The ice of Australia

GeschichteDrama, Romanze / P18
21.04.2020
30.06.2020
12
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30.06.2020 4.813
 
Kapitel 12


Vorwort: nun geht es endlich weiter :) Ich bedanke mich für eure Geduld :-* Die Kapitel sind nun alle komplett überarbeitet! An der Story an sich hat sich nichts verändert. Habe allerdings hier und da paar Sachen geändert und hinzugefügt. Man muss dennoch nicht zwingend alles erneut  lesen. Wer aber möchte, darf das natürlich gerne tun : ) Einzig Kapitel 11 empfehle ich noch einmal zu lesen, dort habe ich paar Infos bezüglich Riley Gibbons reingepackt, die schon relevant sind. Wollte mich auch noch mal ganz herzlich für eure Kommentare, Herzen und Sterne bedanken!!!  Nun wünsche euch gaaaanz viel Spaß beim lesen :-*



»Kylie und Riley, passt doch«, lachte er und sie musste schmunzeln.
»Na siehst du, ein richtiges Lächeln steht dir bestimmt noch besser«, zwinkerte er ihr zu und entdeckte die beiden Ketten auf den Boden. Er stand auf und nahm sie hoch.
»Sind das deine?«
Kylie schaute sofort wieder bedrückt.
»Nicht direkt…«, sagte sie und Riley setzte sich wieder neben sie.
»Und indirekt?«
Die Neunzehnjährige seufzte einmal schwer.
»Ich habe sie – geklaut...«, gestand sie und wusste gar nicht, warum sie ihm das überhaupt erzählte. Sie kannte ihn ja nicht, aber besaß er eine ähnliche Aura, wie Jack und schien ganz nett zu sein.
»Hmm… Das ist natürlich nicht die feine Art, deine Eltern werden sicher nicht begeistert sein.«
»Meinen Eltern? Nein wohl eher nicht, aber die sind auch nicht hier. Ich komme aus Philadelphia.«
Riley sah sie überrascht an.
»Wow, aus Philly, das ist ziemlich weit weg. Was machst du denn in West Australien?«
Tat er völlig ahnungslos, und wieder seufzte Kylie.
»Na ja, wegen genau dem Klauen und anderen Sachen, die ich so verbockt habe. Meine Eltern haben mich hierher geschickt, um mich zu bessern. Ich lebe für drei Monate auf einer Ranch.«

Sie schlug ihre Hände vors Gesicht, und traute es sich nicht einmal vorzustellen, wie sauer Jack sein musste. Riley rückte näher und legte einen Arm um sie. Er umfasste Kylies Kinn und drehte ihr Gesicht, dass sie ihm nun mitten in die Augen sah.
»Hör mir Mal zu, kein Mensch auf dieser Welt ist perfekt, und jeder macht mal eine Phase in seinem Leben durch, wo es nicht so läuft, wie es sollte. Meiner Meinung nach, kein Grund, sein Kind auf einen anderen Kontinent zu schicken, damit jemand es dort ändert!«
Er ließ ihr Kinn wieder los, und sie drehte ihren hochroten Kopf, sofort wieder von ihm weg.

»Du hast doch bestimmt ein Freund in Philly, der dich schrecklich vermisst?«
»Nein, kein Freund.«
»Warum nicht? Gibt es in Philly keine Männer?«, scherzte er, sie lächelte gequält. Nun musste sie wieder an Jack denken.
»Doch, aber nicht ihn … «
»Ihn? Wem meinst du damit?«
Er wusste genau, wen sie damit meinte.
»Ach, lohnt nicht, darüber zu sprechen. Er will eh nichts von mir…«
Bedrückt sah sie zu Boden.
»Wie kommst du darauf?«, wollte er wissen und schaute sie neugierig an. Kylie atmete einmal laut aus und strich sich die Haare hinters Ohr. Endlich konnte sie mit jemanden mal darüber sprechen. Das Riley der absolut Falsche dafür war, ahnte sie nicht.
»Jedes Mal, wenn wir uns nahe waren, und wir waren uns wirklich schon sehr nahe. Tut er danach so, als ob nie was gewesen wäre, und geht mir aus dem Weg. Das war jetzt immer so und ich weiß einfach nicht mehr weiter. Er ist ein echtes Rätsel. Ich glaube, ich gebe einfach auf.«
Tander du Trottel, dachte Riley und wollte natürlich auf keinen Fall, dass Kylie das Handtuch warf. Er wollte Jack schließlich damit erpressen.

