Vom Schicksal verfolgt - Teil 2

von BlindFate
GeschichteDrama, Freundschaft / P18
John Gage OC (Own Character)
18.04.2020
15.10.2020
39
73.048
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19.09.2020 2.071
 
„Bringt ihn auf die Intensivstation und kontrolliert regelmäßig seine Vitalwerte. Sobald sich sein Zustand verändert, sagt mir bescheid.” war es Dr. Bennett’s, eher gefasste, Stimme, die ertönte.
„Ist gut.” nickte ihm die junge Schwester, welche mit bei ihm und Zack im Behandlungsraum war, einmal kaum merklich zu.
Kaum hatte sie ihm auf seine Anweisung hin zugenickt, ließ Paul auch schon wieder von ihr ab und trat anschließend zur Tür des Behandlungsraumes heran.
Dort angekommen, kam er, eine Hand bereits gegen die Tür gelehnt, nochmals für einen kurzen Moment über seine Schulter hinweg zu seinem Patienten zurück sehend, zum Stehen.
Jedoch ließ er nach nur einem kurzen Augenblick auch schon wieder von ihm ab und wandte sich anschließend zum Gehen.

Mit einem leisen Seufzen trat er, die Hände nun in die Taschen seines Kittels steckend, mit kaum merklich gesenktem, sowie nachdenklichem Blick, hinaus auf Gang der Notaufnahme.


Genau in dem Moment, in dem Dr. Bennett auf den Flur hinaus trat, kam Eric, sich suchend in dieser umsehend, im Eingangsbereich der Notaufnahme zum Stehen.
Als er jedoch den Arzt erblickte, welcher soeben aus einem der Behandlungsräume heraus gekommen war, setzte er sich auch schon wieder in Bewegung und ging, hastigen Schrittes, auf diesen zu.
„Entschuldigen Sie, ich bin auf der Suche nach meinem Partner... Zack Thompson... Er wurde vorhin hier eingeliefert.” kam Eric, dem Arzt mit fragendem, sowie besorgten Blick in die Augen sehend, mit einer Hand kaum merklich in die Richtung des Behandlungsraums, aus dem dieser soeben heraus gekommen war, deutend, vor ihm zum Stehen.

Auf seine Worte hin stockte Paul, für den Bruchteil einer Sekunde, mitten in der Bewegung, ehe er seinen Blick nun wieder etwas anhob, und somit den Blick seines Gegenübers erwiderte.

Bevor Paul überhaupt dazu ansetzen konnte ihm etwas auf seine Worte hin zu erwidern, ließ Eric auch schon wieder von ihm ab und richtete seinen Blick stattdessen auf die sich öffnende Tür des Behandlungsraum, vor dem sie, die ganze Zeit über, standen.
„Zack?!” entfloh es ihm, als er seinen Partner erkannte, voller Sorge, erschrocken. Denn Zack wurde nicht nur künstlich beatmet, sondern war auch ans EKG Gerät angeschlossen.

Während sein Partner nun an ihnen vorbei geschoben wurde, ruhte Eric’s Blick, im ersten Moment unentwegt auf Zack.
Erst als sie an ihnen vorbei waren und den Weg zu den Fahrstühlen einschlugen, ließ Eric wieder von ihm ab und richtete seinen, nach wie vor, entsetzten, sowie ungläubigen Blick, stattdessen wieder auf den Arzt.
„Was ist mit ihm?” war seine Stimme, im Gegensatz zu seinem Blick, ernst.

Paul schwieg für einen kurzen Moment, ehe er ihm, mit einem leisen Seufzen, zu antworten begann.
„Er hat sehr hohes Fieber, weshalb wir uns dazu entschlossen haben, ihn in eine Art künstliches Koma zu versetzen. Daher auch die künstliche Beatmung. Was jedoch die Ursache für seinen Zustand ist, wissen wir noch nicht. Um das herauszufinden und ihn entsprechend behandeln zu können, müssen wir erst noch die Blutuntersuchungen abwarten...” unterbrach Paul sich nun für einen kurzen Moment. „Er wird jetzt auf die Intensivstation gebracht. Sobald sich sein Zustand verändert, sagen wir ihnen bescheid... Wenn sie mich dann entschuldigen, es warten noch andere Patienten auf mich.” damit verabschiedete Paul sich, mit einem knappen Nicken, von Eric und trat gleich darauf auch schon an ihm vorbei.

