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Sweetwater - Der verfluchte heiße Tisch

von Blueice91
GeschichteÜbernatürlich, Liebesgeschichte / P18
23.04.2020
25.11.2020
15
40.832
 
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23.04.2020 2.011
 
Hai Leute. Hier bin ich. Mit einer neuen FF mit meinem Love Jason Isaacs. Paranormal meets Romantik. Oh ja. Ein heißer Geist trifft ne Frau und die Erlösung muss gefunden werden. Also lest euch erst mal in das erste Kapitel rein und wenn es euch gefällt, dann lasst ein Review da. Bin schon sehr gespannt auf eure ersten Meinungen.
Bis dahin,
viel Spaß beim Lesen.
Tschau da draußen.
LG Blueice91



Die Erde. Wo wir Menschen leben. Unsere Heimat. Sieben Kontinente. Drei große Ozeane. Unzählige Länder auf denen Menschen unterschiedlicher Nationen leben. Es gab einmal die alte und die neue Welt. Zwei Welten. Die neue Welt. Entdeckt von Columbus und von den Wikingern. Ja, Amerika. Bezüglich Nordamerika. Ein wunderbares Land. Voller Möglichkeiten. Wo alles möglich war.
Es hieß damals, wenn du in die neue Welt gehst, wirst du reich werden. Mit viel Fleiß und Arbeit konntest du es. So dachte man in Europa und viele Menschen zogen in die Prärie, wo es Staub und Gold geben sollte. Besonders die wüsten Landstriche des Landes waren gute Einnahmequellen für Goldsucher und Großgrundbesitzer. An manchen Stellen fand man Gold, wenn das nicht klappte, dann eben Rinder züchten. Durch dieses Geschäft entstanden eine Menge von Legenden. Wie zum Beispiel die Geschichte von berühmten Mann Billy the Kid, den jeder in Amerika kannte. Ein echter Western-Typ. Er stammte aus New Mexiko. Sein Leben wurde von Pistolen und Blut gekennzeichnet. Starb am Galgen.
Aber, er war nur einer von vielen, die New Mexiko im Atem hielten. Es gab noch einen. Einen weitaus gefährlicheren Mann. Er kannte sich selbst „Der Prophet“. Und dieser Prophet brachte nur Leid und eine lange Blutspur über das Land. Sein Land nannte er „Heiliges Land“. Heilig war es keineswegs. Erbaut aus Lügen, Blut und Habsucht. Der Prophet führte eine Sekte, die in stolz und abhängig folgte. Man glaubte, dass wenn die Welt in Flammen stehen würde, dass der Prophet mit seiner Schar überleben würde. Ausgemachter Unsinn. Bei vielen Bewohner der Gegend verhasst, wollten sie sich nicht zu seinem Glauben hinziehen. Dieser Mann war ungezügelt. Hatte zwei Ehefrauen und eine Tochter. Aber noch schlimmer war an ihm, dass er auch eine Frau vergewaltigte, die ihren Ehemann verloren hatte. Der Mörder war genau dieser Prophet gewesen. Mörder, Vergewaltiger. Alles in allem war er ein einziger Sünder. Jeder Sünder würde irgendwann für seine abscheulichen Taten büßen. Und so kam es dann auch.
An einem friedlichen warmen Tag wandelte sich der Frieden in einen blutigen Tag. Eine Frau. Im lila Kleid gehüllt und geschminkt ritt allein durch die Stadt. Rächte sich an denjenigen, die unermessliches Leid über sie brachte. Zuerst ein Banker, der sie nur als Hure ansah. Nicht als Frau. Er starb mit einer Kugel in der Brust.
Dann ein perversen Landbesitzer, der sich heimlich ein Guckloch in der Umkleide für Frauen geschaffen hatte. Es törnte ihn an nackte Frauen zu beobachten, wie sie sich auszogen. Seine Todeskugel landete genau in seinen Arsch. Nach den Morden in der Stadt ging es auf die Ranch dieses Propheten. Dort tötete sie jeden Mann, den sie vor die Flinte bekam. Zum Schluss war nur noch der Prophet dran. Dieser starb nicht durch eine Kugel von ihr, sondern von einem Sheriff, der ihm ebenfalls auf der Spur war. Der Sheriff war eigentlich ein Detektiv und suchte in der Prärie nach dem Mörder zweier Brüder aus Santa Fe. Dreimal dürfte man mal raten wer der Mörder der Brüder war.
Richtig, der Prophet. Er wurde mit einer Kugel unter dem rechten Auge getroffen. Aber die Kugel des Mörders traf auch den Sheriff. So starb der heldenhafte Mann. Er wurde von der jungen Frau im lila Kleid begraben und ihre Spur verlor sich Staub von New Mexiko.

