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Willkommen auf Horseland

OneshotFreundschaft / P12
19.04.2020
12.08.2020
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08.05.2020 1.079
 
„Wenn es dir dort nicht gefällt, ist es keine Schande das zuzugeben. Mir persönlich wäre es ja lieber gewesen, wenn du auf die Stanhorst Academy gekommen wärst.“
„Ja Papa, ich weiß. Aber erstens nehmen die von Stanhorst nur Leute auf, welche sie selber angeworben haben und zweitens sagtest du doch selber, dass die Besitzer von Horseland sehr nett zu sein schienen.“, Sarah war der Diskussion leid. Ihr Vater verstand einfach nicht, dass das blonde Mädchen nicht nach einer exklusiven Reitschule, sondern nach Freunden suchte. Nach den ständigen Umzügen in ihrer Kindheit wollte die 14-Jährige einfach mal sesshaft werden. An einem Ort bleiben.
„Das mit dem Anwerben bekommen wir schon hin. Meine Sekretärin hat eine Schwägerin und die ist wohl mit dem Hofmanager, oder wie sich der Beruf wieder mal nennt, befreundet. Da können wir sicher was drehen. Und zur Not gibt’s halt ein exklusives Kreditangebot.“
„David, jetzt lasse doch mal das Mädchen in Ruhe.“, Karen Whitney erschien im Mirgenmantel im großzügigen Esszimmer der Familie und setzte sich mit zu ihrer kleinen Familie an den Frühstückstisch. Dabei sah ihr zartes Gesicht streng zu ihrem Ehemann.
„Wieso? Bist du jetzt auch gegen Stanhorst? Das Pferd war nicht günstig und das stellen wir jetzt in einem Reitstall mitten im Nirgendwo unter. Was ist, wenn die Leute dort Betrüger sind?“ Während des Sprechens wedelte der Bankbesitzer aufgeregt mit seinem Brötchenmesser. Sarah hingegen wurde immer nervöser. Hatte ihr Vater recht? Sie selber hatte die Hofbesitzer oder Horseland ja noch nicht kennen gelernt. Lediglich ihre Eltern hatten ein kurzes Telefonat mit dem Herrn Handler geführt. Und nun wollte sie allen Ernstes dort Scarlett unterstellen? Aber in ihrem jetzigen Stall war die Box bereits gekündigt und Freunde hatte Sarah bei diesen hochnäsigen Mädchen auch nie wirklich gefunden.
„Wenn es Betrüger sein sollten, warum sprechen die Leute im Ort so gut von der Familie?“, argumentierte nun die Mutter.
Ungeduldig wedelte Herr Whitney wieder mit seinem Messer. “Vielleicht haben sie den allen Geld gegeben? Karen, ist es dir geheuer, dass deren Neffe, welcher nur zwei Jahre älter ist als Sarah, als einer der besten Reitlehrer in der Umgebung gilt? Da war doch sicherlich Bestechungsgeld im Spiel. Er ist doch selber noch ein halbes Kind und soll dann unser Mädchen unterrichten? Und, dass dann noch der Sohn der Besitzer in Sarahs Reitgruppe ist... Das kann doch nur böse enden.“
„David!“, Karen Whitney´s Stimme war nun laut und schneidend,„Höre jetzt auch mit deinen Anschuldigungen und esse weiter! Sarah hat sich ganz bewusst für diese Reitschule entschieden und sollte es da irgendwelche Probleme geben, kann sie jederzeit zu uns kommen. Bevor das nicht eintritt, höre auf mit deinen falschen Anschuldigungen und Bewertungen.“
Brummelnd richtete der Mann seine Aufmerksamkeit wieder auf sein Brötchen und schmierte die Butter etwas fester als Üblich drauf. Nun wandte sich Sarah´s Mutter lächelte ihrem Kind zu.
„Das wird schon gut werden, meine Süße. Vertraue mir, ich mag den Herrn Handler. Er ist ein sehr sympathischer Mann. So freundlich und wertungsfrei“, diese Spitze war an ihren Ehemann gerichtet,„Du und Scarlett werdet euch da bestimmt super einleben und Freunde finden.“
Ein kleines Lächeln bildete sich nun auch auf Sarah´s Gesicht. „Danke Mama!“
„Dafür nicht. Und nun, iss auf. Ich habe deinen Vater nicht umsonst dazu gezwungen sich heute frei zu nehmen. Wir begleiten dich selbstverständlich nach Horseland.“
„Ihr kommt mit?“, fragte Sarah überrascht und sah ihre Eltern strahlend an.

