We belong together..

GeschichteDrama, Romanze / P16
17.04.2020
10.08.2020
16
54.514
3
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
02.08.2020 2.912
 
Biggi blickte Karin nach und fasste sich ans Kinn. Karin hatte ihrer Ansicht ziemlich fest zugedrückt und verstanden, was Karin ihr mitteilen wollte, hatte Biggi. Inzwischen hatten Karin und die Kinder das Haus verlassen. 'Gut so.', dachte Biggi sich. Sie wollte eigentlich nur in Ruhe gelassen werden. Hunger hatte sie nicht, Lust auf die Therapie auch nicht und mit ihren Freunden reden wollte die Pilotin ebenfalls nicht. Aber sie traute Karin zu, dass sie das mit der Klinik wirklich durch zog. Und Biggi wollte nicht eingesperrt werden. Bei allem, was sie im Moment nicht wollte, war das definitiv eine Sache die keinesfalls eintreten durfte. Denn in der Klinik würde man sie hundertprozentig zu allem zwingen, was Karin hier nicht wirklich konnte.
Nachdenklich betrachtete Biggi das Frühstück, das die Mädels ihr gemacht hatten. Sie würde es wohl essen müssen, wenn sie nicht eingewiesen werden wollte. Sie zog den Teller wieder näher heran und nahm sich eine Hälfte des Brötchens. Je länger sie es betrachtete, desto mehr spürte sie den Ekel in sich hoch kommen. Sie hatte in den letzten Wochen eine regelrechte Abneigung gegen Essen entwickelt und fühlte sich nach jeder noch so kleinen Mahlzeit schuldig. Sie glaubte es nicht verdient zu haben zu Leben, nachdem ihr Baby gestorben war. Nachdem so viele, die sie geliebt hatte, verstorben waren. Letztendlich zwang sich die Pilotin trotzdem, das Frühstück zu essen. Sie kämpfte schon bei der zweiten Brötchenhälfte mit sich, aber der Teller war anschließend leer.
Daraufhin legte Biggi den Kopf in die Hände. Wieder fühlte sie sich schuldig und glaubte, einen Fehler gemacht zu haben. Und sie sah nur eine Möglichkeit, das wieder rückgängig zu machen. Biggi rannte hinauf ins Bad und hoffte, sich übergeben zu können. Als es von selbst nicht klappen wollte, obwohl ihr schlecht war, half sie nach und spülte kurz darauf das erst zu sich genommene Frühstück die Toilette hinunter.
Biggi blieb anschließend auf dem Boden sitzen und weinte. Sie fühlte sich noch immer nicht besser und erinnerte sich an etwas, das sie vor ein paar Tagen getan hatte und wie befreiend es für sie gewesen war. Jedenfalls für eine kleine Weile.
Und genau diesen Zustand wollte sie wieder erreichen. Dieses Gefühl von Erleichterung wieder spüren, auch wenn es noch so kurzweilig war. Biggi schob sich den linken Ärmel hoch, unter dem ein provisorischer Verband zum Vorschein kam. Sie rechnete nach. Drei Tage war es her, seitdem sie ihn angebracht hatte und sie verspürte keinerlei Schmerzen. Obwohl sie geglaubt hatte, dass es doch weh tun musste, dass sie die Schnitte bei jeder Bewegung merken musste. Aber es war, als wäre dort nichts. Als wäre ihr Körper taub, als könnte sie keine körperlichen Schmerzen mehr empfinden, als hätte sie die abgestellt. Dafür waren die seelischen Schmerzen umso schlimmer, schier unerträglich. Und wenn sie diese unerträglichen Schmerzen nur so lindern konnte, nur auf diesem Weg, dann würde sie das nun wieder tun.
Biggi begann den Verband langsam von ihrem Arm zu wickeln. Sie wusste nicht wie es darunter aussah, hatte Angst dort eine Entzündung oder etwas vergleichbares zu sehen, aber dem war nicht so. Es sah aus, als hätte sie sich mit einem dünnen Filzstift rote Linien auf den Unterarm gemalt. Ihrer Meinung nach gar nicht gefährlich. Ganz vorsichtig fuhr sie mit den Fingern über die Linien und fand es irgendwie faszinierend, dass ihr das überhaupt nicht weh tat.