»Hm, klingt schon sehr schwierig. Aber, wenn er so gar kein Interesse hätte, dann währt ihr euch erst gar nicht näher gekommen. Ich finde, du solltest daher nicht aufgeben! Er ist wahrscheinlich, einer der einfach nur etwas länger brauch.«
Kylie zuckte einmal mit den Schultern.
»Vielleicht bin ich ihm doch zu jung oder so… ach ich weiß auch nicht.«
»Zu Jung? Wie alt ist er denn? Vierzig?«, fragte Riley, und brachte sie zum Lachen.
»Nein, er ist siebenundzwanzig. Vierzig, – was denkst du von mir«, kicherte sie, und er schmunzelte.
Tander, ich kann dich schon verstehen, dachte er.
»Und du eine Freundin?«, fragte sie.
»Hm, welche von den fünf meinst du?«, grinste er, und sie boxte ihn einmal leicht gegen die Schulter.
»Haha, sehr witzig.«
»Ich habe keine Freundin. Aber ich nutze mein Singleleben durchaus.«
Er ließ bei den Worten sein Blick über sie schweifen. Kylie wurde nervös und es fing an, sie durcheinander zu bringen.

»Weißt du, ich steckte Mal in eine ganz ähnlichen Situation, wie du. Ich war in jemanden verliebt, aber sie hielt mich auch die ganze Zeit auf Abstand. In ihren Augen konnte ich aber sehen, dass sie es auch wollte, sich aber umstandshalber nicht traute.«
»Umstandshalber?«, fragte Kylie nach, und er nickte.
»Sie war in einer Beziehung. Aber ich habe, nicht aufgeben, ich wollte sie unbedingt! Und wenn ich, was will, dann tue ich alles, um es zu bekommen.«
Sie war nun neugierig, und Riley erzählte ihr auch tatsächlich gerade die Wahrheit.
»Und?«, drängte sie.
»Na ja, eines Tages wies sie mich erneut ab und als ich gehen wollte, küsste sie mich auf einmal«, erzählte er weiter.
»Wir haben dann, hinter dem Rücken ihres Freundes, etwas am Laufen gehabt, circa sechs Wochen lang. Sie konnte sich von ihm nicht richtig lossagen, irgendwo liebte sie diesen Typen noch. Dann hat er es herausgefunden.«
»Ach du scheiße!«, platzte es aus Kylie heraus.
»Ja, das kannst du laut sagen. Der Trottel war natürlich stinksauer, haute mir eine rein und drohte mir damit mich zu erschießen, wenn ich ihm noch einmal unter die Augen trete.«
»Und was ist dann passiert? Ich meine seid ihr beide trotzdem zusammen gekommen?«
Riley schaute kurz in den Himmel und für zwei Sekunden war so etwas wie Traurigkeit bei ihm zu sehen.
»Er verzieh ihr das mit mir. Was mich doch wunderte, der Kerl steht nämlich absolut nicht auf solche Art von Fehlern. Sie wollte es mit ihm auch wieder versuchen und beendete das mit mir. Aber ich kämpfte weiter und ich bin mir absolut sicher, wäre sie nicht ein paar Tage danach gestorben, wäre sie letztendlich zu mir gekommen. Ihr Freund ist nämlich ein absoluter Idiot, der dieser Frau niemals das Leben geben konnte, welches sie verdiente. Tja, dazu kam es aber nicht mehr.«
»Das tut mir wahnsinnig leid!«, sagte Kylie, und er lächelte sie wieder an. Dadurch, dass sie nicht wusste, wer er war, erkannte sie den Zusammenhang nicht.
»Nun ja, es ist drei Jahre her und das Leben geht eben weiter. Was ich dir damit aber sagen will, wenn du den Kerl haben willst, dann schnapp ihn dir!«
»Das sagst du so leicht. Nach der Aktion heute … schickt er mich bestimmt nach Hause.«
»Hey, du hast einen Fehler gemacht, den du ganz offensichtlich bereust. Er wird dich schon nicht in Stücke reißen.«
Riley stand auf und hielt ihr seine Hand hin.

