„Egal was Ihr malt, mich würde das Resultat dennoch interessieren.“ Seine Stimme war kehlig und kratzte im Hals, als hätte er sie seit einer Ewigkeit nicht mehr genutzt.
Er betrachtete sie, wie langsam der Schelm aus ihren Augen verschwand. Er kannte diese grünen Augen. Und ihre Gesichtszüge kamen ihm wage bekannt vor. Wenn auch nicht von ihr. Da erschien ein Gesicht vor seinem geistigen Auge. Und dann noch eines.
„Ihr seid Bards Tochter, oder nicht?“
Sie senkte den Blick, doch er konnte gerade noch den leicht rosafarbenen Schimmer auf ihren Wangen erkennen.
„Ich hätte nicht gedacht, dass ihr mich erkennen würdet.“
Er schnaubte mit einem Lächeln auf den Lippen. „Ich hätte auch nicht gedacht, Euch an meinem Totenbett anzutreffen.“
Sie hob ruckartig den Kopf und sah ihn streng an. „Hört auf zu scherzen! Ihr seid hier, eben weil dies nicht euer Totenbett ist! Auch wenn es durchaus knapp war.“
Er runzelte die Stirn. Doch gerade als er sie fragen wollte was sie damit meinte, prasselten die Erinnerungen schmerzhaft auf ihn ein. Erebor, der dem Wahnsinn verfallene Thorin, Dain, die Schlacht, Azog.
„Kíli!“ rief er und setzte sich ruckartig auf. Ein Fehler, denn schon sannte die Wunde, die der bleiche Org im zugefügt hatte einen stechenden Schmerz durch seinen ganzen Körper. Das Mädchen sprang auf und packte ihn an den Schultern, um ihn zurück in die Kissen zu drücken.
„Bleibt liegen! Eurem Bruder geht es gut! Ihr habt es am schlimmsten getroffen!“
Fili zwang sich tief ein und auszuatmen, um gegen den Schmerz in Rücken und Bauch anzukommen. „Wo ist er?“ brachte er keuchend heraus.
„Er ist bei Tauriel. Es geht ihm gut, glaubt mir!“
Er runzelte die Stirn, ließ sich aber langsam zurück in die Kissen sinken. „Tauriel die Elbin…“
„Genau die!“ seufzte sie und setzte sich wieder, ohne jedoch Fili aus den Augen zu lassen. „Und genau die wird mich umbringen, wenn ihr die Arbeit ihres Königs zu Nichte macht! Und Kili und euer Onkel gleich mit!“
Fílis Blick flog zu ihren Augen. „Thorin! Was ist mit Thorin!“
„Auch ihm geht es gut. Nur sein Fuß lahmt noch etwas, aber ich habe das Gefühl, dass ihm das egal ist. Als würde der Fuß heilen, weil er von seiner Sturheit eingeschüchtert ist.“
Fíli schnaubte ein Lachen. Ja, dass klang nach seinem Onkel. Es ging ihnen allen gut. Wie war das möglich? Azog hatte ihn getötet, da war er sich sicher. Er hatte den Tod gespürt, ihn kennengelernt und seinen Frieden damit gemacht. Doch nun saß er hier, quick lebendig und unterhielt sich mit Bards ältester Tochter.
„Ich sollte nicht mehr am Leben sein, oder?“
Sie senkte den Blick und strich mit den Fingern über das Pergament auf ihrem Schoß.
„Die Klinge hat Euch vollständig durchdrungen. König Thranduil sagte, Ihr seid dem Tod gerade noch einmal entkommen, aber auch nur, weil er durch Tauriels schnelle Ersthilfe rechtzeitig eingreifen konnte. Ihr habt seine Heiler jedoch ziemlich lange auf Trab gehalten. Und Euer Onkel, der immer mit gezückten Waffen vor dem Zelt stand und jedem Elb drohte ihn umzubringen, solltet Ihr es nicht schaffen, hat es sicher nicht einfacher gemacht.“
Fíli ließ sich mit einem schweren Seufzten vollends zurücksinken.
Er hatte überlebt. Nun verdankte nicht nur sein kindischer Bruder sein Leben einem Elb. Er würde sich dafür bedanken müssen. Aber wie bedankt man sich bei jemanden, der einem das Leben rettete, obwohl man seit Jahrzehnten eine ungelöste Fehde ausführte?
Langsam sah er zurück zu dem Mädchen, welches sich wieder ans Malen gemacht hatte, jedoch immer wieder zu ihm rüber sah.