Eric hingegen blieb noch für einen Moment, wo er war und sah dem Arzt dabei zu, wie er in dem nächsten Behandlungsraum verschwand.
Ihm auch noch hinter her sehend, als er längst in diesem verschwunden war, löste Eric sich schließlich, wenn auch nur langsam aus seiner Starre und wandte sich, seinen Blick abermals quer durch die Notaufnahme schweifen lassend, suchend um.
Wonach er jedoch Ausschau hielt, wusste er selbst nicht so genau.

Als sein Blick die Basis der Notaufnahme, wo eine etwas ältere Schwester gerade dabei war zu telefonieren, erreichte, verharrte Eric, unwillkürlich, in der Bewegung.
Kurz darauf löste er sich, den Blick, nach wie vor, auf die ältere Schwester und somit auf die Basis gerichtet, von seinem Platz.

„Entschuldigen Sie...” machte er die Schwester, da sie inzwischen aufgehört hatte zu telefonieren und nun dabei war sich um irgendwelche Formulare zu kümmern, schließlich auf sich aufmerksam.
„Ja?” ließ die Schwester, auf seine Ansprache hin, nun von den Unterlagen ab und sah stattdessen, mit fragendem Blick, zu Eric auf.
„Mein Partner, Zack Thompson, wurde vorhin eingeliefert und gerade eben auf die Intensivstation gebracht... Wäre es vielleicht möglich, dass ich zu ihm kann?” erkundigte Eric sich mit ruhiger, dennoch besorgter Stimme und fragendem Blick bei ihr.
„Zack Thompson, sagten Sie?” hakte die Schwester, bevor sie ihm auch nur ansatzweise Auskunft gab, nochmals bei ihm nach.
„Ja.” nickte Eric ihr daraufhin einmal kaum merklich zu.
„Es tut mir leid, aber im Augenblick kann niemand zu ihm.” sah die Schwester, nachdem sie einen flüchtigen Blick auf ihre Unterlagen geworfen hatte, erneut zu Eric auf.
„Verstehe... Danke.” rang Eric sich ein schwaches Lächeln ab und wollte sich schon zum Gehen wenden, als die Schwester ihn nochmals für einen kurzen Moment aufhielt.  
„Warten Sie... Dürfte ich Sie um einen Gefallen bitten?... Wir haben keinerlei Informationen über ihren Partner. Wären sie vielleicht so freundlich und würden diesen Fragebogen für ihn ausfüllen?” hielt die Schwester ihm nun ein Klemmbrett, auf dem sich, neben einem Stift, ein Formular befand, welches nur zu einem geringen Teil ausgefüllt war.
„Ja... Sicher...” nickte Eric ihr, sich abermals ein schwaches Lächeln abringend, höflich zu, ehe er im nächsten Augenblick nun das Klemmbrett entgegen nahm.

Er wollte sich gerade zum Gehen wenden, als ein junger Mann regelrecht hastigen Schrittes auf die Basis zugeeilt kam.
„Sam!...” machte er die Krankenschwester, noch bevor er überhaupt bei ihr an der Basis angekommen war, auf sich aufmerksam.
„Jayden? Was machst du denn hier? Wenn du deinen Vater suchst, der ist...” war sie sichtlich verwundert ihn zu sehen. Jedoch konnte Sam ihren Satz nicht beenden, wurde sie bereits von Jayden unterbrochen.
„Ich weiß...” kam er nun, sich mit beiden Händen an dem Tresen der Basis abstützend, ihr, mit ernstem, viel mehr angespanntem Blick, direkt in die Augen sehend, unmittelbar vor ihr zum Stehen. „... Ich bin wegen jemand anderem hier... Ich suche Zack Thompson... Er wurde vorhin hier eingeliefert...Er ist sowas, wie ein Vater für Hailey.”