Jetzt denkt man sich, ok, das war es also, der Wilde Westen. Nein, die Geschichte fängt richtig an. Nachdem die junge Frau weg geritten war, lebte der Prophet noch. Es gab Berichte, wo es hieß, dass Menschen sogar eine Erschießung überlebten. Dieser Mann war unglaublich zäh. Er schleppte sich zu seinem Haus. Weiter floss Blut aus seinem Gesicht und hinterließ eine feine Linie aus Blut entlang des Weges. So ging er ins Esszimmer, wo er sich auf seinen langen Tisch legte und langsam starb. Er wollte auf ewig weiterleben. Im Reich Gottes. Als sein Leben aus ihm wich, sah er das göttliche Licht, was ihm abholen sollte, doch war es nicht so. Schwarz wie die Nacht und Luzifer nagte an ihm. Der Teufel wollte diesen Sünder haben und schenkte ihm die Gabe auf ewig als dunkler Geist weiterzuleben. Luzifer schlug ihm vor in einen Gegenstand zu fahren. Er wählte einen einzigartigen Gegenstand. Auf dem er jetzt gerade lag. Der Tisch aus Mahagoni. Ja, genau. Sein Blut vermischte sich mit dem Holz und der Tisch wurde blutrot. Als Geist fristete er nun sein Leben in seinem Haus.
Tage gingen dahin, bis die Stadtbewohner zu seiner Ranch kamen und das blutige Chaos dort sahen. Selbst der Gouverneur, der extra aus Santa Fe angereist war, besuchte das angebliche Heilige Land. Ihm stockte der Atem als er den armen Sheriff ausgegraben hatte. Seine Leiche sollte nach Santa Fe überstellt werden und dort beerdigt werden. Weitere Leichen fanden sie. Die Jünger des Propheten. Die zwei erschossenen Ehefrauen. Die Tochter, sie war weggelaufen. Hinaus in die nächste Stadt und berichtete von der Schießerei auf der Ranch. Dann entdeckten sie den Leichnam von dem Mann, der Frieden predigte auf dem Tisch.
„Was sollen wir jetzt tun? Derjenige, der hier Selbstjustiz geübt hat ist lange fort“, sagte ein Bewohner der Stadt.
„Auf so ein blutiges Land kann keiner Leben. Die Menschen hier, sind sehr stark den Aberglauben verfallen“, sagte der Gouverneur.
Es stimmte. Der Bürgerkrieg war lange her und die Menschen fingen an mit den Verstorbenen zu reden. Das Quija-Brett war hoch in Mode gekommen. Gläser rücken. Tische verschieben. All das war das Werk von Geistern gewesen. Der Gouverneur entschied sich, die Gebäude abzureißen und die Gegenstände zu verkaufen. Die Tiere wie Schafe und Pferde wurden auch verkauft. Alles verschwand.

Der Mahagonitisch, der einen Makel aufwies, nämlich feine Kratzer mit einem Messer nachgezogen wanderte nach Santa Fe, zu einem reichem Mann. Doch der Tisch brachte ihm kein Glück. Nach wenigen Monaten verlor der reiche Mann alles. Seine Frau und sein Geld. Mittellos entschied er sich den Tisch zu verkaufen. Mehrere Besitzer, die allesamt das selbe Schicksal erlitten. Arm und dem Selbstmord nahe. Manche konnten sich von diesem Schock nicht mehr erholen und lebten in völliger Abgeschiedenheit ihr armseliges Leben.
Zuletzt fand der Tisch seine Ruhestätte in einem Lager außerhalb von New York. Er hatte also alle Statten der USA bereist. 1920 endete seine Reise. Selbst in Alaska war er gewesen. Jetzt wollte niemand mehr den Tisch haben. In New York wurde er als Tisch des Teufels verschrieben. Der verflucht sei. Keiner wollte einen verfluchten Tisch besitzen. Zwar war der Spiritismus nicht mehr so en vogue, aber der Aberglaube hielt sich weiterhin hartnäckig.
1929. Der schwarze Tag für die Börse. Eine Welt fällt in den Abgrund aus Schulden und Mittellosigkeit. Nach dieser Schmach folgte der Zweite Weltkrieg, wo viele Menschen umkamen. Die Welt erholte sich. Das Wirtschaftswunder. Die goldenen Zeiten kehrten wieder zurück. Amerika hatte den Krieg gewonnen und baute sich neu auf. Neue Städte entstanden. New York erbaute sich große Firmen, die aus dem Boden ragten. Man erfand sich neu. Musik und Mode beherrschten bald die Straßen. Die friedvollen 60er. Die goldenen 70er. Die grellen 80er. Die Techno 90er. Millennium. Jetzt wollte man die Moderne. Handys. Computer. Autos.
Nach all der langen Zeit entschied sich der Bezirk von New York das Lagerhaus, wo der verfluchte Tisch stand, abzureißen um dort ein Seniorenheim zu erbauen. Der Tisch musste weg. Vergessen waren die alten Sagen von damals. Bei einer Auktion sollte das olle Ding für immer verschwinden. Man konnte live bieten oder übers Telefon. Auch das Internet war vertreten.
„Was setzten wir an?“, fragte ein Typ im Anzug seinen Chef.
„Baujahr 1885. Macken und diese Kratzer. Guter Zustand. 500$. Wäre schön wenn wir einen stolzen Preis dafür ergattern“, sagte der Chef und begab sich in den Auktionsraum, wo die Bieter schon alle saßen.

