Der Sommer, den wir bei Garroway's verbrachten

von DieLadi
GeschichteRomanze / P16 Slash
Alexander "Alec" Lightwood Clarissa "Clary" Fray Isabelle "Izzy" Lightwood Jace Wayland / Jonathan Christopher Herondale Magnus Bane
17.04.2020
28.05.2020
18
17.115
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23.05.2020 955
 
Als Alec am nächsten Morgen erwachte, dröhnte ihm der Kopf und er fühlte sich, als wäre er verkatert. Dabei hatte er am Abend zuvor keinerlei Alkohol getrunken. Das lag ihm nicht.
Dennoch. Der Abend war wie ein Wirbelwind in seinem Leben gewesen, Eindrücke, Gefühle waren in atemberaubender Schnelligkeit und überwältigender Schönheit auf ihn ein geströmt, und daher war er wie berauscht gewesen.
Und dann hatte es da …
Alec schnellte Kerzengerade aus dem gerade dahin schwindenden Schlaf hoch - diesen ersten wunderbaren Kuss gegeben. Und es war nicht der letzte gewesen.
Nachdem Alec sich erst einmal getraut hatte, hatte auch Magnus keine Zurückhaltung mehr gekannt und sie hatten regelrecht geknutscht.
Sie hatten noch viel mehr getanzt, hatten sich aneinander gepresst und vor diesen Menschen, die Magnus’ Kollegen und Freunde waren, keine  Hehl daraus gemacht, dass sie zusammen gehörten.

Izzy hatte er irgendwann aus den Augen verloren. Sie war anscheinend mit Raphael verschwunden … nun Alec konnte nur hoffen, dass sie nichts unbedachtes getan hatte. Aber Izzy hatte ihm ja deutlich klar gemacht, dass sie eine Erwachsene Frau war, und durchaus in der Lage, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Also schüttelte er die Gedanken an sie einfach ab.

Er mochte lieber an Magnus denken.
Magnus, seinen Freund. Seinen festen Freund.

Wie es wohl weiter gehen würde?
Sie hatten sich für heute Abend wieder verabredet. Diesmal in Magnus’ Wohnung. Er wohnte nicht, wie die anderen Angestellten, in den Baracken mit den Personalquartieren. Nein, er und Camille hatten zwei Schlafräume in einem gesonderten Bungalow, der gleichzeitig einen Übungsraum für sie beide in ihrer Eigenschaft als Tanzlehrer enthielt. Camille jedoch würde nicht da sein. Sie hatte Familie im nahe gelegenen Dorf und übernachtete recht häufig dort, wenn es keine spätabendlichen Veranstaltungen gab.

Alec streckte sich noch einmal gemütlich in das bequeme Bett.
Er freute sich auf den Abend. Wenngleich er ein wenig schüchtern war, wenn er daran dachte. Denn heute Abend würden sie beide allein miteinander sein. Gestern hatte es Musik gegeben und Tanz und all die anderen Leute. Aber heute?
Nun, es würde schon funktionieren, dachte er und nahm sich vor, sich nicht ganz so schüchtern zu geben, nicht so unbeholfen wie sonst. Na ja, vermutlich würde ihm das ja doch nicht gelingen. Er würde sich genau so tapsig anstellen wie sonst auch. Aber das war wohl gar nicht schlimm, denn immerhin hatte Magnus ihn ja genau so schon erlebt.
Und sich erstaunlicherweise dennoch in ihn verliebt.

Ein warmes, zufriedenes Lächeln huschte über Alecs Gesicht, als er daran dachte.

