Teddy

von Miharux3
OneshotRomanze / P12
Akihiko Usami Misaki Takahashi
24.04.2020
24.04.2020
1
1.095
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
24.04.2020 1.095
 
Und da saß er, Misaki Takahashi, ein 21-Jähriger junger Mann, und tat was?
Genau… er machte einen Teddybären…
Aber natürlich war es nicht irgendein Teddybär. Es war ein kleiner Teddybär aus dunkelbraunem Stoff und möglicherweise grünen Augen. Einen Teddy, der seinen Geliebten vom Hocker hauen würde!



Wenn er doch nur nicht so… scheußlich aussehen würde.
Misaki betrachtete seinen unfertigen Teddy etwas näher. Der Körper war fertig, vollgestopft mit Watte und sah akzeptabel aus. Der Kopf war etwas zu klein geraten, doch wenn man nicht genau darauf achtete, fiel es einem zum Glück nicht auf, da die großen Ohren es ein wenig vertuschten. Die Arme waren beide gerade aufgenäht worden, aber was Misaki nicht bemerkt hatte, war die Tatsache, dass die Arme nicht auf gleicher Höhe waren, als er anfing den zweiten Arm dran zu nähen (der nebenbei etwas dicker war als der andere).
Die Beine hatte er weder dran genäht noch vollständig gefüllt. Er war sich ehrlich gesagt nicht sicher, ob er diese überhaupt verwenden sollte, da das eine Bein länger war als das andere.
Seufzend ließ Misaki den Teddy auf dem Bett liegen.
Er war enttäuscht von sich selbst. Da hatte er eine tolle Idee für den 31. Geburtstag seines Freundes und bekam es einfach nicht gebacken, diese Idee umzusetzen.
Die Idee hatte er nur durch diesen besagten Mann bekommen, als sie zusammen in der Stadt herumliefen und Lebensmittel für das Abendessen besorgten. Dabei liefen sie an einem Spielzeugladen vorbei, an dessen Schaufenster Teddys präsentiert wurden (Misaki hatte Mühe, Usagi davon abzuhalten, den Laden zu stürmen).
Auf dem Weg nach Hause hatte Usagi ihm mitgeteilt, dass er am Abend vor seinem Geburtstag zu einem Abendessen musste, da ihn sonst der Verlagschef, Isaka-san, umbringen würde. Er hatte sich darüber beschwert, da er höchstwahrscheinlich erst mitten in der Nacht nach Hause kommen und eigentlich viel lieber einen entspannten Abend mit Misaki verbringen wollen würde. Und natürlich musste er wieder betonen, wie sehr er Misaki vermissen würde während diesen Stunden.
Misaki, beschämt und doch gerührt über diese Aussage, rollte seine Augen und antwortete darauf, dass Usagi übertreibe und er bei Geschäftsreisen doch viel länger ohne ihn klar kommen müsste. Dann, mit einem Schlag, kam die Idee.
Da Misaki nicht immer auf Geschäftsreisen mitkommen konnte, denn die Uni beschäftigte ihn sehr, könnte er ihm irgendetwas basteln, dass Usagi immer bei sich tragen könnte, um irgendwie einen Teil Misakis bei sich zu haben. Nach wenigen Minuten fiel Misaki dann die perfekte Idee ein, über die er auf ewig stolz sein würde: Er könnte Usagi einen Teddybären (sein Lieblingsspielzeug) machen, der genauso aussah wie er!
Kurz darauf war ihm der Gedanke daran etwas peinlich, doch er wusste, dass Usagi gerührt sein würde. Und da Misaki es liebte, seinen Hasen glücklich zu sehen, entschied er sich: Usagi würde ganz bestimmt einen Teddybären als Geburtstagsgeschenk bekommen.
Zuerst hatte er überlegt, seinen Freund Sumi in die Sache mit hineinzuziehen, doch dann entschied er sich lieber, es alleine zu probieren. Also kaufte er eines Tages Stoff, Watte und Nähzeug und versuchte einen kleinen Teddy mit Hilfe von Youtube-Videos herzustellen.
Doch jetzt, nach einem Blick auf seine Nachttischuhr, war er verzweifelt. Denn es war schon nachts, um genauer zu sein, halb 1 Uhr morgens. Es war Usagis Geburtstag.
Der Junge wandte seinen Blick davon ab und betrachtete den Teddy noch mal genauer.
Die Arme saßen jetzt nicht sooo fehl am Platz, doch trotzdem sah man, dass etwas nicht stimmte. Und bei den Beinen war es auch nicht schwer zu übersehen, dass das eine Bein fast einen ganzen Zentimeter länger war als das andere.
Misaki seufzte erneut, mit einem Teddybärenbein in der Hand, und überlegte sich, wie er diesen Teddy bis zum Morgen retten konnte. Er hatte nicht genug Stoff da, um einen neuen anzufertigen, jedoch hatte er auch Angst, es noch schlimmer zu machen.
Während der Junge damit beschäftigt war, Trübsal zu blasen, bemerkte er nicht das leise Geräusch einer knallenden Eingangstür.