Biggi zwang sich aufzustehen und lief anschließend zum Waschbecken. Im Schrank darüber fing sie ab zu suchen und fand kurz darauf das, was sie brauchte. Klingen, die man eigentlich für Rasierer verwendete. Davon nahm sie sich eine heraus, ließ die anderen wieder im Schrank verschwinden und setzte sich dann auf den Rand der Badewanne. Ohne großartig darüber nachzudenken, was sie da eigentlich tat, fügte sie sich neue Schnitte am Unterarm hinzu. Sie merkte sofort, dass es ihr Linderung verschaffte und deshalb machte sie weiter. Das eindeutig mehr Blut lief als beim ersten Mal war ihr gleichgültig.
Eine Weile blieb sie danach noch sitzen, bevor sie auf stand und ihren Arm versorgte. Anschließend beseitigte sie alle Spuren, denn auffliegen sollte diese Sache auf keinen Fall, ansonsten würde Karin nicht mehr länger zögern sie in eine Klinik zu bringen. Das wusste Biggi ganz genau.
-------------------------------------------------------------------
Karin saß derweil bei Ralf im Auto. Sie hatten die Mädels bereits zur Schule gebracht und fuhren nun weiter zur Basis. Karin hatte während der Fahrt kein einziges Wort gesagt und Ralf merkte natürlich, dass sie etwas bedrückte. Auch was es war ahnte er bereits. Besorgt blickte er zu seiner Kollegin hinüber, die aus dem Fenster sah und in dessen Spiegelung sah er ganz deutlich die Tränen die über Karins Gesicht liefen.
"Karin.", sprach Ralf sie ganz vorsichtig an und hatte inzwischen das Auto geparkt. "Karin, wir sind da." Die Ärztin schreckte auf. "Oh, ja stimmt.", stellte sie fest und wischte sich eilig die Tränen weg. "Was ist los?", fragte Ralf nun. "Nichts.", antwortete Karin und wollte bereits aussteigen. Ralf hielt sie fest. "Fang du nicht auch noch damit an.", bat Ralf Karin, die nun doch sitzen blieb und schluchzte.
"Biggi?", fragte Ralf direkter und Karin schluchzte lauter auf. "Wer sonst?!", stellte sie ihm eine Gegenfrage und Ralf nahm sie erstmal so gut es ihm im Auto möglich war in den Arm. "Erzähl mir was los war.", bat Ralf seine weinende Kollegin. "Ich kann nicht mehr!", schluchzte Karin, was keine Antwort auf Ralfs Bitte war. "Erzähl mir bitte was los war, Karin.", forderte der Sanitäter Karin erneut auf. "Ich.. ich hab's.. hab's heute einfach nicht mehr ausgehalten!", erklärte Karin verzweifelt und befreite sich aus der Umarmung. "Was meinst du?" Ralf verstand erstmal gar nichts. "Ich.. hab ihr.. gedroht!", antwortete Karin. "Ich hab ihr angedroht, dass ich sie einweisen lasse, wenn.. wenn sie jetzt nicht endlich die Hilfe annimmt die wir.. ihr geben! Ich weiß nicht mehr weiter, Ralf! Ich versuch alles und ihr geht's trotzdem immer.. immer schlechter!"
Nun konnte Ralf ihr folgen. "Sie isst nichts und nimmt immer mehr ab. Sie.. sie hat Alpträume und wacht jede Nacht schreiend auf. Sie macht vollkommen dicht!" Karin beruhigte sich langsam wieder, musste sich aber wirklich zusammenreißen damit das klappte. "Ihr ist einfach alles scheiß egal! Und ich will ihr nicht dabei zu sehen, wie sie sich noch weiter zerstört. Das kann ich einfach nicht!" Ihre Kollegen wussten zwar wie es um Biggi stand, Karin bekam es aber im Gegensatz zu ihnen hautnah mit.