Den Rest des Tages lief Alec wie auf Wolken.
Selbst Roberts penetrante Versuche, ihn mental und teilweise auch wörtlich in Clarys Richtung zu schieben, prallten an ihm ab. Jaces breitgrinsende Selbstzufriedenheit und offensichtliche Verliebtheit machte ihn selbst nur noch glücklicher.
Izzys Grummeligkeit entlockte ihm höchstens ein Schmunzeln.
Isabell war gestern sehr spät zurück in den elterlichen Bungalow gekommen. Genau genommen waren es schon die frühen Morgenstunden gewesen.
Und die Tatsache, dass seine Eltern seine arme Schwester zu einem „Du musst unbedingt den Sohn von XY kennen lernen, nein, so ein netter junger Mann!“- Golfspiel mitschleppten, machte den Tag für die junge Frau nicht besser.

Nun, Alec ging es prima. Er genoss es, am Pool auf einer Sonnenliege zu lesen, später mit ein paar anderen jungen Leuten zu planschen und herum zu toben.
Nachmittags spielte er mit einigen von ihnen Tennis.
Anschließend ging er mit Clary im Bootshaus einen Cocktail, trinken.
„Irgendwer wird das sicher deinem Vater hinterbringen“, sagte die junge Frau, „und dann haben wir Ruhe.“
Alec nickte.
Das Versteckspiel war nervig, aber im Moment einfach noch die bessere Wahl. Oder genauer gesagt, die einfachere.
Nun, Clary war nett und eine durchaus angenehme Gesprächspartnerin, und so war es alles andere als unangenehm, einige Zeit mit ihr zu verbringen.

Und so verging der Tag schneller, als Alec erwartet hatte, und erst beim gemeinsamen Abendessen begann er, unruhig zu werden.
„Unternehmt ihr jungen Leute heute Abend wieder etwas gemeinsam?“, fragte Robert.
„Na klar“, sagte Isabelle. „Wir nehmen ein paar Getränke mit an den Strand und jemand bringt seine Gitarre mit. Es könnte wieder spät werden, Vater.“
Robert lächelte.
„Schon in Ordnung. Habt einfach Spaß.“
Doch er konnte nicht umhin, noch nachzusetzen:
„Unschuldigen Spaß, wie ich hoffe.“
Isabelle verdrehte die Augen, sagte aber nur:
„Ja, Vater.“

Robert drehte sich nun zu Alec um.
„Du bist auch dabei?“
Alec schluckte. Es gefiel ihm nicht, den Vater so direkt anzulügen, aber …
„Ja“, sagte er.
„Und … Clarissa?“
„Ich weiß nicht, ob sie Zeit hat. Du weißt ja, Vater, dass sie Mr. Und Mrs. Garroway eine große Hilfe ist beim Führen des Resorts, und da hat sie eben immer viel zu tun.“
Robert nickte.
„Ja, sie versteht es, Verantwortung zu übernehmen. Sie wird dir eine gute Frau sein, Alec.“

Das war jetzt doch zu viel.
„Vater!“, zischte Alec verärgert.
„Noch ist nichts klar! Ich weiß nich nicht, ob sie sich überhaupt dafür interessiert, die Frau des New Yorker Institutsleiters zu werden! Vielleicht will sie mich ja überhaupt nicht!“
Und wie ich das weiß, dachte Alec. Vielleicht sollte ich es Vater genau jetzt sagen …
Doch er brachte es nicht fertig. Und so schwieg er.

Robert aber schien gut gelaunt zu sein. Er lachte nur.
„Schon gut, mein Junge. Mach das ganze nur nach deinem Tempo. Nur warte nicht zu lange. Eine so reizende junge Dame könnte auch anderen gefallen!“
Jetzt schaltete sich Maryse ein.
„Robert, nun lass ihn doch, wir sind gerade mal drei Tage hier!“
Robert lachte wieder und Alec verkniff sich jeden weiteren Kommentar.
Er wollte nur dieses Abendessen überstehen, sich dann ein wenig zurecht machen und zu Magnus verschwinden. Und  er hatte keine Lust, dass ein Streit mit Vater ihm diesen Abend und die gemeinsamen Stunden mit seinem Freund vielleicht kaputt machen würde.
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