»Ich wohne in der Straße, gleich ums Eck. Du hast sicher Durst und Hunger? Du könntest dich bei mir etwas stärken und danach schauen wir, ob ich dich zurückbringen kann«, lächelte er, und sie sah ihn septisch an.
»Keine Angst, ich bin kein Serienmörder.«
»Genau das würde ein Serienmörder sagen.«
Er schmunzelte.
»Ach Mist, jetzt hast du mich erwischt! Und du wärst ein so hübsches Opfer geworden«, zwinkerte er ihr zu.
Die beiden sahen sich in die Augen, bis sie anfingen zu lachen.
»Kylie, ich verspreche dir, dass dir nichts passieren wird.«
Sie lächelte ihn zaghaft an und wusste nicht so Recht, ob sie mit ihm gehen sollte. Aber er könnte sie zurückbringen. Gerade als sie seine Hand greifen wollte, blendeten sie zwei Scheinwerfer. Sie erkannte das Auto und sprang auf.
»Das ist Jack!«, rief sie und ihr Herz fing augenblicklich an zu rasen.

Jetzt gehts rund, dachte Riley wohl wissend, wie Jack auf ihn reagieren würde. Ein wenig schade fand er es schon, dass er auftauchte. Er wollte Kylie eigentlich mit zu sich nach Hause nehmen, das konnte er nun vergessen.
Das Auto kam zum Stehen und es passierte erst einmal gar nichts. Jack saß in seinem Wagen, das Lenkrad umklammerte er so stark, dass seine Finger schmerzten. In dem Moment, wo er Kylie entdeckte, fiel ihm ein unglaublich großer Stein vom Herzen. Er hätte nichts lieber getan als die Neunzehnjährige in den Arm zu nehmen. Doch als er sah, wer da bei ihr stand, verfiel er in eine Art Starre. Vor seinem inneren Auge spielte sich die Erinnerung ab, von dem Morgen, an dem er seinen größten Streit mit Mia hatte.

Jack saß am Küchentisch. Wie jeden Morgen bereitete er den Kaffee für Mia zu und stellte die Tasse auf ihren Platz. Er hielt seine eigene in den Händen und wartete, dass sie aus dem Badezimmer kam. Er war unruhig, er wollte sie auf etwas ansprechen, was das Ende dieser Beziehung bedeuten konnte.
»Morgen«, betrat sie die Küche. Sie lief zu Jack, strich ihn einmal über den Rücken und gab ihm einen kurzen Kuss. Sie setzte sich ebenfalls an den Tisch und widmete sich flüchtig der Zeitung. Den weißen Poncho trug sie über ihrer weißen Unterwäsche und schlug ihn vorne ineinander. Sie wollte sich nach dem Frühstück anziehen.
»Morgen …«
Er sah sie nicht an, sondern starrte auf seine Tasse. Mia nahm einen Schluck von ihrem Kaffee und schaute zu ihm.
»Und, was steht heute auf unsere, zu erledigen Liste?«, lächelte sie und ahnte nicht das dieser Morgen anders verlaufen würde als sonst.
»Jack?«
Er reagierte immer noch nicht und sie bemerkte, dass etwas nicht stimmte.
»Was ist los Babe?«, fragte sie verwundert über sein Verhalten.
Jetzt sah er sie an und legte seine Arme auf den Tisch. Er spürte, wie sein Puls anfing, in die Höhe zu steigen, wegen des Gesprächs, was er mit ihr führen musste.
»Sag - du es mir Mia.«
Fragend sah sie ihn an.
»Was soll ich dir sagen? Ich weiß nicht, was du meinst.«
Er seufzte und senkte sein Kopf.
»Anfangen könntest du damit - mir zu sagen, wo du gestern Abend hingefahren bist.«
Sie erschrak regelrecht und wich sofort seinem Blick aus. Wusste er Bescheid? Das konnte nicht sein!
»Bei Olivia, hab ich dir aber auch gesagt«, antwortete sie sicher.
Jack schlug mit seiner Hand auf den Tisch, und Mia zuckte kurz erschrocken zusammen.
»Dass du mir in die Augen sehen kannst, während du mich belügst!« Er wurde lauter.
»Wie kommst du darauf?«, fuhr sie ihn nun auch zornig an.
»Wie ich darauf komme?! Olivia hat vorhin angerufen!«
Mia rutschte das Herz augenblicklich in die Hose und sie wurde kreidebleich. Jetzt dämmerte es ihr, dass sie aufgeflogen war.
»Sie hat mich gefragt, wie es dir geht, sie hätte dich jetzt schon ein paar Wochen nicht mehr gesehen …«
Jack stand auf, stützte sich am Tisch ab und sah Mia mit einer Mischung aus Wut und Angst an. Angst, davor mit seiner Vermutung richtigzuliegen. Schon vor Olivias Anruf ahnte er etwas. Sex, gab es seit fast zwei Monaten keinen mehr. Auf einmal fuhr sie ständig weg und kam erst mitten in der Nacht wieder. Sie erzählt ihm zwar, dass Märchen von Olivia, die Unterstützung bei ihren Baby brauchte, aber glaubte er ihr nicht.