„Es tut mir leid, Jayden, aber ich kann dir keinerlei Auskunft geben.” trübte sich nun nicht nur Sam’s Stimme, sondern auch ihr Blick etwas. Waren ihr, was das betraf, die Hände gebunden. Und das nicht nur, weil sie nichts über seinen Zustand wusste, sondern auch, weil er in dem Sinne kein direkter Angehöriger von ihm war.
„Sam, bitte, es...” war es nun Jayden, der seinen Satz nicht beenden konnte.
„Jayden? Jayden Gage?” wurde er von Eric unterbrochen.  
Auf seine Ansprache hin, ließ Jayden nun von Sam ab und sah stattdessen, mit mehr als nur fragendem Blick zu dem Mann, der ihn soeben angesprochen hatte, herüber.
„Ja und Sie sind?” konnte Jayden sich, in diesem Moment, nicht daran erinnern, dass er derjenige war, der zuvor bei ihnen zu Hause gewesen war und ihnen die Nachricht von Zack’s Einlieferung überbracht hatte.
„Entschuldige bitte... Ich bin Eric Reyes, Zack’s Partner... Ich war vorhin bei euch und hab euch bescheid gegeben, dass Zack...” rief Eric es ihm nun in Erinnerung. Stockte aber, bevor er den Grund für seine Anwesenheit bei ihnen zu Hause aussprach, mitten im Satz.
„Ja... Stimmt... Entschuldige... Ich...” konnte Jayden seinen Satz abermals nicht beenden. Wurde er erneut von Eric unterbrochen.
„Schon gut...” rang Eric sich daraufhin, ein kaum merkliches, sowie schwaches, nur flüchtig andauerndes Lächeln ab. „... Was hältst du davon, wenn wir uns setzen und in Ruhe reden? Ich hab hier sowieso noch was zu erledigen, also...” hielt Eric nun das Klemmbrett mit dem Fragebogen etwas hoch und gab Jayden somit zu verstehen, was genau er noch zu erledigen hatte.
„Ja...” nickte Jayden ihm daraufhin, ihm weiterhin in die Augen sehend, einmal kaum merklich zu. Ließ aber gleich darauf nochmals von ihm ab und sah stattdessen zu Sam, welche die Unterhaltung der Beiden die ganze Zeit über stillschweigend verfolgt hatte, herüber.
Sich ein schwaches Lächeln abringend, sah er ihr für einen flüchtigen Moment in die Augen. Ließ aber gleich darauf auch schon wieder von ihr ab und wandte sich stattdessen, Eric zum Wartebereich der Notaufnahme folgend, zum Gehen.



