Besser als Hitler

OneshotFamilie, Tragödie / P18
Adolf Hitler
20.04.2020
20.04.2020
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„Hi, Bill, wie geht’s?“

„Komm schnell rein, da läuft was über Afrika.“

Paul huschte ins Haus, ließ beim Reingehen seine Schuhe von den Füßen gleiten.

Die Jungs flitzten ins große Wohnzimmer.

Gebannt schauten sie auf das bunte Treiben in einem afrikanischen Dorf. Ein staubiger Weg zwischen zusammengeschusterten Wellblech-Hütten, gefüllt mit Kindern, die in bunte Stofffetzen gehüllt waren.

Die Kamera schwenkte zu einer Lehmhütte. Trockene Holzstangen stützten eine Wäscheleine. Bunte Tücher waren darüber geworfen. Vor der schiefen Holztür saß ein kleines Kind mit nacktem Bauch.

„Was macht das mit der Blechschüssel?“, fragte Paul.

„Da ist was zu essen drin“, erwiderte Bill. „Mein Dad sagt, die müssen alle verhungern, weil es zu viele sind.“

„Iiih, die vielen Fliegen!“, Paul schüttelte sich, „die nehmen ihm das Essen weg.“

Das Kind wischte mit seinen verschmierten Händen übers Gesicht.

„Aber warum haben sie nicht genug zu essen?“ Paul sprang auf und setzte sich dichter vor das Fernsehgerät.

„Sie sind arm und minderwertig, sagt Dad.“ Bill folgte ihm.

Auf der Erde stand ein Kessel über offenem Feuer. Eine dunkelhäutige Frau, die ein buntes Tuch um Kopf und Körper geschlungen hatte, legt Fischköpfe in siedendes Öl.

„Als es in Deutschland zu viele Menschen gab mit Not, Elend, Hunger und Armut, da musste was geschehen. Der Hitler hat was Gutes gewollt für sein Volk ohne Raum, sagt Dad. Darum mussten die Schmarotzer alle vernichtet werden, damit genug für die Deutschen übrig bleibt.“

Paul zeigte auf das Kind, das mit der Hand kleine Klumpen in den Mund schob: „Wir können froh sein, dass die nicht alle herkommen.“

„Die würden uns alles wegnehmen“, Bill schaute Paul an, „das macht mir Angst.“

„Unser Essen“, stöhnte Paul.

„Und unsere Computer an der Lakeside School“, ergänzte Bill.

„Das darf nicht sein!“ Paul sprang wieder auf.

„Man müsste sie reduzieren!“, sagte Bill ruhig.

„Du meinst, die Babys töten?“, fragte Paul ungläubig.

„Mein Dad sagt, es wäre besser, wenn erst gar nicht so viele auf die Welt kommen würden. Darum ist er auch bei Planned Parenthood so aktiv. Er sagt, man muss das geschickter machen als Hitler. Mehr Abtreibungen und Sterilisationen würden das Problem mit den vielen Kindern schneller lösen.“

„Stimmt es eigentlich“, Paul sah Bill mit großen Augen an, „dass dein Vater dort der Chef ist?“

„Ja“, Bill stellte den Fernseher etwas leiser, „manchmal muss menschliches Unkraut getötet werden.“ Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: „Das sagt aber nicht nur mein Dad.“

Hühner pickten zwischen all dem Unrat nach Körnern. Eine Frau balancierte eine riesige Schüssel mit Bananen auf ihrem Kopf.

„Wie Hitler, nur besser“, murmelte Bill.

Die Jungs schauten sich weiter die Reportage an.

Die Haustür klackte und ein Mann kam ins Wohnzimmer. Er nickte Bill kurz zu und sagte dann: „Hi, Paul, wie geht’s?“

Der Junge grinste: „Bill Gates besser.“

***


Einige Jahre später, 1974, wurde das Dokument „National Security Study Memorandum 200“ ausgearbeitet. Es beinhaltete massive Bevölkerungsreduktion in Indien, Bangladesch, Pakistan, Nigeria, Mexiko, Indonesien, Brasilien, Thailand, Ägypten, Äthiopien, Kolumbien, den Philippinen und der Türkei, die durch künstlich hervorgerufene Nahrungsmittelknappheit, Abtreibungen, Sterilisationen und Krieg erreicht werden sollte. Es ging darum, Ressourcen, die es nur außerhalb der USA gab, zu sichern.

Seit den 90er Jahren wurden Abtreibungen und Sterilisationen in einigen der genannten Länder durchgeführt. Obwohl dies von der WHO geleugnet und als Verschwörungstheorie bezeichnet wurde, gelang 2017 erstmals einem Forscherteam der Nachweis, dass an die verabreichten Tetanus-Impfstoffe das Schwangerschaftshormon hCG gekoppelt war und die Impfungen somit für Abtreibungen und Sterilisationen eingesetzt wurden.

Bill Gates ist nach den USA mit der Stiftung „Bill & Melinda Gates Foundation“ und der „Impfallianz Gavi“ der zweitgrößte Spender der WHO. Die Gelder sind zweckgebunden und dienen u.a. Impfprogrammen.