»Ich frage dich, wie kann Olivia dich, seit ein paar Wochen nicht mehr gesehen haben, wenn du mir erzählst, dass du zu ihr fährst?!«
»Ich … «
Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie versuchte verzweifelt, ihre Gedanken zu sortieren, um eine plausible Antwort geben zu können. Aber steckten ihr die Worte quer im Hals fest.
»Mia … betrügst du mich?«, sprach er es nun aus und alleine, dass er sie das fragte, fühlte sich, wie ein Stich ins Herz an. Mia schaute ihm in die Augen.
»Nein!« Sie stand ebenfalls auf.
»Nein?! Bist du dir absolut sicher, dass du mir gerade die Wahrheit sagst?!«
Mia sah ihn nun ebenso wütend an, wie er sie.
»Hör auf, mit mir zu reden als, ob ich eines dieser Kids wäre!«
»Dann sag mir verdammt noch mal die Wahrheit! Wenn du nicht bei Olivia die ganze Zeit über warst … Wo zur Hölle denn dann?!«
»Ich … « Wieder steckten ihr die Worte fest. Wieder suchte sie nach einer Ausrede, aber würde es überhaupt etwas bringen?
»Ja … «, sagte sie schließlich mit zittriger Stimme, und verpasste Jack damit, gefühlt, ein Schlag mitten ins Gesicht. Sie wusste, dass es keinen Sinn mehr machte.
»Mit wem?! Und, wie lange schon?!«, wollte er wissen.
»Jack bitte …«
Er schlug erneut auf den Tisch und musste wirklich an sich halten.
»Mit wem?!«, fragte er mit Nachdruck. Mias Tränen liefen nun unaufhaltsam ihr Gesicht herunter.
»Mit … Riley. Seit sechs Wochen«, gestand sie schluchzend.
Mit einmal flog eine der Tassen an die Wand und zersprang in viele Einzelteile. Jack trat gegen den Stuhl und spürte noch nie zuvor, so eine Wut in sich, so einen Schmerz. Er stützte sich an der Spüle ab und atmete schwer. Er fühlte sich, wie in ein anderes Universum gezogen. Es wirkte so unwirklich. Mia saß wieder am Tisch, eine Hand vor den Mund und mit Tränen in den Augen.

»Jack … Es tut mir so leid!«
Ihre Stimme war gebrochen. Sie stand auf, ging zu ihm und wollte seine Hand nehmen, doch zog er sie sofort weg. Er lief zwei Schritte rückwärts, um Platz zwischen ihnen zu schaffen.
»Fass – mich nicht an!«
Er fühlte eine unsagbare Leere in sich. Ein gähnender, tiefer Abgrund tat sich auf und schien ihn verschlingen zu wollen.
»Was Mia?! WAS habe ich dir getan?!«
»Es … ist einfach – passiert …«
Jack schnaubte vor Wut.
»Einfach passiert?! Willst du mich eigentlich verarschen!«
Er verließ mit zügigen Schritten das Haus, Mia eilte hinterher.
»Warte!«, rief sie aber er reagierte darauf gar nicht. Wie konnte sie ihm das antun? Sie wusste genau, das Vertrauen für Jack etwas sehr Kostbares war und sie trat es mit Füßen!
Mia schlang sich den Poncho um ihren Körper, während sie nach draußen lief.
»Das ist zum Beispiel ein Grund. Jedes Mal, wenn dir etwas unangenehm wird, haust du einfach ab!«
Er blieb stehen und drehte sich zu ihr um.
»Jetzt willst du mir die Schuld geben? Du gibst mir die Schuld, dass du dir von jemand anderen das Hirn raus Vögeln lässt?!«
»Du kannst so ein Arschloch sein Jack!«
»Genau Mia, du fickst jemand anderen und ich bin hier das Arschloch. Hör dir Mal selbst zu!«
»Du bist es doch, der keine Zeit mehr hat. Jedes Mal, wenn ich etwas unternehmen will, musst du zu den Rindern, es ist, was mit den Pferden oder du musst dich um einen Jugendlichen kümmern! Ich komme nur noch ganz zum Schluss!«, machte sie ihm Vorwürfe.
Jack platzte fast die Hutschnur. Ja, er war momentan wirklich stark eingebunden, was die Arbeit auf der Ranch anging. Er war mit Owen damals auch nur zu zweit und alles noch am Anrollen. Er musste sich bei der Rinder und Pferdezucht erst einmal einen Namen erarbeiten und das war zeitaufwendig. Jack verstand aber absolut nicht, wie sie ihm das zum Vorwurf machen konnte, er sprach alles immer mit ihr ab und nie ließ sie durchblicken, dass sie unzufrieden war.