„Nun kommen wir zu einem wirklich schönen Stück. Ein Mahagonitisch aus dem Jahre 1885. Guter Zustand und mit einigen Kratzern, macht er sich sehr gut in einem großen Esszimmer. Zuletzt stand er bevor er nach New York kam in New Mexiko“, erzählte der Chef und sah die Bieter an.
„Den will ich haben“, sagte eine Dame und sah im Internet die Auktion. „Western-Stil“.
„Wir haben doch schon genug Möbel. Was willst du bitte mit diesem Tisch?“, fragte ein Mann und sah seiner Frau über die Schulter, die auf das Startangebot wartete.
„Wieso? Der würde sich doch hervorragend im Esszimmer machen. Is doch viel besser als unser Glastisch, wo schon die Scheibe Kratzer hat“, sagte die Ehefrau. „Sieh es als Geburtstagsgeschenk an“.
Der Ehemann ließ sich breitschlagen und gab nach.
„Du weißt, dass die Kosten von Zoll und Transport dazukommen“, sagte der Mann, doch seine liebe Ehefrau nickte nur.
„Da bin ich wieder“, rief eine junge Frau, die gerade ins Haus trat und diverse Taschen trug. „Was is denn hier los?“.
„Oma bietet“, sagte der Mann.
„Echt“, sagte die Frau und drängte sich an ihrem Großvater vorbei. „Geiler Tisch“.
„Das Startangebot liegt bei 500$“, sagte der Chef und wartete auf die Angebote.
Oma bot 550$. 600$ bei einem anderen Bieter, der sich ebenfalls für den Tisch sehr interessierte. 650$ bot Oma. Dann wieder überboten. 700$. 750$. 800$. 850$. Bis dann die 1000$ erreicht waren.
„Wo liegt deine Schmerzgrenze?“, fragte die Enkelin und sah auf den Laptop.
„3000$“, sagte Oma und kaute auf ihren Daumen herum.
„Das Geld für unseren Urlaub“, rief Opa entsetzt und ging aus dem Haus.
Er knallte die Tür zu und ging mit sturen Schritten in seinen Schuppen.
„OPA“, rief die junge Frau ihm hinterher.
„Lass ihn ruhig muffig sein. Ich will diesen Tisch haben“, sagte Oma und bot nun 1200$.
„1200$ bietet eine Frau aus Deutschland. Is noch mehr drin?“, fragte der Mann und schaute den anderen Bieter an, der ein Handy am Ohr hatte. „Zum ersten, zum zweiten und....“.
Dann hob der Bieter seine Nummer und bot 2000$.
„Scheiße“, schrie Oma.
„Oma, hör auf. Der Tisch is zwar ganz nett, aber findest du nicht, dass es allmählich reicht?“, fragte die Enkelin aufgebracht und kochte erst Mal Tee.
2500$. 2900$.
„2990$“, rief Oma und bot.
„2990$, zum ersten, zum zweiten und... verkaufte. Der Mahagonitisch geht für 2990$ an die Dame in Deutschland“, sagte der Chef des Auktionshauses.
„Ich hab ihn“, rief Oma und hüpfte wie ein Känguru auf Droge durch das Haus. „In drei Wochen ist er da“.
„Ich krieg nicht nur den Tisch, sondern auch die ganze Historie drum herum“, sagte Oma und trank den heißen Tee mit einem Zug leer, was ihr höllische Bauchschmerzen einbrachte.
„2759,19€. Das ist mein gesamter Urlaub, wenn es man mal aus meiner Sicht so sieht“, meinte die Enkelin und schaute sich das Geschehen im Netz an.
Der Tisch wurde ins Lager gestellt und dort für die lange Reise verpackt.
„Ein neues Ziel. Endlich“, sagte der Geist und freute sich schon sehr auf sein neues Zuhause.
Welche armen Seelen würde er Angst und Schrecken einjagen? Ins Unglück und in den völligen Ruin stürzen? Er war gespannt.

„Sie hat den Tisch bekommen“, schlussfolgerte Opa und werkelte an einem Schaukelstuhl herum.
„Yap, sie ist richtig aus dem Häuschen“, sagte die Enkelin und sah aus dem Fenster. „Sie wirft schon mal den Glastisch raus“.
„Sie macht was?“, rief Opa und stürmte nach draußen.
Ein lauter Knall und da lag er. In tausend Stücken.
„Oma!“, rief die Enkelin.
„Liebling. Dein Rücken“, sagte Opa und sah besorgt aus.
„Scheiß drauf. Ich bin nicht alt“, protestierte Oma.
„Aber verrückt“, sagte die junge Frau. „Lass das nicht meine Eltern sehen. Du weißt wie sie sind“.
Die Familie wusste es noch nicht, wie weit sie einer Katastrophe nahe war. Keiner wusste es. Der Kauf sollte sich als reiner Reinfall entpuppen. Schwarzes Schicksal, ahoi. Denn genau in diesem Moment wurde der Tisch verfrachtet. Auf ein Schiff. Auf nach Europa.
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