Vom Schicksal verfolgt - Teil 2

von BlindFate
GeschichteDrama, Freundschaft / P18
John Gage OC (Own Character)
18.04.2020
25.09.2020
37
70.260
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16.09.2020 1.681
 
„Meinst du nicht, das reicht für heute? Du bist schon viel zu lange hier.” ruhte nicht nur Jethro’s ernster, sondern auch besorgter Blick auf seinem Bruder.
War er, wie jeden Tag, wenn er nicht arbeiten war, an Bryan’s Seite und hatte ein Auge auf ihn.
Denn Bryan neigte, genau wie jetzt, dazu es mit den Übungen, die er täglich absolvieren sollte, damit er wieder laufen konnte, zu übertreiben.

„Ja, ja... Schon gut. Ich hör ja schon auf.” gab Bryan sich, wenn auch mit genervtem Ton, geschlagen und warf seinem Bruder, kaum dass er seine Übung unterbrochen hatte, auch schon einen finsteren Blick zu.
„Jetzt reg’ dich ab, ja? Du weißt ganz genau, dass du es nich’ gleich wieder übertreiben sollst.” ermahnte Jethro ihn daraufhin im ersten Moment. Löste sich aber schon im Nächsten von seinem Platz und half Bryan nun dabei sich in den Rollstuhl, auf den er zur Zeit noch angewiesen war, zu setzen.


„Willst du was Essen?” erkundigte Jethro sich, auf dem Weg zum Ausgang des Trainingsraums, in dem sie sich befanden, bei seinem Bruder. Sah dazu, auch wenn dieser es nicht sehen konnte, mit fragendem Blick, zu ihm herunter.
„Ja.” sah Bryan, während er ihm antwortete, seinen Kopf etwas in den Nacken legend, lediglich flüchtig, von unten herauf, zu ihm auf.
„Okay. Dann auf in die Cafeteria.” sprach Jethro es daraufhin mehr zu sich selbst, als an Bryan gewandt und machte sich schließlich, seinen Bruder im Rollstuhl vor sich herschiebend, auf den Weg dorthin.



„Sag mal, weißt du eigentlich schon was, wie lange Darius noch suspendiert ist?” war es Bryan, der das, beim Essen, zwischen ihnen entstandene Schweigen schließlich durchbrach.
„Nein... Der Chief wollte zwar heute mal versuchen mit Jayden zu reden, aber ich denke nicht, dass er sich darauf einlässt wieder in den aktiven Dienst zu wechseln... Und da ich mit Darius verwandt bin, kann er mich nicht mit ihm zusammen in ein und die selbe Schicht setzen... Die einzige Möglichkeit, die dann noch bleibt ist, dass Mike die A-Schicht und ich die B-Schicht übernehme, damit Darius und Chris wieder in die A-Schicht können...” gab Jethro es ihm, mit einem Seufzen in der Stimme, zu verstehen.
„Verstehe... Hast du denn mal mit Mike darüber gesprochen?” hakte Bryan, Jethro nun mit ernstem, zugleich jedoch auch nachdenklichem Blick in die Augen sehend, weiter nach.
„Ja... Er meinte zwar, er würde es machen, aber... Naja, er glaubt nicht, dass es was bringt. Wenn einmal Unruhe herrscht, kriegst du sie so schnell nicht mehr raus. Vor allem nicht, wenn es alles alt eingesessene Teams sind... Du bedenkst, die einzige Schicht, die neu zusammengesetzt worden ist, ist die A-Schicht, weil da gleich vier von den vorherigen Mitgliedern entweder versetzt worden sind, oder aufgehört haben.” fiel Jethro’s Antwort abermals, nicht sonderlich begeistert aus.

„... Es wäre wirklich einfacher gewesen, wenn Hailey nicht schwanger geworden wäre...” drang es, nach einem kurzen Moment des Schweigens, mit einem Mal, halblaut aus Jethro’s Kehle heraus.
„... Nicht, dass ich es ihm nicht gönne, oder ihm irgendwas will... aber... wäre sie nicht schwanger geworden, dann hätte Jayden seinen Dienst sicherlich nicht so schnell quittiert und sich nicht in den Innendienst versetzen lassen...” versuchte er sich, nachdem ihm selbst bewusst geworden war, was er da soeben gesagt hatte, Bryan gegenüber, für seine Aussage zu rechtfertigen.