»Und das rechtfertigt in deinen Augen, dich von diesem Gibbons lang machen zu lassen?! Du hast nicht einmal mit mir darüber gesprochen, nicht ein einziges Mal!«
Jack trat nun dicht vor sie und schaute ihr in die Augen, die ihn verzweifelt ansahen.
»Habe ich dich nicht jedes Mal gefragt, ob es in Ordnung für dich ist?! Habe ich dir nicht ständig gesagt, wenn dir etwas nicht passt, dass du es mir sagen sollst?! Du hast mir immer versichert, dass alles gut ist!«
Mia fing wieder an zu weinen.
»Ja … aber erinnerst du dich an letzte Woche? Da habe ich dich gebeten der nächsten Familie abzusagen, damit wir wieder etwas Zeit für uns haben und, was war deine Antwort?!«
Jack fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. Das konnte doch alles nicht wahr sein.
»Meine Antwort war Nein und ich habe dir auch erklärt warum. Die Familie hat schon bezahlt, alles gebucht … ich kann so kurzfristig nicht einfach absagen!«
»Siehst du?! Alles andere ist dir wichtiger!«
»Weißt du, was Mia? Pack deine Sachen und verschwinde!«
Er drehte sich wieder um, erreichte seinen Wagen und fuhr los.

Mia fiel auf die Knie und schlug ihre Hände vors Gesicht.
Das wollte sie nicht. Sie liebte ihn, aber sie besaß auch sehr starke Gefühle für Riley. Sie und Jack lernten ihn auf einem Stadtfest kennen und schnell schaffte es der gut aussehende Unternehmer, sie mit seinem Charme, um den Finger zu wickeln. Zu diesem Zeitpunkt ließ Future and more‘ Jack noch in Ruhe. Aber er hatte schon so einiges über diese Firma gehört, insbesondere über Riley und seiner Stiefschwester. Deswegen verspürte er, im Gegensatz zur Mia, direkt eine Abneigung gegen ihn. Er wusste da auch noch nicht, dass sich diese Familie, wie ein roter Faden durch sein Leben ziehen würde.
Mia fand Riley sofort anziehend, und ihm schien es ganz ähnlich zu gehen. Zur anfangs wies sie ihn jedoch immer ab, versuchte gegen diesen Reiz, den er ausübte, anzukämpfen und sich auf Jack zu konzentrieren. Doch gab Riley einfach nicht auf. Er wollte sie und wenn er etwas wollte, war er es auch gewöhnt es zu bekommen! Er konnte verflucht nett und einfühlsam sein. Er umgarnte sie, schenkte ihr die Aufmerksamkeit, die sie bei Jack vermisste. Ging mit ihr ins Theater, essen, Schoppen, Tanzen. Zeigte ihr das Leben im Luxus, welches sie anfing zu mögen. Das Leben von ihm war ein so komplett anderes als von ihr und Jack. Es dauerte nicht lange und sie verfiel ihm regelrecht. Mia versuchte sich, zu entscheiden, konnte  es aber nicht. Jedes Mal, wenn sie bei Riley war, wollte sie Jack verlassen. Aber sobald sie Zuhause war, und Jack vor ihr stand, wollte sie bei ihm bleiben. Sie liebte schlichtweg beide und wollte keinen der beiden aufgeben. Aber jetzt musste sie sich entscheiden! Wollte sie das Leben mit Jack auf der Ranch oder das Luxusleben welches Riley ihr bieten konnte?

