Outbreak

von Lulu W
GeschichteAllgemein / P16
Eddie Gluskin OC (Own Character) Richard Trager
20.04.2020
23.06.2020
2
7.404
1
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
20.04.2020 3.017
 
Von: 10260110756@mutemail.com
An: spiral@corp.com
Betreff: TIPP / Illegale Aktivitäten bei Murkoff Psychiatric Systems


Sie kennen mich nicht. Muss mich kurz fassen. Werde vielleicht beobachtet.

Ich war zwei Wochen lang als Software-Berater für die Einrichtung von MURKOFF Psychiatric Systems in Mount Massiv tätig. Breche gerade alle möglichen Geheimhaltungsvereinbarungen, aber echt, zur Hölle mit den Kerlen.

Schreckliche Dinge gehen da vor sich. Verstehe es nicht. Glaube nicht mal die Hälfte der Sachen, die ich gesehen habe. Doktoren faseln etwas von Traumtherapie, die zu tief geht und das sie etwas gefunden hätten, was auf sie im Berg gewartet hat. Leute kommen zu Schaden und Murkoff scheffelt Geld.

Ich denke, dass Sie mir helfen können.

Das muss aufgedeckt werden.



Diese Mail war nicht weniger als zwei Wochen alt und ging an die verfeindete Firma von Murkoff, die Spiral Security Corporation.
Eine Sicherheitsfirma mit unterstützender Söldnertruppe.
Auch wenn der Boss dieser Firma, Richard Daniels, sich kein Geld aus dieser Sache versprach, so konnte er doch wenigstens Murkoff zerstören. Denn das war ihm das wenige Geld, welches er investieren musste, wert.
Außerdem konnte er diesen Jeremy Blaire nicht leiden. Blaire's arrogante Verhalten, welches er an den Tag lehnte und dass er sein Angebot zur Zusammenarbeit ablehnte, gingen Daniels gehörig gegen den Strich. Es schadete doch nie, eine eigene Söldnertruppe hinter sich stehen zu haben.