Ralf war das bewusst, sah aber langsam auch keinen anderen Ausweg mehr, als Biggi in professionelle Hände zu geben. "Vielleicht ist es wirklich besser, wenn sie in eine Klinik kommt.", sagte er deshalb. "Aber.." Karin wollte widersprechen, was Ralf jedoch nicht erlaubte. "Nein, Karin. Kein 'Aber' jetzt, wir müssen der Realität ins Auge sehen. Wenn es Biggi weiterhin so schlecht geht, sie die ambulante Therapie weiterhin verweigert und jetzt nicht mal mehr mit dir redet.. Karin, ich muss dir nicht erklären wie böse das enden könnte. Du bist schließlich keine Laie."
Karin wusste wirklich genau was passieren konnte. "Nein, bin ich nicht.", antwortete sie. "Ich weiß, dass wenn jetzt nicht bald was passiert, Biggi sich womöglich noch was antut. Wenn sie es nicht schon längst tut." Da Karin den fragenden Blick von Ralf sah, sprach sie gleich weiter. "Ich glaube, dass sie sich selbst verletzt. Gesehen hab ich es nicht, aber sie trägt seit ein paar Tagen nur noch Oberteile mit langen Ärmeln und das bei den Temperaturen. Außerdem war vor ein paar Tagen Blut auf dem Fußboden im Badezimmer. Ich hab mir nichts dabei gedacht, weil jeder mal Nasenbluten hat oder irgendwas dergleichen. Aber eins und eins zusammen gezählt.. es deutet alles darauf hin."
Karin entfernte sich neue Tränen aus dem Augenwinkel, um sie am herunter laufen zu hindern. "Dann steht es doch eigentlich schon fest.", meinte Ralf. "Eigentlich ja.", bestätigte Karin. "Aber warum komme ich mir trotzdem wie eine elende Verräterin vor?", wollte Karin von Ralf wissen. "Weil sie deine beste Freundin ist, deshalb. Nur haben wir keine andere Wahl mehr. Wenn wir jetzt nicht durchgreifen, kann es nächste Woche oder vielleicht sogar schon Morgen zu spät sein." Die Notärztin nickte nachdenklich. "Ich habe einen Freund, der in einer Psychiatrie ein bisschen außerhalb von Wien arbeitet. Ich rufe einfach mal ganz unverbindlich an und frage, ob sie noch einen Platz haben.", erklärte Karin. "Wenn er hört wie brenzlig die Lage momentan ist, dann wird er sicher einen Platz frei haben.", erwiderte Ralf und sah, dass Karin sich deshalb mehr als schlecht fühlte.
"Ich werde ihn später gleich anrufen und nachfragen.", sagte Karin nochmal etwas ähnliches wie davor und stieg dann aus. Sie flüchtete und Ralf wusste das, konnte es ihr aber auch nicht verdenken. Karin ging in die Basis und Ralf folgt ihr kurz darauf. Er würde heute ein besonders gutes Auge auf Karin haben, denn er machte sich ziemlich große Sorgen.
----------------------------
Biggi machte sich zu Hause für den Termin beim Psychologen zurecht. Sie musste dorthin, um den Schein zu wahren. Sie hatte sich umgezogen und saß nun in ihrem Zimmer. Oder besser gesagt in dem von Thomas, denn als ihres sah sie es lange noch nicht an. Aber genau deshalb mochte sie dieses Zimmer hier so, weil sie ihm hier nah sein konnte. Genau so nah, wie wenn sie auf dem Friedhof war oder unten am Wasser an der Basis saß.
Wieder blickte sie zu den Bildern an der Wand. Sie mochte jedes einzelne und konnte sie sich gar nicht oft genug ansehen. Biggi unterdrückte die Tränen. Sie hatte noch ein paar Minuten Zeit, bis sie los musste und beschloss einen Brief zu schreiben den sie später mit auf den Friedhof nehmen wollte. Einen ganz persönlichen Brief, der nur für Thomas bestimmt war. Also setzte sie sich an den Schreibtisch und schrieb sich alles, was ihr einfiel, von der Seele. Dann steckte sie das Blatt Papier in einen Umschlag und verließ das Zimmer. Sie packte alles was sie brauchte in ihre Tasche, schnappte sich ihre Schlüssel und ging aus dem Haus. Sie stieg ins Auto und hörte gleich darauf ihr Handy klingeln.