Die Wellen des Meeres waren rau und schäumten stark. Der Strand war leer und man hörte nur das Rauschen vom Wasser. Der rote Pick-up parkte im Sand. Jacks rechte Hand schmerzte und er fühlte einfach nichts. Er war als Erstes in die Stadt gefahren, passte Riley ab, der gerade in die Firma gehen wollte, und verpasste ihn einen Schlag, ohne Vorwarnung. Es war das erste Mal in seinem Leben gewesen, dass er jemanden wirklich eine reinhaute. Riley wusste daraufhin sofort, um was es ging, lachte boshaft und ergötzte sich regelrecht an seiner Verzweiflung. Jack drohte ihm, wenn er sich ihr oder ihm nur noch einmal näherte, würde er ihn eine Kugel verpassen und in diesen Moment meinte er das auch so! Riley aber musste beherzt Lachen und war sich seiner Sache sehr sicher.
»Sie will ein anderes Leben Tander. Eines, was nur ich ihr geben kann«, grinste er und sah sich als Sieger. Riley ließ Jack daraufhin vom Wachpersonal 'freundlich' zu seinen Wagen begleiten.

Er fuhr daraufhin, immer noch völlig durch den Wind, zum Strand und versuchte zu verstehen, wie es passieren konnte. Wann sie sich verloren und warum er es nicht bemerkt hatte. Das Gefühl nicht richtig atmen zu können, als ob ihm etwas die Luft abschnürte, drückte auf seiner Brust. Sein Handy vibrierte zweimal kurz hintereinander und er holte es aus seiner Hemdtasche. Es war eine Nachricht von Mia und er zögerte, öffnete sie aber schließlich. 'Lass und bitte noch einmal reden, mir tut es wirklich leid! Ich will dich nicht verlieren. Ich liebe dich!'
»Du hast eine komische Art, das zu zeigen …«, murmelte er. Er wusste nicht, was er tun sollte. Er liebte sie ohne Frage aber, wie sollte er ihr das verzeihen? Sie hinterging ihn, veraschte ihn über Wochen und trotzdem hasste er sie nicht. War er vielleicht wirklich schuld daran? Wollte er zu viel auf einmal und bemerkte deswegen nicht, dass sie unglücklich war? Er legte seine Arme aufs Lenkrad und stützte seinen Kopf auf ihnen ab.

Mia saß völlig fertig wieder am Küchentisch. Riley versuchte sie die ganze Zeit anzurufen, nachdem Jack bei ihm war, aber sie ging nicht dran und machte schließlich ihr Handy aus. Für den Moment entschied sie sich, für Jack und gegen ihn. Jack gänzlich zu verlieren, verursachte regelrecht Panik in ihr. Sie wollte, dass er zurückkam und, dass alles einfach wieder so werden würde, wie früher. Mia hörte, wie die Tür ging und kurz darauf stand er im Türrahmen. Ihr Herz bebte.
»Jack … Bitte …«, weinte sie, ging auf ihn zu und umfasste seinen rechten Arm. Er sah ihr in die Augen. Er konnte sie nicht gehen lassen, er konnte es einfach nicht. Jack verliebte sich nicht schnell, aber wenn, dann umso stärker und niemals nur halb. Er liebte bis zur Selbstaufopferung. Was sich vielleicht romantisch anhört, war aber nicht immer gut und konnte selbstzerstörende Züge annehmen.

»Warum Mia? Was habe ich falsch gemacht?«
Er war ruhig und wollte es einfach nur verstehen. Sie drückte ihr Gesicht gegen seine Brust.
»Du hast keine Zeit mehr für mich … du bist nur noch am Arbeiten … Ich vermisse uns Jack. So, wie wir in Queens waren. Wir haben so viel gelacht - so viel unternommen. Getanzt, ich habe es so geliebt, mit dir zu tanzen. Hier ist auf einmal alles so ernst, die Leichtigkeit ist verschwunden.«
Sie schaute ihm wieder in die Augen.
»Lass uns zurück nach Queens … Bitte … Ich liebe diese Ranch, aber sie treibt uns auseinander. Das musst du doch auch merken?«
Jack sagte nichts, und sie umfasste sein Gesicht.
»Ich will die Ranch gar nicht verkaufen. Mir liegt genauso viel an ihr, wie dir und sie zu verkaufen, würde mein Herz brechen. Aber lass sie uns verpachten und ein paar Mal im Jahr Urlaub hier machen. Bitte Babe …«