Er musste nur noch etwas Vorarbeit leisten, damit alles nach seinen Vorstellungen lief, damit er den Auftrag an seine beste Mitarbeiterin, Cassandra Jones, übergeben konnte. Diese kam gerade klopfend zur Tür herein.
„Sie wollten mich sprechen, Mr. Daniels?“ fragte sie sogleich. Respektvoll, wie sie nun einmal war, blieb sie vor der offenen Tür stehen.
Sie wusste immer, wie sie sich verhalten musste, wie sie Situationen einzuschätzen hatte, um so schnell wie möglich zu reagieren, oder wann sie ihren Mund zu halten hatte. Oftmals schluckte sie ihren Stolz dabei runter.
Er schätzte dieses Verhalten sehr. Denn viele seiner Söldner, befolgten zwar Befehle, aber waren nicht sehr darauf bedacht, viel Respekt an den Tag zu legen. Viele waren noch recht jung und es fehlte ihnen an Erfahrung. Zwar war Cassandra auch noch jung, mit ihren 28 Jahren, jedoch hatte sie mehr Zeit in der U.S. Army verbracht, als ihre Kollegen. Hatte sie es doch bis zum Captain geschafft und wusste was Respekt hieß.
Doch er wusste auch, dass sie ihre Beherrschung schnell verlieren konnte und da sollte man sich nicht mit ihr anlegen.
„Setz dich, Cassandra! Es geht um einen neuen Auftrag!“ Daniels wartete, bis sie sich setzte, ehe er fort fuhr.
„Da du meine beste Mitarbeiterin bist, kann ich nur dir diesen Auftrag anvertrauen. Dir ist sicher die Murkoff Corporation bekannt?“ Cassandra musste kurz überlegen.
„Ja, die Firma die doch diese seltsame Anstalt in Colorado besitzt.“ beantwortete sie die Frage.
„Richtig. Wir haben eine Email eines Mitarbeiters von dort erhalten. Ein Hilferuf. Anscheinend geschehen schreckliche Dinge mit den Patienten, die diesen Mann sehr beunruhigen.“ er machte eine Pause.
„Schreckliche Dinge? Experimentieren sie etwa mit den Patienten?“
„Es kommen eindeutig Menschen zu Schaden. Ich möchte, dass du der Sache auf den Grund gehst! Du musst so viele Informationen sammeln, wie es nur geht. Jedes Detail ist wichtig! Wir werden dich dort einschleusen und du wirst dort als Sicherheitskraft arbeiten.“ erklärte der Boss den Auftrag. Es war definitiv keine leichte Aufgabe, die es zu meistern galt.
>Kann es sein, dass er sich Sorgen um die Menschen machte? Ihnen helfen will, ohne sich einen Profit davon zu erhoffen? Das sieht ihm nicht ähnlich.<
„Es sieht mir nach einen langwierigen Auftrag aus. Ich werde mich da erst einmal einarbeiten müssen, vertrauen zu den Mitarbeitern gewinnen und gute Arbeit leisten, damit ich Sicherheitsfreigaben bekommen kann. Und mit den Patienten werde ich vermutlich auch zu tun bekommen.“ stellte dunkelhaarige fest und lehnte sich im Stuhl zurück.
„Da liegst du absolut richtig, meine Liebe. Es wird dich einiges deiner Zeit kosten. Leider kann ich dir nicht sagen, wie lange du brauchen wirst. Aber ich bin zuversichtlich.“ sprach er ihr, unnötiger Weise, Mut zu.
„Ich muss jetzt noch ein paar Vorbereitungen treffen und deine Bewerbung anfertigen lassen. Du hast jetzt etwas Freizeit, um für dich selber alles vorzubereiten und dich auszuruhen. Ich werde dir noch alle wichtigen Details zukommen lassen. Wenn alles durch ist, wird dir Bescheid gegeben. Du kannst jetzt gehen...Und schon mal viel Glück.“ und schon widmete sich der Boss seiner Arbeit und beachtete seine Mitarbeiterin kaum noch.
„Danke, Sir!“ verabschiedete sich Cassandra, richtete sich auf und verließ das große Büro. Aus den Augenwinkel beobachtete er sie.

Sie seufzte. Mittlerweile hatte sie sich an Jobs gewöhnt, die kaum zwei Wochen anhielten. Doch dieser würde sich vermutlich über mehrere Monate ziehen. Wenn nicht sogar über ein Jahr. Das entschied sich jedoch, wie gut und schnell Cassandra arbeiten würde.
Aber sie sollte es positiv sehen. Immerhin würde sie nun doppelt bezahlt werden. Es zahlte sich auf alle Fälle aus.
Jetzt musste sie nur noch darauf warten, bis alles vorbereitet wurde, sie weitere Informationen bekam und sie schließlich für ein Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Nun hatte sie Zeit sich etwas zu entspannen.