Usagi hatte die Wohnung betreten, genervt und seufzend. Nachdem er seine Schuhe ausgezogen hatte, betrat er das Wohnzimmer und legte seine Schlüssel auf die Kommode neben der Tür. Gerade als er sein Jackett ausziehen wollte, fiel ihm etwas auf.
Er hörte Musik.
Fragend blickte er sich um und sah, dass Misakis Zimmertür einen kleinen Spalt weit geöffnet war. Da schien auch die Musik herzukommen, die Misaki währenddessen die ganze Zeit leise im Hintergrund hatte laufen lassen.
Usagi zog sein Jackett vollends aus und warf es achtlos auf die Couch, bevor er die Treppen hochstieg und in die Richtung des erleuchteten Zimmers ging.
Warum war der Junge denn noch wach?

Misaki, der so komplett in seine Gedanken versunken war, hatte nicht bemerkt, dass jemand die Wohnung betreten hatte und in diesem Moment auf sein Zimmer zuschritt. Erst als sich seine Tür öffnete, schreckte er hoch.
„U-Usagi?!“, fragte er überrascht, während er nervöse Blicke zum unfertigen Bären warf. Jetzt war alles verloren.
„Was machst du denn schon hier? Ich dachte, dass… wird heute länger...“
Usagi nickte, den Blick auf die gefüllten Stofffetzen gerichtet. „Ja, dass sehe ich.“
Ein Lächeln trat in sein Gesicht, als er nach einigen Sekunden erkannte, dass das Stoffwesen auf Misakis Bett ein unfertiger Teddy war.
Für Misaki jedoch entstand eine unangenehme Stille.
Nach eineinhalb Minuten hielt er es nicht mehr aus und sagte etwas.
„Usagi… es tut mir Leid. Ich… dachte mir, dass ich dir zum Geburtstag vielleicht einen Teddy basteln könnte, der mir irgendwie ähnlich sieht, damit du… na ja… damit du dich nicht einsam fühlst, falls du mal wieder auf eine Geschäftsreise musst oder ich Nii-chan besuche...“, gestand er. Dabei wurde Usagis Lächeln etwas größer.
Der Mann war voller Freude, diese Worte aus dem Mund seines Geliebten zu hören und wusste schnell, wie der junge Mann auf die Idee mit dem Teddy gekommen war.
Immer noch lächelnd, lief er auf Misaki zu und setzte sich neben ihn aufs Bett. Währenddessen hatte er kurz auf die Uhr geschaut, weshalb er Misaki fragte: „Du weißt, dass es schon nach Mitternacht ist?“
„Ja, aber ich wollte nicht schlafen gehen, bevor der Bär fertig ist und…- oh. V-Verzeih. Ehm. A-Alles Gute zum Geburtstag, Usagi!“
Usagi lachte leise, bevor er Misaki einen kleine Kuss auf die Stirn gab.
„Danke, Misaki.“
Noch einmal blickte er zum etwas misslungenen Teddybären.
„Gut. Wird Zeit, dass wir das Geburtstagsgeschenk fertig stellen, am besten so schnell wie möglich.“, sagte er, bevor er grinste. „Und dann gehen wir ins Bett.“
Und so arbeiteten die Liebenden gemeinsam an das Geschenk für Usagi, bevor sich dieser ganz innig bei Misaki bedankte… in seinem Bett.
Review schreiben