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19. April: Saiblinge [by ThedaTannenbaum]

OneshotDrama, Humor / P12 / Gen
19.04.2020
19.04.2020
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19.04.2020 468
 
Tag der Veröffentlichung: 19. April
Zitat: "Jetzt fang’ ich schon an Selbstgespräche zu führen." (Star Trek 5 - Am Rande des Universums)
Titel der Geschichte: Saiblinge
Autor: ThedaTannenbaum
Kommentar des Autors: Ich weiß, dass diese Geschichte etwas seltsam ist, jedoch hat es sehr viel Spaß gemacht sie zu verfassen und ich hoffe, ihr gebt ihr eine Chance! ^^

Lauritz Beck wohnte auf dem Grund des Chiemsees.
Warum, oder wie lange er das schon tat, wusste er selbst nicht so genau, doch aus unerfindlichen Gründen gefiel es ihm ganz ausgezeichnet dort unten.
Nur zu gerne ließ er sich im Wasser herumtreiben und sah den vielen, verschiedenen Fischen dabei zu, wie sie ihre Runden durch den See zogen.
Dann sagte Lauritz immer artig jedem Fischlein "Hallo", genau, wie seine Mutter es ihm beigebracht hatte und die Fische grüßten zurück.
Mit manchen von ihnen, wie zum Beispiel der Forelle, hielt er auch gerne mal ein nettes Pläuschchen, erkundigte sich über das Wetter und erzählte von seinen neusten Forschungen im Bereich der Kieselalgen.
Ja, das Leben auf dem Grund des Sees wäre wohl perfekt gewesen, wenn da nicht die Saiblinge gewesen wären. Die unhöflichen Saiblinge, die Lauritz immer diese furchtbar bissigen Kommentare zuzischten und ihm Sachen an den Kopf warfen wie "Es ist deine Schuld, dass Margret und die Kinder dich verlassen haben" oder "Du bist so schlecht, so unfähig, dass du es nie zu etwas Ordentlichem bringen wirst."
In solchen Momenten verlor Lauritz leicht die Kontrolle und bewarf die spitzzüngigen Saiblinge mit Steinen, oder kleinen Rindenstückchen, je nachdem, was er gerade auf dem sandigen Boden des Sees fand.
Gott sei Dank schritten dann meist ein paar der Hechte ein, die über ihrem schillerndem Schuppengewand immer diese weißen Kittel trugen.
"Alles ist gut", murmelten sie ihm oft zu. "Beruhigen Sie sich".
Manchmal umwickelten sie Lauritz dann noch mit ein paar Algen, sodass er sich nicht mehr bewegen und den Saiblingen nichts mehr anhaben konnte.
Zwar verfluchte er die Hechte dann immer, war ihnen im Nachhinein jedoch sehr dankbar dafür, ihn vom Akt der Gewalt abgehalten zu haben.
Denn, wie seine Mutter ihm früher immer gepredigt hatte, war ein richtiger Mann doch über solch primitive Neandertalermethoden erhaben.
Ja, alles in allem lebte es sich doch ganz behaglich auf dem Grund des Chiemsees. Vor allem, wenn gerade keiner dieser unhöflichen Saiblinge Lauritz' Weg kreuzte.





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine sehr lustige, aber auch irgendwie traurige Geschichte, die ich zu diesem Zitat niemals erwartet hätte. Die Autoren überraschen mich doch immer wieder mit ihren Interpretationen der Zitat, aber genau dazu ist dieser Kalender ja da - sonst wäre es ja langweilig.

Eure lula-chan
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