Im Wartebereich angekommen, nahm Jayden unmittelbar neben Eric auf einer der sich dort befindlichen Bänke Platz.
„Also... Was genau ist eigentlich passiert?... Ich meine,... wir haben Zack schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen.” war es schließlich Jayden, der das, zwischen ihnen, entstandene Schweigen durchbrach.
Auf seine Frage hin entfloh Eric im ersten Moment ein Seufzen, ehe er ihm, den Blick weiterhin starr auf den Fragebogen, von dem er immer noch dabei war ihn auszufüllen, vor sich gerichtet, zu antworten begann.
„Zack und ich, wir... arbeiten derzeit an einem doch etwas komplizierteren Fall... Zack will diesen Typen unbedingt kriegen und hat daher eine Überstunde, nach der Anderen geschoben... Er hat ganze Tage und Nächte hindurch an diesem Fall gearbeitet, weshalb er weder bei sich, noch bei euch zu Hause vorbei geschaut hat... Er hat sich, mal wieder, genau wie früher, nur in seine Arbeit gestürzt und sich selbst dabei vollkommen vernachlässigt... Irgendwann war es schließlich soweit, dass er die Augen kaum noch offen halten konnte und er, zwischendurch, immer mal wieder, geistig weggetreten ist. Aber an Schlaf war für ihn selbst da nicht zu denken... Ich konnte es mir dann irgendwann einfach nicht mehr mit ansehen und hab ihn, in Absprache mit unserem Chief, in seiner völligen Übermüdung, überlisten... Ich hab ihn dazu gebracht einen Urlaubsantrag zu unterschreiben, den er so niemals unterschrieben hätte... Jedenfalls... Kurz daeauf ist er dann auch nach Hause gefahren... Das war vor zwei Tagen... Eigentlich dachte ich, dass er mich anruft und mir die Hölle heiß macht, von wegen, was mir denn einfällt ihn in Urlaub zu schicken... Aber nichts dergleichen geschah... Was für Zack, gerade in so einer Situation, doch sehr ungewöhnlich ist... Selbst unsere Kollegen haben sich gewundert, dass ich, bis heute morgen, nichts von ihm gehört hab... Also bin ich, und auch weil ich ein ungutes Gefühl hatte, zu ihm in die Wohnung... Und da lag er... Bewusstlos, schwer atmend und am gesamten Körper mit kaltem Schweiß bedeckt... Ich hab sofort den Notdienst gerufen.... Nachdem sie ihn dann für's Erste versorgt und anschließend abtransportiert hatten, bin ich zu euch und jetzt... naja, jetzt sitzen wir hier und ich schlag mich mit diesem dämlichen Fragebogen rum, statt bei ihm zu sein!” wurde Eric’s Tonfall, zum Ende hin, nun doch etwas lauter, sowie ungehaltener. War er, bis gerade eben, die ganze Zeit über, ruhig und bedeckt gewesen.

„Ist es noch immer der selbe Fall, wegen dem er vor einiger Zeit zu uns kam und mit Hailey und mir reden wollte?” ließ Jayden nun, während er sprach, von Eric ab und starrte stattdessen nun selbst vor sich zu Boden, wobei sein Tonfall, im Gegensatz zu vorher, ebenfalls etwas ernster, sowie gefasster wurde.
„Ja... Es ist noch immer wegen dem selben Fall... Ich kann ja verstehen, dass er den Typen unbedingt kriegen will, aber zu einem so hohen Preis?” ruhte Eric’s Blick, weiterhin, unbeirrt, auf dem Fragebogen, welchen er, die ganze Zeit über, in seinen Händen hielt und starrte auf die dort niedergeschriebenen Buchstaben.  

„Darrel...” drang es daraufhin, mit einem verächtlichem, sowie wütendem Schnauben, aus Jayden’s Kehle heraus.
War er alles andere als gut auf den Kerl zu sprechen.




Bevor noch einer der Beiden dazu ansetzen konnte etwas zu sagen, wurde ihrer Beider Aufmerksamkeit, im nächsten Augenblick, auf ein anderes Paar, welches die Notaufnahme soeben, wenn auch aus Richtung der Fahrstühle, betrat, gelenkt.
„Johnny, es ist okay... Ich...” konnte Mayleen ihren Satz nicht beenden, wurde sie von Jayden, welcher, kaum das er sie erblickt hatte, regelrecht von seinem Platz aufgesprungen und nun auf sie zu geeilt kam, unterbrochen.
„Dad?!... Was...?” konnte er seinen Satz, vor lauter Verwirrung und Sorge, nicht beenden, weshalb er, im nächsten Augenblick, wieder von seinem Vater abließ und stattdessen, mit mehr als nur fragendem, sowie besorgtem Blick, aus kaum merklich, vor Entsetzen, geweiteten Augen heraus, zu Mayleen aufsah.
Denn Johnny saß, sich mit den Ellenbogen auf den Armlehnen abstützend, einen Arm angewinkelt, den Kopf, mehr oder weniger, in seine Hand gelegt, mit geschlossenen Augen und angespanntem Blick, im Rollstuhl.

„... Was ist passiert?” fand Jayden seine Stimme, im nächsten Moment, letztendlich wieder. Doch war sie aufgebrachter und ungehaltener, als es ihm lieb war.
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