„Kíli ist bei dieser Elbin?“
Das Mädchen nickte. Fíli stöhnte. „Was hat er sich jetzt nur wieder eingehandelt?“
Sie überkreuzte die Arme und lehnte sich auf ihre Beine vor, das Bild ungeachtet auf ihrem Schoß. „Er ist Euer Bruder. Könnt Ihr Euch denn nicht einfach für ihn freuen?“
Er warf ihr einen scharfen Blick zu „Ich gönne meinem Bruder alles Glück dieser Welt!“
„Aber keine Elbin.“ Stellte sie mit ernstem Blick fest.
„Es ist nur…“ „Kompliziert. Schon klar!“ Sie machte sich wieder an ihr Bild. „Aber Elben, Zwerge und Menschen haben Seite an Seite gekämpft. Tauriel hat Eurem Bruder mehr als einmal das Leben gerettet und ihr verdankt Eures ebenfalls einem Elb. Und dann auch noch einem König. Damit sollte dieser alberne Hass doch Geschichte sein.“
„Sie haben uns ihre Hilfe verwehrt, als wir sie am dringendsten brauchten!“
„Und nun haben sie sie euch gegeben! Ist das gar nichts wert!“
Er öffnete den Mund, wusste jedoch nichts darauf zu erwidern. Sie warf ihm einen spöttischen Blick zu. „Ich könnte Euch ebenso vorwerfen das Unheil über uns genbracht zu haben, ist der Drache doch nur wegen euch aufgewacht! Aber das tue ich nicht. Die Zerstörung Esragoth ist nur die Schuld des Drachen. Und so ist auch das Unheil, das Eurem Volk damals zustieß, nur die Schuld von Smaug. Aber dieser ist tot. Dank meines Vaters! Also sollte dieser Krieg vorbei sein.“
Er starrte sie an. Das waren sehr weise Worte, für ein so junges Mädchen. Er hätte es verstanden, würde sie die Schuld für ihr Schicksal den Zwergen geben. Wenn nicht der ganzen Art, dass zumindest denen, die in ihr Haus kamen und das alles begonnen hatten. Er begann sich zu fragen, was für ein Leben sie in der Seestadt geführt hatte. Er wusste, dass ihre Mutter gestorben war, dass sie zwei Geschwister hatte und einen Eintopf kochen konnte, der einem die Seele wärmte. Aber was muss sie erlebt haben, um in einem solch jungen Alter schon so weise Worte zu sprechen.
„Wie ist euer Name?“ fragte er sanft.
Überrascht sah sie auf. „Sigrid.“
Er seufzte. „Warum seid ihr hier Sigrid? Ihr solltet bei eurer Familie sein. Nach all dem, was passiert ist.“
Ein Grinsen stahl sich auf ihre Lippen. „Weil es gerade nichts anderes für mich zu tun gibt, als darauf zu achten, dass ihr euch nicht selbst umbringt. Mein Bruder hilft beim Wiederaufbau von Tahl, meine Schwester ist eh ständig überall und mein Vater versucht sich an die Rolle als König zu gewöhnen.“
Fíli stutzte. Wiederaufbau? König?
„Wie lange habe ich geschlafen?“
„Ihr wart fast einen Monat nicht ansprechbar.“
Er riss die Augen auf. Einen Monat! Was war in dieser Zeit alles passiert?
„Und wie lange nehmt Ihr eure Aufgabe mich zu beaufsichtigen schon wahr?“
Sie schmunzelte „Keine Sorge. Nach dem Kampf habe ich genug Zeit mit meiner Familie verbracht. Nun erfülle ich die Aufgabe, die man mir gegeben hat. Und ich genieße es, so etwas Zeit für mich zu haben.“
„Aber das müsst Ihr nicht! Ich bin mir sicher mein Bruder könnte das an eurer Stelle tun!“
„Unsinn! Er hat eine Menge zu tun! Und er kommt ohnehin mindestens einmal pro Stunde hier her!“
Fíli wollte sich wieder aufrappeln. Er musste sehen, was in der Welt passiert war. Doch Sigrid sah ihn streng an und er sackte unter ihrem Blick zurück. „Bleibt liegen! Wenn nicht für Eure Gesundheit, dann für das Bild!“
Sie hatte Recht. Das merkte Fíli, als sich die Müdigkeit erneut über ihn legte. Das Adrenalin hatte Zeitweise seinen schwachen Körper aufgeheizt, doch nun kehrte der dunkle Schleier zurück und Schweiß trat ihm auf die Stirn. Er ließ sich zurück in die Kissen sinken und lächelte schwach. „Also zeichnet Ihr doch mich!“
Sie sah ihn ironisch an. Doch ihre Augen waren sanft, als sie die Müdigkeit in seinem Blick sah.