Der Himmel war wolkenverhangen und kleine Tropfen fielen auf die Straße. Ein Gewitter zog auf. Cassandra mochte solches Wetter. Es beruhigte sie immer, wenn das kühle Nass ihre Haut traf und sie die kühle und sogleich frische Luft in ihre Lungen ziehen konnte.
Da stand sie also. Mount Massiv Asylum. Murkoff Corporation. Mit den weiteren Details und Informationen des Auftrags in der Tasche, stand sie vor den Sicherheitstoren vor dem Gebäude. Das Auto musste sie auf den Parkplatz, außerhalb des Geländes parken.
„Sie müssen Ms. Jones sein. Mr. Blaire erwartet sie bereits.“ sagte der Wachmann und öffnete die Tore für sie. Cassandra nickte ihm freundlich zu und schritt selbstbewusst zum Gebäude.
An der Anmeldung erwartete sie bereits ein weiterer Wachmann, der sie freundlich begrüßte, sich selbst aber nicht vorstellte.
Vorstellen brauchte sie sich nicht, da man wusste wer sie war. Ihr kam zu Ohren, dass hier sonst keine Frau arbeitete. Merkwürdig wie sie fand. Doch da sollte sie sich keine weiteren Gedanken machen. Was zählte war ihr Auftrag.
„Ms. Jones, warten Sie einen Augenblick hier. Mr. Blaire möchte Sie persönlich abholen.“ meinte der Wachmann und zeigte auf eine kleine Sitzgruppe, auf die sich Cassandra sogleich dankend hinsetzte.
>Ihr wisst wer ich bin, aber stellt euch selber nicht vor...und damit muss ich arbeiten!< sie musste sich ein seufzen verkneifen.
Wie ihr bereits Mr. Blaire am Telefon sagte, hatte Cassandra die Stelle. Was ihrer Meinung nach viel zu schnell ging.
Dieses Vorstellungsgespräch diente jeglich dazu den Aufgabenbereich zu besprechen, den Arbeitsvertrag und Geheimhaltungsvereinbarung zu unterschreiben und zu klären, wo sie wohnen würde.
„Ah, Ms. Jones. Entschuldigen Sie, die kurze Wartezeit.“ lange musste sie nicht auf Mr. Blaire warten, den dieser trat aus den Aufzug und schritt auf sie zu. Seine Hand schüttelnd wollte sie etwas erwidern, doch er schnitt ihr das Wort ab.
„Kommen sie mit in mein Büro. Dann können wir alles weitere besprechen.“ ziemlich aufdringlich platzierte Mr. Blaire seine Hand auf ihren Rücken und führte sie zum Aufzug.
>Wie kann man nur so arrogant sein?< dachte sie sich.
Eine penetrante Wolke billigen Aftershaves kam ihr dabei entgegen und sie musste sich zusammen reißen nicht zu husten. Sehnlichst wünschte sie sich die kühle Regenluft herbei, aber sie musste es aushalten.
Als die beiden das Büro erreichten setzte sich Mr. Blaire sich hinter seinen dekadenten Schreibtisch und bat ihr den Stuhl sich gegenüber an.
„Ms. Jones, ich sagte Ihnen ja bereits am Telefon, dass Sie die Stelle als Sicherheitskraft haben. Wir müssen also nur noch Kleinigkeiten besprechen. Ich muss sagen, dass mich Ihre Bewerbung fasziniert hat. Sie hatten eine beeindruckende Karriere bei der U.S Army und sind ein hochrangiger Offizier gewesen... und dabei sind Sie noch recht jung. Die Frage scheint Ihnen jetzt blöd vorkommen,... aber warum haben Sie das aufgegeben?“ stellte er seine Frage. Ja, diese Frage kam ihr sehr blöd vor. Sie musste kurz überlegen und räusperte sich.
„Ich war 9 Jahre lang als Soldatin tätig, weil ich dachte ich könnte so unserem Land dienen. Aber nach einer Weile ist mir klar geworden, dass diese Kriege, die wir führen sinnlos sind. Das ist einer der beiden Gründe.“ beantwortete Cassandra die Frage wahrheitsgemäß und sah zu Mr. Blaire. Dieser schien kurz zu überlegen und setzte ein lächeln auf.
„Was ist der andere Grund, wenn ich fragen darf? Verstehen Sie mich nicht falsch, aber ich möchte gerne viel von meinen Mitarbeitern wissen.“ >Und ich möchte gerne dieses Lächeln aus den Gesicht prügeln!< tief durchatmend setzte sie erneut zu einer Antwort an.
„Ich bin bei meiner letzten Mission schwer verletzt worden und habe dies genutzt, um die Army zu verlassen. Wenn Sie entschuldigen, würde ich nicht mehr über dieses Thema sprechen. Ich bin oft verletzt worden, aber dieses Mal war es anders.“ meinte Cassandra etwas bedrückt und spürte, wie ihre Narben kribbelten. Es war ihr jedes Mal unangenehm darüber reden zu müssen.
Das war nun gut zweieinhalb Jahre her und sie wäre damals beinahe gestorben. Und doch arbeitete sie seid einem Jahr in einer Söldnertruppe, bei Spiral Security.
„Ich verstehe Sie vollkommen, Ms. Jones. Ich habe großen Respekt vor denen, die im Krieg für unser Land dienen und gedient haben. Das ist auch eine der Gründe, warum ich Sie einstelle.
Aber ich muss Ihnen eines sagen: Unsere Patient sind geistesgestörte Schwerverbrecher und werden vermutlich anders auf reagieren, weil seit langen wieder eine Frau hier arbeitet und Sie dazu zum Sicherheitspersonal gehören. Lassen Sie sich nicht davon beunruhigen.“ meinte er ruhig und sah ihr in die Augen. Da sie den Blickkontakt halten konnte lächelte er zufrieden und überreichte ihr ein paar Unterlagen.
