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Willkommen auf Horseland

OneshotFreundschaft / P12
19.04.2020
12.08.2020
5
5.469
2
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Dieses Kapitel
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20.05.2020 730
 
Diesmal ein kürzeres Kapitel. Mir fehlten leider teilweise die Ideen. Nun seid ihr gefragt: habt ihr Ideen für Mollys Kapitel? Was wisst ihr über sie? Was könnte sie an ihrem ersten Tag erlebt haben?
Lg
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Unsicher standen die beiden elf-jährigen Mädchen auf dem fremden Grundstück. Flankierten jeweils rechts und links ihre Mutter, während ihr Vater nach Angestellten Ausschau hielt, welche er befehligen könnte. Die paar Stallhelfer verrichteten aber unbeeindruckt ihre Arbeit, lediglich ein Collie machte auf den Besuch aufmerksam, während er zur Familie trottete und sich neben sie setzte.
Das blaue Herrenhaus stand imposant in der Mitte des weitläufigen Geländes. Umsäumt von einem Reitplatz, einem Pferdestall, etlichen Wiesen und jeder Menge Blumen.
„Herzlich Willkommen, Sie müssen die Familie Stiehler sein, richtig?“, eine braunhaarige Frau mit dem breitesten Lächeln, welches die Zwillinge je gesehen hatten, kam aus dem Stall. Das herrsche Nicken des Vaters der Zwillinge, welcher den sonnigen Vormittag lieber in seiner Anwaltskanzlei gewesen wäre, bestätigte die Vermutung der Frau. Diese klatschte, unbeeindruckt von der wortkargen Reaktion, freudig in die Hände.
„Klasse! Ich bin Eva-Marie Handler. Ich hoffe Sie haben gut her gefunden. Die Wege sind ja leider noch nicht so gut ausgebaut hier draußen. Aber fließend Wasser haben wir.“ Evas Lachen war hell und klar und entlockte sogar Frau Stiehler ein kleines Lächeln, während deren Mann unbeeindruckt auf sein Smartphone starrte.Während sich die Frauen unterhielten entdeckte Zoey zwei Jungen, welche neugierig ihre Köpfe aus der offenen Stalltür streckten. Als sie ihre Schwester darauf aufmerksam machte, bemerkten auch die Erwachsenen die beiden Jungen.
„Kommt her ihr beiden. Wir haben Besuch.“, rief Eva ihnen lächelnd entgegen und sofort kamen die Angesprochenen zu der kleinen Gruppe gelaufen.
„Das sind Benjamin, unser Sohn und William, unser Neffe.“
„Benni und Willi reichen. Wenn jemand unsere vollen Namen sagt, denken wir noch, wir bekommen Ärger.“, lachte der blonde, ältere Junge beim Händeschütteln und sein Cousin stimmte ihm kopfnickend zu.
„Ich bin Zoey und das ist Chloe. Wir sind Zwillinge.“ Vor Verlegenheit nestelte die rothaarige an ihrem Poloshirt-Saumen herum.
„Ihr seht ja gar nicht gleich aus. Seid ihr euch sicher, dass ihr Schwestern seid?“, wunderte sich Benni und bekam sofort von seiner Mutter einen Rippenstoß zu spüren.
„Zwillinge müssen nicht unbedingt gleich aussehen.“, klärte die Ranchbesitzerin ihren Sohn auf,„ Mögt ihr beide bitte die Mädchen herum führen, während wir den Papierkram erledigen?“
„Na klar. Dürfen wir uns um Jimber kümmern?“ Benni´s Frage war sowohl an seine Mutter, als auch an Will gerichtet. Als beide nickten, fing der elf-jährige Junge an zu strahlen, packte Chloe unvermittelt am Ärmel und zog sie mit sich Richtung Stall. Völlig verdattert  ließ das Mädchen sich mitziehen und sah hilfesuchend zu ihrer Schwester. Diese erwiderte den Blick unsicher, folgte ihnen dann aber gemeinsam mit Will.
„Jimber ist Willi´s Pferd.“, erklärte Benni gerade,„ Wir haben insgesamt neun Pferde. Mama, Papa und Willi haben jeweils eins. Und dann haben wir noch sechs Schulpferde. Ich freue mich schon, wenn ich eines bekomme. Wann bekommt ihr welche?“
„Benni, nicht jeder kann sich ein Pferd leisten.“, zitierte Will die, von Erwachsenengespräche aufgeschnappten Wörter.
„WIR können uns Pferde leisten. Papa könnte sogar Horseland kaufen, wenn er möchte. Er ist einer der reichsten Männer im Land. Aber wir wollten erst mal schauen, ob wir Pferde überhaupt mögen.“ Verblüfft blieben die beiden Jungs stehen, während sie in Chloes trotzige Augen blickten. Abwehrend hob Will die Hände, während Benni nach einer kurzen Schocksekunde seine Arme kampfbereit verschränkte.
„Das ist super von euch. Dann kauft ihr euch nicht gedankenlos ein Pferd.“, erwiderte der blonde rasch und kam so einer impulsiv, beleidigenden Antwort seines jüngeren Cousins zuvor.
„Genau.“, murrte dieser nur und zu viert gingen sie zu Jimber.
Etwas später misteten die beiden Jungs den Stall aus und die Mädchen sahen ihnen naserümpfend dabei zu, als Benni´s Eltern und das Ehepaar Stiehler den Stall betraten.
„und ihr beiden, wie gefällt es euch hier?“, fragte die Mutter der Zwillinge interessiert, während ihr Ehemann ungeduldig mit seinen Schlüsseln klimperte.
„Es ist okay. Nur stinkt es hier etwas.“, maulte Zoey und Cloe pflichtete ihr bei. Diese Aussage brachten Eva und John zum Lächeln.
„Das ist kein Gestank, sondern der Geruch der Pferde. Die benutzen nämlich kein Deo oder Parfüm wie wir Menschen. Meint ihr, ihr schafft es euch daran zu gewöhnen?“
Nachdenklich sahen sich die Zwillinge an, nickten dann aber entschlossen.
„Na dann“, fing John an, „ Willkommen auf Horseland!“
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