„Schlaft jetzt. Ich wecke Euch, wenn Euer Bruder wiederkommt.“
Und schon als Fili die Augen schloss, hüllte der Schleier der Erschöpfung ihn vollends ein und Sigrid konnte ihr Bild beenden.

Als er das nächste Mal die Augen öffnete, war er allein. Der Schemel neben ihm war leer und die Zeltwände blähten sich sanft im Wind. Wie lange hatte er nun wieder geschlafen? Länger als einen Monat? Vorsichtig setzte er sich auf. Die Schmerzen waren noch da, jedoch war es besser zu ertragen als zuvor. Also schwang er vorsichtig erst das eine, dann das andere Bein über den Rand der Pritsche, während er sich den Bauch hielt. Jetzt konnte er auch sehen, was sich alles im Zelt befand. Zwei Tische, ein Schrank, Stühle und Schemel, Wasserkrüge, Waschzuber und Unmengen an Kräutern und Salben. Langsam zog er sein Hemd etwas hoch, um sich die Wunde anzusehen, aber ein Verband war vollständig um seinen Oberkörper gebunden. Dieser war jedoch noch halbwegs frisch. Es konnte nicht allzu lange her sein, dass man ihm diesen angelegt hatte. Auf der Suche nach etwas zum Überziehen, fiel sein Blick auf den Schemel, auf dem Sigrid gesessen hatte. Darauf lag ein Pergament, mit einer schwarzen Kohlezeichnung, die er vorsichtig in die Hand nahm. Sie hatte tatsächlich ihn gezeichnet. Schlafend, mit leicht geöffneten Lippen und wüsten Haaren. Die Zeichnung besaß eine Perfektion, als hielte er ein Spiegelbild seines schlafenden Ichs in der Hand. Er hätte es noch stundenlang ansehen können, doch Geräusche vor seinem Zelt erweckten seine Aufmerksamkeit, also legte er es vorsichtig wieder hin und humpelte zum Ausgang. Als er die Zeltwand zur Seite hob, blendete ihn das strahlende Sonnenlicht und eine eisige Kälte schlug ihm entgegen. Nach einigen Augenblicken hatte ihn die Sonne jedoch soweit aufgewärmt, dass ihm der Fellumhang, den er auf einem Stuhl gefunden hatte, völlig genügte.
Die Unruhe, die er gehört hatte, stammte von zwei Zwergen, mit denen er hätte rechnen müssen. Kíli und Thorin fuhren sich gegenseitig an, während Sigrid und die Elbin etwas verloren danebenstanden.
„Ich habe genug von den Elben!“ rief Thorin gerade und deutete wütend auf Tauriel. Kíli setzte jedoch bereits zum Gegenschlag an. „Sie hat ihm das Leben gerettet! Und mir auch!“
„Und jetzt wird sie diese Aufgabe den Zwergen zurückgeben!“
Kíli warf frustriert die Arme in die Luft. „Lass sie zu ihm, damit sie ihm helfen kann! Und selbst wenn sie ihn mit Zauberei heilt - “ „Was es im Übrigen nicht ist!“ warf Tauriel etwas kleinlaut dazwischen. „ – wäre das ebenso in Ordnung, solange es ihm nur hilft!“
Thorin tobte fast vor Wut, da fiel sein Blick jedoch auf den blassen Zwerg im Zelteingang und er verstummte sofort, die Lippen noch immer zum Angriff geteilt.
Kíli stutzte, als keine Reaktion kam und fuhr herum.
„Fíli!“
Schon flog er seinem Bruder in die Arme, der sich nur mit Mühe gegen den Aufprall stemmen konnte. Sein Lachen jedoch schallte von überall wieder. Kíli fasste seinen Bruder an den Schultern und strahlte ihn an. „Es geht dir gut!“
Fíli lächelte und vergrub seine Hand im schwarzen Haar seines Bruders. „Ja Bruder! Es geht uns alles gut!“
„‘Gut‘ wäre wohl zu viel gesagt.“ Tadelte Sigrid aus dem Hintergrund und trat näher. „Ich bin nur eben fünf Minuten weg und Ihr müsst gleich aufstehen und das Zelt verlassen?“
Er lächelte entschuldigend. „Ich wusste nicht, wie lange ich wieder geschlafen hatte. Als Ihr nicht da wart, musste ich doch sicher gehen, dass die Welt noch die Selbe ist!“
„Ich versichere Euch, das ist sie!“ Die Rothaarige Elbin trat mit verschränkten Armen neben Sigrid. „Und da Ihr das nun wisst,“ sie streckte den Zeigefinger zum Zelt „ab zurück ins Bett mit Euch! Ihr seid noch nicht vollends genesen und mein König wäre alles andere als erfreut, würdet Ihr seine gesamte Arbeit zerstören!“
Sigrid trat vor und hob die Zeltwand hoch, damit Fíli hindurchtreten konnte. Als er an ihr vorbei kam flüsterte sie „Hab‘ ich doch gesagt!“ und er schmunzelte.