„Das sind die Sicherheitsprotokolle, die Sie durchlesen müssen. Ihren Arbeitsvertrag und die Geheimhaltungsvereinbarung liegen anbei. Beides bringen sie bitte morgen Abend unterschrieben wieder zurück.
Ich werde Sie noch zu Ihrem Zimmer begleiten und werde ein, zwei Leute zu Ihnen schicken, die Ihnen mit dem Gepäck helfen.“ - „Ich danke Ihnen Mr. Blaire.“ beide standen gleichzeitig auf und der Anzugträger trat als erstes zur Tür, um diese Cassandra aufzuhalten.
Wieder legte er eine Hand, zum führen, auf ihren Rücken. Schweigend nahm sie dies hin und verdrehte innerlich die Augen.
>Die einzige Frau hier sein und dann noch von den Boss angefasst werden. Daniels würde sich das nie erlauben!< dachte sich Cassandra.
Vor einem der Zimmer blieben sie stehen und Mr. Blaire überreichte ihr den Schlüssel.
„Ich gebe Ihnen bis Mittwoch Zeit, um sich einzurichten, bevor Sie anfangen. Ihre Dienstkleidung müsste bereits in Ihrem Zimmer liegen. Melden Sie sich dann am Donnerstag um acht Uhr im Sicherheitsraum, im Erdgeschoss.“ erklärte er und wandte sich zum gehen um.
„Nur eine Frage... Warum bin ich die einzige Frau?“ sie konnte es sich einfach nicht verkneifen. Es brannte ihr geradezu auf der Zunge.
„Es haben hier schon mal Frauen gearbeitet.. Nur haben sie den Stress, den es manchmal zu überwältigend gilt und den psychischen Druck, der teilweise auch von den Patienten kam, nicht ausgehalten und haben gekündigt. Aber ich bin mir sicher, dass Sie das aushalten und überstehen.
Ich muss mich nun verabschieden, Ms. Jones. Es steht noch etwas Arbeit an.“ beantwortete er die Frage und verabschiedete sich. Diese Frage war ihn unangenehm, dass konnte sie sehen. Da war eindeutig noch mehr, was er verschwieg. Aber deswegen war sie ja schließlich hier.
Seufzend schloss sie die Tür auf und sah sich erstmals um.
Das Zimmer war spärlich eingerichtet. Ein kleines Bett zierte die rechte Ecke gegenüber der Tür. Daneben stand ein Beistelltisch mit einer Nachttischlampe und einem Wecker. Das Fenster neben dem Bett stand leicht offen um etwas frische Luft rein zu lassen. Links hinter der Tür stand eine Kommode und schräg gegenüber ein Kleiderschrank. Daneben eine weitere Tür, die vermutlich zum Bad führte. Insgesamt recht gemütlich.
„Immerhin ein eigenes Bad...“ murmelte Cassandra vor sich hin und legte die Unterlagen auf die Kommode. Erstmal musste sie ihre wenigen Sachen aus dem Auto holen. Sie hatte sich nur die nötigsten Sachen, die für sie wichtig erschien, eingepackt.
Ein paar Klamotten, Hygieneartikel und ein paar Erinnerungsstücke, an die sie sehr hing. Ein Bild ihrer ehemaligen Einheit war dabei. Wie Cassandra diese Zeit doch vermisste.
Seufzend trat sie aus dem Zimmer und machte sich auf den Weg zu ihren Auto. An der Anmeldung traf sie auf vier Wachmänner, die offensichtlich auf sie warteten.
„Du musst Cassandra sein! Ich bin Jonathan und das sind Peter, Marco und Nick. Wir sind deine neuen Kollegen und Ansprechpartner, falls du Fragen hast. Aber jetzt sind wir erst mal hier, um dir mit deinem Gepäck zu helfen!“ stellte sich der kleinste der Männer vor und zeigte der Reihe nach auf seine Kollegen. Freundlich reichte jeder einzelne Cassandra die Hand und stellten sich nochmals vor.
Alle vier waren größer als sie, was mit ihren 1.70 auch nicht schwer war. Während Peter und Nick schon weit über 40 erschienen, waren Jonathan und Marco in ihrem alter. Die Zusammenarbeit schien vielversprechend zu werden.
>Endlich mal sympathische Leute. Kann nur noch besser werden.< dachte sie sich und lächelte,
„Schön euch kennenzulernen! Es ist nett, dass ihr mir helfen wollt. Ich habe nicht so viele Sachen dabei, also müsste es schnell gehen.“ zu fünft gingen sie zum Auto und redeten ununterbrochen miteinander. Es tat gut zu sehen welchen freundschaftlichen Umgang sie miteinander hatten.
Das konnte viele Sachen leichter machen, das sie gut zusammen klar kamen und einiges bereden konnten, wenn einem etwas bedrücken sollte.
Cassandra durfte sich jedoch nicht daran gewöhnen. Sie musste nur mit ihnen arbeiten und durfte keinen zu engen Kontakt pflegen. Alles andere wäre für sie in dieser Situation falsch. Denn wenn sie ihr Ziel erreicht hatte, wird die Belegschaft den Job verlieren und Cassandra wäre daran Schuld. So konnte sie ihr Gewissen etwas beruhigen.
„Sag mal Cassandra, was hast du vorher gemacht?“ fragte Nick sie mit einem lächeln auf den Lippen.
„Ich war neun Jahre bei der Army.“ beantwortete sie die Frage. Alle vier schienen von dieser Antwort überrascht zu sein und blieben fast gleichzeitig stehen.
„Bei der Army? Du bist also eine waschechte Soldatin! Das hätte ich nie gedacht“ kam es plötzlich von Marco. Er war eindeutig begeistert. Von dieser Begeisterung überrascht, wurde sie etwas rot.
„Das heißt ja, dass du richtig gut kämpfen kannst! Kannst du mir etwas zeigen?...Hey, was soll das?!“ sauer rieb Marco sich den Hinterkopf, wo Peter ihn geschlagen hatte.