Eine SMS von Karin. 'Solltest du noch nicht im Auto sitzen, dann beeil dich. Dein Termin ist in 20 Minuten. Und du musst mich heute abholen, die Urzeit ist dir bekannt.'
Biggi seufzte, als sie die Worte ihrer Freundin las. Sie wusste, dass Karin nur von ihr abgeholt werden wollte damit Biggi etwas zu tun hatte und nicht nur zu Hause herum saß. Aber nur dort wollte sie sein und sie wusste nicht warum Karin so dagegen war. Biggi hatte keine Freude mehr am Leben. Gabi war weg, Thomas war weg, Michael war weg, Enrico hatte sie von vorne bis hinten hintergangen und ihr Baby hatte sie auch verloren. Genau wie ihren Job. Sie fühlte sich nutzlos, nur konnte das keiner nachvollziehen.
Biggi kam tatsächlich noch pünktlich zu ihrem Termin beim Psychologen, obwohl sie ziemlich langsam gefahren war. Sie musste sogar noch ein paar Minuten warten, bevor sie dran kam. Eine Stunde war für sie vorgesehen. Mit einem etwas komischen Gefühl im Magen betrat sie das Besprechungszimmer. Es war freundlich eingerichtet, mit gemütlichen Sesseln und Bildern. Das schüchterte die Pilotin eher ein, als das es sie beruhigte. Innerlich war sie jetzt nämlich unruhig, zeigte es nur nach außen hin nicht.
"Frau Schwerin.", sagte der Mann, den sie jetzt schon ein paar Mal gesehen hatte, freundlich und wollte ihr zur Begrüßung die Hand geben. Aber Biggi lief gleich weiter zu den Sitzgelegenheiten. Sie wusste inzwischen genau wie es ablief. "Ja, gerne. Setzen sie sich doch.", meinte der Psychologe eher zu sich selbst als zu ihr. Biggi setzte sich in einen der Sessel und der Psychologe setzte sich ihr gegenüber.
"Werden sie vielleicht heute mit mir reden?", fragte er Biggi und nahm sich das Klemmbrett auf dem kleinen Tisch vor sich zur Hand. Biggi schwieg. "Das heißt wohl eher nicht.", meinte der Experte und seufzte. "Ok, hören sie. Ich kann verstehen, dass sie ungern über das sprechen wollen, was ihnen passiert ist. Ich bin mir aber auch sicher, dass in ihnen einiges vor geht und irgendwann muss alles mal raus. Ich habe viele Klienten, die gewissermaßen gedrängt wurden hierher zu kommen und nicht reden wollten. Im Nachhinein haben sie es aber doch getan und heute geht es ihnen viel besser. Einige sind bei mir noch regelmäßig in Behandlung, andere wiederum nur bei Bedarf und ein ganz großer Teil kommt inzwischen komplett wieder ohne meine Hilfe aus. Reden hilft und ich würde ihnen gerne helfen, allerdings müssen sie das zu lassen."
Biggi hörte dem Mann, der ihr gegenüber saß, aufmerksam zu. Er war wirklich sehr nett, aber sie glaubte nicht das seine Dienste für sie hilfreich waren. Sie glaubte hier nur unnötig Zeit abzusitzen. Zeit, die sie aber auch nicht anders nutzen konnte, da sie suspendiert worden war und sie sonst nichts mit sich anzufangen wusste.
"Wenn sie nicht reden, dann möchten sie vielleicht wenigstens was trinken? Oder wollen sie ihre Gedanken lieber aufschreiben oder etwas malen, auch das hat sich bewährt." Der Mann war erfahren, aber Biggi war bis jetzt bei weitem die am schwersten zu knackende Klientin die ihm in all den Jahren als Psychologe untergekommen war.
"Was malen.", wiederholte Biggi spöttisch. "Wo sind wir hier? Im Kindergarten?", fragte sie und der Psychologe war erleichtert, dass sie wenigstens jetzt mal den Mund aufgemacht hatte. "Nein, gewiss nicht. Aber irgendwie müssen sie mir zeigen, wie sie sich fühlen." Biggi lachte leicht. Es war irgendwie ein hysterisches Lachen, daran merkte man das es ihr ganz und gar nicht gut ging. "Damit sie mir helfen können.", meinte sie spöttisch. "Genau.", antwortete der Psychologe ruhig. "Wollen sie wissen, was ich von dem Blödsinn hier halte?", fragte sie ihn. "Sagen sie es mir.", lautete die Antwort. "Gar nichts.", erwiderte Biggi. "Überhaupt gar nichts, nicht mal das kleinste Bisschen halte ich von diesem Getue hier!", stellte die Pilotin klar.