Er sah das Flehen in ihren grünen Augen und für sie würde er wahrscheinlich alles tun. Sogar seinen Traum aufgeben. Er beugte sich zu ihr herunter und küsste sie. Er wollte sie spüren, fühlen, hoffte, dass es diesen tiefen Schmerz in ihm linderte. Mia drückte sich stärker an ihn und erwiderte den Kuss. Seine Hände fuhren über ihre Haut und er wollte sie auf gar keinem Fall verlieren! Er liebte sie, mehr als sein Leben, mehr als diese Ranch. Der Kuss wurde intensiver, leidenschaftlicher. Verzweifelt versuchte Jack auszublenden, dass Riley diese Lippen berührten, dass seine Hände ebenfalls ihre Haut anfassten. Sie machte den Waffengürtel von Jack auf der, mit einem dumpfen Geräusch, auf dem Küchenboden landete. Sie spürte auf einmal ein Verlangen nach ihm, wie schon lange nicht mehr. Sie öffnete seine Hose und ließ ihre Hand darin verschwinden.

»Mia …«, raunte er als sie gegen seine Härte drückte.
Sie ließ sich vor ihm auf die Knie fallen und fing zugleich an, an ihm zu saugen. Jack entrang es ein leises Stöhnen und er stützte sich mit seiner linken Hand am Tisch ab. Seine freie Hand vergrub sich in ihren roten Haaren. Oralverkehr war etwas, was Mia nicht wirklich gerne tat, das wusste Jack. Er genoss dieses Gefühl daher nur kurz, bevor er sich aus ihrem Mund zurückzog, noch eher ein Tropfen auf ihrer Zunge landete. Sie mochte es auch nicht mit der Zunge verwöhnt zu werden. Generell lehnte sie Berührung an ihrer Klitoris ab. Sie war sehr empfindlich und es bescherte ihr eher ein unangenehmes Gefühl. Jack verzichte darauf, gab es ja auch noch andere Sachen.

Er küsste sie wieder energisch und bugsierte sie Richtung Wand. Er zog ihr weißes Höschen herunter und mit ein paar geschickten Bewegungen entledigte sie sich dem Stück Stoff komplett.
»Lege deine Arme um mich!.«
Sie kam der Aufforderung nach und schlang ihre Arme um seinen Hals. Jack umfasste ihre Oberschenkel, hob sie hoch und platzierte sie auf seinen Hüften. Die Wand benutzte er als zusätzliche Stütze. Seine Härte glitt nun in ihre Feuchte.
»Mia … «, raunte er erneut.
Sie hielt sich an ihm fest, und fing laut an zu stöhnen, bei jedem Stoß, den er in ihr ausübte. Sie wieder zu fühlen, war unbeschreiblich für ihn. Trotz, dass sie ihm sein Herz in Stücke riss, konnte er sie nicht gehen lassen. Vielleicht war er es, der jetzt mal naiv war zu glauben, dass alles wieder gut werden würde. Er biss etwas stärker, in ihren Hals und dieser kurze Schmerz durchfuhr sie, auf eine angenehme Art und Weise. Jacks Stöße nahmen an Intensität zu und hielt sie weiter sicher auf seinen Armen.
Ihre Finger griffen stärker in den Stoff seines Hemdes. Ihr Stöhnen stoppte, was bei Mia ein Zeichen dafür war, dass sie gleich kommen würde.
Er wollte es hören, er wollte wissen, dass er in der Lage war, ihr zu geben, was sie brauchte. Jack löste den Biss an ihrem Hals nicht und stieß kraftvoll in ihre heiße Mitte, die sich zusammen zog. Sie spürte dieses intensive Gefühl, welches ihren Körper erfasste und unter lautem Stöhnen zuckten ihre Glieder. Jack küsste sie nun forsch, ehe Mia das pulsieren seiner Länge in sich fühlte. Beide sahen sich in die Augen. Mia lehnte ihre Stirn gegen seine.
»Ich liebe dich …«, keuchte sie noch außer Atem. Er wollte es, er wollte ihr die Bitte erfüllen und mit ihr zurück nach Queens gehen. Seinen Traum begraben und die Ranch verpachten. Dazu kam er aber nicht. Nur fünf Tage später passierte der Unfall, bei dem sie starb.

Ihre Worte halten in Jack seinem Kopf wider und er sah zu Riley. Er wollte diesem Kerl auf keinem Fall den Gefallen tun und ausflippen. Er würde sich daran nur aufgeilen. Jack atmete einmal tief durch und stieg dann aus. Er lief direkt zu Kylie und versuchte Riley einfach auszublenden.