Als er sich zurück auf die Pritsche setzte, traten auch Thorn, Kíli und Tauriel ins Zelt.
Sigrid drückte Fíli an den Schultern zurück in die Kissen, damit er sich hinlegte.
Währenddessen wusch Tauriel sich die Hände an einem Waschzuber und trat dann zu ihm. „Dann wollen wir doch einmal hoffen, dass diese Aktion nichts zu Nichte gemacht hat!“
Während sie seinen Verband abwickelte und die Wunde genauestens untersuchte, stand Thorin mit fest verschränkten Armen an einem Stützfeiler und sah mehr denn je aus wie ein bockendes Kind. Kíli hingegen platzte fast vor Stolz. Als Fíli zu Sigrid sah, begegnete ihm nur ein tadelnder Blick.
„Was ist mit den Anderen?“  
„Alle sind wohl auf und gehen ihrer Arbeit nach Bruder. Keine Sorge!“
Fílis Blick fiel auf Thorin. „Was ist mit Bilbo?“
Es war wieder Kíli der antwortete. „Er wollte unbedingt warten, bis du aufwachst. Ich bin sicher er ist wieder einmal mit der jungen Prinzessin unterwegs, um die Umgebung zu erkunden.“ Er und Sigrid mussten schmunzeln.
„Ihr habt Glück gehabt!“ sagte Tauriel da und zog Fílis Hemd mit etwas mehr Schwung herunter als nötig gewesen wäre. „Es ist alles noch so wie es sein soll. Aber Ihr werdet im Bett bleiben! Und wenn wir zusätzliche Wachen vor dem Zelt postieren! Solange, wie die Wunde noch heilt, werden ihr nicht aufstehen!“
Fíli hob kapitulierend die Hände und zwinkerte seinem Bruder zu, welcher daraufhin grinste, jedoch mit ernstem Unterton sagte: „Sie hat Recht Bruder! Du solltest dir Zeit geben!“
„Schon gut.“ Brummte Fíli.
Sigrid trat zu ihm und zog die Felle über seinen Körper und steckte sie an den Seiten fest, wie es seine Mutter früher immer getan hatte. Ihm schoss durch den Kopf, dass Sigrid wohl schon sehr früh die Rolle der Mutter für ihre Geschwister einnehmen musste und eine Welle des Mitgefühls schwappte über ihn.
Als die anderen das Zelt wieder verließen (Thorin mit einem unzufriedenen Brummen auf den Lippen), setzte Sigrid sich wieder auf ihren Schemel und verschränkte die Arme. „Euch ist doch bewusst, dass ich Euch jetzt nicht mehr aus den Augen lasse!“
Fíli grinste schelmisch und verschränkte die Hände hinter seinem Kopf. „Wenn Ihr damit zurechtkommt!“
Sie verdrehte die Augen und nahm sich ein neues Pergament.
Fílis Blick wurde ernst, als sie begann die ersten Striche aufzutragen.
„Das Bild ist sehr schön geworden.“ Die Worte hatten seine Lippen bereits verlassen, bevor er wusste, dass er sie dachte.
Sigrid hob den Blick und sah ihn ausdruckslos an. Nachdem sie sich eine Weile so in die Augen sahen senkte sie den Blick und sagte leise „Danke.“
„Seit wann malt Ihr schon?“
Sie führte die Kohle wieder über das Pergament, nun jedoch etwas langsamer. „Seit meine Mutter…nicht mehr da ist.“
Fíli senkte den Blick. Er wollte sie nicht traurig machen. Er sah sie an und das Mitgefühl schwoll an.
„Vielleicht erzählt Ihr mir ja einmal von Ihr.“ Sagte er leise. So leise, dass er fast dachte, sie hätte ihn nicht gehört, doch ihre Finger hielten für nur einen Moment inne. „Irgendwann einmal. Es scheint ja, dass wir jetzt einige Zeit miteinander verbringen werden.“
Der Versuch die Stimmung etwas aufzuheitern hatte wohl Erfolg, denn er sah das leichte Heben ihrer Mundwinkel durch den Schleier ihrer Haare.
„Wir werden sehen.“
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