„Zeig mehr Respekt ihr gegenüber. Sie WAR Soldatin, sonst wäre sie nicht hier!“ entschuldigend sah der Ältere zu ihr und Marco murmelte etwas vor sich hin.
Cassandra konnte sich ein lachen nicht verkneifen.
>Wird schwierig, keine Freundschaften aufzubauen...<
„Keine Sorge, so was habe ich schön öfters gehört. Und ja, etwas kämpfen kann ich. Ich bin definitiv nicht wehrlos!“ nur wünschte sie sich ihre Waffen herbei. Es war ungewohnt keine mit sich zu tragen, da sie sonst immer welche mit sich führte.
Als jeder von ihnen mit einem Karton beladen waren, machten sie sich schnell auf den Rückweg, da es stärker anfing zu regnen. Wie sie es doch liebte.
In ihrem Zimmer angekommen wurden alle Kartons auf den Boden abgestellt und alle, bis auf Jonathan verabschiedeten sich.
„Entschuldige bitte Marcos Verhalten. Er hat schon immer darüber geschwärmt, wie toll er es fände bei der Army zu sein, hat sich aber nie getraut sich einschreiben zu lassen.“ entschuldigte er sich für seinen Kollegen. Cassandra lachte kurz auf und winkte ab.
„Ist kein Problem. Ich verstehe diese Begeisterung. Ich hatte meine Gründe die Army zu verlassen. Wenn die nicht gewesen wären, wäre ich geblieben...Ich vermisse die Zeit sogar.“ den letzten Teil murmelte sie vor sich hin, in der Hoffnung Jonathan habe es nicht gehört. Was auch der Fall zu sein schien.
„Verstehe... Hey, sag mal. Ich hab für heute frei. Wenn du willst, kann ich dir alles zeigen, damit du an deinem ersten Arbeitstag nicht völlig aufgeschmissen bist!“ schlug er vor und schenkte ihr ein ehrliches lächeln. Dieses Lächeln erwiderte sie und stimmte den Vorschlag zu. Schließlich hatte sie genügend Zeit ihre Sachen aufzuräumen.