»Missi, steig ins Auto!«, sagte er bestimmend aber ruhig.
»Du bist sauer auf mich, oder?«
Sie schaute bedrückt zu Boden. Natürlich ist er sauer!, dachte sie. Jack umfasste ihre Schultern.
»Ich bin in erster Linie erleichtert dich gefunden zu haben. Vertraust du mir so wenig, dass du lieber abhaust? Steig bitte ins Auto, den Rest klären wir nachher.«
»Ich lande jetzt im Gefängnis!«
Sie fing an zu weinen. Der Gedanke, hinter Gittern zu enden, ließ sie vor Angst zittern. Jack legte seine Arme um sie und erlaubte es sich, für einen Moment, das Gefühl ihrer Nähe zu genießen.
»Du landest nicht im Gefängnis Missi. Ich habe alles bezahlt und du bekommst keine Anzeige.«
Er drückte sie wieder sanft von sich.
»Ich hoffe allerdings, dass die Angst, die du gerade spürst, dich aufwachen lässt.« Er war wieder ernster.
Kylie sah ihn mit großen Augen an.
»Du … hast das alles bezahlt?«

»Das ist gerade wirklich rührend, hat einer ein Taschentuch?«, schmunzelte Riley.
Jack stellte sich vor Kylie und mit Hass in den Augen schaute er nun den jungen Unternehmer an.
»Kein hallo wie gehts? Oder danke Riley, dass du dich um die Kleine gekümmert hast?«, grinste er.
Kylie war verwirrt, sie kannten sich?
»Ihr kennt euch?«, fragte sie schließlich, und Riley strich sich einmal durch seine Haare.
»Wenn ich mich einmal komplett vorstellen dürfte? Riley Gibbons.«
Er verbeugte sich.
»Was glaubst du Kleine, wer die Frau war, von der ich dir erzählt habe? Und wer ihr trotteliger Freund war.«
Sie sah zu Jack, der spürte, wie sich jeder Muskel in seine Körper anfing anzuspannen. Nun fiel bei ihr endlich der Groschen!

»Du Penner hast mich verarscht!«
Sauer stapfte sie an Jack vorbei, und spuckte Riley ins Gesicht.
»Du mieses Arschloch!«
»Missi!«
Jack legte seine Arme um ihren Bauch und hob sie etwas hoch. Er versuchte sie zurückzuhalten, während sie, wie wild tobte.
»Scheiße, so viel Temperament hab ich dir gar nicht zugetraut«, lachte Riley und wischte sich den Speichel aus den Augen.
»Fahr zur Hölle!«, knurrte Jack, und Riley umspielte ein amüsiertes Lächeln.
»Ja, da werde ich sicher laden. Aber soll ich dir, was verraten? Ich werde den Teufel vom Thron stoßen.«
»Das würde zu dir passen!«, entgegnete Jack.
»Tander mir fällt gerade ein, wolltest du mich nicht erschießen, sobald ich dir noch einmal unter die Augen trete? Ich weiß nicht, aber ich fühle mich noch sehr lebendig. Du bist eben nur ein Hund, der bellt, aber niemals beißen würde«, scherzte er.
»Pass auf, dass der Hund nicht doch irgendwann Mal schnappt! Halt dich von Missi fern!«

Jack bugsierte die wild tobende Kylie Richtung Auto.
»Schluss jetzt!«, sagte er streng und umfasste ihr Gesicht.
»Steig einfach ins Auto!«
Er ließ sie los und öffnete die Autotür. Schnaubend stieg sie ein. Wie konnte sie das übersehen? Sie wäre fast mit ihm mitgegangen! Und, dass Mia die Frau war, von der er erzählte, schockierte sie. Jack stieg ebenfalls ein, ohne noch irgendetwas zu sagen, und fuhr los.

Riley sah dem Auto hinterher.
»Du wirst nicht mehr in der Lage sein, zuschnappen, wenn ich mit dir fertig bin.«
Innerlich lachend begab er sich nun zu seiner Wohnung. Riley ging es nicht nur darum, Jack die Ranch ab zu knöpfen, damit sein Alter endlich Ruhe gab. Nein, das war ein persönlicher Rachefeldzug und er wollte Jack bluten lassen und das im wahrsten Sinne des Wortes.
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