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Unheilige Magie - Die Nacht des Todes

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / Gen
Magische Wesen OC (Own Character)
19.04.2020
24.10.2021
34
19.893
 
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19.04.2020 666
 
"Timotheus, bitte erklär mir das", sagte sein Vater streng. "Was meint Ihr Vater?", fragte der 15 jährige schwarzhaarige Junge mit den eisblauen Augen höflich. "Du kannst dir denken, was ich wünsche zu erfahren, Timotheus. Halte mich nicht zum Narren."

"Nun Vater, bei allem Respekt, ich weiß wirklich nicht, was Euch bedrückt. Soweit ich weiß, hatte Lord Fray einen schrecklichen Unfall und ist nun leider nicht mehr in der Lage gegen Euch in der Stadtratsversammlung anzutreten. Das ist wirklich zu tragisch. Er war doch so beliebt beim Stadtrat."

Eine Muskel am Kinn seines Vaters zuckte. "Und Lord Withorn war ja auch so erfolgreich und dann zog er aus heiterem Himmel seine Kandidatur zurück. Wie unerwartet." "Nicht wirklich, Timothy. In seiner Situation wäre ich auch nicht mehr angetreten."

"Er hatte keine Chance mehr, Vater, da habt Ihr vollkommen Recht. Er war ruiniert. So tragisch, wie das Leben manchmal ist."  Sein Vater schnaubte. "All meine stärksten Konkurrenten sind nicht mehr in der Lage anzutreten. Nur ich bin von ihnen noch übrig. Ich hoffe, dass sich nicht noch ein schrecklicher Unfall ereignet und den einzigen übrigen, erfolgsversprechenden Kandidaten auf das Bürgermeisteramt dahinrafft."

"Seid unbesorgt. Ich glaube, der neue Bürgermeister braucht sich keine Sorgen zu machen. Er ist beliebt beim  Vogt und seine Familie steht hinter ihm." Timothy lächelte seinem Vater zu und verneigte sich leicht. "Wenn Ihr mich bitte entschuldigen würdet, Vater. Ich muss mich noch einigen Studien widmen." Sein Vater nickte ihm zu und er verließ galant den Raum.

In seinen eigenen, privaten Räumen erwartete ihn schon Blacky, der maunzend um die Füße seines Herrn strich. Lächelnd kraulte er seinen Kater und klingelte nach Sebastian -dem persönlichen Butler der Familie- um  sich Tee bringen zu lassen. Er erwartete noch einen Gast.                

Sebastian kam mit dem bestellten Tee und ihm folgte ein augenscheinlich sehr aufgeregter, gutgekleideter junger Herr etwa in Timothys Alter. "Sir, Ihr habt Besuch. Lord Whitesmith."  "Danke, Sebastian", erwiderte Timothy und entließ den Butler.    

"Rhys,  welch unerwarteter Besuch. Was verschafft mir die Ehre?", sagte er betont gelangweilt. "Du weißt genau, warum ich hier bin." "Um deine Bücher abzuholen? Ich hab sie schon gelesen, sie waren sehr informativ. Du kannst sie zurück haben. "  

"Nein, Timothy. Nicht deswegen. Wegen Lord Fray, er hatte einen Unfall und er wird wohl nicht zur Stadtratswahl antreten können." Rhys machte eine Pause. "Dein Vater ist nun der einzige aussichtsreiche Kandidat und er steht hoch in der Gunst des Vogts." Timothy zog die Augenbrauen hoch und blickte seinem Freund eindringlich in die Augen.  

"Tatsächlich, du hast Recht. Und wäre es nicht auch im Interesse deiner Familie, wenn mein Vater dieses Amt bekleiden würde. Unsere Familien verstehen sich hervorragend."  "Natürlich, du weißt, wie lange unsere Familien schon befreundet sind. Trotzdem könnten Fragen gestellt werden. Du hast doch nicht..."

"Rhys, bitte. Denkst du wirklich, ich hätte jemanden dafür bezahlt? Nein, das habe ich nicht. Sicher nicht."
Rhys schüttelte den Kopf. "Das kann man auch nicht einfach so arrangieren. Dann müsstest du schon einen Zauberer angeheuert haben, um das zu bewerkstelligen." Amüsiert hob Timothy seine Teetasse und sie stießen gemeinsam an. "Auf den neuen Bürgermeister und zwei Familien, die davon profitieren werden."  

Als Timothy später im Bett lag - Blacky hatte es sich schnurrend auf seiner Brust bequem gemacht - dachte er über die Hexenverbrennungen nach,  von denen er gelesen hatte. Brachte er sich in Gefahr, wenn er seine Kräfte, die sich vor etwa drei Monaten gezeigt hatten, für seine Zwecke einsetzte? Aber jetzt hatte er schließlich sein Ziel erreicht und sein Vater würde der neue Bürgermeister werden.

Dann konnte er aufhören und sein Leben normal weiterführen. Mit diesem Gedanken schlief er zufrieden ein.
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