„Mir gegenüber brauchst du dich nicht zu rechtfertigen. Ich seh’s ja genauso... Nur... Es ist jetzt nun mal so und, in Anbetracht der Umstände, kann ich seine Entscheidung voll und ganz verstehen. Ich an seiner Stelle hätte mich genauso entschieden.” ruhte Bryan’s Blick die ganze Zeit über, nach wie vor, auf seinem Bruder. Sah er ihm, auch jetzt, in die Augen.

„Ich mein... Er hat ja nicht nur Hailey, um die er sich kümmern muss, sondern auch Randy... Apropos, wie geht’s dem Kleinen?” wechselte Bryan nun das Thema.
„Besser... Seit Dylan vor zwei Tagen da war, geht’s ihm schon um einiges besser. Er lacht und spielt zwar wieder, aber er zieht sich immer noch schnell in sich zurück.” gab Jethro es ihm daraufhin zu verstehen.
„Dylan?” verstand Bryan nicht, wovon sein Bruder da sprach und sah ihn, dementsprechend, mit mehr als nur fragendem Blick an.
„Jayden’s, viel mehr Johnny’s Therapeut... Jayden hat sich professionelle Hilfe geholt, weil er selbst sich einfach keinen Rat mehr wusste, wie er mit Randy umgehen soll... Ich mein’, wenn Randy glaubt, dass Hank seinetwegen zusammen gebrochen ist und sich die Schuld daran gibt, dass er krank ist, ist es doch kein Wunder, dass er sich in sich zurückzieht, oder nich?... Bei Jayden war’s damals doch genauso? Johnny ist nicht nur vor seinen Augen angefahren, sondern auch angeschossen worden... Das sind, grade für Kinder, traumatische Erlebnisse, oder vertu’ ich mich da?” sah Jethro, während er ihm seine Frage, ausführlicher als eigentlich gedacht, beantwortete, zunächst noch zu Bryan auf, ließ aber kurz darauf von ihm ab und starrte stattdessen vor sich in sein Glas.


Während Jethro sprach, lauschte Bryan den Worten seines Bruders mit aufmerksamen Blick. Denn das, was Jethro ihm da soeben alles offenbarte, war für ihn völlig neu.
„Nein, ich seh’s genauso... Aber... Woher weißt du das alles bitte?” ruhte Bryan’s, nun doch eher fragender, Blick, im Gegensatz zu dem seines Bruders, nach wie vor, auf seinem Gegenüber.
„Darius hat mich gestern, nachdem er kurz bei seiner Mutter war, angerufen und es mir gesagt... Wir...” setzte Jethro dazu an es ihm genauer zu erklären, stockte aber, für einen kurzen Moment, mitten im Satz, ehe er fortfuhr.
„... Wir haben uns die Tage noch darüber unterhalten, dass Jayden richtige Hilfe braucht, weshalb Darius mich angerufen hat, als er es erfahren hat... Wir waren uns nicht sicher, ob Jayden es von sich aus einsehen würde, dass er...” unterbrach Jethro sich nun abermals, seufzte dieses Mal aber leise, als er mitten im Satz stockte.
„... dass er Hilfe braucht?... Jess, komm schon. Ist das dein Ernst?... Wie lange kennst du ihn jetzt schon? Fünfzehn, sechszehn Jahre? Du hast ihn aufwachsen sehen! Du hast miterlebt, was er alles durchmachen musste. Du hast grad eben selbst noch davon gesprochen... Meinst du nicht, dass es da normal ist, dass er sich mit sowas schwer tut, he?” neigte Bryan sich nun, ihm nach wie vor, so gut es ging, in die Augen sehend, etwas näher zu ihm heran. Wollte er seinen Worten somit mehr Nachdruck verleihen.

„Siebzehn... Es müssten jetzt siebzehn Jahre sein... Und ja, es ist durchaus möglich, dass es normal ist, dass er sich mit so etwas schwer tut.” stimmte Jethro ihm, seinen Blick flüchtig von unten herauf erwidernd, wenn auch leicht genervt, eher gereizt, zu.
„... ‘Tschuldige bitte...” ließ er, im nächsten Augenblick, aber auch schon wieder von ihm ab und starrte stattdessen erneut vor sich in sein Glas.