"Sie wollen mir helfen? Dann geben sie mir meine Freunde, mein Kind zurück und meinen Job zurück!", meinte Biggi. "Das kann ich nicht.", erwiderte der Mann. "Sehen sie? Sie können nichts für mich tun, rein gar nichts und deshalb will ich jetzt auf der Stelle gehen!" Der Psychologe seufzte. "In Ordnung, gehen sie. Den nächsten Termin lassen sie sich trotzdem vorne am Empfang geben, denn ein paar Stunden sind noch offen. Ich kann ihnen zwar nicht ihr Kind und ihre Freunde zurück bringen, ihnen helfen ihren Job wieder zu bekommen kann ich jedoch sehr wohl. Jedenfalls kann ich bei ihrem Flugarzt ein gutes Wort für sie einlegen, sofern sich mir gegenüber in Zukunft kooperativ zeigen. Wenn nicht, dann glaube ich nicht, dass sie ihren Beruf als Pilotin je wieder ausführen können."
Er hoffte Biggi so zum Nachdenken bringen zu können und wartete deshalb auf ihre Reaktion. Doch Biggi sah in allem nur noch negatives, weshalb ihre Antwort dementsprechend ausfiel. "Man wird mir meine Lizenz sowieso nicht wieder zurück geben, egal was ich tun werde. Der Chef von dem Unternehmen, bei dem ich arbeite, ist dafür bekannt das er Leute unwiderruflich raus wirft. Es ist also egal, ob ich eine völlig überflüssige Therapie mache oder ob ich mit ihnen rede oder nicht. Es macht keinen Unterschied, weil mein Leben gelaufen ist und ich habe weitaus besseres zu tun als meine neu gewonnene Freizeit hier zu verbringen!"
Biggi stand auf und lief zur Tür. "Sie haben sich selbst aufgegeben.", sagte der Psychologe und Biggi hielt inne. "Ihr Chef kann nicht beeinflussen, ob sie ihre Pilotenlizenz zurück erhalten oder nicht. Er kann nur beschließen ob sie ihren Job bei seinem Unternehmen wieder bekommen oder nicht. Das sind zwei unterschiedliche Baustellen. Denken sie drüber nach und wir sehen uns nächste Woche. Meine Mädels am Empfang wissen Bescheid." Biggi wollte noch etwas erwidern, allerdings fiel ihr kein passender Konter ein. Sie ging hinaus und wollte eigentlich ohne neuen Termin gehen, jedoch wurde sie von einer der Frauen am Empfang aufgehalten.
Kurz darauf saß sie wieder im Auto. Sie blickte zunächst auf die Uhr und war erleichtert, dass sie keine neuen Nachrichten oder Anrufe bekommen hatte. Sie brachte jetzt erstmal ihre Ruhe. Bis sie Karin abholen musste waren noch ein paar Stunden Zeit. Sie konnte also auf dem Friedhof vorbei schauen und sich anschließend zu Hause noch ein bisschen hinlegen. Sie hielt keinen Tag lang durch, ohne das sie zwischendurch ein oder zwei Stunden schlief. Diese kurze Zeit, in der sie jetzt unterwegs gewesen war, hatte sie schon total angestrengt. Aber dennoch wollte sie noch zum Friedhof und vorher noch ein paar Blumen besorgen. Ein Ritual, das sie einfach brauchte. Ihre Freunde auf dem Friedhof besuchen. Dort konnte sie hingehen, ohne das ihr jemand Vorwürfe machte oder sie zwang zu reden. Dort war es friedlich, da auf dem Friedhof. Dort konnte sie nachdenken und mit jemandem reden, wenn sie doch noch reden wollte. Nur antworteten ihr die Gesprächspartner leider nicht mehr.
Review schreiben