Einige Zeit später wurde Sarah von Zoe und Chloe herum geführt. Gerade bestaunten die drei bereits seit einer guten Viertelstunde Pepper und Chilli.  
„Und die anderen Pferde?“, fragte Sarah gerade nach und unterbrach so en Zwillings-Vortrag über die Vorzüge ihrer Reittiere.
„Ach die. Die gehören den anderen aus unserer Reitgruppe. Sind auch alles Einsteller. Die Handlers haben noch einen zweiten Stall hinter dem Haus mit ihren Pferden und den Schulpferden und ein drittes Stallgebäude für weitere Einsteller etwas außerhalb. Hier stehen also alle Pferde unserer Reitgruppe. Aber die das schönste und schnellste ist natürlich Chilli.“
„Ähm Schwesterchen? Natürlich ist das Pepper!“
Sarah hatte schon recht schnell herausgefunden, dass zwischen den Schwestern ein immerzu fortwährender Konkurrenzkampf herrschte und betrachtete das Geschehen deswegen ausdruckslos.
„Jedes Pferd ist das Schönste. Natürlich auf seine eigene Art und Weise.“, unterbrach eine Jungenstimme das Geschehen.
„Ach Will, aber es muss doch DAS schönste Pferd geben. Welches ist es, deiner Meinung nach?“ Zoes herausfordernder Blick wurde lächelnd gekontert.
„Natürlich Jimber.“ Ein zustimmendes Wiehern kam von dem Palominohengst und brachte so Sarah zum Lachen.
„Pff der?“, fragte Chloe entsetzt nach und Will nickte.
„Das ist meine Meinung und die Meinung von Eva-Marie ist, dass ihr beiden heute mit dem Abäppeln der Westkoppel dran seid.“
„Ähm wir müssen noch schnell was erledigen. Man sieht sich Sarah.“, schnell verabschiedeten sich die Schwestern und rannten förmlich aus dem Stall.
„Das ging schnell.“, murmelte Sarah verblüfft.
„Wenn man die beiden irgendwie loswerden möchte, muss man nur von Arbeit reden. Klingt gemein, ist aber so. Ich soll dich einmal zu John und Eva bringen.“, als Sahrah Will fragend ansah, fuhr er fort,„Das sind die Ranchbesitzer. Die beiden wollen dich gerne kennenlernen. Und deine Eltern sind auch dort.“
„Okay, ich komme. Danke dir.“

„Hi Sarah.“ Als das Mädchen das Büro der Familie Handler betrat, stand sie direkt einer braunhaarigen Frau mit wilden Locken entgegen.
„Ich bin Eva-Marie und das ist mein Mann John. Willi hast du ja schon kennengelernt und Benni, unseren Sohn, sicherlich auch, oder?“
Sarah erinnerte sich an den mürrisch dreinblickenden Jungen in ihren Alter und nickte zögerlich.
„Super, falls es irgendwelche Fragen oder Probleme gibt, komme gerne zu einen von uns. Du wirst dich nach einiger Zeit bestimmt bei uns wohl fühlen, auch wenn jetzt noch alles neu ist.“
„Keine Sorge, das was Eva redet, gleicht John durch Schweigen wieder aus.“, raunte Will der Neuen von hinten ins Ohr und brachte sie wieder zum Grinsen. Der Kommentar blieb allerdings von den Erwachsenen nicht ungehört. Empört stemmte Eva ihre Hände in die Schmalen Hüften.
„Wolltest du nicht deinen Unterricht vorbereiten? Hindernisse aufbauen oder so?“
„Sind schon, aber ich muss noch Jimbers Stall ausmisten.“
Eva Seufzte als der Junge schnell den Raum verließ.
„Okay, wir sind nicht so strikt und diszipliniert wie Starnhorst.“, gab die Frau zu und ließ so Sarah´s Vater triumphierend aufschnaufen.
„Aber wenn du hier bist, um deinen Reitstil zu verbessern und gleichzeitig neue Abenteuer erleben und neue Freunde finden möchtest, bist du hier genau richtig. Möchtest du das?“
Sarah nickte entschlossen
„Na dann Sarah Whitney, Willkommen auf Horseland.“
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