„Schon gut... Wenn es dir nichts ausmacht, würd’ ich dann jetzt gerne wieder auf’s Zimmer.” ließ Bryan nun von seinem Bruder ab und lehnte sich stattdessen, sich mit einer Hand durchs Gesicht reibend, die Augen dabei schließend, wieder in seinen Rollstuhl zurück. Wurde er mit einem Mal doch müde.
„Okay...” betrachtete Jethro ihn, ehe er sich schließlich von seinem Platz erhob, für einen kurzen Moment voller Sorge. Denn er hörte seinem Bruder die Erschöpfung nun deutlich an, weshalb er sich sofort wieder Sorgen um ihn machte.
„Es geht mir gut, Jess, wirklich. Ich bin einfach nur müde. Ich hab’s übertrieben, okay?” beschwichtigte Bryan ihn daher, nachdem er seine Augen nun wieder geöffnet und somit den besorgten Blick seines Bruders bemerkt hatte, sofort.

„Okay.” nickte Jethro ihm, auf seine Worte hin, nur einmal kaum merklich zu, ehe er nun gänzlich zu ihm herantrat und somit wieder seinen Platz hinter dem Rollstuhl einnahm.


Auf dem Weg zu Bryan’s Zimmer herrschte Schweigen zwischen ihnen. Wussten sie nicht, was sie noch sagen sollten.
Erst als sie auf seinem Zimmer angekommen waren, durchbrachen sie schließlich ihr gegenseitiges Schweigen.
„Ich komm’ dann morgen Vormittag wieder vorbei... Wenn was ist, oder du noch irgendwas brauchst, sag bescheid.” verabschiedete Jethro sich schließlich von Bryan.
„Ist gut...” war alles, was Bryan daraufhin als Antwort zustande brachte. War er bereits kurz davor einzuschlafen.

„Ruh’ dich aus.” kam es Jethro noch leise über die Lippen bevor er sich schließlich zum Gehen wandte.
Kaum hatte er den Raum verlassen, führte sein Weg ihn auch schon nach unten in die Notaufnahme und von dort aus hinaus auf den Parkplatz.



„Johnny!” platzte es, als Mayleen hörte wie die Tür zu Dylan’s Büro geöffnet wurde und sie ihren Verlobten erblickte, schließlich voller Kummer und Sorge, aus ihr heraus.
War sie, während es aus ihr heraus platzte, regelrecht von ihrem Platz aufgesprungen und stand nun, ihn aus kaum merklich geweiteten, sowie mit Tränen gefüllten Augen betrachtend, genau wie Johnny selbst, wie erstarrt da.
Hatte er nicht damit gerechnet, dass sie die ganze Zeit über da bleiben und auf ihn warten würde, weshalb es ihm nun nicht nur die Sprache, sondern auch sonst jegliche Fähigkeit sich zu rühren verschlug.

„Johnny...” war es, nach einem kurzen Moment des Schweigens, abermals Mayleen’s sachte Stimme, die ertönte.
Während sie erneut seinen Namen aussprach, löste Mayleen sich nun allmählich aus ihrer Starre und trat, zunächst langsamen, dann schneller werdenden Schrittes soweit zu ihm heran, bis sie ihm schließlich, weinend, regelrecht um den Hals fallen konnte.
Denn das Johnny ihren Blick aus, ebenfalls mit Tränen gefüllten, um Verzeihung bittenden Augen erwiderte, sagte ihr, in diesem Augenblick, mehr als tausend Worte. Genügte es ihr, um zu wissen, dass er sich Dylan gegenüber geöffnet hatte.

„Ich liebe dich.” drang es, während Johnny sich nun ebenfalls aus seiner Starre löste und er ihre Umarmung, sie eng an sich schmiegend, erwiderte, aus ihr heraus, wobei Mayleen’s Stimme einem einzigen erstickten Hauch gleich kam.
„Ich liebe dich auch.” erwiderte Johnny es ihr daraufhin umgehend und ohne zu zögern, mit einem leisen Schluchzen.
Tat es ihm, in diesem Augenblick, in der Seele weh, dass er sie, mit seinem Verhalten, von sich gestoßen hatte.
Denn er liebte sie über alles und wollte sie, egal was noch alles kommen mochte, nie wieder gehen lassen.
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