Die Anstalt war groß. Größer als sie erwartet hatte. Jonathan hatte ihr viel an diesen Tag gezeigt und erklärt. Gut, dass sie sich schnell alles einprägen konnte und einen guten Orientierungssinn hatte. Gekonnt ließ er den Patiententrakt aus, zeigte diesen nur von außen. Seiner Meinung nach, sollte sie die Patienten noch nicht sehen. Erst wenn Cassandra zur arbeiten anfing. Jedoch ließ es sich nicht verhindern, dass einige Patienten mit ihren Ärzten ihnen über den Weg liefen.
Die Anstalt konnte sogar eine Sporthalle und ein Trainingsplatz für die Mitarbeiter vorweisen. Die Patienten hatten einen eigenen im Außenbereich. Also konnte Cassandra sorgenlos ihr eigenes Training ausüben. Ohne wäre sie nicht sie selbst.
Wieder im Verwaltungstrakt angekommen, liefen die beiden zu Cassandras Zimmer. Es war ein langer Tag gewesen.
„Da haben wir ja ziemlich viel heute geschafft. Wenn was sein sollte, mein Zimmer ist neben an. Soll ich dich morgen zum Frühstück abholen?“ fragte Jonathan und blieb vor der Tür stehen. Cassandra schloss derweil auf.
„Ich werde morgen recht früh aufstehen und trainieren gehen. Alte Soldatenangewohnheit. Aber wenn du willst treffen wir uns da.“ antwortete sie ehrlich. Verstehen nickte er und gab einen zustimmenden Ton von sich.
„Abgemacht! Dann sehen wir uns dort. Schlaf gut und gute Nacht, Cassie!“ verabschiedete er sich.
Etwas zog sich in ihr zusammen. Schon lange wurde sie nicht mehr so genannt. Betrübt sah sie ihm hinterher und ging in ihr Zimmer.
Sie holte ein eingerahmtes Bild aus einen der Kartons und setzte sich auf ihr Bett. Sanft strich sie über das Foto. Es zeigte, mit ihr zusammen, sechs Personen, die vor einem Kampfhubschrauber standen. Ihre Einheit. Grinsend hielt jeder von ihnen, den linken, tätowierten Unterarm in die Kamera. Das Tattoo zeigte einen Wolf, der in einen Totenschädel biss. Sie nannten sich das Wolfs-squad.
Sie vermisste sie schrecklich. Sie waren die einzigen, die sie Cassie nannten und es tat weh ihren Spitznamen wieder zu hören. Sie musste sich jedoch, wieder daran gewöhnen.
„Ich vermisse euch, Jungs!“ meinte Cassandra leise und strich unbewusste über ihre vielen Narben am Bauch.
Review schreiben